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Mein Freund ist gestorben

Liebste Claudia,

jetzt habe ich Dir am Montag gar nicht geschrieben, obwohl ich so fest an Dich gedacht habe, und ich möchte, dass Du das weißt, und Dir ein Gedicht schicken, dass ich Papa letztes Jahr geschrieben habe (ein paar Wochen nach seinem Tod):


Ich fühle mich ich weiß nicht wie
Ich renne weg und fühl dich doch
Es geht dir gut doch wenn ich flieh
Ist das nicht gut ich weine noch

Du bist nicht hier und alles das
Was Du geliebt hast auf der Welt
Ist nun geblieben tränennass
Wer rief dich nur dass Dich nichts hält?

Du hattest Wurzeln wie ein Baum
Der liebt das Leben und nicht geht
Und doch gingst Du zum andren Raum
Der Wind hat Dich doch umgeweht.

Sag mir, geh'n die Guten früh
Weil Schönes sie erwartet
Weil ein Fliegen ohne Müh
Vielleicht dann für sie startet?

Wenn dem so ist dann will ich Dich
Nicht an mich binden, schöner Stern
Ich lasse los wie fühlt es sich
Ich weine, weine, hab dich so gern.

Ich weite mein Herz
Damit Du fliegen kannst und lieben
Ertrage den Schmerz
Bin hinterblieben.
 
Liebe Claudia,

ich habe eine Kerze angezündet (erinnerst Du Dich an Sisandras Anregung?).

Kerze anzünden - Kerzen, Virtuelle Kerzen, Votiv-Kerzen, Gedenk-Kerzen, Cyber-Kerzen - Cyber-Kerzen anzünden

Wenn Du möchtest, kannst Du auch eine anzünden.

Ich habe eine Gruppe eröffnet, sie heißt N&C. Du kannst auf der ersten Seite oben auf "Suchen" klicken und dann bei "Gruppe" N&C eingeben. Dort findest Du meine Kerze und kannst auch eine anzünden (indem Du auf eine Kerze klickst, die noch nicht brennt).

Wenn Du möchtest...

Lieben Gruß und gute Nacht,
Natascha

Liebe Natascha,
ich habe das hierher kopiert, da es ja mit Alk nichts zu tun hat.

Das mit Kerze anzünden, finde ich eine schöne Idee.

(Bloß habe ich es nicht finden können😕).

Was Trauerarbeit ansonsten angeht,
denke ich eher so,
daß ich froh bin, wenn ich mich ablenken kann,

ich glaube, es würde mir nicht guttun, über oder an meinen Freund zu schreiben.

Zudem ist er für mich nicht weg.

Von daher kann ich auch mit Verabschiedungsritualen nichts anfangen.

Aber eine Kerze würde ich auch gerne jeden Tag anzünden mit dir.

(Das wäre auch hier im Trauerforum ein guter Platz gewesen, es gibt sicher mehr, die diese Idee gut finden..).

Bitte schreib mir nochmal, wie ich das finde . Unter "Suchen" gibt es bei mir keine "Gruppe"😕😕.

Sei lieb gegrüßt,
Claudia
 
Was Trauerarbeit ansonsten angeht,
denke ich eher so,
daß ich froh bin, wenn ich mich ablenken kann,

ich glaube, es würde mir nicht guttun, über oder an meinen Freund zu schreiben.

Zudem ist er für mich nicht weg.

Von daher kann ich auch mit Verabschiedungsritualen nichts anfangen.



Sei lieb gegrüßt,
Claudia

Liebe Claudia, ich glaube genau da liegt der Punkt. Sicher ist Dein Freund nicht "weg", denn er wird immer in Deinem Herzen sein. Aber es ist wichtig das Du anfängst es zu akzeptieren, und Dich nicht versuchst abzulenken. Ich habe schon einmal gesagt:
Es gibt 2 Wege über eine Schlucht zu kommen - 1. man versucht drüber zu balancieren ohne hinunter zu schauen, was eigentlich nie klappt, oder 2. man arbeitet sich ganz hinunter, um auf der anderen Seite wieder hinauf zu kommen...


Ich kann es auch verstehen das es Dir nicht gut tut über Deinen Freund zu sprechen oder schreiben, weil Du keine Trauerarbeit leistest. Ich habe genauso Gefühlt und gedacht wie Du - und habe mich im Kreis gedreht - der Schmerz wollte einfach nicht weniger werden. Bis ich angefangen habe mich damit auseinander zu setzen, zu reden, zu schreiben, zu schreien..... es zu akzeptieren.
Es ist ein langer Weg, aber wenn Du ihn nicht gehst, wirst Du daran kaputt gehen...

lg
 
Das ist es Claudia...

Und egal, ob du dich der Trauerarbeit zuwendest oder nicht. Hätte dein Hannes das gewollt?

Hätte dein Hannes gewollt, dass du an deiner Trauer um ihn kaputt gehst?


Das ist ja genau das,
was ich noch nicht kann.
"Loslassen".

Vielleicht ist die Zeit auch noch zu kurz,
aber es wäre unerträglich für mich,

mir vorzustellen, daß er nicht überall dabei ist.

Vor allem spüre ich das ja oft richtig, das bilde ich mir nicht ein..(??).

Ich habe auch vor langem einen Pakt mit Gott geschlossen, daß mein Freund bei mir bleiben kann,
solange ich ihn brauche..


Ich denke, es ist noch zu wenig Zeit vergangen.
Was ist schon 1 Jahr..
 
Liebe Momo,
ich möchte dir sehr danken für deine Worte.

Ich bin auch sicher, daß du recht hast damit.

Aber für mich ist es noch nicht an der Zeit, sagen zu können, daß er tot, tot, tot..ist.
Das geht überhaupt nicht, ich empfinde es auch nicht so.

TOT.., WEG.,
nein, damit könnte ich (noch) nicht leben.

Für mich ist er bei mir,
nicht in meinem Herzen,
sondern einfach unsichtbar,
wobei ich aber mit ihm reden kann und auch Antworten bekomme.
ER ist es, der mich immer wieder auffordert, weiterzumachen.

Vielleicht muß oder werde ich auch umdenken müssen,
aber jetzt brauche ich diese Gewißheit, daß er da ist, noch absolut.

Für mich ist das meine Realität,
und vor allem aber empfinde ich das so.
Und das hilft mir.

Am Anfang, als ich hier schrieb,
meinte ich immer, Jette dazu bringen zu müssen, endlich wieder froh zu werden, sie war mir ja ein ganzes Jahr "voraus".

Und ich wollte es nicht wahrhaben, daß so ein Verlust einen Menschen total aus einem schönen aktiven Leben rauskicken kann, daß man selber nicht mehr existiert, als der, der man war.
Und das was übrig ist, ist eine Hülle in einem Leben, in dem jeder Tag nur neue Anstrengung, ihn rumzubringen, bedeutet.

Inzwischen bin ich da etwas "abgestumpfter" geworden,

1 Jahr, 2,3...,

bis jetzt versuche ich passiv, daß es besser wird.
Ablenken, die Zeit arbeiten lassen..

Mehr geht absolut nicht.

Sei ganz lieb umarmt,
Claudia
 
Hallo liebe Claudia,

ich kann Dich so sehr verstehen. Mein Freund den ich über alles geliebt habe ist am 07.11.2009 gestorben. Er fühlte sich nicht gut, wir haben uns hingelegt und er hat aufgehört zu atmen. Er wurde nur 41. Mit niemandem habe ich so gelacht, so viel Spaß gehabt, mich so unbeschwert, gut gefühlt. Ich war einfach ich. Selbst mit total zerzaustem Haar hat er gesagt wie ich ihm gefalle.
Ich stehe jeden morgen auf, gehe arbeiten. In mir ist keine Freude mehr, ich weiß es ist keine Lösung aber auch ich mache mir jeden Abend eine Falsche WEin auf und versuche zu vergessen. Ich höre unsere Lieder, denke an die schöne Zeit die wir hatten. Jeden morgen stehe ich auf und wünsche ihm einen guten morgen, verabschiede mich wenn ich aus der Wohnung gehe, erzählte ihm abends wie mein Tag war. Kurz vorm einschlafen sage ich ihm daß er mich heute Nacht im Traum besuchen soll, mich ein letztes Mal umarmen soll, ich hätte mich so gerne von ihm verabschiedet, ihm gesagt wie sehr ich ihn liebe. Mein Arzt hat mir eine Überweisung für einen Psychologen gegeben, aber da bekomme ich keinen Termin.
Ich wünsche Dir ganz viel Stärke, die können wir beide so sehr gebrauchen. Unsere geliebten Menschen gibt uns keiner zurück, aber ich bin dankbar dafür daß wir sechs schöne Jahre miteinander verbringen durften.
 
Hallo, liebe Nicole!

Es freut mich, daß du dich wieder meldest!!

Ich habe deinen Thread mitgelesen,

und dein Schmerz hat mich in diese ersten schrecklichsten Monate zurückgeworfen.

Ich mußte da wieder weg!

Jetzt freut und beschämt es mich zugleich, daß DU die Kraft hast, zu schreiben.

Ich habe oft an dich gedacht,
wie es für dich war, in die Leichenhalle zu gehen.
War das ein zusätzlicher Schock?
Oder hat es dir geholfen?

Du hast dich seitdem leider nicht mehr gemeldet..

Ich habe meinen Freund nicht mehr sehen dürfen, weil sie ihn in der Rechtsmedizin so zerschnitten haben, und dann nach einer Woche auch Infektionsgefahr bestand.

Liebe Nicole,
ich, und andere hier, denen es so geht,
würde mich sehr freuen, wenn du mir, uns, erzählst,

wie es dir ergangen ist die letzten Monate.

Schön, daß du wieder hier bist!!😱

Ganz liebe Grüße,
Claudia
 
Hallo Ihr Lieben,

auch ich melde mich mal wieder und freue mich, daß der Thread wieder aufgegriffen wurde, sowie ich hoffe, daß er Dir, liebe Claudia, vielleicht wirklich mal wieder einen kleinen Stups nach vorne gibt! Vielleicht hat Christa recht, daß Du einfach mit diesem Thema anfangen solltest, erst mal das eine besser auf die Reihe kriegen... Einem solchen Verlust genügend Raum zu geben ist einfach sehr sehr wichtig, auch wenn Du das noch nicht so sehen kannst. Wie forever das darstellt sehr sehr schön. Solche Wunden können nicht heilen, nur häßlich verwachsen und für immer schmerzhaft verknorpeln, wenn sie nicht tief ausgeschnitten, ausgebrannt und gesäubert werden - das ist einfach so!

Sehr schön finde ich Momos Beitrag - ich denke, ich bin vielleicht ähnlich damit umgegangen damals.

Heute, am 29. Januar, wäre mein Freund 34 Jahre geworden - doch irgendwie so jung - aber er hat sich vor 11 1/2 Jahren entschieden, zu gehen. Es ist eine so irre lange Zeit, und er ist immer noch ganz tief in mir drin. So wie Momo beschreibt, empfinde ich auch. Auch ich habe lange gebraucht, loslassen zu können, aber solang ich das nicht getan hab', hatte ich immer das Gefühl, jeden Tag noch ein Stück mehr von ihm zu verlieren (gespürte Nähe, Erinnerung, Zärtlichkeit, usw...), und ich hatte solche Angst, daß er irgendwann ganz weg ist. Seitdem ich vollkommen akzeptiert habe, daß er nicht mehr da ist, daß es seine Entscheidung war, nicht mehr auf dieser Erde zu leben, einen neuen Weg zu gehen, auf dem es ihm vielleicht besser geht als hier, habe ich nicht mehr das Gefühl, daß mir irgendetwas, was ihn betrifft, verloren gehen kann. Er ist hier, in mir, über mir, er möchte mich lachen sehen, und er hilft mir, mich wiederzufinden, genauso wie ich ständig versuche, seine Seele zu wärmen, ihn dankbar anzusehen und ihm seine Schuld nehmen möchte, die er meinetwegen bestimmt ein wenig empfunden hat. Diese Liebe seitdem ist unvergänglich und tiefer als sie anders je hätte sein können. Ich glaube wirklich, daß er irgendwann einfach nicht mehr da gewesen wäre, wenn ich seinen Tod verdrängt hätte - und ich hätte somit nicht nur ihn, sondern auch mich selber ganz verloren.
Irgendwann werde ich ihn wiedersehen - da bin ich ganz sicher. Ich danke ihm sehr für alles, was er mir gegeben hat, und sein Vertrauen. Sein Gehen war auch ein Verrtauensbeweis - er wußte, daß ich es schaffen werde, und auch er weiß, daß uns tief im Innern nichts trennen kann! Vielleicht hat mein Papa, der vor knapp einem Jahr leider auch gehen mußte, ihn schon wiedergefunden...

Ich schickeThorsten zu seinem Geburtstag viel viel Liebe und alles Gute und umarme ihn fest und innig - ich spüre ihn überall!

Liebe Claudia, vielleicht kannst auch Du bald einen Schritt weiter kommen - halte uns auf dem Laufenden - viele hier denken an Dich!

lg in-silence
 
Liebe Claudia und Ihr alle, die Ihr auch traurig seid,

es ist wunderschön und bewegt mich, dass Ihr hier so offen schreibt.

Die Seite mit den Kerzen findet Ihr hier:

Suchen - Eine Kerze anzünden

Dort gebt Ihr bei "Suche nach Gruppen" die Buchstaben N&C ein.

Es wäre schön, wenn Ihr alle hier auch eine Kerze anzünden würdet (wenn Ihr es wollt).

Ganz lieben Gruß,
Natascha
 
Liebe Claudia,

danke für Deine lieben Worte. Ich habe hier oft gelesen wir müssen loslassen, ich frage mich wie sollen wir das machen. Wo fängt loslassen an? Ich versuche es, versuche mir zu sagen es ist endgültig. Andre ist in meinem Herzen, ich rede mit ihm, so als wenn er bei mir wäre. Schaue sein Bild an, streiche ihm über die Wange.
Ihn im Krematorium ein letztes Mal sehen, mußte ich machen. Es war für mich unsere letzte Verabredung, hab mich für Andre hübsch gemacht, einfach weil ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Ich wollte mir vor Augen führen daß er nicht mehr lebt. Er lag da, ganz friedlich, ich habe ein letztes Mal meinen Kopf auf seine Brust gelegt ihn festgehalten. Seine Lippe war etwas aufgerissen, da hat der Notarzt den Schlauch für die Beatmung eingeführt. Er sah aus als ob er jeden Moment die Augen aufmacht und sagt "ha, da hab ich euch aber einen Schrecken eingejagt". In dem Raum war es eiskalt, aber dennoch habe ich soviel Wärme gespürt.
Ich habe hier lange nicht geschrieben weil ich einfach nicht konnte, man liest hier von vielen Schicksalen. Auch das was Dir passiert berührt mich sehr. Keiner der seinen geliebten Partner verloren hat, kann verstehen wie wir fühlen und denken. Ich versuche am Leben teilzunehmen, Spaß zu haben, Andre hätte es so gewollt. Er hätte gesagt lache wenn Dir zum lachen ist, weine nicht um mich, erinner Dich an die schönen Zeiten. Aber es ist schwer.
Es ist schön hier so eine Seite zu finden mit so lieben Menschen die so mitfühlend sind. Das tut sehr gut.
Liebe Claudia, Dein Schicksal berührt mich sehr. Ich weiß so sehr wie es Dir geht, was Du fühlst. Es ist wirklich schön zu wissen daß Du da bist. Du bist einer der wenigen menschen die wissen wie es mir geht. Dafür Danke!
 

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