Scheint mir auch das Gescheiteste zu sein. Solange man überhaupt noch Menschen hat, mit denen man mal ein paar Worte wechseln kann, sollte es einem eigentlich schon genügen. Wenn man im realen Leben zufällig Menschen findet, mit denen man sich richtig gut versteht und zu denen man Vertrauen haben kann, ist das natürlich ein großes Glück, für das man dankbar sein sollte. Aber ich würde mich nach den Erfahrungen, die ich im Laufe vieler Jahre mit diversen Leuten gemacht habe, nie mehr aktiv oder gar krampfhaft um mehr Nähe zu anderen Menschen bemühen.
Was ich bei dir erstaunlich finde ist, dass du ja wirklich zu vielen Themen gescheit was sagen kannst. Dass sich da keiner finden soll, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Meine Mitbewohnerin ist ja altersmäßig nicht so weit von dir entfernt und kann sich auch relativ viel über alle möglichen Themen auslassen, hat z.T. sogar nen eher maskulinen Touch usw. die hat irgendwie null Probleme, an Leute iwie ranzukommen, obwohl man sie sowohl optisch als auch von den Interessen und vielen Charakterzügen her eher randständig einstufen würde. Das sagt sie sogar selbst.
Sie geht, was Beziehung angeht, eher vor wie das bei Männern üblich ist. Sie will keine mehr und hat ihre Toyboys quasi.
😉 Keine Sorge, sie ist weniger schlimm, als man denkt... Ihr ist es latte, was andere Leute machen. Dass ich eher abstinenter lebe und auch insgesamt deutlich weniger beruflich wie privat aktiv bin, macht ihr auch nichts.
😀
Von dem her.
Ich kenne schon viele Leute, die ich krass finde irgendwo und die definitiv keine Probleme haben. Kenne auch 2 Männer, die n ernstes Alkoholproblem haben und dennoch verpartnert sind und auch sozial nicht komplett auf der einsamen Schiene fahren.
Woran liegt das nun???!!!
Tja, ich selbst hänge irgendwo mehr dazwischen. Mein Problem ist tendenziell, dass ich oft mich in die Therapeutenrolle rücke bzw. auch rücken lasse... diese Asymmetrie in den Kontakten ist nicht gut. Bin ja schon dabei, das zu ändern.
Was ich dir weiterhin empfehlen würde ist, dass du dich nicht zwanghaft anpasst. Denke dir einfach: du bist nicht geboren, um es anderen recht zu machen. Vielleicht kriegst du mit ner LMAA-Haltung ne andere Ausstrahlung...
Weißt, seitdem ich nicht mehr so maßlos versuche, Leute von mir zu überzeugen, nicht mehr so zwanghaft auf der Kontaktsuche bin, wird's besser.
Niemand will das Gefühl haben, dass man selbst bedürftig ist. Selbst wenn man es ist. Man sollte versuchen, das irgendwie in den Griff zu kriegen, ein eigenes Leben zu haben etc.
Das meinte im Übrigen auch mein Therapeut damit.
Um das Weitere vom Therapeuten noch mal zu segmentieren. Er sieht Partnerschaft und Freundschaft als Bonus zum Leben. Mehr nicht. Bzw. wenn Kontakte sich entwickelt und verfestigt haben, kann man i.d.R. mehr erwarten; aber man darf nicht von vornherein so eine Erwartungshaltung haben und Messlatte anlegen, als ob man direkt vom Gerade Kennen in den Freundschaftlichen Kontakt übergeht. Da gibt es sehr viele Nuancen dazwischen und ein Kontakt braucht auch einiges an Entwicklungsarbeit und v.a. auch an Situationen, wo er sich bewährt. Dazu würden neben guten Gesprächen und Lachen, auch Unternehmungen, Trostsituationen, dass man für jemanden einsteht und ihn verteidigt usw. zählen.
Man ist nicht automatisch super-dicke befreundet, nur weil man sich mag und weil beide Literatur und Schach mögen z.B. Irgendwann merkt und weiß man, das ist Freundschaft.
Verdammte Axt, ich habe 27 Jahre gebraucht, um DAS zu kapieren. Ich dachte auch immer, man hätte dann irgendwie schnell ne Freundschaft, sobald der Kontakt einigermaßen besteht.
Mittlerweile bewerte und kategorisiere ich insgesamt weniger.
Ich habe halt mit Menschen Kontakt, man redet, macht was, hilft sich usw... aber ich wiege jetzt nicht ständig auf oder mache Milchmädchenrechnungen oder sonstiges.
Na ja, vielleicht mache ich oft für andere schon mehr als sie für mich; aber damit muss dann ja ich irgendwie klar kommen. *rofeli*
Ehrlich gesagt, mich juckt es nicht, wenn mir die Leute von ihren Beziehungen, Freundeskreisen erzählen. sollen die doch alle machen, denke ich mir. Wenn es persönlich bei mir alles so nicht passt, dann ist das so. Missgunst und Neid bringen nichts. Genauso wenig wie es einem persönlich gut tut, sich immer nur daran aufzureiben, was man nicht hat. Defizit- und Mangelperspektive ist definitiv nicht gut. Ich habe mich ca. 26 Jahre wie der reine Mangel gefühlt, bis mich mal Leute darauf aufmerksam gemacht haben.
Du bist nicht weniger wert, nur weil es sozial und partnerschaftlich nicht immer bombig läuft. Gerade bei Letzterem läuft bei mir auch nicht wirklich viel.
😉 Well, is that so. Ich behaupte ja immer, dass es Quatsch ist, das so überzustilisieren, wenn es einfach nichts Gescheites gibt, was da passen könnte... und es ist nun mal so, dass es Menschen gibt, wo weniger passt. Dazu zähle ich mich auch.
😀 Ist keine Schande. Es ist ja erst mal schwierig, überhaupt jemanden zu finden, der einen einigermaßenen Level hat - so wie ich ihn mir vorstelle. d.h. nicht, dass das zwingend n Akademiker sein muss, aber ich setze z.B. schon voraus, dass derjenige sozial ist, mit Behinderung/Krankheit/Armut usw. klar kommt, dass er über ein gewisses Maß an Empathie und Verständnis verfügt, ehrlich ist usw.
😀 Ja okay, da habe ich auch gewisse Erwartungen; aber ich differenziere ganz klar zw. Partnerschaft und normalen freundschaftlichen Kontakten. Mit nem Partner würde man womöglich zusammenleben und da soll es ja nicht dauernd nur knallen, oder?! Ich kann ansonsten über recht vieles hinwegsehen, was Optik angeht, aber beim Partner setze ich so Charakterliches schon wirklich voraus. Humor finde ich ansonsten auch wichtig...
😀