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Traumatische Kindheit: Mutter (90) fordert Absolution vor ihrem Lebensende.

Deshalb verleugnet sie ja die Fakten. Sie könnte keinen Tag mit der Schuld leben, wenn sie das ganz objektiv betrachten würde.
Vielleicht gilt das für @Struwwelpeter 's Mutter... für meine gilt das nicht, weil sie nicht Offensichtliches verleugnet, sondern tatsächlich unfähig ist, es wahrzunehmen.
Sie hält sich in aller ihr eigenen Aufrichtigkeit bis heute für eine große Pädagogin, die leider das Pech eines massiv missratenen Kindes hatte.

Was für viele narzisstische Störungen gilt: sie lügen, ohne es wirklich als Lüge wahrzunehmen, sie biegen die Realität. Die Gründe für diese verschobene Wahrnehmung liegen so tief verschüttet in der sehr frühen Kindheit, die sind nicht mehr wahrnehmbar für den Betroffenen.
Es ist eine massive Störung des Cluster B; dass es heute als Trenddiagnose herhalten muss, sobald jemand mal an sich selbst denkt, ist für wirklich Betroffene eine sehr unschöne Entwicklung.

Natürlich kann das gut sein, dass die Mutter von @Struwwelpeter auch so tickt. Dafür spricht ja zum Beispiel diese klare Einteilung in die "Goldkinder" und das "schwarze Schaf".
 
Eigentlich ist der Kontakt schon abgebrochen – bis auf ihre Anrufe, bei denen sie versucht, die Realität zu verdrehen und mir eine unbeschwerte Kindheit einzureden.
Ich sehe jetzt ein, dass ich auch den Telefonkontakt komplett einstellen muss.
Ich werde ihre Nummer jetzt einfach blockieren.
Es ist der einzige Weg, um mich selbst bemuttern zu können und diese Frau endgültig ihrem Schicksal zu überlassen.
Deine Mutter weiß um ihre Schuld ganz genau.
Ich bin mir deshalb sicher, weil sie dich bereits zu Lebzeiten bewusst enterbt hat und alles deinen Brüdern überlassen hat..,
Eine aufrichtig liebende Mutter betreibt nicht solche perfide Spielchen …

Es ist absurd und schrecklich und mich wundert es, dass du überhaupt noch Kontakt zu ihr gehalten hast.

Wie rechtfertigt sie denn ihre Entscheidung, alles deinen Brüdern zu überlassen?
 
Die Frage ist auch , was letztendlich an Verbitterung; Enttäuschung und Verhärmung
in uns beibehalten wird, durch Kontaktabbruch wird nix geheilt, sondern nur Verdrängt.
Schweres wiegt sich auch nicht mit einer Entschuldigung aus.

Ich habe Gnade und Größe walten lassen, weil es im Angsicht desTodes , einen Frieden gab und das Gefühl als Erwachsene Frau über dem "Grausamen der Vergangenheit "zu stehen.
Ich hielt lange im Todeskampf ihre Hand, die die mich so schlug und emotional verhungern ließ.
Liebe ist die stärkste Kraft und heilt.
Ich bin heute noch sehr Froh darüber, es fühlt sich Richtig an.
Anders hätte ich wohl nie diesen Frieden und diese Kraft, zumindest für mich, gefunden.
In jeden Schlechten ist also auch was Gutes.
In jeden Guten ist auch was schlechtes, zu finden.
Ganz wie man es betrachtet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke nicht, dass man alles verzeihen muss und wieder auf den anderen zugehen.
Alles ist immer ein Kann und kein Muss.
Ich weiß, wie gut es mir tut, zu verzeihen, wenn ich die Situation/das Geschehen neutral und bewusst verarbeitet habe und es keinen Einfluss mehr auf mich hat in der Zukunft. Das Schlimmste für mich wäre es nachtragend zu sein, eine Verbitterung in mir zu haben und zu glauben, dass ich nur dann wieder ich sein kann, wenn das alle anderen anerkennen als ihre Schuld, als meinen daraus resultierenden Schmerz und auf eine Entschuldigung warten würde. Das würde mich lähmen und das ist etwas, das ich nicht zulasse. Auch weiß ich, dass ich nie die Stärke in mir hätte ohne einige schmerzhafte Erfahrungen, weil ich überzeugt bin, dass negative Erfahrungen reflektierterer Betrachtung bedürfen und mehr lernen lassen. Ich bin sogar dankbar für die psychischen Qualen meines Vaters, die ich in ihrer Heftigkeit niemandem zumuten möchte, weil sie mich früh haben stark, unabhängig und selbst liebend gemacht haben, vielleicht anfänglich aus Trotz, aber dann immer bedeutender für mich, meine Persönlichkeit, mein ganzes Handeln. Meine Partnerschaft hätte ich, ohne das alles, nie so gefunden und damit nicht mein/unser Glück.
Ich hatte es geschafft, das alles vorher zu verarbeiten und mit mir im Reinen zu sein. Damals gab es weder Foren noch wirklich viele Therapieangebote, auf dem Land erst recht nicht. Aber es gab mich, meinen Kopf, meine Seele, meine Empathie und meine Frage, wie ich das alles ohne Zorn, Groll, Wut, Stagnation, Hinderung und Belastung meistere und damit war mein Weg gefunden, meine Grenzen setzen und kommunizieren, keine Bedingungen an Opfer/Täter stellen, meine Realität muss nicht ihre sein, ihre nicht meine und außerhalb dieser Geschehnisse begegnet man sich als Mensch, der sich ja auch im Laufe der Zeit verändert, keine Vorwürfe, kein Warum?, kein Schönreden. Es war so und es ist nicht mehr so.
 
Ich finde diesen Artikel für eine andere Sichtweise sehr interessant. Nicht unbedingt für den Vater, der dich ja schwer körperlich misshandelt hat ( und ohnehin tot ist), aber vielleicht doch für die Mutter. Einfach allgemein.
 
Naja ich muss auch hinzufügen das ich immer wieder langjährig kein Kontakt mehr zu ihr hatte.
Ich kann das gut verstehen.
Es gab immer wieder Zeiten, später die Geburt meiner Tochter, wo ich versuchte harmonisches Aufzubauen,aber sie kam nicht aus ihrer Haut und mich triggerte vieles.
Doch letzendlich ist es der Mensch der mich geboren hatte.
Ich suchte Liebe, so lange..und am Ende war ich diejenige, die sie gab.
Dafür steht das Wort- Ver-geben.
Beim Verzeihen, will man noch was für sich heraus ziehen.
 
Es hat Jahrzente gedauert aus meinen Verletzungen heraus zu kommen, aus dem Grund,
weil ich die Wut und den Hass nicht mitnehmen wollte, in meine Zukunft.
Es muss nicht jeder verstehen und nicht jeder muss Gütig sein, aber eine Größe es so zuhandhaben, hatte es allemal.
Ich denke, es gibt unterschiedliche Arten von Größe, eben für unterschiedliche Menschen (auf beiden Seiten der Position)..
Die Mutter des TE hat ja auch nicht nur ihre Taten in der Vergangenheit begangen, sondern setzt sie in gewisser Hinsicht mit der Enterbung auch in der Gegenwart fort. Ich denke, alle Menschen und jede Situation ist anders und führt zu anderen Reaktionen.

Mir kommt vor, alles, was einen dazu bringt, ein gutes Leben führen zu können, ist eine Art von Größe (vor allem nach so einer Kindheit!).
 
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