Auf welche Weise hast du das eigentlich im Nachhinein rausgefunden?
Ich habe es nur durch einen puren Zufall und die Arglosigkeit ihres eigenen Anwalts erfahren.
Vor etwa drei Jahren rief mich meine Mutter an.
Sie behauptete, sie wolle das Elternhaus schon zu Lebzeiten an uns Kinder überschreiben, um uns später den Papierkram zu ersparen.
Dafür bräuchte sie eine Kopie meiner Geburtsurkunde.
Ich schickte ihr die Kopie per Post zu.
Kurz darauf rief sie wieder an: Die Kopie reiche nicht. Ich solle ihr das Original zukommen lassen.
Weil ich die Urkunde weder der Post anvertrauen, noch ihr persönlich bringen wollte, schlug ich vor, das Dokument direkt bei ihrem Anwalt vorbeizubringen und dort beglaubigen zu lassen.
Sie nannte mir die Kanzlei, und ich machte sofort einen Termin aus.
Beim Anwalt angekommen, flog das gesamte Lügenkonstrukt auf.
Es ging überhaupt nicht um unser Elternhaus.
Der Anwalt ging fälschlicherweise davon aus, dass ich voll in die Pläne eingeweiht sei.
Arglos sprach vom angeblich gestohlenen Berliner Testament und der "zufälligen Kopie" die mein Bruder kurz vor dem Einbruch gemacht haben soll.
In diesem Zuge erwähnte er auch, dass meine Brüder damals nach dem Tod meines Vaters je 100.000 Euro als Unterstützung für Hausbau und -umbau erhalten hatten.
Der Anwalt schlug mir dann direkt vor, ich könne ja an Ort und Stelle per Unterschrift bestätigen, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei.
Ich lehnte die sofortige Unterschrift ab und sagte, dass ich mir zuhause alles inRuhe durchlesen möchte, bevor ich unterschreibe.
Er wollte mir das Schriftstück, das ich unterschreiben sollte aber nicht mitgeben und sagte, dass er die Sache nun ans Nachlassgericht weitergibt. Ich würde zeitnah Post vom Nachlassgericht erhalten.
Auf einen Brief vom Nachlassgericht wartete ich vergeblich.. Deshalb rief ich etwa drei Wochen später noch einmal beim Anwalt an und fragte und nach dem Stand der Dinge .
Er speiste er mich kurz ab: Die Sache sei erledigt. Mein Bruder habe in der Zwischenzeit eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, dass das Original-Testament wirklich existierte.