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Wie viele Kontakte habt ihr im Real Life ?

Unzählige Menschen, die nur zu einem kommen, wenn sie was brauchen und sich selbst meine Freunde nennen. Ich selber sehe aber niemanden als Freund an. Wenn, dann als Bekanntschaft. Der Charakter der Menschen, die ich kenne, sind viel zu abartig und hintergehen so oder so, hab ich keine Lust drauf.
 
Es kann doch auch sein, dass die Menschen, von denen man glaubt, dass sie die Mühe und Zeit nicht wert seien, dasselbe von einem selbst denken. Und sich deshalb kaum bis nie melden.
Wie denkt man z.B. von Verwandten, die nur bei Feiertagen erscheinen und das offensichtlich widerwillig? Das merkt man denen doch an. Wer will sich diesen Menschen denn aufdrängen?
Wenn man Interesse zeigt und dennoch zurückgewiesen wird, ist das keine schöne Erfahrung. Aber hinter Zurückweisung stecken meist Motive wie Unsicherheit, Misstrauen, Zeitmangel. Da muss man dann einfach drüberstehen.
 
Das Problem ist, dass man Sympathie, Interesse oder gar Liebe einfach nicht erzwingen kann. Sowas ist entweder da oder nicht da, meistens ist es nicht da. Man muss irgendwie damit fertig werden. Ich kann heute ganz gut damit leben, dass diese Dinge so gut wie immer nicht da sind. Das finde ich fast erstaunlich, wie gut ich heute damit leben kann.
 
Da kann ich dir nur aus vollem Herzen zustimmen. Ich finde es auch immer unmöglich, wenn Leute ihren Partner vor anderen und in der Öffentlichkeit schlechtmachen. Jeder Partner wird im Laufe des Lebens nervig, das bleibt nie aus, das Leben und der Alltag sind nun einmal so. Ich habe mir einfach klar gemacht, dass ein gewisses Maß an Stress in der Partnerschaft zum Leben gehört, das ist normalerweise gar nicht die Schuld des Partners.

Wenn mich etwas an ihm stört, sage ich ihm das offen und sachlich. Über meinen Mann draußen schlecht zu reden, das wäre für mich echt Sünde. Ich mag das auch nicht, wenn die Leute das tun. Wenn man mit einer Vertrauensperson über etwas redet, was einen belastet, gut. Aber so eine Vertrauensperson würde ich mir sehr sorgfältig auswählen und mich immer um Sachlichkeit bemühen. Das ist für mich einfach Ausdruck der Liebe.

Wenn eine Ehe laufen soll, gehören da einige Opfer zu. Man muss sich oft disziplinieren und am Riemen reißen. Man muss sich anpassen können. Man muss das richtige Maß von eigenen Interessen und Anpassung finden. Es dauert auch eine Weile, bis sich sowas eingespielt hat. Am Anfang war alles noch viel schwieriger gewesen. Heute läuft es gut.

Finde ich gut, deine Einstellung. 🙂

Na, ich würde mich da zu Tode schämen, solche Sachen dann überall zu verbreiten. Mache ich mittlerweile ja nur DANN, wenn ich wirklich weiß, dass ich mit demjenigen nichts mehr zu tun haben werde. Aber wenn man sich eben auch nur über Leute beschwert, sollte man mal hinterfragen, ob man die richtigen Menschen für sich erwählt hat. Man kann doch mehr sein Umfeld seinen Vorstellungen anpassen. 😉 --- damit jammert man auch weniger.
Oder man muss eben lernen, mehr abzuhalten.

Der Mann, mit dem ich es auf Dauer aushalten können möchte, muss dann auch schon richtig toll sein. 😀 --- also ich kann nicht mit jemandem zusammen sein, wo null Respekt, Wertschätzung und keinerlei Anbetung im Spiel ist. 😀

P.S.
Also ich meinte, ich gehe nur dann mehr ins Detail bei Dritten, wenn ich weiß dass ich mit Zwei sowieso nichts mehr so großartig zu tun haben werde.
Gut, wir reden alle mal über jemanden; aber ich gehöre schon eher zu der Fraktion, die ihren Unmut auch mal bei Leuten ansprechen kann. 😀 Also ich gehe nicht hinter der Leute Rücken rumtratschen... Nicht mehr zumindest. 😀
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem ist, dass man Sympathie, Interesse oder gar Liebe einfach nicht erzwingen kann. Sowas ist entweder da oder nicht da, meistens ist es nicht da. Man muss irgendwie damit fertig werden. Ich kann heute ganz gut damit leben, dass diese Dinge so gut wie immer nicht da sind. Das finde ich fast erstaunlich, wie gut ich heute damit leben kann.

Dein Glas ist also entweder halbleer oder gar nicht vorhanden.

Also ich finde dich sympathisch --- wenn ich das denn über Schriftlichkeit tun darf. 🙂

Glaube mir, ich dachte mal ähnlich wie du.

Ein kleiner Perspektivwechsel brachte neue Erkenntnisse.

Oftmals treten wir selbst, in unserer Verletztheit --- eben durch die Vergangenheit --- sehr unterkühl auf Menschen zu, sodass man eben auch unsympathischer rüber kommt.
Ich kann dir nur sagen, dass ich zeitweise depressive Rückfälle hatte und prompt war auch meine Wirkung auf die Leute im Keller. Das merke ich sehr krass.
Vor ein paar Wochen ist meine Oma verstorben und mir ging es viele Wochen sehr, sehr übel. Das merkte man mir auch extrem an. Die Leute nahmen wieder reihenweise Abstand von mir.
Seit etwa 3-4 Wochen hat sich das wieder zum Besseren gewendet. Ich habe einen Job am Nachmittag, unternehme mehr, versuche mir ein eigenes Leben aufzubauen - mich wenig von Menschen abhängig zu machen generell, was Stimmung, Wohlbefinden etc. angeht.
Das klappt sehr gut.
Ich erfahre eine positive Spiegelung.

Man braucht schon, wenn man so geschlittert ist in der Vergangenheit einige Jahre an Therapie, Coaching, Reflexion, praktische Handlungsfelder, um wieder unbefanger auf Leute zutreten zu können.
Bei mir ist das gegenwärtig schon eher ein Selbstläufer. --- ich tue gar nichts groß, außer so zu sein wie ich bin: anstrengend... 😀 Scherz beiseite. 🙄
 
Im Übrigen:

zum Ausgenutztwerden gehören 2. Niemand, der ausgenutzt wird, ist völlig unbeteiligt daran. Ich weiß, dass das jetzt so wirkt, als schmierte ich euch das gehässig aufs Butterbroti, aber das Problem beim Ausnutzen ist eben, dass das nicht unbedingt mit der gängigen Meinung, Leute haben ne Opfer-Ausstrahlung, zusammenhängt, sondern weil die sog. Ausnutzer die Erfahrung machen, dass jemand nicht nein sagen kann und das spricht sich rum.

Person X zu Person Y: "Boah, wer nimmt mich im Suff mit Heime.
Person Y: "Hey Mann, frage doch Z. Der ist doch eh der Depp vom Dienst. Der macht alles!"
So spinnt sich das meistens.

Und wenn Person Z. einfach zu nachgiebig ist, kommt es zu Situationen, die gemeinhin als Ausnutzerei bezeichnet werden, aber wo eigentlich alle Beteiligten Bescheid wissen, was zu tun wäre.
Z. muss lernen "nein" zu sagen und solche Sachen besser zu durchschauen.
 
Diese Erfahrung habe ich auch wieder gemacht. Der Therapeut sprach davon, ich solle optimistisch sein, und im gleichen Atemzug kam, ich würde von den Leuten zuviel erwarten. Wie soll ich optimistisch sein, wenn ich nichts erwarten darf? Ich glaube, da merken die Leute gar nicht, dass da was nicht zusammenpasst, dass einem hier die Quadratur des Kreises abverlangt wird.

Und die Qualität der zwischenmenschlichen Kontakte ist wirklich auf das unterste Niveau gesunken, wie soll man da noch was aufbauen? Mit einem minderwertigen Baumaterial kann ich keine Schlösser bauen. (Ich sage ausdrücklich nicht, dass die Menschen minderwertig sind, sondern die Qualität der Beziehungen ist es.)

Und bei familiären Beziehungen muss ich zugeben, dass die nur deshalb existieren, weil ich da nicht ausbrechen kann. Wenn die Eltern nicht die Eltern wären und nicht in dieser unkündbaren Beziehung stünden, dann wäre da garantiert auch schon lange nichts mehr. Auch da hat es sehr viel Leid und Enttäuschungen gegeben, aber da man aufeinander angewiesen war, beidseitig, blieb die Beziehung bestehen. Auch die Schwiegereltern würde ich nie und nimmer freiwillig besuchen, wenn ich nicht aufgrund meiner Ehe dazu gezwungen wäre. So sieht das also mit den familiären Kontakten aus.

Mein Familienleben zu verherrlichen, das wäre wirklich eine Farce. Und dass da die Gene irgendwie aneinander binden, das halte ich für einen Witz. Es sind die nüchternen Zwänge des Lebens, die die Familie zusammenhalten. Nichts weiter...


Wollte noch mal anmerken, dass ich vor dem gleichen Problem stand bzw. stehe.

Ich denke schon, dass man generell seine Ansprüche und Erwartungen dahingehend runterschrauben sollte, dass man eben nicht auf jeden seine Wünsche projiziert, der sich gerade mal so am Wegesrand anbietet. Therapeuten raten einem i.d.R. "besser hinzugehen", "auf das Gefühl zu hören" etc.
Es sagt niemand, man dürfe GAR KEINE ANSPRÜCHE UND ERWARTUNGEN HABEN, womit allerdings generell zu rechnen gilt ist, dass sie eben nicht gerade jeder Hans und Franz erfüllen kann. Gerade bei so sensibleren Naturen wie uns. 😀
Wenn sich Kontakte besser entwickeln bzw. sie sich auf eine gewisse Art und Weise auszeichnen, sollte das, denke ich, schon selbstverständlich sein, dass man auf Anteilnahme, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit usw. bauen kann.
Vielleicht sollte man aber all das nicht von Bekannten erwarten, sondern von Freunden oder von Partnerschaft. Bei Bekannten erst mal low-level-like verfahren und eben gucken, wie es weitergeht.
Es gibt de facto Kontakte, die sich recht schnell sehr gut entwickeln und ich finde es dann, wenn es so klar ist, auch nicht verkehrt oder unerwartet, dass man enttäuscht ist, wenn es dann mal nicht so läuft.
 
Ein kleiner Perspektivwechsel brachte neue Erkenntnisse.

So einen Perspektivwechesel hatte ich im Laufe der Zeit auch.. und die Erkenntnis, dass man nur ein Lächeln zurückbekommt, wenn man sein Gegenüber selbst anlächelt..

Ich mache das jeden Tag und grüsse immer freundlich.. und ich finde, dass ich bislang fast immer nur positives Feedback zurückbekam.. und wenn mal nicht, hab ich drüber weggelächelt.. weil ich drüber stehe.

Oftmals treten wir selbst, in unserer Verletztheit --- eben durch die Vergangenheit --- sehr unterkühl auf Menschen zu, sodass man eben auch unsympathischer rüber kommt.

Deshalb sollte man immer an sich arbeiten..
 
Im Übrigen:

zum Ausgenutztwerden gehören 2. Niemand, der ausgenutzt wird, ist völlig unbeteiligt daran. Ich weiß, dass das jetzt so wirkt, als schmierte ich euch das gehässig aufs Butterbroti, aber das Problem beim Ausnutzen ist eben, dass das nicht unbedingt mit der gängigen Meinung, Leute haben ne Opfer-Ausstrahlung, zusammenhängt, sondern weil die sog. Ausnutzer die Erfahrung machen, dass jemand nicht nein sagen kann und das spricht sich rum.

Das unterschreib ich Dir.. !!

Ich kann ja immer nur von mir ausgehen.. und ich weiss woran es jahrelang bei mir lag..
Ich bekam zu Hause nur Lob wenn ich teilte oder half.. für andere da war.. und mich verbog..
So etwas prägt sehr.. umso trauriger war ich dann natürlich wenn zB meine Geschwister egoistisch waren und das auch ok war.
Aber vorallem tat es weh, als ich selbst einmal die Hilfe meines Bruders brauchte und dieser mich hängen lies. (er war noch nie für mich da, aber dieses eine mal wars was sehr wichtiges) Aber da es ja so in mir drinen war.. "sah" ich das (noch) nicht.. war zwar verletzt, aber als er mich weider brauchte war ich ganz selbstverständlich für ihn da. Jahrelang.
Und das übertrug sich dann auch automatisch auf Freundschaften.

Natürlich begriff ich nach Jahren irgendwann, dass ich immer ausgenutzt wurde.. dennoch wollte ich für die jeweiligen Personen da sein.. (hatte ich es doch auch so gelernt)
Dann passierten ein paar unschöne Sachen.. und ich lies zu, dass ich die Wahrheit erkenne..
Danach habe ich mich von allen die mich ausgenutzt haben "getrennt".. und fühle mich jetzt wunderbar 😀

Person X zu Person Y: "Boah, wer nimmt mich im Suff mit Heime.
Person Y: "Hey Mann, frage doch Z. Der ist doch eh der Depp vom Dienst. Der macht alles!"
So spinnt sich das meistens.

Und wenn Person Z. einfach zu nachgiebig ist, kommt es zu Situationen, die gemeinhin als Ausnutzerei bezeichnet werden, aber wo eigentlich alle Beteiligten Bescheid wissen, was zu tun wäre.
Z. muss lernen "nein" zu sagen und solche Sachen besser zu durchschauen.

Auch das unterschreibe ich Dir 😀
Aber diese "Erkenntnis" muss man erst einmal haben und vor allem.. muss man dann diese erkenntnis annehmen, so wie sie ist.

Natürlich hat mein Mann das durchschaut.. und ab und an war er weder parat, noch fuhr er..
Aber es war auch so, dass er sowieso fahren musste, da er der jenige war, der am entferntesten wohnte.. und dann bei *Besäuffnissen* eh nichts trinken konnte.
 
Zitat Hilaria: Diese Erfahrung habe ich auch wieder gemacht. Der Therapeut sprach davon, ich solle optimistisch sein, und im gleichen Atemzug kam, ich würde von den Leuten zuviel erwarten. Wie soll ich optimistisch sein, wenn ich nichts erwarten darf?

Ich denke.. dass ist anders gemeint..
Du stellst an andere die Erwartungen, dass sie genauso handeln und denken wie Du selbst..

Ein Beispiel meinerseits:
Ich war immer für meine Freundin da.. egal wann, egal wo.. ich war da..
Natürlich nahm ich an, dass dies auch umgekehrt der Fall sein würde.. würde es mir einmal schlecht gehen..
Zumal sie immer betonte, dass ich ihre beste Freundin sei..
Aber.. als ich dann mal richtig down war.. und ihr eine SMS schrieb.. bekam ich keine Antwort..
Nichts.. es kam NICHTS..
Nach etwa 2 Wochen traf ich sie zufällig.. da meinte sie zu mir:
"Na, als Du mir die SMS geschrieben hast, warst Du wohl mal wieder auf Depri"

😕 Ich war noch nie auf Depri !!!

Und falls ich es doch gewesen wäre.. finde ich ihr desinteresse daran, absolut daneben..

Ich glaube DAS war der Beginn für mich.. langsam.. ganz langsam die AUgen zu öffnen.. und die Wahrheit zu erkennen..

Ich hätte/habe alles für sie getan.. und hatte die Erwartung, dass sie es umgekehrt genauso halten würde.. 😉

Da sie nciht die Einzigste war.. die mich so enttäuschte.. hab ich mich zurückgezogen.. und konnte nciht mehr optimistisch mit positiven Gedanken auf andere zu gehen.. da ich immer annahm, dass es mir wieder passiert..

Aber heute bin ich ihr Dankbar dafür.. weil ich nur so die erkenntins für mich haben konnte.
Ich habe angefangen an mir zu arbeiten.. ehrlich mit mir selbst zu sein.. es tat weh.. aber ich fühle mich nun f-r-e-i 🙂
 

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