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ich bin übrigens überzeugt davon, dass genau das auch der Grund dafür ist, warum in so vielen Branchen so eklatanter Fachkräftemangel herrscht: Weil sich die Letue einfach nicht vorstellen können, diesen Job ihr ganzes Leben zu machen. Dann wählen sie lieber was anderes und manche Jobs bleiben übrig: Ich meine: Jemand, der sich zB mit 20 Vorstellen kann, Dachdecker zu werden, denkt sich sicher auch: "Ja und wie soll ich das bis zur Rente durchhalten? Ne, dann mach ich lieber bankkaufmann, da bin ich auf der sicheren Seite"
Aber der gleiche typ würde vielleicht doch Dachdecker machen, wenn er wüsste: "OK, wenns mal körperlich nicht mehr so toll ist oder ich Familie habe (die sich Sorgen macht, wenn ich aufm Dach rumturne), kann ich immernoch völlig problemlos mit 40 ne Banklehre machen"
DAS wäre viel sinnvoller: Es gibt Jobs, die gehen einfach nur jung und es gibt Jobs, die sind eher was für schon etwas gesetzte leute.
Also warum das System nicht aufmachen und sowas ermöglichen?
Ich wette, wäre sowas nicht die Ausnahme sondern total üblich hätten wir nicht in diesem Maß mit Fachkräftemangel zu kämpfen.
Es gibt so viele Jobs, die sind toll und erfüllend, aber viele Leute können sie nunmal nicht ihr leben lang machen- vermutlich trifft das sogar auf die allermeisten Jobs zu.
 
Nope, es existiert ein Wohnungsnotstand in ganz Deutschland, schon seit einiger Zeit, weswegen die Mietpreisbremse geschaffen wurde, sowie auch in Berlin nun mehr der Mietendeckel.

Das kommt alles nicht von ungefähr, aber ist okay, dass es Wohnungen gibt.

Außerdem muss man bedenken, dass jedes Jobcenter unterschiedliche Höchstwerte zur Wohnung zahlt, so dass es keine Seltenheit darstellt, dass die Leistungsbezieher aus dem Regelsatz (das was Sie eigentlich zum bewerben und leben benutzen sollen) die Kosten der Wohnung mitbezahlen müssen. Das bedeutet, es gibt kaum bezahlbare Mietwohnungen für Hartz IV Empfänger.

Sicher gibt es Regionen, wo es noch Wohnungen gibt, aber diese Gegenden haben dafür im Gegenzug keine Arbeitsplätze. Bringt also auch nicht wirklich etwas, irgendwohin zu ziehen, wo die Perspektiven gleich Null sind.

Die Mietpreisbremse wurde geschaffen weil die Mieten in Ballungsräumen stark ansteigen, nicht wegen H4. Was sollte man beispielweise damit in Mecklenburg Vorpommern. Klar kann ich mit kleinem Gehalt oder H4 nicht in Berlin Mitte wohnen, aber dann muss man halt weiter rausziehen. Das geht aber selbst Gutverdienern so. Es ist nicht machbar, dass jeder in den angesagten Lagen leben kann.


Ebenso berücksichtigst du nicht im geringsten, dass aus der Zeit vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts die Sanktionierung auf Null möglich war. Das bedeutet, dass der Bezieher von Hartz IV auch Obdachlos werden konnte, was wieder ein Vermittlungshemmnis darstellt. Bei all den schönen Theorien, die hier so in den Raum geworfen werden, dass man Fordern soll, aber nichts Fördern, frage ich mich immer noch, wie sich jemand auf eine Stelle bewerben soll, wenn er Sanktioniert wurde, denn man hat ja die Wahl zwischen Bewerben oder was zu essen kaufen. Es ist eine endlosspirale und nur weil es ein paar wenige sind, die davon tatsächlich betroffen sind, wird nur allzu gerne pauschalisiert.


Da fragt man sich doch tatsächlich, warum Leute sanktioniert werden und Andere nicht. Vielleicht haben die "Anderen" irgendwas richtig gemacht? Es gibt auch Menschen die sizten im Gefängnis. Ich sitze nicht da. Also sollte man doch mal gucken, was macht der Andere richtig?


Außerdem, das habe ich neulich erst erfahren, gehen die Jobcenter davon aus, dass wenn man nicht so ca. 2-3 Jahre nicht mehr in seinem Job gearbeitet hat man als nicht mehr Vermittlungsfähig in diesem Beruf gilt, weil sich seit dem angeblich schon eine Menge geändert haben soll. Das bedeutet, die Fachkräfte sind da, aber werden vom Jobcenter nicht genutzt und das perfide ist, die meisten Unternehmen in gewissen Bereichen wollen keine gelernten Fachkräfte, weil der Lohn für Hilfsarbeiter oder Angelernte sehr viel niedriger ist, während eben diese Fachkraft Anspruch auf eine höhere Entlohnung hat (da frage ich mich tatsächlich, warum man überhaupt noch die entsprechenden Berufe ausbildet).


Wenn dem so ist, ist das natürlich nicht richtig. Klar ist man nach ein paar Jahren noch vermittlungsfähig. Komisch, wenn das Jobcenter das anders sieht. Aber auch hier ein ganz einfacher, wenn auch nicht gern gesehener Rat. EIGENINITIATIVE. Ich war noch nie arbeitslos, aber ist das verboten selbst was zu tun oder lässt man nur vom Jobcenter machen? Wird man dann bestraft wenn man auf diese absolut verrückte Idee kommt sich aus Eigeninitiative zu bewerben?




Nun zu den Umschulungen:

Die Umschulungen können einem Menschen einene Beruf beibringen, wie in einer Ausbildung mit allem drum und dran, aber das Problem ist eben dieses lästige Fördern. Die Gelder hierfür werden von den Jobcentern gerne mal für den Verwaltungsapparat benutzt oder kurz gesagt, umgeschichtet. Da wird dann mit dem Geld stattdessen so etwas tolles praktiziert wie eine Maßnahme mit Sachen auf Kindergartenniveau, anstatt etwas sinnvolles zu machen und den Menschen dabei zu helfen, die Sitiuation zu verbessern für alle, wird man in eine Maßnahme gesteckt die rein gar nichts bringt.

https://www.merkur.de/politik/hartz...massnahmen-pure-erniedrigung-zr-11412298.html

Das bedeutet, mancherorts wird aktiv von den Jobcenters den Menschen, die arbeiten gehen wollen, durch solche Maßnahme ihre vermeintliche Wertlosigkeit indoktriniert. Ist das auch etwas nettes, denn es gehört ja sowieso zu diesem gestörten Weltbild, dass alle arbeitslosen Menschen faul seien.

Aber das alles interessiert die meisten Menschen, die das Märchen vom faulen saufenden Arbeitslosen nur allzu gerne glauben wollen, nicht im geringsten. Dieses System ist gewollt. Man macht solche Maßnahmen, wie die von mir erwähnte ganz bewusst, um die Menschen zu brechen und man wird daraufhin eben psychisch krank. Nicht ohne Grund gibt es Studien, die eindeutig belegen, dass Arbeitslosigkeit krank macht.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/dgb-studie-arbeitslosigkeit-macht-krank-a-711956.html

und dieses Stigma, dass man eben Arbeitslos ist, wird man dann gar nicht mehr los.

ABER dafür hat man dann ja Regionen, wo Händeringend Fachkräfte gesucht werden und sich keiner darauf bewirbt, obwohl es sehr wahrscheinlich ist, dass in der Datenbank der Jobcenter sehr viele existieren, die die entsprechenden Berufe ausüben könnten. Da ist es natürlich besser, wenn man darauf herumreitet, dass hier und da Jobs in Hülle und Fülle existieren. Ebenso ist es dann natürlich nachvollziehbar, dass man darauf herumreitet, dass es dafür keine passenden Menschen gibt, obwohl, wie ich schon eingangs erwähnte, die Jobcenter die Menschen mit der Qualifikation eben diese Qualifikation absprechen.

Der Niedriglohnsektor muss schließlich aufrecht erhalten werden und das auf Teufel komm raus, egal ob es gerade angebracht ist oder nicht.

Aber man kann sich darauf konzentrieren, dass der Arbeitslose faul sein soll. Man kann sich darauf konzentrieren, dass die Arbeitslosen angeblich zu viel Geld kosten (Quersubventionierung der Unternehmen wegen des Niedriglohnsektors inklusive) und man kann sich darauf konzentrieren, dass der durchschnittliche Arbeitslose nicht im geringsten gebildet sein soll.

Ja, das alles ändert etwas und alle haben etwas davon und nun alle zusammen:

Wir werden nicht von der Regierung und der unzureichenden Medienberichterstattung bzgl. Arbeitslose verarscht.

Ich kenne ehrlich gesagt niemanden der sagt dass alle Arbeitslosen faul sind. Niemand will draufhauen. Es sind auch viele eigene Erfahrungen, nicht aus der Zeitung oder dem TV, sondern in der eigenen Realität.

Und dass das krank macht kann ich durchaus verstehen, also die Statistiken kann ich aus meinen früheren Umfeld bestätigen. Als ich noch auf einem Dorf wohnte hat man das von vielen Bauern mitbekommen, das hatte ich hier schon geschrieben. Wurde natürlich ignoriert.

Am zweiten Tag der Spargelernte waren alle Polen auf dem Feld und fast alle Deutschen Arbeitslosen krank. So treibt man die Krankenquote sicherlich hoch. Von daher glaube ich Deinen Statistiken, man muss Sie nur richtig deuten.
Zudem, falls hier ein Arzt unter uns ist, würde ich gern dieses Phänomen der Rückenschmerzen verstehen. In Polen gab es diese wohl nicht.
 
Vor allem gibt es hier Leute, die so unsagbar stolz darauf sind, einen 15- Stunden-Job zu haben, weil sie eben auf mehr keine Lust haben. Und die ja so einen guten Ruf haben.

Die können das aber eben auch nur machen, weil sie einen Partner im Hintergrund haben, der der Hauptverdiener ist.

Meine Freundin hat aktuell keinen Job und studiert wieder, Sie ist da auch Stolz drauf. Das kann Sie sich durch mich leisten. Das finde ich auch ok.

Jemandem im Studium zu unterstützen oder bei einem 15 Stunden Job würde ich sofort. Wenn die restliche Aufteilung im Alltag passt bei den anderen Aufgaben.

Zudem sagt man ja auch, gleich und gleich gesellt sich gern. Ich würde niemanden unterstützen der absolut motivationslos 15 Stunden macht und sonst das Sofa aufsucht und dann meckern würde wie fies die Welt doch ist und dass das Arbeitsamt keinen Traumjob für einen findet.

Es ist halt auch eine Charakterfrage.
 
Weil das so von den Medien präsentiert wird und nicht anders. Es kann nicht angehen, dass hier noch Individualisten herumlaufen und dann auch tatsächlich noch etwas im Kopf haben und weiter denken als der Horizont der breiten Masse. Die Medien diktieren und die Masse führt es aus.

Nicht mehr selber denken. Der ECHTE Individualist ist eine Gefahr für diese Gesellschaft und gehört weggesperrt.

Echte Individualisten gibt es in Berlin sehr viele, brotlose Lebenskünstler die einen nicht selten um ein paar Euronen anbetteln. Die wohnen auch nicht selten unter Brücken.

Das bekommt man dann sehr oft von denen gesagt, ich schwimme nicht mit der Masse, die guckt nur RTL2 und liest Bild.

In der Regel ist es eine gelungene Formulierung des eigenen Versagens.

Wenn man wirklich so intelligent wäre, kann man es sich in jedem System nett machen. Aber dazu braucht man dann die gewisse Intelligenz, die in der Regel vor anderen so gut versteckt wird, dass Sie niemand bemerkt.
 
Zuletzt bearbeitet:
ja in gewisserweise hast Du da schon recht: Es wird uns ja immer so viel Individualität angepriesen, aber dass das alles nur Fassade ist, merkt man ja sofort. Schaut euch doch nur die Werbung an: ZB Autowerbung: Da wird Dir suggeriert Du wärst mit diesem Auto quasi der echte Roadtrip Draufgänger: Individuell, ein Macher, den anderen überlegen: Und dann kaufen alle das Auto und im Grunde sind alle gleich- fühlen sich aber, als wären sie individuell.

Diese Werbung sehe ich auch ständig, ich kenne aber wirklich niemanden, wirklich gar keinen der sich in seinen Nissan oder Renault oder Volkswagen setzt für mal rund 20.0000 Euro und dann meint individuell oder ein Draufgänger zu sein.

Wenn die Leute so doof sind wie Du hier unterstellst müssten wir wohl jeden Tag etliche Tote einsammeln die trotz Red Bull nun doch nicht fliegen konnten.
 
Und dass das krank macht kann ich durchaus verstehen, also die Statistiken kann ich aus meinen früheren Umfeld bestätigen. Als ich noch auf einem Dorf wohnte hat man das von vielen Bauern mitbekommen, das hatte ich hier schon geschrieben. Wurde natürlich ignoriert.

Am zweiten Tag der Spargelernte waren alle Polen auf dem Feld und fast alle Deutschen Arbeitslosen krank. So treibt man die Krankenquote sicherlich hoch. Von daher glaube ich Deinen Statistiken, man muss Sie nur richtig deuten.
Zudem, falls hier ein Arzt unter uns ist, würde ich gern dieses Phänomen der Rückenschmerzen verstehen. In Polen gab es diese wohl nicht.
Ich kann dir durchaus mal was dazu sagen, da ich mal bei einer Erdbeerernte ausgeholfen habe. Die Besitzer der Erdbeerplantage hatte ich mal persönlich kennengelernt über eine ehemalige Freundin, die deren Tochter war. Ich hatte mal bei einer Ernte für wenige Tage ausgeholfen, als Not am Mann war. Ich konnte aber zum Glück auch vereinbaren, wie lange ich arbeite. Ich musste da keine 8h oder länger aufs Feld. Ich habe 3 (max. 4 Stunden) gearbeitet. Und selbst das ging schon extrem auf den Rücken. (Dazu muss ich aber sagen, dass ich tatsächlich keinen gesunden Rücken habe und solche Arbeiten aus gesundheitlicher Sicht eigentlich nicht machen dürfte.)
Die Besitzer der Plantage sagten mir, dass man sich an die körperliche Arbeit gewöhnen müsse. Die Schmerzen werden mit der Zeit wohl weniger, je öfter man die Arbeit macht. Das Problem ist nur, dass, wenn man gleich mit 8h Arbeit und das 5 oder gar 6x die Woche in die Vollen gehen muss, ist nix mit Gewöhnung. Es gibt aber auch keinen Bauern, der Erntehelfer Anfangs nur 2-4 h anstellt, damit man sich an die Belastung gewöhnen kann oder, es wird auch keiner für nur um die 4h pro Tag angestellt. Ich persönlich würde durchaus wieder aufs Feld gehen, wenn ich die Arbeit nicht stundenlang machen müsste sondern nur stundenweise. Ich finde solche Arbeit auch mental entspannend. Aber es wird durchaus nicht nur zur körperlichen sondern auch mentalen Belastung, wenn man ganztags auf dem Feld - eventuell noch bei brütender Sonne - steht.

Der typische polnische Erntehelfer hingegen, hat in seinem Leben fast nix anderes gemacht, als auf dem Feld zu arbeiten. Deswegen sind sie solche Arbeiten, gegenüber dem Deutschen, eher gewohnt. Wenn du jetzt einen unfitten Deutschen, der so eine körperlich schwere Arbeit wie Spargel stechen nicht gewohnt ist, aufs Feld schickst, liegt der spätestens nach wenigen Tagen krank im Bett vor Schmerzen. Im schlimmsten Fall handelt sich dieser noch ein chronisches Rückenleiden ein. DAS würde ich auch nicht riskieren wollen. Da ist mir meine Gesundheit doch mehr Wert, als die paar Kröten, die ich auf dem Feld verdienen würde.

Wichtiger wäre, wenn man die Arbeitsbedingungen anpasst oder gar die Arbeit durch Maschinen ersetzt. Besagte Erdbeerplantage, auf der ich mal aushalf, hat jetzt fast alle Erdbeeren auf einem Hochbeet UND überdacht. Die Hochbeete sind für die Arbeiter rückenschonender und sie sind durch die Überdachung nicht so sehr der Witterung ausgesetzt. Die Betreiber haben das gemacht, weil sie sonst auch keine polnischen Erntehelfer mehr gefunden hätten. Die Polen werden nämlich auch wählerischer und machen sich auch nicht mehr so schnell den Buckel für die Deutschen krumm, zumal auch die Bezahlung in D nicht so rosig ist und die schwere Arbeit in anderen Ländern oft besser bezahlt wird.

Durch die Hochbeete sind die Erdbeeren auch teurer geworden. Die ganzen Ausgaben müssen ja irgendwie wieder reinkommen. Wenn man will, kann man als Kunde etwas Geld sparen, wenn man noch auf dem einem Feld, wo die Erdbeeren am Boden angebaut werden, selbst pflückt. Da fallen dann die Arbeitskosten für das Produkt weg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Genau. Wäre der Partner nicht da, würden diese User ganz blöd aus der Wäsche gucken und sich wohl laut ihrer eigenen Meinung alleine deswegen schon in Grund und Boden schämen, weil sie dann auch so wie alle anderen "arm dran" wären und das schöne Leben wäre vorbei. Dann müssten sie sich selbst versorgen bzw. ebenfalls ALG 1 oder 2 beantragen, falls man keine Arbeit mehr findet. Aber was weiß ich schon. Oder die haben mal wieder Glück und landen in den nächsten super bezahlten geringfügigen Job, als wie jemand der Vollzeit für 9,19 malochen geht.
Wäre der Partner nicht da würde die Userin eben Vollzeit arbeiten gehen. Eine Vollzeitstelle wird ganz gut bezahlt und davon könnte man dann alleine auch gut leben. Eine zu finden ist nicht so schwierig.

Die Userin hatte so gut wie nie nur einen geringfügig bezahlten Job , sondern immer Halbtags oder annähernd Halbtags, die meiste Zeit Vollzeit.

Eben damit sie nicht raus ist aus dem Job und sich die Möglichkeit offen hält jederzeit wieder Vollzeit einsteigen zu können, wenn es sein muss.

Und die Userin ist tatsächlich deshalb zuhause, damit sie unter der Woche alles was anfällt, wie Schriftverkehr, Banken, Termine, Haushalt usw. zu erledigen, damit die Userin und ihr Mann das Wochenende über Zeit für sich haben, weil dieses ganze Zeug schon unter der Woche abgearbeitet ist.

Und nein die Userin hat tatsächlich noch nie für 9,19 Euro gearbeitet. Das stimmt. Würde auch keiner tun, der diesen Beruf erlernt hat.

Die einzige Zeit in der die Userin in den letzten Jahren nur Minijob gearbeitet hat, hat sie ihre demente Schwiegermutter versorgt. Da ist jeder Job echt Erholung dagegen.
 
Uff, da sind wir grad vom Hauptthema abgekommen. ^^

Also ich stehe dem Urteil ein wenig zwiespätig gegenüber: Auf der einen Seite ist es schon gut, weil es Fehlurteile gibt, aber auf der anderen Seite kann es den wirklichen Faulpelzen, die es nun mal leider gibt, dazu verleiten umso weniger was zu tun. Unser Sozialsystem kann meiner Meinung nach nur eine bestimmte Menge solche Ausreißer tragen, aber ist die Grenze zb. durch die Einwanderung irgendwann überschritten kann es zsm brechen und dann werden alle zu leiden haben.

Dem eigentlichen Stigma der Arbeitslosigkeit wird es eher Benzin ins Feuer sein, da sich Arbeitende denken, dass sie umso mehr für Faulpelze schuften müssen.
 
Diese Werbung sehe ich auch ständig, ich kenne aber wirklich niemanden, wirklich gar keinen der sich in seinen Nissan oder Renault oder Volkswagen setzt für mal rund 20.0000 Euro und dann meint individuell oder ein Draufgänger zu sein.

Wenn die Leute so doof sind wie Du hier unterstellst müssten wir wohl jeden Tag etliche Tote einsammeln die trotz Red Bull nun doch nicht fliegen konnten.

Naja, werbung appeliert ja nicht nur an die Doofheit der Leute: menschen, die Werbung machen greifen ja auch verschiedenste Ergebnisse zurück. Das ist ja eine riesen Wissenschaft für sich. Das geht weit darüber hinaus, dass irgendwer sagt: "Hey, wir malen jetzt das Bild eines Draufgängers und dann glauben uns die Deppen das". Da wird sehr viel mit Bildern und Eindrücken und unbewussten Assoziationen gearbeitet.
Natürlich rechnet keiner damit, dass Werbung 1zu 1 geglaubt wird: Darum geht es nicht: Es geht darum, Leute positiv zu "fesseln".
Und es sagt schon was über eine Gesellscahft aus, wenn man sie mit solchen Bildern von draufgängerischen Individualisten fesseln kann: Wenn DAS sozusagen als starker Trigger zum Kauf identifiziert wurde. Schau Dir Autowerbung der 60er Jahre an: Welche völlig anderen Trigger dort ausgespielt werden.

ich finde diese Diskrepanz zwischen der ganz offenbar existierenden wunschvorstellung einer unabhängigen Individualität zusammen mit der klar beobachtbaren Tendenz, dass alles immer "gleicher" wird, jedenfalls bemerkenswert. Das sagt was aus über unsere Gesellschaft.
 
ich finde diese Diskrepanz zwischen der ganz offenbar existierenden wunschvorstellung einer unabhängigen Individualität zusammen mit der klar beobachtbaren Tendenz, dass alles immer "gleicher" wird, jedenfalls bemerkenswert. Das sagt was aus über unsere Gesellschaft.

Was soll da dran bemerkenswert sein, Menschen tendieren immer in die Richtung, die ihrem eigenen Leben genau gegenüber steht, wer langweilig lebt, wünscht sich was spannendes, wer spannend lebt, beneidet die mit dem ruhigen, eintönigen Leben. Wo alles mit der Heckenschere angeglichen und passend gemacht wird, ist gelebte Individualität ein Ausdruck von Mut und darum um so höher angesehen.
 
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