Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Völlige Vereinsamung..

Hallo Günter und Schildkröte,

so herum gesehen, stimme ich euch zu: Es ist nicht gut, wenn eine Sehnsucht dazu führt, dass wichtige Dinge vernachlässigt werden.
Wenn ich euch richtig verstanden habe, wäre in so einem Fall die Sehnsucht die Ursache dafür, dass ein Mensch leidet.

Sehnsüchte müssen aber nicht immer Ursachen sein, sondern können auch Wirkungen sein. Da Menschen soziale Wesen sind, ist es normal und gesund, dass ein einsamer Mensch den Wunsch nach Gesellschaft entwickelt. Diesen Wunsch entwickelt er aber nur, weil er sich in seiner Einsamkeit nicht wohl fühlt. Ursache für das Prolbem ist dann die Einsamkeit - aber nicht die Sehnsucht nach Gesellschaft.
Der Leidensdruck, den ein solcher Wunsch mit sich bringt, kann eine Veränderung anstossen, die zu einem positiveren Zustand führt. Die Veränderung wäre in dem Fall, dass der Mensch sich um Gesellschaft bemüht und so die Ursache für die Sehnsucht beseitigt. Würde man in dem Fall die Sehnsucht als Ursache sehen, würde man das eigentliche Problem verkennen.

Es gibt eine Vorlesungsreihe eines renommierten systemischen Beraters, der darauf eingeht - ich weiss seinen Namen nicht mehr, das müsste ich nachschauen.
Er berichtet jedenfalls davon, dass seine Patienten nach der ersten Freude oft deprimiert reagieren, wenn sie mit seiner Hilfe eine Lösung für ein Problem gefunden haben: Sie sind deprimiert, weil sie sich lange Jahre gequält haben, obwohl es doch eine scheinbar so einfache Lösung gab. Die lange Leidenszeit erscheint ihnen als verschenkte Zeit.
Seiner Meinung nach ist das aber ein Irrtum: Tatsächlich war die lange Leidenszeit eine Entwicklung, die notwendig war um die Lösung des Problems zu finden. Aus seiner Sicht sind Sehnsüchte nicht das Problem, sondern die treibende Kraft zur Lösung des Problems.

Es gibt also mehrere Möglichkeiten, wie man Sehnsüchte sehen kann. Es ist darum wichtig zu Unterscheiden, ob eine Sehnsucht Ursache oder Wirkung eines Problems ist.
Da Menschen soziale Wesen sind, ist es normal und gesund, dass ein einsamer Mensch den Wunsch nach Gesellschaft entwickelt.
Warum sucht er die Gesellschaft? was ist der Grund dafür? Doch weil er seine Sehnsucht befriedigen will, oder nicht?
Sehnsucht bedeutet immer, daß er etwas haben will, ohne vorher etwas geleistet zu haben - nämlich anderen zum Beispiel Liebe gegeben zu haben! Es muß immer erst was von diesen die Sehnsucht haben erhalten worden zu sein, erst dann sind sie fähig etwas zurückzugeben. Wahre Liebe heißt aber, jedem Menschen Liebe zu geben - ohne Ausnahme. Und dazu sind sie, die Sehnsucht haben nicht fähig. Sie sind vielmehr davon abhängig, etwas zu erhalten, um geben zu können. Das sind Abhänige Menschen. Sie werden nie glücklich sein können, weil die meisten Menschen selbst auf der Suche nach Liebe sind. Sie werden mehr oder weniger immer enttäuscht sein. Wenn das keine Sucht ist, die das Lebensglück eines Menschen zerstören kann, was soll dann noch Sucht sein? Du verdreht da die Fakten, lieber Benjamin. Außerdem verweise ich auf mein Post vom 10.10. 10.34 Uhr hin.Liebe Grüße Schildkröte
 
Sie sind deprimiert, weil sie sich lange Jahre gequält haben, obwohl es doch eine scheinbar so einfache Lösung gab. Die lange Leidenszeit erscheint ihnen als verschenkte Zeit.
Seiner Meinung nach ist das aber ein Irrtum: Tatsächlich war die lange Leidenszeit eine Entwicklung, die notwendig war um die Lösung des Problems zu finden. Aus seiner Sicht sind Sehnsüchte nicht das Problem, sondern die treibende Kraft zur Lösung des Problems.

Dem kann ich nur zustimmen - aus eigener Erfahrung.

Ich wäre heute ein völlig anderer Mensch ohne die vielen "treibenden Kräfte" in mir. Es mag arrogant klingen, aber die Menschen in meiner Umgebung bei denen das Leben so abgelaufen ist wie es "sollte", relativ problemlos, die entwickeln sich nicht weiter. Menschlich meine ich damit. Sie verharren in ihren alten Verhaltensweisen und lernen nichts mehr dazu.
Vielleicht fühlen sie sich so wohl, völlig in Ordnung.....aber viele fühlen sich eben nicht wohl. Sie treiben so durchs Leben und eines Tages sind sie wieder weg.

Ich bin und war schon immer anders. Gerade deshalb habe ich viel Ablehnung und Widerstand erlebt - und Einsamkeit.

Einsamkeit hat eine ganz anderes "Qualität" als einfach nur Alleinesein. Einsamkeit ist das quälende Gefühl des völligen Getrenntseins von Anderen, von Allem.

In der Regel wehrt man sich gegen dieses Gefühl, denn es macht auch Angst.

Die meisten Jahre meines Lebens habe ich damit verbracht zu glauben, dass die Lösung des Problems in Anderen liegt.

Wenn die Anderen nur anders wären........

.....aber das ist falsch.

Die Lösung liegt in einem selbst.

Wenn man die Einsamkeit akzeptiert, endlich begreift, dass es zum Zufriedensein keine Anderen braucht, sondern dass man selbst gut und ausreichend genug ist für ein gutes Gefühl im Bauch, dann gehts bergauf.

Im Grunde ganz einfach, oder?
Man muss nur anders denken. Ich habe das schon eindrucksvoll selbst erfahren. Ich saß da, mir ging es total mies, ich fühlte mich einsam und von der Welt verlassen und dann........

............dann gab ich mir einen Ruck und sagte mir: ach Blödsinn, ich hab doch mich selbst. Das reicht doch....und ließ das Gefühl in meinen Bauch....

......und -kein Witz- es durchströmte mich ein warmes Gefühl und ich bekam eine ganz besondere Form von Energie.

Das ist gut. 🙂
 
Warum sucht er die Gesellschaft? was ist der Grund dafür? Doch weil er seine Sehnsucht befriedigen will, oder nicht?
Sehnsucht bedeutet immer, daß er etwas haben will, ohne vorher etwas geleistet zu haben - nämlich anderen zum Beispiel Liebe gegeben zu haben! Liebe Grüße Schildkröte

Schildkröte, ich versuche, deinen Ausführungen zu folgen.
Was passiert aber denn, wenn einer vorher etwas leistet?
Dann gibt er anderen Liebe, so jedenfalls dein Skript.
Diese anderen könnten Sehnsüchte gehabt haben und sind nun von dieser Gratis-Leistung erreicht worden. Sie kann je nach Pesönlichkeit an ihren abprallen, süchtig immer wieder woanders gesucht werden (stimmt) oder aufgenommen werden, befriedigen und antreiben, selbst zu geben. Ist diese Sehnsucht, etwas von anderen zu spüren, um selbst wieder weiter zu können, denn so etwas verwerfliches? Letztlich wäre es doch so, als ist die Batterie leer. Man kann dann das "Auto" stehen lassen und mit sich zufrieden sein, wie Chatherine das auch beschreibt oder ein Verbindungskabel setzen lassen, Schwung von einer vollen bekommen, womit man sich wieder aufladen kann, um dann wieder selbst geben zu können.

Haben wir nicht ein gewisses "Recht" solche Aufladungen von anderen zu erfahren? Ist das Sucht, sich das zu wünschen? Oder ist es Traurigkeit, dass es das kaum noch gibt?

O.k. ich philosophiere etwas herum, .....

Sigi
 
Sehnsucht bedeutet immer, daß er etwas haben will, ohne vorher etwas geleistet zu haben
Kann man Sehnsucht nicht auch als Anlass nehmen, um etwas zu leisten ?

Aber wir sollten hier nicht streiten, es geht schliesslich um Mad Scientist. Ich hab darum mal den Names dieses systemischen Beraters rausgesucht. Er heisst Gunther Schmidt und leitet das Milton-Erikson-Institut in Heidelberg: Homepage Milton-Erickson-Institut Heidelberg
 
Zuletzt bearbeitet:
Haben wir nicht ein gewisses "Recht" solche Aufladungen von anderen zu erfahren? Ist das Sucht, sich das zu wünschen? Oder ist es Traurigkeit, dass es das kaum noch gibt?
Haben wir das wirklich?
Ich habe den Eindruck, dass manche Menschen in der Hinsicht vom Leben einfach angeschissen sind mit wenig Aussicht, auch nur einen minimalen Anspruch geltend zu machen.

Meine Güte, ich hoffe mad scientist liest diesen Unfug nicht mehr,
wir wollten sie doch aufbauen.


Die Lösung liegt in einem selbst.

Wenn man die Einsamkeit akzeptiert, endlich begreift, dass es zum Zufriedensein keine Anderen braucht, sondern dass man selbst gut und ausreichend genug ist für ein gutes Gefühl im Bauch, dann gehts bergauf.

Im Grunde ganz einfach, oder?
Hm, überzeugt mich irgendwie nicht richtig.
Bloß weil ich meine Einsamkeit akzeptiere, bin ich sie doch noch nicht los.
Wichtiger wäre es doch, trotz Alleinseins, gar nicht mehr ein Gefühl von Einsamkeit zu erleben.
Die spannende Frage ist nur, wie man diesen Zustand erreicht?
Vermutlich muss man dafür mit der irdischen Welt erst völlig abgeschlossen haben und eine Existenz als Zen-Meister fristen.
 
Hallo Ihr Lieben,

erst mal wieder vorab vielen, vielen Dank an Euch alle und vor allem auch an Günter für seine aufbauende private mail. Ich emfinde es keineswegs als selbstverständlich, da Ihr euch so viel Zeit für mein Problem nehmt. Also nochmals: Vielen Dank.

Seit ich hier schreibe und vor allem Eure Ratschläge lese, geht es scheinbar ein wenig aufwärts mit mir. Wirklich schade, daß ich es momentan nur so unregelmäig hierher schaffe. Meiner Mutter geht es leider nach ihrer Krebsbehandlung sehr schlecht und trotzdem...
Ich habe Eure Ratschläge beherzigt und einerseits versucht, meine Einsamkeit einerseits ein wenig zu aktzeptieren und auch nochmals über meine Horrortrennung nachzudenken. Denn Ihr habt recht: Es tut doch noch weh und die Enttäuschung liegt noch immer so tief, daß ich vielleicht auch Angst vor weiteren Verletzungen habe. Andererseits habe ich mir die letzten Tage so oft wie möglich meine Süße geschnappt und wir haben wirklich tolle Dinge unternommen. Und ich habe mal wieder gemerkt wie sehr meine Kleine mein Leben bereichert. 🙂
Ich muß unbedingt nochmal erwähnen, daß ich natürlich weiß, daß das Aussehen in einer Beziehung keineswegs das Wichtigste ist. Vielleicht ist das ein wenig falsch rüber gekommen. Der Vater meiner Tochter z.B. war ein wenig verloddert, mochte Klamotten überhaupt nicht etc. und ich habe ihn trotzdem total toll gefunden.
Wahrscheinlich werde ich durch meinen Modespleen oft falsch eingeschätzt, aber ich bin total bodenständig und es interessiert mich wirklich wenig, ob meine Freundinnen oder Partner irgendwie gestylt oder modisch sind. Hauptsache sie aktzeptieren, daß ich Spaß daran habe. In meinem Elternhaus wurde leider viel zu viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt. Die Meßlatte lag extrem hoch und man hatte immer das Gefühl, nicht attraktiv genug zu sein. Aber wie gesagt: Dieser kritische Blick galt nur für sich selbst. Auch meine Eltern haben nie an irgendwelchen Tratscherein teilgenommen und wir haben immer eingetrichtert bekommen (paradoxerweise), wie unwichtig das Aussehen anderer Leute ist. Nur wir selber, da wurde wirklich nichts ausgelassen, was die Attraktivität irgendwie steigern könnte.

Um nochmal auf meine Tochter zurück zu kommen: Ich habe diesbezüglich immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Männer mögen Kinder wirklich sehr gerne und die wenigsten haben wohl ein Problem mit einem fremden Kind.
Sichr liegt das Problem bei mir und der Schock über meine gescheiterte Beziehung (wir standen kurz vor der Hochzeit) sitzt noch immer tief. Für mich war ein Leben ohne diesen Mann einfach undenkbar. Und dann (ich war im 6. Monat schwanger) kam er eines Abends nicht mehr zurück und blieb 3 Tage verschwunden. Dann bekam ich die Hiobsbotschaft von der Polizei: Er war im schwer alkoholisierten Zustand straffällig geworden und kam auch nach der Verhaftung nicht mehr frei. Die Zeit nach seiner Verhaftung war ein absolutes Martyrium. Er ließ mich in einem Scherbenhaufen sitzen, ich mußte Hausdurchsuchungen über mich ergehen lassen und habe im absoluten Schockzustand versucht, sein kaputtes Leben neu zu sortieren. Seine Eltern haben mich nicht in Ruhe gelassen, mich mit allem, ob finanziell oder was auch immer, konfrontiert. Ihr Sohn müsse ja geschützt werden, denn er drohte mit suizid. Da war ich bereits hoch schwanger. Ich wollte mir mehrfach das Leben nehmen. Ich mußte umziehen und hoffte, daß ich durch die schweren Kisten das Baby verliere. Dann wollte ich die Adoption usw. Mein damaliges Leben war entsetzlich. Ich bin durch die Hölle gegangen. Warum ich ihn nicht einfach gleich verlassen habe? Keine Ahnung. Heute würde ich ihn an die Wand klatschen und mich nur auf mein Kind konzentrieren. Ich habe erst Monate nach der Entbindung eine Beziehung zur Kleinen aufbauen können: Und heute habe ich manchmal das Gefühl, daß dies die reinste und vollkommenste Liebe ist, die ich je im Leben empfunden habe. Ich hasse und verachte mich selbst für die schlechten Gefühle, die ich damals gegenüber meinem Kind hatte. Es gibt dafür keine Entschuldigung, aber ich war in einem psychischen Ausnahmezustand. Bereits 8 Wochen nach der Entbindung mußte ich wieder voll in meine Promotion einsteigen und dabei war die Promotion und die "durchzechten" Nächte mit einem hungrigen oder zahnenden Baby noch das wenigste. Ich habe jeden Tag gezittert, daß an der Uni alles auffliegt und immer wieder kamen neue Hiobsbotschaften dazu.
So viel zu meiner Geschichte. Sie nimmt mich schon wieder so mit, daß ich mich für heute verabschieden muß. Aber ich komme natürlich wieder...

Herzliche Grüße
mad scientist
 
Hallo mad scientist,

schön, dich hier wieder zu sehen.
Seit ich hier schreibe und vor allem Eure Ratschläge lese, geht es scheinbar ein wenig aufwärts mit mir.
Wenigstens ein Hoffnungsschimmer.
Meiner Mutter geht es leider nach ihrer Krebsbehandlung sehr schlecht und trotzdem...
Das tut mir leid. Du scheinst das Unglück im Augenblick ja irgendwie gepachtet zu haben.
Ich hoffe, dass deine Mutter den Krebs besiegt.
Andererseits habe ich mir die letzten Tage so oft wie möglich meine Süße geschnappt und wir haben wirklich tolle Dinge unternommen. Und ich habe mal wieder gemerkt wie sehr meine Kleine mein Leben bereichert.
Da hast du genau das Richtige getan.
Ich muß unbedingt nochmal erwähnen, daß ich natürlich weiß, daß das Aussehen in einer Beziehung keineswegs das Wichtigste ist.
...
Wahrscheinlich werde ich durch meinen Modespleen oft falsch eingeschätzt, aber ich bin total bodenständig und es interessiert mich wirklich wenig, ob meine Freundinnen oder Partner irgendwie gestylt oder modisch sind. Hauptsache sie aktzeptieren, daß ich Spaß daran habe.
Das ist doch irgendwie normal, dass Frauen sich hübsch machen und beachtet werden wollen.
In meinem Elternhaus wurde leider viel zu viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt. Die Meßlatte lag extrem hoch und man hatte immer das Gefühl, nicht attraktiv genug zu sein. Aber wie gesagt: Dieser kritische Blick galt nur für sich selbst.
Vermutlich wollten sie nur nicht, dass eine nachlässig gekleidete und unsittsame Tochter auf sie als Eltern zurückfällt.
Naja, und dann wollen die Eltern von Töchtern ja sicher auch, dass ihre Prinzessin eine gute Partie macht, auch wenn das heute überholt sein sollte, was ja nicht zuletzt gerade deine Ausbildung bewiesen hat.
Ich glaube, Söhne haben es in der Beziehung etwas leichter, weil man denen so unterstellt, dass sie als Mann ihren Weg schon machen werden.
Auch meine Eltern haben nie an irgendwelchen Tratscherein teilgenommen und wir haben immer eingetrichtert bekommen (paradoxerweise), wie unwichtig das Aussehen anderer Leute ist.
Das wiederum, finde ich, ehrt sie aber.
Nur wir selber, da wurde wirklich nichts ausgelassen, was die Attraktivität irgendwie steigern könnte.
Nunja, siehe oben.
Um nochmal auf meine Tochter zurück zu kommen: Ich habe diesbezüglich immer sehr gute Erfahrungen gemacht. Männer mögen Kinder wirklich sehr gerne und die wenigsten haben wohl ein Problem mit einem fremden Kind.
Siehst du, wie ich sagte, es gibt genügend Männer, die auch angenommenen Kindern gute Väter sein wollen.
Sichr liegt das Problem bei mir und der Schock über meine gescheiterte Beziehung (wir standen kurz vor der Hochzeit) sitzt noch immer tief. Für mich war ein Leben ohne diesen Mann einfach undenkbar. Und dann (ich war im 6. Monat schwanger) kam er eines Abends nicht mehr zurück und blieb 3 Tage verschwunden. Dann bekam ich die Hiobsbotschaft von der Polizei: Er war im schwer alkoholisierten Zustand straffällig geworden und kam auch nach der Verhaftung nicht mehr frei. Die Zeit nach seiner Verhaftung war ein absolutes Martyrium. Er ließ mich in einem Scherbenhaufen sitzen, ich mußte Hausdurchsuchungen über mich ergehen lassen und habe im absoluten Schockzustand versucht, sein kaputtes Leben neu zu sortieren. Seine Eltern haben mich nicht in Ruhe gelassen, mich mit allem, ob finanziell oder was auch immer, konfrontiert. Ihr Sohn müsse ja geschützt werden, denn er drohte mit suizid. Da war ich bereits hoch schwanger. Ich wollte mir mehrfach das Leben nehmen. Ich mußte umziehen und hoffte, daß ich durch die schweren Kisten das Baby verliere. Dann wollte ich die Adoption usw. Mein damaliges Leben war entsetzlich. Ich bin durch die Hölle gegangen.
Für wahr, da hattest du wirklich ganz schön was durchzumachen und dann noch in deinem Zustand, wo schon in nicht-hochschwangerem Zustand manch einer daran zerbrechen würde.
Warum ich ihn nicht einfach gleich verlassen habe? Keine Ahnung.
Naja, du hast ihn eben geliebt.
Ich habe erst Monate nach der Entbindung eine Beziehung zur Kleinen aufbauen können: Und heute habe ich manchmal das Gefühl, daß dies die reinste und vollkommenste Liebe ist, die ich je im Leben empfunden habe. Ich hasse und verachte mich selbst für die schlechten Gefühle, die ich damals gegenüber meinem Kind hatte. Es gibt dafür keine Entschuldigung, aber ich war in einem psychischen Ausnahmezustand.
Du brauchst dich dessen überhaupt nicht zu schämen und dir deswegen auch keine Vorwürfe zu machen.
Als Frau wirst du das natürlich viel besser wissen (besonders jetzt im Rückblick), aber es soll nicht wenige Frauen geben, die unmittelbar nach der Entbindung eine Art postpartale Depression erleben und einfach keine Beziehung sofort zu ihrem Kind aufbauen können.
Ich glaube, Neurologen sind immer noch auf der Suche nach den genauen Gründen dafür; das kann aber am Geburtstrauma oder irgendwelchen schlagartigen hormonellen Umstellungen in dieser Phase liegen.
Bereits 8 Wochen nach der Entbindung mußte ich wieder voll in meine Promotion einsteigen und dabei war die Promotion und die "durchzechten" Nächte mit einem hungrigen oder zahnenden Baby noch das wenigste. Ich habe jeden Tag gezittert, daß an der Uni alles auffliegt und immer wieder kamen neue Hiobsbotschaften dazu.
Siehst du, und trotz all dem hast du deine Einstellung zu deinem Kind so komplett revidieren können, dass es dir als die größte Freude und Liebe deines Lebens erscheint.
So viel zu meiner Geschichte. Sie nimmt mich schon wieder so mit, daß ich mich für heute verabschieden muß. Aber ich komme natürlich wieder...
Würde uns alle hier freuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo mad scientist

Seit ich hier schreibe und vor allem Eure Ratschläge lese, geht es scheinbar ein wenig aufwärts mit mir.
Nun, Du schreibst gerade über etwas, was Du jahrelang weggeschoben hast. Da kann es natürlich nicht gleich aufwärts gehen. Aber vielleicht spürst Du, dass es möglich ist, Deine Situation im Laufe der Zeit zu verändern. Sie läßt sich auch verändern. Du stehst vielleicht am Anfang eines neuen Lebens.

Warum ich ihn nicht einfach gleich verlassen habe? Keine Ahnung.
Naja, hast Du das nicht selbst gesagt?

Für mich war ein Leben ohne diesen Mann einfach undenkbar.
Je wichtiger ein Partner, oder evtl ein bestimmter Mensch im Leben ist, desto schwerer tut man sich mit einer Trennung. Was so weit gehen kann, dass eine Trennung undenkbar ist. Was wieder dazu führen kann, dass alles, was zu einer Trennung führen könnte, nicht wahrgenommen wird. Oder dass eine Trennung, wenn sie denn wirklich stattfindet, lange Zeit nicht emotional akzeptiert wird.

Damit bist Du aber nicht alleine, das geht vielen Menschen so. 😉

Und dann (ich war im 6. Monat schwanger) kam er eines Abends nicht mehr zurück und blieb 3 Tage verschwunden. Dann bekam ich die Hiobsbotschaft von der Polizei: Er war im schwer alkoholisierten Zustand straffällig geworden und kam auch nach der Verhaftung nicht mehr frei.
Was hat dieser Mann denn angestellt? Und welche Hiobsbotschaften kamen noch auf Dich zu?

Irgendwie klingt es danach, als hättest Du so manches von Deinem damaligen Partner nicht gewußt.

Günter
 
Schildkröte, ich versuche, deinen Ausführungen zu folgen.
Was passiert aber denn, wenn einer vorher etwas leistet?
Dann gibt er anderen Liebe, so jedenfalls dein Skript.
Diese anderen könnten Sehnsüchte gehabt haben und sind nun von dieser Gratis-Leistung erreicht worden. Sie kann je nach Pesönlichkeit an ihren abprallen, süchtig immer wieder woanders gesucht werden (stimmt) oder aufgenommen werden, befriedigen und antreiben, selbst zu geben. Ist diese Sehnsucht, etwas von anderen zu spüren, um selbst wieder weiter zu können, denn so etwas verwerfliches? Letztlich wäre es doch so, als ist die Batterie leer. Man kann dann das "Auto" stehen lassen und mit sich zufrieden sein, wie Chatherine das auch beschreibt oder ein Verbindungskabel setzen lassen, Schwung von einer vollen bekommen, womit man sich wieder aufladen kann, um dann wieder selbst geben zu können.

Haben wir nicht ein gewisses "Recht" solche Aufladungen von anderen zu erfahren? Ist das Sucht, sich das zu wünschen? Oder ist es Traurigkeit, dass es das kaum noch gibt?

O.k. ich philosophiere etwas herum, .....

Sigi
Hallo Sigi.
Wer anderen helfen will, der kann das nur, wenn er selbst mit sich zufrieden ist und diese Zufriedenheit oder >Liebe strahlt automatisch in die Atmosphäre aus, ohne das ich das beeinflussen kann. Das ist ein unumstößliches spirituelles Gesetz, und niemand kann das verhindern. So geht das gleichermaßen mit allem was ich von mir gebe - in Gedanken, Worten und Gefühlen. Die anderen Menschen nehmen definitiv diese atmospärischen Schwingungen mittels der innewohnenden Seele auf. Auch das kann niemand verhindern, ob es bewußt oder unbewußt geschieht. Dieser Vorgang zwischen und von Seelen ist mittlerweile hinreichend bekannt und gehört fast schon zum Allgemeinwissen.

Bei dieser Interaktion der Menschen geht es erstmal um das eigenen Selbst, denn jeder möchte sich doch wohlfühlen, nicht wahr? Wer selbst Probleme mit sich hat, der kann andere nur in ihrem Leid bestätigen, indem er sie bedauert und eventuell seine eigenen Probleme schildert. Dann wird der Hilfesuchende nur noch mehr in seinem Leid bestätigt, und er weis jetzt, daß es auch andere mit ähnlichen Problemen gibt. Aber ist ihm damit wirklich geholfen worden? Ist das schon die Lösung seines Problems? Durch Bestätigung seiner Probleme in dieser Weise, wird er nur noch mehr darin bestärkt, daß er das wohl alles ertragen muß, und es keine wirkliche Lösung für ihn gibt, oder nicht?

Wer versucht, ausschließlich mit dem Verstand jemanden zu helfen, der erschafft nur eine begrenzte Hilfe, weil der menschliche Verstand ja begrenzt ist. Im Grunde kann sich nur jeder selber helfen, wenn er versteht, daß in ihm alle Möglichkeiten der Problemlösung vorhanden sind. Und jemanden darin zu bestärken, sich auf seine inneren Kräfte zu besinnen und sie zu benutzen, ist wahre Hilfestellung. Wenn allerdings jemand so verblendet ist und das nicht versteht oder verstehen will, dem kann man nicht helfen. Vielleicht will er auch aus seinem Leidvollen Zustand nicht herauskommen, und nur bedauert werden. Manchem reicht das schon aus. Der innere Vorgang der Befriedigung der Sehnsucht kann auf verschiedene Art und Weise dargestellt werden. Dies ist diese Version, die verstanden werden muß, um helfen zu können. Liebe Grüße Schildkröte.
 
Hi Schildkröte, ich habe mehrmals deinen Kommentar zu meinen Worten gelesen. Erst mal danke. Ich komme damit nicht ganz klar, weil ich ihn gern in einigen Dingen widerlegen möchte, was mir aber sicher misslingen würde, weil in all dem Widerlegbaren ja auch Wahrheiten stecken. Also lass ich ihn mal so stehen.

Gruß Sigi
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben