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Ich bin ein schlechter Mensch momentan

Es wäre gut, wenn du dir Ziele setzen würdest.
Du verschwendest deine Lebenszeit.
Das fällt mir so super schwer, weil ich nicht weiß, was noch Sinn macht. Ich möchte mein Studium beenden, weil ich weiß, dass ich es kann (sonst wären meine Noten ja nicht so gut gewesen) und damit die ganze Zeit nicht umsonst war, andererseits möchte ich nicht in dem Beruf arbeiten. Für ein anderes Studium/Ausbildung ist es dieses Jahr zu spät.

Außerdem weiß ich nicht, ob ich meinen Nebenjob wechseln soll... Er erinnert mich permanent an meine Essstörung, da er mit Lebensmitteln zu tun hat. Andererseits sind die Kollegen größtenteils sehr nett und es ist nicht so super viel Verantwortung und deshalb vielleicht gerade besser, weil ich mir ja momentan nicht so viel zutraue.
 
Mein Problem ist, dass ich nicht so richtg weiß, was ich eigentlich will bzw. das oft erst spät merke. Auch in meinem ersten Studium war ich nicht schlecht bis auf ein Fach und das lag einfach darn, dass ich echt nichts dafür gemacht habe. Das ist wohl mit das größte Problem: Ich habe nicht genug Disziplin. In der Schule fiel mir alles leicht, weil ich da mit wenig Lernen durchgekommen bin, aber in der Uni funktioniert das halt nicht mehr. Vor allem bei Fächern, die ich nicht so spannend/sinnlos finde, kann ich mich kaum motivieren. Das war in der Schule irgendwie noch anders, da fand ich eigentlich alle Fächer ok...

Vielleicht hinterfrage ich jetzt mehr. Eigentlich war mir meine Lebenszeit auch wichtig geworden und vor 2 Jahren bei diesem ersten Praktikum dachte ich dann, wie sinnlos das ist. Aber statt daraus die Konsequenz zu ziehen, das zu beenden und zu wechseln, habe ich es irgendwie weiter gemacht, weil da ja auch noch der Stress mit der Wohnung war und ich die Bachelorarbeit anmelden wollte. Und dann habe ich alles nur noch halbherzig gemacht und dadurch natürlich nicht gut und das hat dann aber natürlich doch an meinem Ego gekratzt und jetzt stehe ich hier in diesem Scherbenmeer meiner Selbstachtung und weiß nicht weiter...
 
Vielleicht ist es auch ein Schutzmechanismus. Aus Angst, meinen perfektionistischen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, strenge ich mich gar nicht erst an bzw. verschwende sogar mit Absicht meine Zeit... Sowas habe ich mal bei einem Seminar über Prokratination gehört.
 
Morgen ist jetzt ein Kolloquium an dem Teil meines Instituts, an dem ich gerade überlege, die Bachelorarbeit zu schreiben. Ich bin aber nicht ausreichend vorbereitet. Ich weiß nicht, ob ich trotzdem teilnehmen soll oder erst nächste Woche, und bis dahin ein Exposé zu schreiben? Ich weiß aber auch nicht, ob ich das bis dahin hinkriegen könnte...
 
Morgen ist jetzt ein Kolloquium an dem Teil meines Instituts, an dem ich gerade überlege, die Bachelorarbeit zu schreiben. Ich bin aber nicht ausreichend vorbereitet. Ich weiß nicht, ob ich trotzdem teilnehmen soll oder erst nächste Woche, und bis dahin ein Exposé zu schreiben? Ich weiß aber auch nicht, ob ich das bis dahin hinkriegen könnte...

Wenn du mich fragst: geh hin.

Ausreichend vorbereitet ist man eh nie - gibt immer was, was man noch lesen könnte, sollte, wollte...

Brauchst du ein Exposé um teilnehmen zu können oder ist das für deine Bachelorarbeit?

Hast du das Thema mit dem Institut schon ausgemacht?
 
Ich bin dann nicht hingegangen. Traue mich nicht, das Thema vor vielen Leuten vorzustellen, so ausgereift ist es noch nicht, gerade von der Methodik her. Leider hatte die Professorin auch nicht auf meine letzte Anfrage, ob sie es betreuen würde, geantwortet. Und jetzt traue ich mich nicht mehr zu fragen. Es ist eh schon sehr knapp zum Anmeldetermin.

Ich habe Angst, dass alles zu spät ist.
Für andere Studiengänge/Ausbildungen dieses Jahr ja auch schon. Ich weiß sowieso nicht mehr, was ich kann. Zwischenzeitlich hatte ich im Studium wieder Bestnoten. Und ich habe halt wirklich fast gar nichts gemacht in den letzten 2 Jahren und durch den Schlafmangel und Essstörung meinem Körper und Gehirn sehr geschadet. Ich kann mich oft überhaupt nicht konzentrieren und gerade bei allem mit Rechnen bin ich total schlecht geworden. War jetzt vorher auch nicht meine größte Stärke, aber ich verrechne/verzähle mich super schnell.
Ich konnte mir vorher eigentlich Vieles gut merken, jetzt weniger. Ich verliere noch viel mehr Sachen als vorher.

Naja, der Punkt ist ich weiß nicht, wie ich weitermachen soll. Ausbildungstechnisch und überhaupt. Ich möchte nicht nochmal in eine Klinik. Da hat es logischerweise immer funktioniert mit Struktur. Aber ich muss ja gerade lernen, mir das selber zu schaffen. Aber auf einen normalen Thetapieplatz wartet man ja so lange. Was könnte ein realistisches nächstes Ziel sein?
 
Hallo Supidia,
ich kann noch immer nicht erkennen, woher Deine "hohen Ansprüche" an Dich selbst kommen und warum Du nach so vielen Jahren noch immer glaubst, "alles" besser hinbekommen zu müssen und zu können, wie so viele andere Menschen. Ich möchte Dich nicht "runterziehen", aber um gangbare Lösungen zu finden, muss man mit dem arbeiten, was da ist. Du darfst Deine Ziele und Träume haben und solltest sie auch nicht aus den Augen verlieren, aber Du solltest auch mit einem gewissen Sinn für Realität erkennen, dass Du einige Voraussetzungen derzeit einfach nicht mit bringst und Dich Dinge belasten, die Dich aufhalten.

Eine Essstörung belastet den Körper und damit auch Deinen Verstand, denn es liegt nicht selten eine Unterversorgung vor, die Du Dir nicht eingestehen kannst und willst. Deine Entscheidungen scheinen "beliebig" und ohne Prioritäten zu sein. Ob Du einen Nebenjob kündigst oder Dein ganzes Studium schmeißt, macht schon einen Unterschied, aber scheinbar nicht für Dich. Dass Deine Professorin nicht geantwortet hat, nimmst Du als fast unüberwindbares Problem wahr und hängst die Flügel. Ja, Prokrastination gehört bei Dir wohl auch zu Deinem Themenkreis.

Und doch! Was soll´s? Dann hast Du Dinge schleifen lassen, Chancen versäumt, falsche oder keine Entscheidungen getroffen, und, und, und. Dass Du aber noch immer "da" bist, nicht unter der Brücke schlafen musst und Du nicht von der Uni geflogen bist, das alles zählt nicht? So viele Menschen würden sich nach Deinem Leben die Finger lecken, aber auch das bringt Dich überhaupt nicht weiter, denn Dein Wertesystem und Deine Gedanken sind wie eine Schüssel verschüttetes Wasser: scheinbar bedeutungslos und doch wieder nicht.

Du kannst all diese "Faktoren" sehen, aber offenbar stehst Du wie ein Kind vor dieser Welt und weißt nicht, das Du damit anfangen und was Du denken sollst, wenn es Dir niemand vorgibt. Du bist scheinbar ein Mensch, der derzeit keine eigenen Entscheidungen aufgrund rationaler Überlegungen treffen kann, sonst würdest Du es ja tun. Also wäre mein Vorschlag, Dich mit einem Menschen Deines Vertrauens zusammenzusetzen und einen Plan auszuarbeiten, den Du dann nur noch "abarbeitest". Nicht mehr hinterfragen, einfach tun.

Schlafmangel, schlechte Ernährung usw. führen dazu, dass der Kopf nicht mehr klar kommt. Also solltest Du nicht wieder etwas herbeiträumen, sondern durch Übung und umsetzbare Entscheidungen wieder mehr Stabilität in Dein Leben bringen. Aber das klappt ja nur, wenn Du Dich an solchen "Halteseilen" auch halten willst und kannst und davon scheinst Du noch ein Stück weit entfernt zu sein. Es fehlt Dir nicht am "Wollen", sondern am "tun" und was Dich wirklich daran hindert, kann man aus der Ferne nicht erkennen und erst recht nicht "therapieren".

Es ist noch lange nicht für alles zu spät, aber da Dir Deine Entscheidungen durch die Finger rinnen, sind Zeitpunkt und Chancen für Dich nur zum Teil umsetzbar und das Ergebnis sind dann ebenfalls nur Versatzstücke, auf die sich nicht aufbauen lässt. Also musst Du an Deinem Fundament arbeiten, denn ohne ein tragfähiges Fundament lässt sich nichts bauen.

Und da ist noch diese durchaus schmerzvolle Erkenntnis, die fast jeden Erwachsenen Menschen einholt: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es". Eine Chance liefert nicht gleichzeitig auch den Wind unter den Flügeln. Eine Idee ist nur so viel wert, wie der Mensch, der sie Schritt für Schritt umsetzen kann. Sind das nur "Flausen" in Deinem Kopf, die Dir eine verwöhnte Kindheit eingebracht haben, oder steckt da noch mehr dahinter?

Ohne "Schrammen" und ohne "Schweiß" kommst Du da wahrscheinlich nicht raus. Kleine Brötchen zu backen ist selten ein guter Rat, denn der kommt zumeist von Leuten, die es selbst nicht besser wissen und können. Also: woran fehlt es? Was brauchst? Solange Du das nicht entscheiden und mittragen kannst, solltest Du in Dich hinein horchen und die wirklichen Ursachen herausfinden, warum Du Dir selbst "das Wasser abgräbst", denn das tust Du und dann kuckst Du die Welt mit großen und kindlichen Augen an, warum Deine Pläne nicht "flutschen". Tja: weil diese Welt so nicht funktioniert. Wenn Du hier etwas "bewegen" willst, dann musst Du es tun oder jemanden finden, der das für Dich tut. Ja, das weißt Du alles, aber da sind Deine inneren Widerstände. Du kannst so lange gegen eine Wand rennen, wie Du willst. Auch wenn es "nur" eine Wand in Deinem Inneren ist: sie muss nicht weggehen. Du kannst auch drum herum laufen, drüber springen, eine Tür einbauen oder was weiß ich. Aber Deinen Kopf blutig daran schlagen? Deine Pläne sind nur dann interessant, wenn sie es für andere auch sind.

Suche Dir jemanden, von dem Du lernen kannst. Wenn Du das weiter ablehnst, musst Du eben weiter dem Wind folgen, wo immer er Dich hin treibt. Finde DEINE Wege mit den Schritten, die Dir möglich sind. Alles andere ist Bullshit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin dann nicht hingegangen. Traue mich nicht, das Thema vor vielen Leuten vorzustellen, so ausgereift ist es noch nicht, gerade von der Methodik her. Leider hatte die Professorin auch nicht auf meine letzte Anfrage, ob sie es betreuen würde, geantwortet. Und jetzt traue ich mich nicht mehr zu fragen. Es ist eh schon sehr knapp zum Anmeldetermin.

Ich habe Angst, dass alles zu spät ist.
Für andere Studiengänge/Ausbildungen dieses Jahr ja auch schon. Ich weiß sowieso nicht mehr, was ich kann. Zwischenzeitlich hatte ich im Studium wieder Bestnoten. Und ich habe halt wirklich fast gar nichts gemacht in den letzten 2 Jahren und durch den Schlafmangel und Essstörung meinem Körper und Gehirn sehr geschadet. Ich kann mich oft überhaupt nicht konzentrieren und gerade bei allem mit Rechnen bin ich total schlecht geworden. War jetzt vorher auch nicht meine größte Stärke, aber ich verrechne/verzähle mich super schnell.
Ich konnte mir vorher eigentlich Vieles gut merken, jetzt weniger. Ich verliere noch viel mehr Sachen als vorher.

Naja, der Punkt ist ich weiß nicht, wie ich weitermachen soll. Ausbildungstechnisch und überhaupt. Ich möchte nicht nochmal in eine Klinik. Da hat es logischerweise immer funktioniert mit Struktur. Aber ich muss ja gerade lernen, mir das selber zu schaffen. Aber auf einen normalen Thetapieplatz wartet man ja so lange. Was könnte ein realistisches nächstes Ziel sein?

Geh zu deinem Arzt und lass dich krank schreiben. Dann können dir die fehlenden Leistungen im Studium nicht so angerechnet werden, wie sonst.

Gibt es in der Nähe eine Tages Klinik oder ambulante Angebote z B Ergotherapie?

Vielleicht kann dir dein Arzt Ergotherapie verschreiben?

Wenn nicht: du warst doch in der Klinik: was hat dir geholfen?

Mandalas ausmalen oder Sport machen kannst du auch zuhause...

Wenn das alles zu viel ist, dann geh nur zum Arzt wegen der Krankschreibung.

Und geh jeden Tag eine Viertelstunde spazieren.

Das schaffst du!
 
Danke für deine Antwort, Graybear. Ich habe einfach gerade keine Kraft mehr, mich aus dem Loch zu ziehen, in das ich mich selbst geschubst habe. Und tagtäglich noch weiter grabe.

Dass Du aber noch immer "da" bist, nicht unter der Brücke schlafen musst und Du nicht von der Uni geflogen bist, das alles zählt nicht? So viele Menschen würden sich nach Deinem Leben die Finger lecken, aber auch das bringt Dich überhaupt nicht weiter
Rational weiß ich das, und ich versuche auch immer, Dankbarkeit zu praktizieren, aber momentan macht es mich dann alles so traurig, wenn ich realisiere, wie ich mit anderen, Ressourcen und der Welt umgegangen bin. Meine Privilegien nicht genutzt habe.

ich kann noch immer nicht erkennen, woher Deine "hohen Ansprüche" an Dich selbst kommen und warum Du nach so vielen Jahren noch immer glaubst, "alles" besser hinbekommen zu müssen und zu können, wie so viele andere Menschen.
Ich war auf einer Privatschule und mein Freundeskreis und ich waren in allen Schulfächern gut (naja Sport war früher nicht so meins, wobei sich das auch gewandelt hat), dazu dann noch Hobbies wie Musikinstrumente, Theater, Chor, ehrenamtlich im Tierheim arbeiten... Es gab schon den Anspruch, in allem gut zu sein, und das fiel mir ja auch ziemlich leicht (bis auf größere Arbeiten, da wurde mein Zeitproblem bzw. Blockaden/Prokrastination schon deutlich, aber in der Nacht vorher habe ich es immer noch geschafft). Ich bin früh Vegetarierin geworden (von heute auf morgen) und habe in meiner Teenagerzeit nicht viel getrunken. Später kamen andere Zeiten, Impulskontrolle ist schon auch ein Thema bei mir, aber damals hatte ich schon das Gefühl, echt vernünftig zu sein. Daher rührt glaub ich etwas diese Arroganz, die leider bei mir vorhanden ist. Ich finde das aber auch schwierig, nicht die eigenen Ziele und Ambitionen zu vergessen. Lange habe ich echt sehr umweltbewusst gelebt, und durch meine Bubble wurde ich da weiter angespornt, und das ist ja auch richtig und wichtig. Aber es stimmt schon, irgendwie fällt es mir schwer, Prioritäten zu setzen, wenn ich über kleine Entscheidungen (soll ich dieses Produkt kaufen, auch wenn ich nicht weiß, ob es Mikroplastik enthält) ebenso viel nachdenke, wie über lebensverändernde Entscheidungen bei mir.

Aber das Schreiben tut schon gut, der Knoten im Kopf wird etwas gelöster und ich hoffe, ich kann ein paar gute Schritte für heute entwickeln.
 

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