Mir ist noch wichtig dir zu sagen, dass ich es toll finde, wie du denkst, du versuchst alles, dass keiner zu kurz kommt, wie schon erwähnt, du suchst nach Lösungsstrategien und denkst reflektiert nach, was du auch geschrieben kannst.
Ich habe großen Respekt vor deiner Stärke und wünsche dir einfach einen guten Ausgang für alle Sachen, die für dich und euch wichtig sind.
Danke dir für deine lieben Worte. Gerade weil ich selbst momentan so viel hinterfrage, tut es gut, wenn jemand von außen sagt, dass meine Gedanken und Sorgen nicht automatisch übertrieben sind.
Liebe Blauregen, ich möchte dir mal ein Feedback geben.
Mir fällt auf, du wirkst nun schon anders als zu Beginn des Threads. Aufmerksamer, reflektierter, sehr viel zugewandter - ich vermute, wir sehen nun mehr dich selbst. Das du nun mehr mit dir bist, "raus" aus dem Einfluss deines Verlobten, Gespräche alleine mit deinem Sohn führst, ihr euch wieder näher kommt. Das scheint dir sehr gut zu tun und nun lese ich auch die Liebe, die du für deinen Sohn empfindest.
Ich denke, im Beisein deines Verlobten geht das irgendwie unter. Er scheint viel Einfluss zu nehmen.
Ich finde deinen Eindruck tatsächlich interessant. Ich habe in den letzten Tagen selbst gemerkt, dass sich bei mir etwas verändert hat. Durch den Austausch hier und den Krankenhausaufenthalt habe ich viel Zeit, über die letzten Monate nachzudenken. Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass ich gerade mehr Raum habe, meine eigenen Gedanken zu sortieren. Ich merke, dass ich meinen Sohn wieder stärker als das sehe, was er für mich immer war: mein Kind und nicht nur jemand, dessen Verhalten gerade Probleme macht. Ob das daran liegt, dass mein Verlobter sonst so viel Einfluss auf mich nimmt, kann ich nicht wirklich sagen. Aber ich merke, dass ich seine Meinung sehr stark gewichtet hab und manches vielleicht deshalb weniger hinterfragt habe.
Ich weiß nicht, ob du dich damit wohlfühlst, dass er quasi die Hosen bei euch anhat. Aber lass dir deine Meinung von ihm nicht in Abrede stellen.
Das klingt nicht, als wäre die Beziehung auf Augenhöhe und einfach so wird er sich nicht ändern.
Man hat vor ihm Respekt? Warum hat er vor dir keinen Respekt?
Er hat deinen Sohn nicht zu erziehen, aber die Grenzen musst doch du hier setzen.
Es ist mir sehr stark aufgefallen, dass du bei Kritik zu dem Verlobte den immer in Schutz genommen hast. Dein Sohn hat angefangen und so weiter. Aber pass auf, dass du in der Beziehung nicht komplett von dem abhängig bist.
Wenn du ein Problem siehst, hat er das nicht lächerlich zu machen. Das ist respektlos.
Ich glaube, dass ich meinen Verlobten bei Kritik auch deshalb oft in Schutz nehme, weil mir bewusst ist, wie einseitig das Bild hier zwangsläufig ist. Ich erzähle die Situationen aus meiner Perspektive und natürlich vor allem dann, wenn etwas schwierig ist. Seine Sichtweise kann hier niemand wirklich kennen. Aber 7ch muss ich auch ehrlich sagen, dass mein Verlobter schon seit längerer Zeit immer wieder bestimmte Erwartungen an meinen Sohn geäußert und sich über sein Verhalten beschwert hat. Gerade in den letzten Monaten haben wir sehr viel darüber gesprochen. Dabei habe ich seine Sichtweise wahrscheinlich teilweise übernommen und irgendwann selbst angefangen, bestimmte Dinge von meinem Sohn zu erwarten, die für ihn gar nicht so einfach umzusetzen sind.
Deshalb habe ich ihn in meinen bisherigen Antworten wahrscheinlich auch so häufig in Schutz genommen und gleichzeitig meinen Sohn stärker für bestimmte Dinge verantwortlich gemacht. Ich glaube, mir war gar nicht bewusst, wie sehr ich die Sicht meines Verlobten inzwischen übernommen hatte.
Trotzdem möchte ich nicht einfach jede Kritik an ihm übernehmen und ihn zum alleinigen Problem machen. Ich kenne auch seine guten Seiten und weiß, dass er die Situationen teilweise völlig anders erlebt.
Wir hatten gestern noch ein längeres Telefonat, und es ging wieder um meinen Sohn und darum, warum er im Moment nicht zu Hause schläft. Mein Verlobter ist darüber nach wie vor beleidigt und findet meine Entscheidung weiterhin völlig übertrieben. Er meinte wieder, dass ich aus einer eigentlich normalen Situation ein riesiges Problem machen würde und dass ich alles viel dramatischer darstellen würde, als es tatsächlich sei. Er sagte auch, dass ich mich viel zu sehr in die Situation hineinsteigere und meinen Sohn dadurch in seiner Sichtweise sogar noch darin bestärke, dass zu Hause angeblich etwas Schlimmes passiert sei.
Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass es mir nicht darum geht, ihn als schlechten Menschen darzustellen oder ihm etwas zu unterstellen. Ich möchte einfach, dass mein Sohn und er im Moment etwas Abstand voneinander haben, damit sich die Situation beruhigen kann. Für meinen Verlobten scheint diese Entscheidung aber trotzdem zu bedeuten, dass ich ihm nicht vertraue und ihn quasi als Gefahr für meinen Sohn darstelle.
Das Schwierige daran ist immer, dass ich nach solchen Gesprächen wieder anfange, an meiner eigenen Einschätzung zu zweifeln. Aber gleichzeitig weiß ich eigentlich sehr genau, warum ich diese Entscheidung getroffen habe. Ich hatte Sorge, dass es erneut zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den beiden kommen könnte, und wollte diese Situation während meines Krankenhausaufenthalts einfach vermeiden.