@ kareena
Der Fachkräftemangel ist grundsätzlich kein Mythos. Zumindest ist bei uns privat in den letzten 2 Jahren der Teufel los. Egal ob Handwerker, Anwalt, Gartenbauer - wir werden einfach von allen auf Ewigkeit vertröstet. Überarbeitet, Personal krank, nichtbesetzte Stellen. Unser Gartenbauer hat jetzt 17 Wochen gebraucht um 30 qm Garten instand zu setzen. 4 Mann Betrieb, 7 könnte er gebrauchen. Außer Hilfsarbeiter meldet sich niemand. Und die nützen nichts, da er ja eine Fachkraft benötigt um ein zweites Team zu bilden, das auch mal ohne den Chef auf der Baustelle den ganzen Tag alleine bleiben kann. Die Headhunter Branche boomt wie nie zuvor. Junge ausgelernte werden im Handwerk von Fremdfirmen und Vermittlern abgeworben.
Also ich hatte dies so krass auch nicht gedacht und hatte ja selbst den Mangel auch eher belächelt. Mittlerweile hat sich meine Denke diesbezüglich etwas geändert.
Ich kenne viele Stellenanzeigen, aber kaum jemand wird eingestellt. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert.
Du sprichst von Verwahrlosung. Das sollte natürlich niemandem passieren.
Ein besseres Netz bietet ja dann hoffentlich die Neuregelung rund um Sanktionen. Aber auch hier fehlen einfach Differenzierungen. Wer verwahrlost? Meine Mutter bezieht Rente auf H4 Niveau und davor bezog einige Zeit Hartz IV. Sie verwahrloste deshalb aber nicht. Sie hatte trotzdem einen geregelten Tag, die Wohnung war in Schuss, und wenn sie vom Amt einen Termin bekam, ist sie hingegangen. Und Jobangebote (putzen) hatte sie angenommen und diesen so lange ausgeübt bis die Stelle gestrichen wurde weil die Firma in welcher sie putzte dicht machte oder Firmen aus Kostengründen die Zahl der Reinigungsstunden immer weiter reduzierte. Es kam niemals eine Aussage von ihr:"Den Drecksjob mache ich nicht". Sie hatte 1x eine unzumutbare Stelle abgelehnt weil die Anreise mit den Öffentlichen gar nicht möglich gewesen wäre. Und sie wurde auch nicht sanktioniert. Meine Mutter ist körperlich schmächtig und gesundheitlich aufgrund von Brandverletzungen vor Jahren eingeschränkt. Aber klar, dem 24 jährigen gesunden jungen Mensch kann man natürlich nicht zumuten arbeiten zu gehen... :mad:
Es gibt doch heute kaum vernünftige Arbeit. Meistens sind es befristete Stellen oder Zeitarbeitsfirmen. Heutzutagen reichen die Löhne einfach nicht.
Nochmal zurück: Wer verwahrlost? Kranke Menschen sollten die Grundsicherung beziehen und kein Hartz IV, da sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen.