Ich möchte gerne nochmal ein paar Punkte klarstellen, damit es nicht zu noch mehr Missverständnissen kommt.
Das Hauptproblem bezüglich meiner Frau ist, dass ich nicht zu ihr durchdringe. Ich habe ihr gesagt, dass es kein weiteres Kind geben wird. Ganz egal, ob sie schwanger werden kann, künstliche Befruchtung, Adoption oder sonstiges. Nein. Das habe ich ihr ganz klar gesagt und ihr keine falschen Hoffnungen gemacht. Sie hat das fast komplett ignoriert.
Ich habe ihr vorgeschlagen mal zusammen zum Gyn zu gehen. Beratung, Check-Up, Hormone checken lassen usw. um zu verstehen, was mit ihr los ist. Das fand sie eine super Idee um zu besprechen, wie sie schwanger werden kann.
Ich habe das Gefühl meine Worte kommen bei ihr gar nicht an oder nur das was sie hören will. Wenn ich dann nicht so reagiere, wie sie das wünscht, dann wird mir wieder alles mögliche Unterstellt.
Was soll ich machen? Reden hilft nicht. Ich kann noch so einfühlsam sein, wenn es nicht ankommt. Ich weiß nicht, wie ich zu ihr durchdringen kann.
Dann bleibt dir nur, ganz unmissverständlich zu sein: „Wenn du ein Kind willst, dann nicht mit mir.“ Punkt. Kein Raum für Interpretationen. Und wenn sie das ignoriert, ist das ihre Entscheidung. Aber du musst deine Grenze klar ziehen und auch dabei bleiben.
Wenn sie glaubt, dich mit Vorwürfen (z. B. Untreue) unter Druck setzen zu können, dann dreh den Spieß um: „Und wenn es so wäre - was dann?“ Wer ständig unbelegte Unterstellungen raushaut, darf sich über eine bittere Antwort nicht wundern.
Du bist kein Spielball ihrer Projektionen und es ist nicht deine Aufgabe, ihren Kinderwunsch auszuhalten, wenn du ihn nicht teilst.
Die Betreuungssituation meiner Tochter: Ich bin mein eigener Chef. Ich kann also entscheiden, ob meine Tochter dabei ist oder nicht. Wenn sie dabei ist, dann rund um die Uhr bei mir. Das geht im Moment dauerhaft, weil sie ja nicht zur Schule geht. Vorher war sie nur in den Ferien und an schulfreien Tagen dabei. Die restliche Zeit wurde sie von meiner Frau betreut. Das habe ich ihr auch nicht aufgezwungen. Ich habe von Anfang an gesagt, dass sie es nicht machen muss und ich eine andere Lösung finden kann. Sie macht es aber gerne. Und als meine Tochter so krank wurde, habe ich wieder angeboten eine andere Lösung zu finden, aber sie macht es weiterhin gerne.
Das ist natürlich super, dass du so flexibel bist, aber das kann doch keine Dauerlösung sein, dass du deine Tochter betreust, ihr Lehrer bist und nebenbei noch arbeitest. Klar - hin und wieder kann sicher auch deine Frau einspringen - trotzdem: lange wird das nicht gutgehen, vor allem, wenn die Erkrankung deiner Tochter weiter voranschreitet.
Es gibt scheinbar aktuell keine schnelle Lösung. Ich habe aber auch das Gefühl, dass man nicht so sehr an einer Lösung interessiert ist. Ich durfte mir letztens in einem Telefonat sehr respektlos anhören, dass ich mir doch nicht so viele Gedanken machen muss. Sie wird ja mit ihren Krankheiten auf dem Arbeitsmarkt sowieso keine Chance haben. Ein guter Schulabschluss ist dann ja wenig nötig.
Außerdem ist die Master-Lösung scheinbar, dass man "solche Kinder" einfach zur Förderschule schickt und dann ist das Thema erledigt. Das wurde mir auch gesagt und ich habe die Förderschule abgelehnt.
Solche Aussagen wie am Telefon sind sehr diskriminierend. Dagegen könntest du theoretisch vorgehen. Was den Rest betrifft, so wirst du dich wohl auch um eine Lösung bemühen müssen. Du kannst nicht nur von den Behörden erwarten aktiv zu werden.
Thema Förderschule: Ich weiß nicht, wie es in anderen Bundesländern ist, aber vermutlich ähnlich. Es geht hier in Förderschulen darum Kinder mit Beeinträchtigungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beschulen. Die Kinder können in Regelschulen nicht beschult werden, weil sie z.B. nicht mitkommen, das Pensum zu hoch ist usw. Das ist bei meiner Tochter ja nicht so.
Doch, das ist bei deiner Tochter schon so. Du hast selbst in deinem anderen Beitrag geschrieben: „Meine Tochter hat in der letzten Zeit so gut wie keinen Schultag komplett geschafft. Sie war entweder gar nicht da oder erst später oder für wenige Stunde. Sie musste meistens den Tag abbrechen und abgeholt werden oder es kam zum Notfall. Sie schafft den normalen Schulalltag nicht mehr. Das hat zum einen körperliche Gründe. Sie kann nicht immer auf Knopfdruck zu einer bestimmten Uhrzeit lernen.“
Deine Tochter mag geistig das Pensum einer normalen Schule schaffen, aber eben nicht mehr körperlich. Das ist wohl leider Fakt. Selbst, wenn man ihr eine medizinische Schulbegleitung zur Seite stellen würde, würde sie in einer regulären Schule irgendwann den Anschluss verlieren. Auf einer Förderschule könnte deine Tochter individuell gefördert werden. Theoretisch wäre das auch auf einer regulären Schule möglich, aber das muss auch die Schule wollen und dann braucht es auch entsprechend ausgebildetes Fachpersonal.
Ich würde dir empfehlen, dass du dich zumindest mal bei einer Förderschule informierst und deine Lage schilderst und dich beraten lässt.