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Wie viele Kontakte habt ihr im Real Life ?

Es kommt nicht auf die Anzahl an, sondern eher darauf wie weit man für diejenigen gehen würde und wie weit diejenigen für dich!!!
 
Wie reagiert ihr eigentlich, wenn irgendwelche Angeber/innen im Beruf oder in eurer Verwandtschaft euch von ihren Riesenpartys mit 100 oder mehr Gästen vorschwärmen? Ich höre mir das bislang einfach kommentarlos an, in der Hoffnung, dass so am schnellsten wieder das Thema gewechselt wird. Und ihr?

Taktlos finde ich solche Prahlereien vor allem, wenn sie gegenüber Leuten wie mir geäußert werden, von denen man sich denken kann, dass sie ziemlich zurückgezogen leben und niemals mit einem so großen Bekanntenkreis aufwarten könnten.

Im Frühjahr gönnte ich mir zu meinem 50. Geburtstag anstelle einer Feier eine 8-tägige Kulturreise ins europäische Ausland (was meine Verwandten größtenteils auch wussten). Ganz allein mit einer kleinen Reisegruppe. Auch das wussten die Verwandten, schickten mir teilweise Glückwünsche per SMS und/oder nachträglich eine Karte nach Hause. Von einigen Verwandten (denen ich Monate zuvor zu deren Geburtstagen noch gratuliert hatte) wurde das Ereignis sogar komplett übergangen.

Im Frühsommer hatte dann der Sohn einer Cousine 40. Geburtstag. In einem der seltenen Telefonate, das diese Cousine und ich wenige Wochen zuvor miteinander führten (wieder mal auf meine Initiative - ich hatte mich nur nach dem Befinden ihrer Mutter erkundigen wollen, die im hohen Alter von 90 noch operiert worden war), berichtete diese Cousine ausführlich, dass ihr Sohn nun schon zum 3. Mal in diesem Jahr mit seiner Familie im Urlaub sei und demnächst im Gemeindehaus seines Heimatdorfes seinen runden Geburtstag feiern würde, "ganz groß, mit über 100 Gästen". 🙄

Dieselbe Cousine hatte das Fernbleiben ihres Sohnes von der Beerdigung meiner Mutter vor zwei Jahren am Tag vor der Trauerfeier mir gegenüber telefonisch damit begründet, dass ihr Sohn gerade zum "Abteilungsleiter" befördert worden sei und daher nach Rückkehr aus seinem Urlaub zu viel wichtige Arbeit zu erledigen habe, als dass er es sich hätte erlauben können, zur Beerdigung seiner Großtante anzureisen. Zur Beerdigung eines Onkels im Frühjahr 2013 konnte er übrigens auch nicht kommen, diesmal wegen eines Familienurlaubs in Wales, wo er vor einiger Zeit schon einen Sprachkurs von seiner Firma aus absolviert habe. Wenn sich irgendein Anlass bietet, Protzgeschichten vom Stapel zu lassen, kennen diese Leute kein Pietätgefühl; nicht einmal im Angesicht des Todes können sie ihre Erfolgsstorys bis zu einem passenderen Zeitpunkt aufschieben. Und natürlich haben der Sohn dieser Verwandten und seine Frau einen Riesenbekanntenkreis, fast ein Dutzend Patenkinder, sind andauernd zu Hochzeiten von Arbeitskollegen eingeladen und bekommen im Familienurlaub mit ihren beiden Kindern von den Vermietern sogar einen Urlaubstag geschenkt, so beliebt sind sie (... im Gegensatz zu mir, soll ich wohl im Stillen ergänzen 😉).

Denken sich solche Leute eigentlich nichts dabei, sich so taktlos zu verhalten, oder bin ich schon überempfindlich? 😕
 
Zuletzt bearbeitet:
Zwangsläufig einige, wäre mir aber lieber gänzlich ohne.

Wer braucht schon "Freunde"?

Und wozu?

Das scheinen keine Freunde zu sein, die Du meinst. Eher Kollegen / Bekannte. Freundschaft ist stets freiwillig und gewolllt.

Wie reagiert ihr eigentlich, wenn irgendwelche Angeber/innen im Beruf oder in eurer Verwandtschaft euch von ihren Riesenpartys mit 100 oder mehr Gästen vorschwärmen? Ich höre mir das bislang einfach kommentarlos an, in der Hoffnung, dass so am schnellsten wieder das Thema gewechselt wird. Und ihr?

Besonders in der Familie höre ich dergleichen oft. Grade bei den Stichworten Feier und Freunde muss ich an meine eigene Hochzeit vor einem knappen halben Jahr zurückdenken. Anzahl der Gäste: 0. Sicher hätte ich meine Familie und Verwandtschaft dabeihaben können, aber ich möchte gar nicht wissen, wie viele Kommentare in dieser Richtung dann gekommen wären, weil sonst kein Mensch da gewesen wäre. 🙄 (Zudem bin ich da sehr pragmatisch, ein zauberhafter Hochzeitstag oder eine Eheurkunde hätte ich weder gewollt noch benötigt um zu lieben, das kann ich auch ohne gut, also war der Antrieb eher steuerlicher Art.)
Aber zurück zu der Frage, wie ich reagiere: Genauso wie Du. Taktlos ist das bei gewissen Personen bestimmt, weil bei ihnen ein stilles "weshalb bist Du nur so alleine" stets mitschwingt und ich mich dümmer stellen muss als ich bin um diesen stillen Lärm zu überhören. Gerade in meiner engsten Familie, die schon immer diesen Druck auf mich ausübte, muss ich diesen Lärm schweigend hinnehmen.

Wenn ich solche Reden aber von Verwandten / anderen Personen höre, denke ich mir aber gar nicht einmal viel, weil ich grundsätzlich davon ausgehe, dass mir niemand damit vor den Kopf stoßen will (und auch nicht unbedingt gleich jeder ahnt, wie zurückgezogen ich lebe). Die Menschen sind generell achtlos und unbekümmert und zu 90% möchte niemand taktlos sein oder durch solche Äußerungen jemanden verletzen, auch Dich nicht.
Naiv gedacht: Vielleicht möchte derjenige schlichtweg seine Freude zum Ausdruck bringen. Etwas gesellschaftlicher gedacht: Freunde sind ein Statussymbol ähnlich Autos und Karriere, bemerkenswerterweise und weil es einfacher mitzuteilen ist zählt bei Freunden die bloße Anzahl, nicht die Tiefe und Wertigkeit. "Ich habe so viele Gäste / Freunde ..." hört sich 'da draußen' besser an als "ich habe ein paar so gute Freunde", was wie gesagt ein interessantes Phänomen ist, denn besser ist es nicht (und ich kann mir kaum vorstellen, dass es für die meisten wirklich besser wäre).

Du musst Dir auch vor Augen halten dass Leute, die mit ihrer Freundesanzahl hausieren gehen, diese damit in gewisse Weise "verramschen", und das lässt wiederum auf deren Wertigkeit schließen. Viele Leute haben auch das starke Bedürfnis, öfter oder ab und an wegzugehen und das am liebsten in Begleitung, diese Personen erhalten dann den Titel "Freunde". Wer keine große Freude am Weggehen hat der benötigt diese Art Freunde dann auch nicht.

Persönlich kann ich nur sagen, hätte ich sagen wir zwei wirkliche Freunde, wäre ich ausgefüllt und hätte in meinem Kopf und Herzen keinen Platz mehr für weitere, weil ich eben auch viel Wert auf Stille und eine gewisse Zurückgezogenheit lege. Quantität geht zu Lasten der Qualität. Je mehr Stücke man aus einem Kuchen schneiden will, desto magerer werden sie. Es ist also alles eine Frage des Bedürfnisses. Wer von seinen 20 engsten Freunden spricht lässt durchblicken, dass der Bedarf an Tiefgang und Seelenverwandtschaften eben nicht so ausgeprägt ist. Das kann jeder halten wie er möchte. Je höher der Anspruch, desto weniger Personen bleiben übrig.
Und ich habe beide Extreme erlebt und empfinde es als richtiger, als ehrlicher, so zu leben, wie ich es jetzt tue.

Und noch ein Gedanke: Ich wurde wie gesagt mit diesem Druck erzogen, daher finde ich es angenehm hier so offen sprechen zu können und ja, es bringt mich sogar zum Lächeln hier so ehrlich über meine eilige stille Hochzeit zu schreiben. Einfach ausbrechen zu können aus meiner Erziehung und offen sagen zu können: Ja, so war es. Und gut war es.
 
Also, wenn Leute mir groß von ihren riesigen Bekanntenkreisen vorschwärmen, dann würde ich einfach auf Igno schalten und ins Leere grinsen. Verbieten kann man denen das Thema ja schließlich nicht. Aber wie ich solche Leute kenne, sind die so selbstgefällig und so selbstbezogen, dass die gar nicht auf die Idee kämen, überhaupt auf eine Reaktion zu achten.

Lebenskluge Leute wie du, primavera7 und die anderen User hier wissen ja nun, was hinter einer solchen Fassade steckt, nämlich nichts. Ich nehme diese Erfahrung mit dem Aufschneiden anderer als ein Stück Schicksal an, als etwas, was nun mal so ist, was zum Leben gehört und was man nicht ändern kann. Du hast ja nun mit deinem Studium, deinem Beruf und deinem unabhängigen Leben viel geleistet, deshalb sollte dir das eigentlich nicht nahe gehen. Und wahrscheinlich sind manche Leute darauf auch neidisch und wollen dem etwas entgegensetzen.

Und vielleicht sind andere tatsächlich noch einsamer und verleugnen das vor sich selber und vor der Umwelt, indem sie eine solche Schau abziehen. Vielen Menschen sind ihre eigenen Beweggründe nicht bewußt. Nicht jeder ist so schonungslos zu sich und gesteht sich ein, wie es tatsächlich um ihn und sein Leben steht. Viele Leute können das nicht, sie können ihrer Lebenswirklichkeit nicht ins Auge sehen und brauchen diese Inszenierungen.

Denke immer daran, dass du die Inszenierungen nicht brauchst! Du brauchst auch anderen nichts entgegenzusetzen. Du bist weise und ruhst in dir. Du läßt nur das an dich ran, was es wert ist, zu dir zu kommen. Und wenn die großen Reden da draußen wieder losgehen, denk an deine Forenfreunde hier!
 
Ich denke einfach, dass viele Leute einen unsichtbaren Gesellschaftsdruck verspüren, der sie dann so extrem prahlen und vielleicht sogar Sachen erfinden lässt. Wenn mir Leute irgendwie "verkaufen" wollen, sie hätten 30-40 Freunde (hier im Forum war ja auch mal jemand, der das behauptet hat), dann frage ich mich immer, wie das möglich sein soll, diese Kontakte alle auf dem gleichen Level zu halten. Da muss es zwangsläufig Gradierungen geben, sprich dass ein Großteil vielleicht Verwandte, Nachbarn, Bekannte sind... und vielleicht nur ganz wenige wirklich gute Freunde (oder eben sogar gar keine!!!).

Auch wenn es vielleicht misanthropisch klingt, aber ich glaube den Leuten längst nicht mehr alles. Viele übertreiben. Da werden dann Arbeitskollegen oder Nachbarn, wo man nur mal sich zum Kaffee vielleicht bestenfalls trifft, zum best friend hochstilisiert. Ich decke ja im Endeffekt vielfach diese Übertreibungen, teilw. sind es sogar Lügen, regelrecht auf bei den Leuten, weil man es entweder explizit mal mitbekommt, dass da kontakttechnisch nicht so viel geht, wie behauptet wurde, oder weil ich eben dann mal die andere Seite zu hören bekomme, sprich die Person, die als super-duper-mega-geiler Freund hingestellt worden ist. Tja, traurig aber wahr, das meiste kriege ich raus. 😉
Von dem her sind mir dann wirklich Leute lieber, die von vornherein authentischer sind und dann eben auch durchaus zugeben, dass sie eher einen kleinen Kreis haben. Was ist daran schlimm, wenn's gut läuft? Ich meine, realisieren lassen sich sogenannte Freundeskreise mit 20-40 Personen doch auch gar nicht. Will man denn nur noch an der Strippe hängen oder die "angeblichen Freunde" abfertigen, wie es die Fachärzte mit Kassenpatienten machen, so alle im 10 Minutentakt oder wie??? lol... tut mir leid, ich gerade einen Lachanfall ob dieses Gedankens. 😀

Na, ich würde an vieler Leute Stelle einfach mal weniger glauben und auch mal mehr rational abwägen, ob das alles so stimmen kann (20-40 Leute, wie soll das gehen? wenn jemand berufstätig ist, wie intensiv sollen diesen Kontakte dann sein usw.).

Ich halte das ehrlich gesagt für kaum machbar, mit mehr als max. 7-8 Leuten wirklich enger im Kontakt zu stehen und selbst das ist schon überzogen jetzt. Diese Anzahl an Leuten hatte ich durchaus mal. Allerdings kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass selbst bei dieser vergleichsweise geringen Anzahl schon auch Leute bei mir untergegangen sind oder ich sie immer auf andere Wochenenden vertrösten musste.

Gerade Leute, die viel arbeiten - brauchen die nicht auch mal Erholung? Also die Leute aus meinem näheren Umfeld verbringen auch mal ganze Abende daheime oder auch am Wochenende machen nicht alle immer rigoros Action. 😀

Ob das jetzt taktlos ist, dass jemand vom angeblich so überwältigenden Freundeskreis schwärmt, lass ich mal dahin gestellt. Ich denke einfach, die Leute übertreiben bloß. Vielleicht aus einem eigenen Minderwertigkeitsgefühl heraus oder weil es angeblich so en vogue ist, mit dem halben Stadtviertel befreundet zu sein. *rofl* Viele setzen viel mit geil gleich oder denken, sie werden populärer, umso mehr Leute sie haben. Solche Erzählungen über den und den Freund und dann noch wieder diesen Freund erinnern mich immer an mein "Haus, mein Auto, meine Yacht, meine Tiere". Das hat so was mit Zurschaustellung von Statussymbolen zu tun. Ich meine, es wird bei Bourdieus sozialem Kapital ja auch postuliert, dass je mehr man davon hat, desto besser steht man im Grunde da. Es wird bloß selten hinterfragt, ob das soziale Netzwerk denn wirklich so toll ist. Spätestens wenn man physisch oder psychisch erkrankt, sieht man dann, ob die Freunde wirklich so megageil sind oder ob man sich den Super-GAU damit eingefangen hat. 😉
Also ich würde diese "Möchtegern-Popularity-Contests" nicht ernst nehmen. Mich beeindruckt das nicht, wenn jemand mehrere Dutzend Leute hat. Dann denke ich mir immer: schön, eine erhöhte Quantität ersetzt keine Qualität und letztere kann bei wahllosem Pilzesammeln von Kontakten einfach nicht gegeben sein. Wie will man die Leute intensiver kennen lernen, wenn man jedem nur eine begrenzte Menge an Zeit offerieren kann!

Mich persönlich schreckt das auch eher ab, wenn ich Leute kennen lerne, die so einen gigantischen Freundeskreis ihr eigen nennen. Da denke ich mir dann auch immer: wo ist da der Platz für mich noch? Muss ich mir den irgendwie erkämpfen mit irgendwas? *kicher* --- und wenn ich mich bei Freunden irgendwie fühle, wie der GKV-Patient beim Facharzt, dann ist das für mich auch kein erfolgreiches Fundament, um damit weiterhin die Schiene der Freundschaft zu befahren und mal die nächsten Bahnhöfe anzufahren und dort neue Fundamente anzulegen...
 
Oder aber man empfindet das nur als Prahlerei, weil es einem selbst so schwer fällt diese Dinge zu tun, während es denjenigen, die damit keine bis kaum Probleme haben, einfach völlig normal vorkommt und sie gar nicht auf die Idee kommen, dass das andere verletzen könnte, wenn sie davon erzählen.
 

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