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Traumatische Kindheit: Mutter (90) fordert Absolution vor ihrem Lebensende.

Also, du kannst den Threadtitel noch umändern, was ich dir auch raten würde. Er ist irreführend und das hat auch mit Respekt den anderen Forenmitgliedern zu tun. Zudem hat diese Irreführung Einfluss darauf, was geantwortet wird.

Es ist ein Unterschied, ob jemand alt ist und bald sterben wird oder schon im Sterben liegt.

Die Anführungszeichen im Titel sollten eigentlich unmissverständlich ausdrücken, dass sie aktuell nicht akut im Sterben liegt, sondern sich mit ihren 90 Jahren dem Lebensende nähert und nun versucht, ihre Lebensbilanz reinzuwaschen. Sie steht also erst mit einem Bein im Grab.

Ich habe nicht damit gerechnet, dass es User gibt, die die Funktion von Anführungszeichen nicht verstehen.
Da der Titel aber offenbar irreführend ist, kann er gern in 'Mutter (90) fordert Absolution vor ihrem Lebensende' abgeändert werden.

Ansonsten verstehe ich nicht, warum du überhaupt noch Kontakt zu ihr hast. Warum und wozu?

Wie ich hier ja schon ausführlich geschrieben habe, sehen wir uns überhaupt nicht mehr.
Ich habe seit Jahren persönliche Treffen komplett eingestellt.
Unser Kontakt bestand lediglich aus Telefongesprächen. Sie rief mich alle paar Wochen an.
 
@Leere?Zukunft, ich glaube, du hast ein "nicht" vergessen, oder?

Ich finde, es zeugt von Größe, zu sagen: Jetzt reicht es mir.
Den Kontakt zur Herkunftsfamilie abbrechen, das ist ein großer, vielleicht der größte Schritt, den man tun kann.
Die Verbindung zu den Eltern zu kappen, das ist sicher keine leichtfertige Entscheidung - ich kenne auch Leute, die das getan haben, und da war die Kindheit meines Wissens längst nicht so krass geprägt von Grausamkeiten, Gemeinheiten und Gewalt.
 
Deine Mutter weiß um ihre Schuld ganz genau.
Ich bin mir deshalb sicher, weil sie dich bereits zu Lebzeiten bewusst enterbt hat und alles deinen Brüdern überlassen hat..,
Eine aufrichtig liebende Mutter betreibt nicht solche perfide Spielchen …

Es ist absurd und schrecklich und mich wundert es, dass du überhaupt noch Kontakt zu ihr gehalten hast.

Wie rechtfertigt sie denn ihre Entscheidung, alles deinen Brüdern zu überlassen?

Das mit dem Erbe ist eine sehr verworrene Geschichte, die ich hier nur oberflächlich anreißen möchte: Nach dem Tod meines Vaters vor über 20 Jahren kam nie Post vom Nachlassgericht. Ich habe mir darüber damals keine Gedanken gemacht, weil ich mich mit dem Erbschafts-Prozedere gar nicht auskannte.
Jahre später tischte meine Mutter mir eine unglaubwürdige Geschichte über einen Einbruch auf, bei dem angeblich zielgerichtet nur eine Geldkassette mit dem originalen 'Berliner Testament' aus ihrem Schlafzimmerschrank gestohlen wurde – welches sie nach dem Tod meines Vaters umgehend beim Nachlassgericht hätte einreichen müssen, damit es in Kraft tritt.
Ohne dieses Berliner Testament hätte ich, genau wie meine Brüder und meine Mutter, direkt Anspruch auf meinen Pflichtteil gehabt.

Das angeblich in der Geldkassette vor sich hingammelnde Berliner Testament war nun also geklaut.

Aber wie es der unglaubwürdige Zufall so will, hatte mein Bruder kurz vor dem Diebstahl eine 'Kopie' dieses Testaments gemacht.
Ich sollte zusammen mit meinen Brüdern beim Rechtsanwalt meiner Mutter erscheinen und per Unterschrift bestätigen, dass es das Berliner Testament tatsächlich im Original gegeben habe.

Weil ich mich weigerte, diese höchst zweifelhafte Einverständniserklärung zu unterschreiben, regelte mein Bruder das Ganze über eine eidesstattliche Erklärung.
Ich bin mir sicher, dass hier im Nachhinein im Zusammenspiel mit meiner Mutter massiv manipuliert und betrogen wurde.
Ungefähr zeitgleich erfuhr ich noch, dass meine Mutter meinen Brüdern direkt nach dem Tod meines Vaters je 100.000 Euro hat zukommen lassen – mir nicht.
Meine Mutter weiß genau, was sie tut. Sie rechtfertigt es gar nicht – sie lügt, betrügt und manipuliert einfach so lange, bis ihre Realität für sie passt.
 
Alles ist immer ein Kann und kein Muss.
Ich weiß, wie gut es mir tut, zu verzeihen, wenn ich die Situation/das Geschehen neutral und bewusst verarbeitet habe und es keinen Einfluss mehr auf mich hat in der Zukunft. Das Schlimmste für mich wäre es nachtragend zu sein, eine Verbitterung in mir zu haben und zu glauben, dass ich nur dann wieder ich sein kann, wenn das alle anderen anerkennen als ihre Schuld, als meinen daraus resultierenden Schmerz und auf eine Entschuldigung warten würde. Das würde mich lähmen und das ist etwas, das ich nicht zulasse. Auch weiß ich, dass ich nie die Stärke in mir hätte ohne einige schmerzhafte Erfahrungen, weil ich überzeugt bin, dass negative Erfahrungen reflektierterer Betrachtung bedürfen und mehr lernen lassen. Ich bin sogar dankbar für die psychischen Qualen meines Vaters, die ich in ihrer Heftigkeit niemandem zumuten möchte, weil sie mich früh haben stark, unabhängig und selbst liebend gemacht haben, vielleicht anfänglich aus Trotz, aber dann immer bedeutender für mich, meine Persönlichkeit, mein ganzes Handeln. Meine Partnerschaft hätte ich, ohne das alles, nie so gefunden und damit nicht mein/unser Glück.
Ich hatte es geschafft, das alles vorher zu verarbeiten und mit mir im Reinen zu sein. Damals gab es weder Foren noch wirklich viele Therapieangebote, auf dem Land erst recht nicht. Aber es gab mich, meinen Kopf, meine Seele, meine Empathie und meine Frage, wie ich das alles ohne Zorn, Groll, Wut, Stagnation, Hinderung und Belastung meistere und damit war mein Weg gefunden, meine Grenzen setzen und kommunizieren, keine Bedingungen an Opfer/Täter stellen, meine Realität muss nicht ihre sein, ihre nicht meine und außerhalb dieser Geschehnisse begegnet man sich als Mensch, der sich ja auch im Laufe der Zeit verändert, keine Vorwürfe, kein Warum?, kein Schönreden. Es war so und es ist nicht mehr so.

Schön, dass du diesen Weg für dich gefunden hast. Mein Weg ist das jedoch nicht. Ich bin nicht dankbar für erlittenen Missbrauch, Kriminalität und Betrug, und ich ziehe daraus auch keine Stärke. Für mich ist es passender, das Unrecht klar als das zu benennen, was es ist, anstatt es unter dem Deckmantel einer vermeintlichen 'neutralen Verarbeitung' wegzulächeln. Trotzdem danke, dass du mir aufzeigen wolltest, wie ich zu denken habe.
 
Ich finde diesen Artikel für eine andere Sichtweise sehr interessant. Nicht unbedingt für den Vater, der dich ja schwer körperlich misshandelt hat ( und ohnehin tot ist), aber vielleicht doch für die Mutter. Einfach allgemein.
Danke für den Link.
Passt für mich und meine Situation aber nicht. Ich mache meine Mutter nicht "böse".
Dafür sorgt sie selbst ganz ausgezeichnet.


 
Alles ist immer ein Kann und kein Muss.
Ich weiß, wie gut es mir tut, zu verzeihen, wenn ich die Situation/das Geschehen neutral und bewusst verarbeitet habe und es keinen Einfluss mehr auf mich hat in der Zukunft. Das Schlimmste für mich wäre es nachtragend zu sein, eine Verbitterung in mir zu haben und zu glauben, dass ich nur dann wieder ich sein kann, wenn das alle anderen anerkennen als ihre Schuld, als meinen daraus resultierenden Schmerz und auf eine Entschuldigung warten würde. Das würde mich lähmen und das ist etwas, das ich nicht zulasse. Auch weiß ich, dass ich nie die Stärke in mir hätte ohne einige schmerzhafte Erfahrungen, weil ich überzeugt bin, dass negative Erfahrungen reflektierterer Betrachtung bedürfen und mehr lernen lassen. Ich bin sogar dankbar für die psychischen Qualen meines Vaters, die ich in ihrer Heftigkeit niemandem zumuten möchte, weil sie mich früh haben stark, unabhängig und selbst liebend gemacht haben, vielleicht anfänglich aus Trotz, aber dann immer bedeutender für mich, meine Persönlichkeit, mein ganzes Handeln. Meine Partnerschaft hätte ich, ohne das alles, nie so gefunden und damit nicht mein/unser Glück.
Ich hatte es geschafft, das alles vorher zu verarbeiten und mit mir im Reinen zu sein. Damals gab es weder Foren noch wirklich viele Therapieangebote, auf dem Land erst recht nicht. Aber es gab mich, meinen Kopf, meine Seele, meine Empathie und meine Frage, wie ich das alles ohne Zorn, Groll, Wut, Stagnation, Hinderung und Belastung meistere und damit war mein Weg gefunden, meine Grenzen setzen und kommunizieren, keine Bedingungen an Opfer/Täter stellen, meine Realität muss nicht ihre sein, ihre nicht meine und außerhalb dieser Geschehnisse begegnet man sich als Mensch, der sich ja auch im Laufe der Zeit verändert, keine Vorwürfe, kein Warum?, kein Schönreden. Es war so und es ist nicht mehr so.
Man kann abschließen und trotzdem nicht verzeihen. Das geht auch.
 
Ich lese heraus, dass es kein Berliner Testament gab. Vielleicht ein anderes, oder gar keines. Auf jeden Fall haben sie ein Testament gefälscht, in welchem deine Mutter begünstigt wird. Und auf dieser Basis konnte deine Mutter dann entscheiden, wer wieviel vom Erbe erhält.

Und auf jeden Fall gab es so ja einen Erben weniger (dich!) so dass für alle anderen mehr übrig bleibt. Und darum haben deine Brüder da mitgemacht.

Und da bin ich wieder bei dem, was ich bereits schrieb. Wieviel Jahre Gefängnis bekomme ich denn, wenn ich ein Testament fälsche und mir ein paar hunderttausend (!) Euro unter den Nagel reiße? Das endet immer mit einer Freiheitsstrafe, und die wird bei diesen Beträgen auch nicht zur Bewährung ausgesetzt. Und dir hat deine Mutter damit auch massiv geschadet.
 
Man kann abschließen und trotzdem nicht verzeihen. Das geht auch.
Das ist Richtig, das kann man ;

und gärt in eine Verhärtung.
Ist es nicht genau das , was wir uns nicht gewünscht haben.

Und manchmal hassen die Menschen sogar jeden und alles,
als Ersatz für Ungelöstes.

Etwas verzeihen heisst, da ist mir noch jemand was schuldig.
Etwas nicht verzeihen heisst auch, da ist mir noch jemand was schuldig.
Das Wort Ent-schuldigung sagt es noch Klarer.

Ver-geben heisst, ich ver-gebe dir , aber Vergessen ist es nicht.
Vergeben tut nicht weh, es ist Weich, und ohne weitere Forderungen, für den eigenen Seelenfrieden.
 

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