Bei Homosexualität geht es um Freiheit. Die Freiheit, dass es jedem Menschen selbst überlassen ist, mit wem er wie soziale Kontakte, insbesondere romantische und sexuelle Beziehungen hat. Homosexualität muss insofern auch nicht "anerkannt" oder medizinisch belegt werden.
Das sehe ich anders. Es geht für mich nicht um die Freiheit, soziale Kontakte nach Belieben leben zu können. Es geht um so viel mehr.
Transsexualität ist aber anders. Es zieht nach sich, dass Menschen eine rechtliche Andersstellung fordern und eine andere Wahrnehmung von Anderen wollen.
Genau darum geht es für mich auch bei der Homosexualität.
Ich möchte als Mensch wahrgenommen werden, der eine gleichgeschlechtliche Beziehung hat, ohne dass ich es erklären muss, ohne dass ich mich rechtfertigen muss. Vor allem aber fordere ich rechtliche Gleichstellung.
Sprich jemand der z.B. optisch und körperlich männlich ist, fordert als weiblich angesehen und behandelt zu werden,
Nun fällt es dem homophoben Teil der Bevölkerung aber nicht sonderlich schwer, bei einer homosexuellen Beziehung danach zu fragen, wer denn nun die Rolle der Frau bzw. des Mannes einnimmt. Homosexuelle Männer müssen sich sagen lassen, dass sie eine starke feminine Seiten haben. Da ist es nicht so schwer die körperlichen Voraussetzungen zu übersehen und nach dem eigenen Rollenklischees zu entscheiden.-
inklusive aller Rechte, zum Beispiel auch dass er keinen Wehrdienst ableisten muss.
Wir sprechen doch hier von einem Menschen, der einen extrem großen Leidensdruck hat und oft mit seinem Leben so wenig klar kommt, dass er Suizidneigungen hat. Und Dich kümmert, dass SIE dann keinen Wehrdienst mehr machen muss?
Wie Hempels schon sagte, erstens gibt es den nicht mehr, zweitens dienen doch nicht erst seit gestern Frauen bei der Bundeswehr und drittens, sollte die Wehrpflicht wieder eingeführt werden, warum dann nicht genauso für Frauen?
Er fordert diese Andersstellung auf Kosten der Gesellschaft, sei es dass die Gesellschaft ihm die gewünschte Operation bezahlt oder Sprachregeln ändert.
Was ist das für eine Gesellschaft, die billigend einen Suizid in Kauf nimmt, nur weil sie Probleme mit den Pronomen hat?
Und was die Kosten der OP betrifft. Ich habe das schon mal geschrieben, aber offensichtlich muss man in diesem Forum alles x-mal schreiben, die Krankenkassen sind eine Versicherungsleistung. Transmenschen sind vor und nach einer OP durchaus in der Lage zu arbeiten und damit ihren Anteil in diese Kasse einzuzahlen.
Bist du so auch drauf, wenn es zum Beispiel um Autoversicherungen geht? Bei einem Tempolimit würde es weniger Unfälle geben und damit würden die Beiträge senken. Kämpfst Du dafür auch?
Homosexualität ist vollkommen natürlich! Es gab in allen Zeiten Homosexualität. Zwar war das immer die absolute Minderheit, aber so what? Eine "geschlechtsangleichende" OP würde ich aber nicht als natürlich bezeichnen.
Und was heißt das jetzt?
Weder ist mir klar, was man davon hat, es als natürlich oder unnatürlich zu bezeichnen, noch ist mir klar, warum Du hier das Hoheitsrecht der Definition für Dich in Anspruch nimmst.
Abgesehen davon, und das wurde hier schon so oft geschrieben, die strikte Aufteilung in zwei Geschlechter ist ein künstliches Konstrukt. Wenn man sich in der Welt und in der Geschichte umschaut, wenn man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, sieht man sehr deutlich, dass Geschlechtereinteilung eine gesellschaftliche Übereinkunft ist und keine "natürliche Sache".
Und jeden Scherz, es gibt wenigstens drei Geschlechter. Man kann nicht einfach einem Zwitter seine Identität absprechen und zum Mann umoperieren, nur weil wir in einer männlich geprägten Gesellschaft leben. Auch damit verletzt man massiv das Selbstbestimmungsrecht.
Wir reden nicht über natürlich oder unnatürlich, sondern über Fragen der Moral und Ethik.
Ja "natürlich" ist immer so eine Sache. Es gibt auch Menschen, die mit schweren Missbildungen geboren werden, welche man dann operativ korrigiert.
Man operiert aber doch nicht, damit sie natürlich werden.
Ich finde es sind aber zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, ob jemand ein blaues oder rotes Auto mag (=homosexuell oder heterosexuell ist) oder ob er ein blaues Auto fährt und von der Gesellschaft fordert ihn als rotes Auto wahrzunehmen (=Transsexualität).
Was hat ein blaues oder rotes Auto mit Transidentität und Homosexualität zu tun?
Hier geht es um Menschenrechte.
Natürlich hast auch Du ein Menschenrecht auf Deine Meinung, Deine Sicht auf die Welt und auf Deine Gewohnheiten. Aber es ist nun mal leider so, dass dort, wo die Rechte anderer verletzt werden, eine Grenze ist. Und wenn wir Dein Recht auf Deine Weltsicht abwägen müssen gegen das Recht eines transindenten Menschen ein lebenswertes Leben zu haben, glücklich zu sein, psychisch gesund zu werden, dann sorry, bist Du derjenige, der ein Stück zurückstecken muss. So ist das im Leben, jeder muss irgendwo ein Stück Rechte abgeben udn Pflichten übernehmen.
Du bist immer groß darin, von Deinen Rechten zu reden und was man Dir alles an Freiheiten nimmt. Aber es geht nicht nur immer um Dich.
Ich glaube, dass viele homosexuelle Menschen mit Transsexuellen sympathisieren weil beide Gruppen eine sehr liberale Gesellschaft wollen, die jegliche Genderbilder akzeptiert. Auch die Feindbilder sind oft ähnlich. Wer Schwule hasst, ist vermutlich auch gegen Transgender. Ich finde aber beides ist grundverschieden, weil den Anspruch anders wahrgenommen zu werden als man ist, transgender Menschen haben, Homosexuelle nicht.
Was versuchst Du mit einer solchen Art der Argumentation zu erreichen? Die beiden Gruppen gegeneinander auszuspielen?
Mir ist es egal, ob man das eine mit dem anderen vergleichen kann. Ich setze mich nicht für die Rechte von Menschen ein, weil ich homosexuell bin und eine liberale Gesellschaft will. Ich setze mich für die Rechte von Menschen ein, weil es das Richtige ist. Weil wir nur in einer solidarischen Gemeinschaft firedlich miteinander leben können.