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Kein Eingang zur Menschenwelt

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Hallo,

Ich hatte über das Internet schon länger keinen sprachlichen Kontakt zu Menschen und auch in meinem Alltag habe ich sehr wenig sozialen Kontakt, im gesellschaftlichen Kontext quasi gar keinen, damit will ich sagen, dass ich ungeschickt darin bin mich mit positivem Effekt zu sozialisieren, womit ich bei dem Problem bin, für welches ich konstruktiven Input suche.

Zusammengefasst: Aufgrund dessen, dass ich inhaltlich nicht in das Gesellschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland passe, befinde ich mich langfristig in einer Form von Isolation, also habe ich mit Systemkram praktisch eigentlich nichts zu tun. Eigentlich, weil mir eine Staatsbürgerschaft zugeschrieben ist und ich entsprechend an einem Ort registriert bin, je nachdem wie das mit der Bürokratie funktioniert, doch menschlich gesehen bin ich für eine weitere Teilnahme an diesem System, welche über das Absolvieren der Schulpflicht hinausgeht, was bei mir schon eine Weile her ist, erfahrungsgemäß nicht vorgesehen.

Es ist so, dass ich interessiert daran bin aktiv an der Menschenwelt teilzunehmen, was ich bisher verpasst habe, nur weiss ich nicht wie man das adäquat umsetzen kann, in Anbetracht dessen, dass ich nicht über eine persönliche Lobby, ausreichend Ressourcen, gesellschaftliche Voraussetzungen oder entsprechende Attribute verfüge. Mir fehlt entsprechend ein Basiswert, welchen ich meines Interesses zuträglich als Eingang zu verwenden wüsste.

Ich bin mir bewusst, dass soziale Isolation ein weit verbreitetes soziologisches Phänomen ist, welches durch die Pandemie über das letzte Jahr dominanter geworden ist. Ehrlicherweise möchte ich dazu sagen, dass ich diese Gesellschaft und das dazugehörige System nicht unbedingt verstehe, also worum es dabei geht meine ich, weshalb ich meine Situation nicht auf andere Leute beziehen möchte, nur weil andere auch gesellschaftlich isoliert verweilen.

Auch möchte ich Eigendefizite eingestehen, welche zum Teil meine Situation begründen, zum Beispiel dass ich eine eher passive anpassungsschwache Person bin, weshalb mir diese sehr vorschriftenpenetrante Gesellschaft was eine Teilnahme angeht zu heikel ist. Nicht damit sie mich falsch verstehen, es ist nicht so, dass ich etwas gegen das Konzept von Regulierungen habe, sondern das ich in der Bundesrepublik Deutschland einfach insgesamt fehlsituiert bin.

Naheliegend wäre mich daraus zu entfernen, bloß einen Ort zu finden an den man gehen kann, wo passende Strukturen bestehen erscheint mir unrealistisch, zumindest ist mir ein solcher Ort nicht bekannt. Irgendwohin zu gehen wohin man nicht spezifisch begründet eingeladen ist, erscheint mir auch nicht erfolgversprechend. Somit sitze ich quasi in einem Alltag aus Leerlauf, dem Nötigsten und Unterhaltung fest. Eine von mir ungewollte Situation, auch wenn ich zum Teil eigenverantwortet darin gelandet bin, indem ich es verpasst habe mir Kompetenzen anzueignen, welche mir ein potentielles Leben hätten ermöglichen können.

Wie dem auch sei, ich wollte das eigentlich kurz machen, mein Anliegen ist, dass ich meine menschliche Existenz effizient resetten will, damit diese nicht komplett überflüssig war. Ich möchte um Auskunft bitten, wie man praktisch ohne Grundlagen so etwas wie einen Interimsmanager beanspruchen kann, um zivilisierte Strukturen für ein konstruktives Leben zu erwerben.

Weil mir diese Gesellschaft zu grobstrukturig ist, weiss ich nicht wo man im gesellschaftlichen Kontext den richtigen Kontakt für dieses Anliegen findet, mit Behörden in meinem Wohnort habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, deshalb erstelle ich dieses Thema hier, schließlich suche ich praktisch Hilfe und das soll ja ein Forum für diesen Zweck sein. Ich wäre ihnen für spezifischen Rat dankbar, denn ich bin nicht unbedingt ein guter Allrounder.

Freundliche Grüße

Vielleicht kannst du konkreter werden, weil... Entweder bin ich gerade Begriffs stutzig oder dein Text ist hochbetagtes Geschwaffel ohne Inhalt.

Also, weshalb genau hast du kein Eingang zu Menschenwelt.
 
Danke für deine Antworten. Jetzt kommen meine weiteren Nachfragen 😀

Warum hast du zu deinen Familienmitgliedern keine guten Beziehungen? Ich vermute jetzt einfach mal, dass deine Eltern nicht zufrieden mit der Art sind, wie du dein Leben verbringst. War es früher denn anders, als du ein Kind warst?

Du schreibst, du hattest "Kontakte" zu anderen Menschen (Kindern nehme ich an), als du jünger warst. Waren das Freundschaften, oder nur lose Kontakte? Wie würdest du deine Sozialkompetenz damals bewerten? Fiel es dir leicht, die Themen, Motive und Interessen von anderen nachzuvollziehen und zu teilen?

"Unterhaltungsmedien konsumieren und im Internet surfen" klingt ja eher.. langweilig. Hast du dabei nie etwas entdeckt, was dich irgendwie mehr interessiert hätte? Hattest du als Kind früher Hobbies? Fandest du inhaltlich die Fächer in der Schule interessant?

Hm, deine Kritik am Gesellschaftssystem kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber "negative Vibes ausstrahlen" klingt eher spirtuell/esoterisch/metaphysisch orientiert. Interessiert dich dieser Bereich?

Was genau sind die "Grundlagen", die du gern managen lassen würdest, ich verstehe es immer noch nicht so ganz? Finanzen, Haushalt, Arbeitsplatz, Umgang mit anderen Menschen..?
Ich stimme dir zu, dass die Gesellschaft ziemlich vorstrukturiert ist. Es gibt einige Wege, die vorgesehen sind und die allermeisten Menschen folgen einem dieser Wege. Arbeit, Haus und Kinder betreuen, Selbständigkeit, Grundsicherung, Arbeitsunfähigkeit. Das sind glaub ich die 5 gängisten. Es gibt aber auch einige andere, die einen komplett anderen Weg wählen, der eher gesellschaftsfern ist. Sowas wie Selbstversorger-Kommunen oder Hausbesetzer etc.
Würdest du also z.B. wollen, dass du in einen dieser vorgefertigten Wege reingebracht wirst, durch dieses Management? Du beschreibst dich selber als anpassungsschwach, was ich persönlich eher mit jemandem verbinden würde, der sehr starke Ziele und Ideen hat und die um jeden Preis durchsetzen bzw. leben möchte und deshalb mit der Gesellschaft kollidiert. Gibt es bei dir solche starken Ziele und Ideen? Oder ist es eher so, dass du momentan nur weißt, was du nicht willst, aber keine Alternative dazu siehst?

Wie findest du es, hier über dich zu schreiben und zu erzählen? Ist es anstrengend für dich?
 

Hallo, nein ich hatte keinen Kontakt zu einem Psychiater/Psychologen. Es ist gut möglich, dass ich autistische Züge aufweise, jedoch nicht ärztlich diagnostiziert und ich würde auf solche Schlagwörter lieber verzichten, um nicht unzweckmäßig schubladisiert zu werden.

Ich habe wie erwähnt wenig sozialen Kontakt im realen Leben, mein verbaler Livekontakt mit Menschen ist jedoch sehr automatisiert, förmlich oder zweckmäßig, zB. Hallo, Danke, Tschüss oder ähnliches meinerseits an der Kasse beim Einkaufen, Haushaltsgespräche die sich direkt auf etwas beziehen oder für den Fall, dass ich jemanden Treffe den ich kenne, einfacher Smalltalk über Alltagsthemen. In der Regel so etwas wie nenn ich es mal Fertiggespräche, repetitive Begebenheiten.

Ich teile die Ansicht, dass ich in anderen Ländern/Gesellschaften in ähnlichen Strukturen auch fehlsituiert wäre, aufgrund der Sprachbarriere wahrscheinlich sogar dominanter.

Meine Texte hier mögen ordentlich erscheinen, vor allem weil ich mir Zeit dafür lasse zu antworten, falls das ein Livegespräch wäre, erachte ich es als wahrscheinlich, dass ich sprachlich wesentlich weniger ordentlich erscheinen würde, deshalb wirke ich vermutlich kalt, formal und mechanisch.

@unschubladisierbar
Unter einem Interim Manager verstehe ich jemanden, der jemandem helfen kann eine Übergangsphase zu organisieren. In meinem Fall gehört dazu einen passenden Ort für ein potentielles Leben zu finden.
 
Hallo,

(Ich hätte im übrigen kein Problem zu siezen, aber das stört dann evtl. wieder andere...)
(Warum sollte man nicht im Internet siezen, wenn es jemandes Wunsch ist?)

ich hatte schon zu Anfang den gleichen Eindruck, daher schreibe ich es jetzt dazu. Ich dachte als erstes, ob du vllt ein Asperger bist. Informiere dich wenn du magst, aber suche dir ein paar fachliche Seiten heraus.

Ich wirke wohl eher nicht so, wurde aber von verschiedenen Menschen (Tante, Hausarzt, Therapeutin, etc.) darauf angesprochen, ob ich Asperger sein könnte. Wenn dafür mal Raum ist, werde ich das bei einem Facharzt auch prüfen lassen. Sicher ist sicher.

Es soll auch keine Schublade sein, aber zu wissen ob man 'einfach so ist' und eben nicht 'krank', kann sehr aufschlussreich und hilfreich sein. Das berichten jedenfalls viele Asperger.

Viele Grüße
 
Unter einem Interim Manager verstehe ich jemanden, der jemandem helfen kann eine Übergangsphase zu organisieren. In meinem Fall gehört dazu einen passenden Ort für ein potentielles Leben zu finden.
Du meinst einen Sozialarbeiter/betreuer bzw. Sozialpädagogen.
Was wäre denn so ein Ort für dich?
Welche Voraussetzungen sollte solch ein Ort haben?
Was versprichst du dir von einem Ortswechsel?

Interim Manager habe ich in solch einen Zusammenhang noch nie gehört
 

Auch wenn ich es positiv auffasse, dass du auf mein Thema antwortest, ist es mir ehrlich gesagt unangenehm ausgehorcht zu werden, damit meine ich fragen zu meinem Hintergrund zu beantworten, ich hoffe du verstehst, dass ich diese Fragen als dem Thema unzuträglich bewerte und sie deshalb nicht mehr beantworte.

Was die themenbezogenen Fragen angeht, nein ich möchte nicht in einen vorgefertigten gesellschaftlichen Weg reingebracht werden um mich dort reinzwängen zu müssen, einfach weil die Vorgaben von mir komplett fremden Menschen so sind.

Die Grundlagen die ich managen lassen möchte, sind unter anderem die Dinge die du aufgezählt hast.

Ich habe keine realistischen Ziele und nicht das Knowhow oder die Kontakte Ideen im geselschaftlichen Kontext umzusetzen. Es trifft zu, dass ich in dieser Gesellschaft in ihrer Gesamtheit keine Alternative für ein potentiell erfülltes Leben sehe. Ein spezifisches Wunschszenario wurde mir nicht angeboten und damit selbst etwas zu kreieren ist die Sache die, dass man aufpassen muss, nicht dass man einfach so kriminalisiert wird, weil man ungewollt gegen Vorschriften verstößt bzw. diese nicht erfüllt und dadurch potentiell staatlichem Missbrauch ausgesetzt ist.

Es fällt mir allgemein schon schwer mich mitzuteilen.

@Winterherz
Ich habe mich diesbezüglich selbst schonmal im Internet informiert, ich bewerte es auch nicht als negativ, wenn jemand als Asperger/Autist diagnostiziert ist, ob ich nach fachlich gängigen Kriterien auch so diagnostiziert werden könnte ist mir ehrlich gesagt egal. Jeder Mensch fällt aufgrund der Strukturen die ihn umgeben in irgendwelche Schemata. Weil Autismus allgemein als Störung gilt, befürchte ich jedoch das es diesem Thema unzuträglich wäre und von dem eigentlichen Inhalt ablenkt, wenn ich so beurteilt werde und würde deshalb wie erwähnt lieber darauf verzichten.

@unschubladisierbar
Ich fand den Begriff Interim Manager von der Wortbedeutung passend und habe ihn deshalb verwendet. Ich bin nicht sicher, ob ein Sozialarbeiter/betreuer/pädagoge in meinem Fall passend wäre, gelten diese Berufsgruppen nicht als Beamte die für den Staat arbeiten?

Zu dem Ort an dem ich verweile, verspüre ich keinen Bezug, einen Grund meinerseits dort zu sein gibt es eigentlich nicht, ich bin dort, weil es sich so ergeben hat, quasi aus Willkür. Aufgrund dessen, dass ich mit Eigendynamik schlecht umgehen kann ist dieser Ort für ein potentielles Leben gefühlt verbrannt.

Vielleicht ist "Ort" in diesem Zusammenhang sogar das Falsche Wort und "Zustand" wäre besser geeignet. Aus Realismus möchte ich meinen Wunschzustand jedoch nicht beschreiben.


Ich wünsche allen eine gute Nacht.
 
Hilfe von Psychologen, Psychiatern und Sozialarbeitern gibt es in Psychiatrischen Institutambulanzen. Dort würde dich ein Sozialarbeiter beraten und mit Antragsstellungen unterstützen können und dich mit einem psychosozialen Betreuungsdient in Kontakt bringen können. Das einzige Problem ist, dass sie zurzeit ziemlich ausgelastet sind und man erst einmal eine Überweisung braucht. (Ich hatte mich nämlich letztes Jahr hilfesuchend an eine Institusambulanz gewand und diese Antworten bekommen. Ich hatte deren Hilfe vor 9 Jahren nach einem Klinikaufenthalt in Anspruch genommen) Daher müsstest du dich erstmal an deinen Hausarzt wenden und ihm schildern, dass du dich nicht der Gesellschaft zugehörig fühlst, dein Leben als sinnlos empfindest und Hilfe in Anspruch nehmen willst. Verweise dabei auf Institusambulanzen. Lebensmüdigkeit ohne Suizidandrohung führt nicht automatisch in eine geschlossene Psychiatrie.

Vielleicht würde dir das vorrübergehende Leben in einer strukturierten Gemeinschaft gut tun. In einer Klinik oder Werkstatt oder einem Bauernhof für psychisch Kranke. Mit Wohnmöglichkeit oder ohne. Es gibt viele Konzepte.
 
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