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Wofür lebe ich noch?

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Mir ist bewust, dass die Hunde vielleicht mein grösstes Problem sind. Sie sind nicht als Welpen zu mir gekommen und ich habe sie aufgenommen, als ich noch verheiratet war. Es gab also keine grossen Probleme mit den Tieren. 3 Personen haben sich gekümmert und ich nahm sie mit zur Arbeit. Nur mal so zum Verständnis meiner Situation.

Ich hatte mir fest vorgenommen, sobald ich Rentnerin bin, werde ich ihnen das alleine bleiben geduldig beibringen. Bis heute habe ich es nicht 1 Tag versucht. Warum???

Hundesitter wäre ja auch eine Option. Aber ... Ich traue niemandem, den ich nicht lange kenne. Was, wenn sich an meinem Eigentum, oder noch viel schlimmer, an den Hunden vergriffen wird?

Meine Tochter hat sich in letzter Zeit immer mehr von mir gelöst. Zu ihrem Freund und Freunden und Vergnügen. Sie hat auch nur oberflächliches Verständnis für meine Situation. Verständlich, ich bin introvertiert, sie sehr extrovertiert.

Freundinnen habe ich keine mehr. Hatte viele Jahre eine. Wir hatten vor Jahren auch wieder Kontakt, leider passte es nicht mehr.

Vielleicht bleibe ich auch lieber alleine, weil ich Angst vor neuen Enttäuschungen habe. Der letzte Versuch im vorherigen Jahr eine Freundin zu finden, ging auch schief. Sie wollte nicht, dass man "klammert". Ein Austausch per Whatsapp oder Tel. 2 oder 3 mal die Woche ist für mich nicht klammern. Aber Heiligabend sollte ich unbedingt zu ihr kommen, damit sie nicht alleine ist. Für mich sehe ich das nicht als Freundschaft an.
 
Hallo Larissa, hab viel Traurigkeit und auch etwas Bitternis aus Deinen Meldungen gelesen.
Es tut mir leid, dass es Dir gerade so gar nicht gut geht.
Wieviele Hunde hast Du denn?
Vielleicht guckst Du mal nach einem guten Trainer ( da muss man bissel gucken, denn es gibt einige schwarze Schafe in der großen Anzahl von Hundetrainern), der zu Dir nach Hause kommt, sich den Alltag von Dir und den Hunden anschaut und mit Dir zusammen das Alleinbleiben der Hunde erarbeitet.
Hast Du ein Auto?
Falls ja, wären Ausflüge mit Hunden und Einkehren am Schluss eine Idee, vielleicht können die Hunde im Auto alleine bleiben für eine Stunde?
Oder sog Hundetagesstätten, da kannst Du sie morgens hinbringen und sie können dort als Rudel tagsüber toben und schlafen und Du hast mal Zeit für Dich für zum Beispiel Friseur, Wellness, Museum ect.
Während ich das schreibe liegt meine Hündin auf der Couch neben mir und schnarcht unverschämt laut 😁
Ich hab eine gute Bekannte, die mit ihrer Hündin immer im Sommer für ein paar Monate nach Kroatien in eine Ferienwohnung fährt ( Rentnerin), sie sucht auch freundschaftliche Kontakte, evtl wäre das was für Dich.
So, genug geschrieben, hier möchte jetzt jemand Gassi gehen 🙂
Liebe Grüße
 
Ich hatte mir fest vorgenommen, sobald ich Rentnerin bin, werde ich ihnen das alleine bleiben geduldig beibringen. Bis heute habe ich es nicht 1 Tag versucht. Warum???
Liebe Larissa, bleib mal hier bei uns und halte deinen Faden am Laufen, auch wenn man den immer wieder durch andere Threads nach hinten schieben sollte. Du kannst dann einfach jemanden zitieren und so bleibst du sichtbar.
Es ist sehr interessant, was du beschreibst.
Ich denke über solche Dinge wenig nach, aber wie ich bei dir sehe, ist das absolut nicht vergleichbar mit mir.
Ich mags wahnsinnig gern, dieses alleine vor mich hintrödeln und mit mir selbst zu sein- aaaaber.... es ist ein anderes Alleine sein- es ist ein Zwischendrin mit mir alleine sein. In echt habe ich eine riesige Gruppe um mich herum, zu der ich jederzeit zugreifen kann, wenn mir danach ist- zb Geschwister, Freunde, Lebensgefährte, Kinder, Enkel, Mitbewohner vom Dorf, in dem ich wohne, ebenso im Ort, wo mein Freund wohnt- es ist praktisch für mich, wie alle mal loslassen und nur mal für mich selbst da sein- das ist Hochgenuss pur. Wäre es immer so, dann könnte ich das eventuell gar nicht ertragen und würde dann wen suchen gehen, so weit kenne ich mich bereits.

Gibts von früher her noch welche bei dir, die du als noch nicht Verheiratete gern um dich hattest? Vielleicht ist da wer dabei, dem es nun auch ähnlich ergeht- Kinder aus dem Haus, inzwischen getrennt lebend usw. - warum Neue auftreiben, wenn es noch welche gäbe, die man bereits gut kennt?
 
Ah so, wegen der Hunde- das wird wohl anstrengend sein und du hast halt derzeit keinen Bock auf zusätzliche Sorgen und schwer zu bewältigende Aufgaben. Macht ja nichts, du musst ja keinen Hund alleine lassen.
Mach mal gar nichts, trödle mal nur vor dich hin und gib dir frei, so richtig frei, nichts muss, keiner ist da, der dich treibt, du hast alle Zeit der Welt, in aller Ruhe und aller Gelassenheit mal zu gucken, was es sonst noch gäbe.
 
Die vielen lieben Antworten haben mich wieder etwas aufgebaut und mir neue Kraft gegeben. Danke.

@Holunderzweig:
Genau, ich kann sehr gut alleine sein. Konnte ich schon immer. Aber wie du schreibst, da kam immer jemand nach Hause oder war in der Nähe. Das kann man wirklich nicht vergleichen.

Wenn jetzt meine Tochter zu mir kommt (fast täglich) möchte sie nur etwas essen, Schmutzwäsche bringen oder die Hunde knuddeln. Ansonsten Deinteresse und chillen mit dem Handy. Naja, ich kann aber auch nicht dagegen ankämpfen. Auch dazu fehlt mir die Kraft.

Die Hunde bleiben übrigens beim Einkaufen im Auto. Das schaffen sie vernünftig. Nur in den warmen Tagen gehts nur früh oder spät am Tag, sonst wird es zu heiss im Auto.
 
Sorry, aber eine klinische Psychotherapie kommt für mich nicht in Frage. Ärzten traue ich auch nur bedingt. Aber danke für den Vorschlag.
 
Ich finde auch gar nicht das du eine spezielle Behandlung nötig hast.
Ich denke einfach nur, dass du wieder einen entsprechenden Freundeskreis benötigst, Abwechslung von deinem Alltag. Menschen die dir zuhören, auch bereit sind Zeit mit dir und deinen Vierbeinern zu verbringen.

Ich habe auch eine Bekannte mit Hund. Wir gehen sehr gerne zusammen spazieren.
Sie kennt ansonsten auch nur Typen die Bock auf sie haben, aber nicht auf alles andere was aber zu ihr gehört. Haben lieber zu Hause auf der couch gelegen und gewartet bis von der Gassirunde kam. Und der Hund gehört nun mal zu ihr und deshalb binde ich diesen auch immer mit ein und mache auch nur Vorschläge für Ausflüge bei welchen der Hund dabei sein kann. Finde ich selbstverständlich.
 
Ich habe diese Sichtweise "Die Kinder sind groß und ich bin Rentnerin, wofür lebe ich noch?" nie nachvollziehen können.

Das ganze Leben arbeiten wir, für die Schule, für einen Job, für die Familie, für Kinder, für irgendwelche Ziele. Immer schieben wir unsere eigenen Wünsche nach hinten. Weltreise? Lieblingsserie? Ausschlafen? Kann ich alles Morgen noch.

Und wenn dann "Morgen" ist..... wenn dann die Pflichten abgearbeitet sind, der Job erledigt, die Kinder groß und endlich Zeit, all das zu tun was man sein Leben lang wollte, dann stellt man sich plötzlich die frage nach dem Sinn. Diese Dualität ist erstaunlich. Wir streben nach der Freiheit und Selbsterfüllung, kommen aber am Ende oft nicht damit klar, keine Arbeit mehr zu haben.

Ich glaube du bist mit der Frage nicht alleine. Ab der Lebensmitte, spätestens im Rentenalter stellen sich auch andere die Frage. Ich erlebe oft, dass diese Sinnkrise dann erstmal überlagert wird durch das Füllen des Freiraumes: Ein schnelles Auto, eine Kreuzfahrt, ein Hobbie, etc. Ein paar Monate später kehrt die Sinnkrise zurück.

Meine Theorie: Wir sind es nicht gewohnt und wurden nicht so erzogen. Wir sind es oft 60+X Jahre lang gewohnt, Leistung zu bringen und schöpfen daraus auch unser Selbstwertgefühl. Tatsächlich sollte man nicht unterschätzen wie viel wert man sich fühlt wenn man für Dritte einen Wert hat. Aber was ist mit dem Wert für sich selbst?

Eine kleine Anekdote:
Es gab früher mal eine Untersuchung wie Menschen Fensterbilder aufhängen. Solche Bilder haben meist eine schöne Seite und eine weniger schöne Rückseite. Die Statistik ergab, dass mehr als 2/3 die schöne Seite nach außen hängten, damit Besucher und Nachbarn die schöne Seite sehen. Man selber schaute aber den ganzen Tag auf die weniger schöne Rückseite. Mehr als 2/3 der Menschen scheint die Schönheit für sich selber weniger wichtig als die Wirkung nach außen.

Ich glaube vor allem die Generation, die vor 1980 geboren wurde, hat dieses "Was sollen bloß die Nachbarn denken?" noch sehr verinnerlicht und erlebt schnell Sinnkrisen wenn die eigene Nützlichkeit für Andere nachlässt. Es sind oft die Menschen, die ein Leben lang Vollzeit gearbeitet haben, vielleicht bis zum Ende beim gleichen Arbeitgeber. Pausen von der Arbeit gab es höchstens für die Kinder, aber nie für einen selbst.

Freunde? Die Arbeitskollegen waren das soziale Umfeld und das fällt mit Ende der Arbeit dann weg. Es gibt einen schönen wenn auch tragischen Film "About Schmidt" mit Jack Nicholson in der Hauptrolle, der zeigt wie es ist wenn alles plötzlich wegbricht. Dabei ist diese "Wegbrechen" in meinen Augen auch ein Anzeichen dafür, dass man schon zuvor zu sehr für Andere und zu wenig für sich selber gelebt hat.

Wie gesagt, du bist nicht alleine mit solchen Gefühlen und ich glaube es braucht auch Zeit sich umzustellen und vielleicht auch für das Schaffen eines Selbstwertgefühles welches nicht nur durch Nützlichkeit für Andere bestimmt wird.
 
Wenn jetzt meine Tochter zu mir kommt (fast täglich) möchte sie nur etwas essen,
Oh nein, sie macht mehr als das- ihre Anwesenheit ist wie wenn die Polizei auftaucht, um deine Person zu schützen. Das macht sie unbewusst.
Freu dich auf sie, beobachte sie, sie ist dein Mädi, das auf dich schaut und dafür sorgt, dass du nicht absackst.
Bei mir war mein ältester Enkel gestern da, er ist mir auch wie ein Verbündeter, der kann das alles, was ich schwer finde- zb bei meinen technischen Problemen sehr hilfreich sein, der liebe Gott schaut auf uns, immer wieder sorgt er für ein Fensterchen, ein Türchen, das sich öffnet.

Liebe Larissa, hier zb ist so ein Fensterchen, hier im Forum bist du teilnehmend an einer Stammtischrunde, kannst sogar im Pyjama da sitzen und ohne frisiert zu sein. Würden bei mir meine Leute nicht immer wieder auftauchen, dann wären mir solche Dinge egal- wie zb frisieren, alles so zu haben, dass es Besuchstauglich ist.
Meine Tochter sagte mal, Mama, sei dir zu stolz, um zu versumpern.
Meine Tochter kann wahnsinnig kritisch sein, auch das kann mit dazu beitragen, dass man auf einer Linie bleibt, die gut ist. Alle sind wichtig- auch deine Köterchen. Ich knuddle sie auch jetzt, weil sie deine Lebensgefährten sind und dich ablenken und dich rausziehen immer wieder.

Mein Hund ist schrecklich beharrlich, was lange Spazierwege betrifft- immer wieder danke ich dafür, weil diese langen Aufenthalte in der Natur ja doch das Beste ist, was ich mir tun kann- wenn ich zurückkomme, dann frag ich immer wieder, wieso habe ich mich gewehrt, es war wieder wunderwunderschön. Liebe Larissa, es ist Zeit für Genuss jetzt. Liebe es, tun und lassen zu können, wie dir beliebt.
 
Oh nein, sie macht mehr als das- ihre Anwesenheit ist wie wenn die Polizei auftaucht, um deine Person zu schützen. Das macht sie unbewusst.
Also das stelle ich doch sehr infrage.
Die Kinder die ich kenne, die ihre Eltern nur wegen Essen und Wäsche bringen besuchen, machen dies auch genau aus diesem Grund. Chillen am Handy und ansonsten Desinteresse zeigen, sieht für mich nicht nach danach aus als würde man sich um die TE kümmern.
 
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