Vielen Dank für Deine Antwort.
Ich kenne zumindest mittlerweile durch ein spezielles Forum viele, viele Eltern, die ihre Kinder auf diesem Weg begleiten,
Oft schon von frühester Kindheit an.
So sollte es auch sein, finde ich.
Ich persönlich sehe mich da jedenfalls nicht in der Verantwortung, für diese Eltern irgendwas zu entscheiden. Wenn es ersichtlich wird, dass die Eltern sich damit überfordert sehen oder diese merken, dass das System nicht funktioniert, ist es ihre Aufgabe im Namen der Kinder auf Änderungen zu bestehen.
Manchmal stellen sich Väter quer, manchmal Grosseltern. Das ist dann ganz schlimm für die Kinder wenn die sich weigern, das gewünschte Pronomen oder den neuen Namen zu verwenden oder Aussehen und Kleidung etc. zu akzeptieren,
Hier greifen nach meinem Empfinden veraltete moralische Gründe. Das erinnert sehr daran, wenn sich ein Mensch innerhalb einer Familie als homosexuell outet und dann ausgestoßen wird. Es erinnert mich auch an indische Frauen und Männer, die aus Liebe außerhalb ihrer Kaste heiraten wollen. Das geht bis zu Morddrohungen. All das sollte für eine Gesellschaft nicht normal sein und gehört abgeschafft.
Hier ist doch die Frage, machen wir es den Betroffenen leichter sich zu outen, wenn wir als Gesellschaft diese Menschen ausgrenzen oder ihnen die Selbstbestimmung absprechen nach dem Motto, die wissen sowieso nicht was sie tun und OPs kann man höchstens ab 25 zulassen. Das schürt nur das Gefühl, es wäre etwas Falsches, denke ich.
Erwachsene werden meines Wissens (hab ne Zeitlang im FtM Forum mitgelesen) leider eher nicht von der Familie begleitet/unterstützt.
Das kostet viel Kraft, dann den eigenen Weg zu gehen. Das ist keine leichte Entscheidung, die man mal aus einer Laune heraus trifft.
Es hat ja einen Grund, dass diese Menschen sich erst im Erwachsenenalter outen und Schritte zur Angleichung unternehmen. Die meisten wissen ja spätestens seit der Pubertät dass ihr Körper nicht zu ihrem Empfinden passt. Aber sie haben dann vielfach die Erfahrung gemacht oder wissen intuitiv dass die Eltern „sowas“ niemals akzeptieren oder gar unterstützen würden.
Das ist sehr traurig. Hier wissen viele, wie schwer es ist, sich von der eigenen Familie zu trennen. Selbst bei schwerem Missbrauch fühlen sich die Menschen ihren Familen verpflichtet.
Es gibt auf jeden Fall regelmässige regionale und überregionale Treffen von Trans*Kindern mit ihren Eltern.
Das ist wichtig für alle Beteiligten. Solche Meetings, denke ich, werden von den Krankenkassen über die Selbsthilfe finanziert/gesponstert.
Es wäre eine Maßnahme, einerseits natürlich die Finanzierung zu sichern (da weiß ich nicht, inwieweit die das bereits gesichert haben) und auf der anderen Seite aber auch den Eltern und ihren Kindern eine Teilnahme niedrigschwellig zu ermöglichen.
Das ist dann nämlich der Ort, an dem man auch über solche Themen sprechen kann, dass es eben Menschen gibt, die die OP bereuen. Hier könnte man gemeinsam nach den Gründen suchen, Forschungen anregen, sich zusammenschließen, um letztendlich einen Weg zu finden, wie man dann auch diesen Menschen helfen kann.
Ein Therapeut der keine Erfahrung auf dem Gebiet Trans* hat wird einen ablehnen.
Das gehört eigentlich auch zum Berufsethos.
Und bevor man davon ausgeht, dass die Therapeuten ihre Klienten negativ beeinflussen udn dazu drängen, auf jeden Fall eine geschlechtsangleichende OP zu machen, bevor man also einen ganzen Berufsstand angreift, sollte man dafür belastbare Quellen und/oder Beweise haben.
Um Hormone oder Op‘s bewilligt zu bekommen muss man engmaschige Psychologische Betreuung nachweisen.
Und 2 unabhängige psychiatrische Gutachten.
Winternacht hat schon sehr gut beschrieben, welchen Weg man gehen muss und wie schwierig das zum Teil ist, wie viel an Willkür man dabei auch ausgesetzt ist. Das ist also keinesfalls ein Spaziergang. Ich denke, man muss schon sehr überzeugt sein, dass man das richtige tut, um diesem Druck wirklich stand zu halten.
Wenn überhaupt würde ich eher sagen, dass man etwas an Druck rausnehmen sollte, denn wie schon angesprochen wurde, wenn man sich immer nur gegen Druck von außen wehren muss, kommt man nicht dazu, nach innen zu schauen und zu überprüfen, was man selbst eigentlich will. Darum ziehen sich Menschen häufig in die Einsamkeit zurück, um eine klare unabhängige Entscheidung treffen zu können. Das ist bei Transmenschen auch nicht anders. Die brauchen Raum, Freiheit, um sich selbst finden zu können.