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Mein Freund ist gestorben

Hannes, 8 1/2 Monate bist du jetzt nicht mehr da,
und danke, ich weiß, du hast mir aus dem größten Schlamassel geholfen:

Aber bitte, mach irgendwas, renn zum Jesus, zu Gott...,
ich halte das nicht aus!!!

DU FEHLST MIR SO!!!!!!!!!!!!!!!

ICH WILL NICHT MEHR ALLEINE DAHEIMSITZEN,
ICH WILL VON DIR GELIEBT WERDEN,
MIT DIR DEN GANZEN TAG ÜBER GOTT UND DIE WELT REDEN, RUMBLÖDELN,
ZUSAMMEN IN DER SONNE LIEGEN, ZUFRIEDEN, WEIL DU DA BIST
Und und und..

Ich weiß, das geht alles nicht so schnell,
braucht viel Zeit...,

aber ich vermisse dich heute wieder so entsetzlich, und nichts kann mich ablenken davon.

Wozu soll ich irgendwohin?? Ich suche eh nur DICH überall.

Es ist zum KOTZEN, SCHRECKLICH, KAUM ERTRÄGLICH!!!

Bitte, mach was, daß ich wieder positiver denke...


(darauf braucht keiner antworten, mußte nur mal raus.., lieber so..)
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Claudia,

ich umarme Dich, ich weiss nicht das selbe aber Du sprichst mir aus der Seele...ich kann das sehr gut nachvollziehen, das weisst Du...es tut mir leid das es Dir heute...heute? nein oft....so bescheiden geht...komm lehne dich an meine Schulter...weine...wie Du kannst...weinen tut gut, der ganze Schmerz kommt dann mal wieder heraus. Ich antworte Dir...selbst wenn Du es nicht wolltes, aber ich wollte es, da es doch mir nicht anders geht. Sei lieb umarmt...ich denke an Dich! Tröstende Worte helfen zwar einen Moment, aber ich weiss auch das es nicht das geben kann was man will. Komm...ich nehme heute einen Teil der Last von Dir auf mich, damit Du etwas aufrechter gehen kannst!

Nur das Beste
Jette
 
Ja, es ist was dran an dem Spruch
"geteiltes Leid ist halbes Leid"..

Es tut irgendwo gut, sich nicht so ganz allein auf der Welt mit diesem Schmerz zu fühlen.
(ich hoffe, auch du, liebe Jette, fühlst das ein bißchen..)

Danke euch!!
 
Liebe momo28,

jetzt muss ich doch mich hier mal zwischeschalten...einfach nur aus deinem "Erfahrungsschatz" Wissen zu schöpfen.
Wie kann man den "Schmerz"...diesen verdammt körperlichen gemerkten Schmerz denn weniger ertagen? Bitte sage oder zeige uns uns auf wie Du dies geschaft hast! Mit Mitteln wenn es geht...es hat doch auch offensichtlich bei Dir geklappt....mit Ausnahmen natürlich...die wären aber zu ertragen...nicht immer täglich...stündlich...minutlich!!!!

Hast Du Erkenntnisse aus deinem Leidensweg, die die uns vermitteln könntest, und damit meine ich nicht verdrängen?

Mein Mann/Freund/Partner ist jeden Augenblick meines Lebens in meinem Herzen und vor meinen Augen...und (sicherlich auch bei Claudia)...eine schöne und vor allem dankbare Erinnerung wäre toll.

Sei lieb gegrüsst von doch eine etwas irritierte Person
Nur das Beste
Jette
 
Liebe momo28,

vielen Dank für deine offenen Worte und hier gezeigtem Weg den Du gegangen bist. Besonders zum Nachdenken hat mich dieser Absatz gebracht:

Und irgendwann, wann kann ich nicht sagen, habe ich angefangen ihm zu verzeihen, dass er mich alleine gelassen hat.
Und habe angefangen, mir zu verzeihen, dass ich es nicht erkennen konnte, wie es um ihn stand.

Vieleicht muss auch ich MIR erstmal verzeihen können, das ich die Anzeichen von Ihm, selbst nach 15-jährigem Zusammenleben, nicht erkannt bzw. etwas gegen gewirkt habe. Erst dann, so glaube ich, kann auch ich Ihm verzeihen.

Bei diesem Absatz habe ich mich wiedergefunden, liebe momo28:

Zum einen fand ich es absolut nicht fair, dass er mich hier alleine zurückgelassen hat und zum anderen machte ich mir Vorwürfe, ich hätte es doch bemerken müssen, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Immer und immer wieder bin ich die letzten Stunden durchgegangen, habe nach Punkten gesucht, wo ich hätte erkennen müssen, dass es ihm nicht gut geht. Dass etwas nicht in Ordnung ist.

Auch ich gehe immer wieder die letzten Stunden durch, auf der Suche nach irgendwelchen Hinweisen, die ich hätte sehen müssen. Eine Antwort auf meine dann aufkommenden Fragen wird es nie geben....soweit bin auch ich schon.

Ich danke Dir noch einmal, zumal ich weiß das Dir dies nicht leicht gefallen ist. Mann wird wieder hautnah erinnert...mann ist wieder in diesem Moment mit Leib und Seele dabei.

Ich umarme Dich und kann dir nur meinen Respekt zollen!

Nur das Beste
Jette
 
Liebe Momo,
danke, daß du uns erzählt hat, wie es bei dir war.

Als ich das gelesen habe, habe ich das so mitgefühlt, dieses einer Todesangst gleiche Gefühl, wie wenn ein Zentner Blei auf dem Brustkorb liegt, und man das Gefühl hat, allein den körperlichen Schmerz nicht mehr auszuhalten, das Herz zerspringt fast, man meint, keine Luft mehr zu bekommen, äußerlich ist nichts sichtbar, aber trotzdem meint man, gerade selber zu sterben, und muß dies aber für sich behalten, weil man jeden Menschen total überfordern würde damit.

Und dieses Gefühl ist für jeden anderen Menschen (Gott sei Dank!) nicht nachvollziehbar.

Du sagst, die Zeit mindert die Wunden, das empfinde ich auch so. Das fängt schon damit an, daß ich nicht mehr dauernd das Gefühl habe, irgendwas schnürt mir regelrecht meine Kehle zu, daß alles unerträglich ist..
.
Ich kann, auch dank meines Glaubens, daß mein Freund immer bei mir ist, und mir auch jetzt gerade wieder zuzwinkert, weil ihm gefällt, wenn ich wieder optimistisch bin,
immer wieder durchatmen und neue Zuversicht regelrecht aufsaugen,
und bin dankbar, wie weit ich es schon geschafft habe in der "kurzen" Zeit.

Ich vermisse meinen Freund jede Minute, aber so auch wie du, Momo, werde ich nicht aufhören, wieder das Positive an unserem Weiterleben zu sehen.
Noch vor wenigen Monaten habe ich mir das für immer nie wieder vorstellen können..

Liebe Jette, (unsere Threads vermischen sich, das paßt auch so),
du stehst tatsächlich noch da wie am Anfang der Trauer. Mit diesen ganzen körperlichen Schmerzen. Dem ständigen "Warum"..
Wenn bei mir 3 Katzenbabies auf meiner Tastatur rumhüpfen würden, würde ich lachen müssen (und dies als ein Zeichen sehen),
meine negativen Gedanken wenigstens erstmal verscheuchen.

Jette, was ich dir vermitteln möchte, das "Warum" wirst du erst dann erfahren, wenn du auch gehst, das habe ich dir schon mal gesagt.
Diese Frage bringt dich HIER niemals weiter.

Hör auf, in Coreanagedichten und in unlösbaren Fragen zu versinken!

Sag doch bitte auch "ok, lieber Gott, ich geb meinem Leben jetzt erstmal (vielleicht ein Jahr, z.B.) eine Chance, und auch ich bemühe mich in dieser Zeit, auch das Gute zu sehen, das mir widerfährt. Danach entscheide ich mich wieder neu".

Jette, und das fängt mit den Katzenbabies auf der Tastatur an..
Deine neue Sichtweise, wenn du dich bitte auf diesen Versuch einläßt..

Und du bist nicht allein mit deiner Trauer.
Wir sind bei dir.
Seid lieb gegrüßt und umarmt
Claudia
 
Liebe Claudia,

natuerlich hast Du Recht...Antworten auf diese Fragen wird es hier nicht geben! Ich habe auch geschmunzelt, ueber die "Tastaturlatscherei" meiner drei Racker...sehen als ein Zeichen habe ich bisher noch nicht und ich bemuehe mich schon auch wieder das Gute im Leben zu sehen (mhh...im Endefekt bleibt uns doch nischt anderes uebrig...oder?) Durch meine z.Z. massiven Arbeitsbemuehungen bin ich auch ganz gut abgelenkt. Aber was ist danach...jede Baustelle wird einmal fertig, dann muss ich neue Überlegungen anstreben um diesen Gruebeleien, immer wieder in´s Loch fallenden Stunden und Minuten zu entgehen.

Du hast Recht...die Treads vermischen sich hier und das darf nicht sein...denn das ist dein ganz persoehnlicher Tread. Ich hoffe, ich schaffe es auch wieder in meinem weiterzuschreiben....z.Z. schmerzt mich das ganze...auch in Hinblick von unserer lieben *quasi*.

Ich umarme Dich ganz lieb!
Nur das Beste
Jette

PS: zu den "Coreanna-Gedichten" wollte ich nur meine Gefuehle ausdruecken.
 
Liebe Claudia,

jetzt schreibe ich hier mal wieder. Ich finde es immer wieder bewundernswert, wie klar Du Deine Gedanken bezüglich des Todes schon in Worte fassen kannst und wie gefaßt und objektiv Du schreiben kannst hier oder auch in dem anderen Thread mit dem Suizid und dem Tod oder Deinem eigenen anderen Thread. Ich bin mir sicher, es gibt auch bei Dir Momente, in denen Du glaubst, zusammenzubrechen, weinst und trauerst. Das ist ganz normal. Aber Du stehst auch schon sehr weit auf wieder, dabei wird es gerade mal ein Jahr…
Du hast Recht, die Frage nach dem Warum, nach dem Jette fragt, sollte man versuchen, nicht zu stellen, oder zumindest damit mit der Zeit wieder aufhören. Noch besser, oder was mir damals geholfen hat, ich habe mir die Frage nach dem Warum selbst beantwortet, offen, realistisch und rücksichtslos. Ich habe nachgeforscht, so weit ich konnte, und den Rest habe ich mir zusammengebastelt. Ich hatte keine andere Wahl – ich werde nie erfahren, was der letztendliche Grund für den Tod meines Freundes war, und ich brauchte einfach eine Wahrheit für mich, konnte mit dem Zweifel auch nicht leben. Und – ich habe mir gesagt, es war gut, ihm geht’s jetzt besser, es war für ihn der einzige Weg. Ich werde ihn immer achten und lieben auf diese andere Art. Aber noch immer weine ich um ihn, und ich denke, so wirklich hört das nie auf.

Wir müssen die Dinge so akzeptieren, und es werden nicht weniger Tote werden, die uns lieb waren, sondern immer mehr mit dem Älterwerden. Wir müssen einfach mit diesen Toten leben, mit ihnen im Herzen und dankbar sein, daß sie so lange körperlich bei uns waren und wir sie so lieb behalten dürfen. Sie sind irgendwo… hinter dem Horizont??

in-silence
 
Liebe In-Silence, bin jetzt erst vom Nachtdienst gekommen, und sehe, daß du mir gestern schon geschrieben hast. Tut mir leid, daß ich nicht gestern schon geantwortet habe.

Ich habe mich die letzten 2 Tage so "normal" und damit gut gefühlt, daß ich alles andere verdrängt habe...

Als ich heute Morgen aus der Arbeit ging, habe ich mich kurz, wohl aus Übermüdung.., einfach nur richtig gefreut, heimzukommen ins vorgewärmte Bett und ich an meinen Freund gekuschelt einschlafen kann, mit dem guten Gefühl, daß er immer irgendwo in meiner Nähe ist.
Nach diesem Moment, den ich so real, wie er eben bis vor einem Jahr war, gefühlt habe, kam ein dermaßen großer innerlicher Zusammenfall, daß ich jetzt gerade wirklich froh bin, irgendwann heimgekommen zu sein ohne dem Drang nachzugeben, daß doch eh alles egal ist und ich überhaupt nichts mehr will außer am liebsten auch tot sein oder mich wenigstens bis zur Besinnlosigkeit zu betrinken.

Ich bin froh, daß meine Vernunft gesiegt hat, aber auch noch erschrocken, wie schnell meine positive Stimmung so dermaßen umkippt.

Liebe In-Silence, das, was Momo gesagt hat, daran glaube ich, jetzt wieder, daran müssen wir glauben.
Es wird mit der Zeit besser.
Ich kann leider auch nicht sagen, wieviel Zeit das braucht, aber ich zwinge mich immer wieder aufs neue, das Leben noch einmal anzugehen, und mich über was zu freuen und nicht nur in die Trauer zu fallen.

Mir gelingt das, weil ich einen intensiven Glauben zu Gott und Jesus entwickelt habe.
Und dabei interessiert mich weder eine Kirche noch die Bibel, sondern wie ich es fühle, und ich spüre und weiß auch, daß mein Freund noch bei mir ist. Er sagt mir immer wieder, daß ich dem Leben eine Chance geben soll, daß ich wieder heiter, so wie er mich geliebt hat, sein soll und er sich am allermeisten freut, wenns mir gut geht.

Und, (wie bei deiner Mutter, Natascha), kann "unverhofft" immer kommen, egal auf welche Art.
Wir dürfen uns und die Hoffnung nicht aufgeben.

Also immer wieder zusammenreißen und weitermachen und auf die guten Dinge des Lebens achten, jede klitzekleine Kleinigkeit.

Ich bin schon allein so dankbar, daß ich euch hier gefunden habe. Alleine hätte ich es nie soweit geschafft.
Das ist so ein Geschenk und Hilfe..
Und Jette, ich wünsche mir so viel davon für dich, und daß du es lernst, zu erkennen, daß nicht ER, dein Retla, der dich geliebt hat, diese schreckliche Tat vorbereitet und ausgeführt hat, sondern diese Krankheit, die schwere Depression und Lebensmüdigkeit ihn dazugebracht haben.
Wenn du es schaffen könntest, das so zu sehen und ihm wieder gut zu sein, könntest du auch wieder Vertrauen in Gott, und in ihn und in dich bekommen und mit dem Wissen und dem Gefühl, daß du nicht alleine bist, das Leben, das wir noch vor uns haben, als eine Herausforderung ansehen, bei der du nur gefordert bist daran zu glauben, daß alles wieder gut wird, wenn du mitziehst.

Jetzt habe ich schon seit gestern früh nicht mehr geschlafen, hoffe, ist nicht zu wirr alles..

Ich umarme euch,
liebe Grüße
Claudia
 

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