GrayBear
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Wie macht man sich sein eigenes Leben zur Hölle? Genau so! Man erhebt einen Gedanken zur Maxime und ist arrogant genug zu erwarten, dass sich "die Welt" (Was immer das für einen gerade sein mag) danach richtet. Und dann stellt sich heraus: oh, die Vergangenheit lässt sich nie so wiederherstellen, wie sie einmal war. Das einmal gefühlte Gefühl kommt nie zurück, es reicht einfach nicht, etwas zu wiederholen, denn alles ändert sich und nichts bleibt. Nur diese Maxime, dieser Wust an schon einmal gedachten Gedanken und diese trotzige Arroganz, die bleibt einem. Im eigenen Kopf kann man sich sehr wohl wie früher im Kinderzimmer in die selbstgebaute Höhle aus Stühlen und Decken zurückziehen und sich "anders" fühlen.
Mit 10, mit 12 oder dann mit 15 hoffte ich immer, dass ich irgendwann den Moment kommen sehe, an dem diese Metamorphose einsetzt, die aus diesem Kerl ohne besondere Fähigkeiten, aber mit Container-Ladungen an Träumen und Wünschen einen "Erwachsenen" macht. Von da an würden mir Dinge müheloser gelingen, an denen ich bisher gescheitert bin, würde ich gehört, gesehen und geliebt und zu einem Teil der Gesellschaft werden. Aber nein, dieser Moment kam nie. Manches gelingt mir noch heute nicht, anderes schon, aber dieses "Ankommen", diese Selbstverständlichkeit, die ich bei anderen immer auch ein Stück bewundert habe, das gab es vielleicht 2 oder 3 mal nur für Sekunden, wie ein Trugbild, wie eine Einbildung.
Dann habe ich viele Jahre an mir "gefeilt" und "optimiert" und wieder bin ich nur auf meine Ecken und rundgeschliffenen Kanten gestoßen, wenn auch manchmal gut versteckt oder hübsch angemalt oder fahrlässig vernachlässigt. So viel Mühe, so viel Selbstverleugnung, so viel Selbstgeißelung sollte doch etwas wert sein? Warum ist diese Gesellschaft so "krank" und hilft mir nicht? Was muss ich denn noch tun? Nichts gab mir Recht, nichts blieb als Guthaben auf meiner Seite, nur vertane Zeit.
Nein, daran hat sich nichts geändert. Ich würde gerne berichten, dass ich irgendwann in Würde einem Moment der Erleuchtung entgegen geschritten bin, ab dem all dies Sinn gemacht hat. Hat es nicht. Der einzige Gedanke, der einigermaßen Sinn gemacht hat war: "Lass den Scheixxxx". Kein guter Moment.
Wenn ich noch heute solche Sätze höre wie: "Du musst loslassen können ...", dann kann ich "garnicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte", um den Berliner Maler Max Liebermann angesichts der Nazis zu zitieren. Nur war und ist mein Anlass dafür viel unbedeutender, viel weniger sinnhaft. Eben nur mein kleines Leben. Manche Gedanken, manche Visionen, manche Bilder in meinem Kopf will ich nicht loslassen, den sie scheinen mir das zu sein, was mich ausmacht, was mir wertvoll ist. Aber das hält diese Gedanken nicht davon ab, mir selbst im Weg zu stehen, mich in mir zusammen sacken zu lassen und wie ein kleines Kind alles zerschlagen zu wollen, was in meiner Nähe ist.
Ich wünschte, ich wäre ein Mensch, der dies und das und jenes tut, weil es seinem guten Naturell und seiner überragenden Intelligenz entspricht. Ich muss jeden Tag wieder von neuem Anlauf nehmen, muss mich um meine Sünden und Unterlassungen des Vortags kümmern, meinen Mülleimer leeren, wie Millionen andere auch. Ich muss Platz in meinem Kopf schaffen, damit ich meine Steuererklärungen zu spät, aber immerhin abgeben kann und, und, und. Ich muss mir "liebe" und "bedeutende" Gedanken "loslassen", damit diese Drecksdinger mir nicht schon morgens um 10:00 den Wind aus den Segeln nehmen.
Mein einziger Rat an Dich ist: "Lass den Scheixxxxxx!". Deine grüblerischen und durchaus etwas arroganten Gedanken sind nur Gedanken. Sie sind nicht Du. Sie kommen Dir vielleicht wie ein Teil von Dir vor, den Du gerne retten möchtest, aber das sind sie nicht. Sie sind nur Gedanken. Auch ich bin kein gläubiger Mensch mehr, dem seine Religion seine Sünden verzeiht, aber dieser Satz "... der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach ...", der ist mir wichtig geworden. Dieses Leben drückt, tut immer wieder weh und zumindest ich weiß oft nicht, wozu das gut sein soll, aber da ist auch noch der Anruf meiner Tochter, der das alles unwichtig erscheinen lässt. Da ist die Freundlichkeit von Menschen, die freundlich sein wollen, weil das mehr hilft, als anderen aufzulauern. Da gibt es die genialen Ergebnisse von kooperierenden Menschen und den für mich immer wieder verstörenden Gedanken, dass in all dem Üblen auch viel Gutes steckt und umgekehrt. Auf die Jahre und Jahrtausende besehen ist manches Leid so unwichtig, wie das Gute auch.
Nimm Dich nicht selbst so wichtig. Und dann sei nicht so arrogant, als ob gerade Du einen Plan entwickeln könntest, an dem die Welt genesen wird. Ja, vielleicht schaffst Du das irgendwann, aber jetzt und heute ist Dein Lächeln für einen anderen Menschen vielleicht das, was ihn auffängt, was ihm Kraft gibt. Und wenn Du sinnvolle Entscheidungen triffst, wie nachhaltig Einkaufen, einen schönen Stein mit nachhause bringen, oder was immer auch, dann sind das DEINE Schritte. Es interessiert diese Welt einen Dreck, ob Du Dich als "gut" oder "schlecht" ansiehst. Deine Entscheidungen und Dein Tun bestimmen über Dein Leben. Du kannst auch "verzweifeln" und doch gute Wege gehen. Und vielleicht merkst Du dann, dass so einige Gedanken in Deinem Kopf nicht gar so wichtig sein. Du kannst trotzdem leben, kannst sie "loslassen" und Dich auf ein Stück Apfelkuchen freuen. Tu, was Dir möglich ist. Mehr können wir alle nicht.
Mit 10, mit 12 oder dann mit 15 hoffte ich immer, dass ich irgendwann den Moment kommen sehe, an dem diese Metamorphose einsetzt, die aus diesem Kerl ohne besondere Fähigkeiten, aber mit Container-Ladungen an Träumen und Wünschen einen "Erwachsenen" macht. Von da an würden mir Dinge müheloser gelingen, an denen ich bisher gescheitert bin, würde ich gehört, gesehen und geliebt und zu einem Teil der Gesellschaft werden. Aber nein, dieser Moment kam nie. Manches gelingt mir noch heute nicht, anderes schon, aber dieses "Ankommen", diese Selbstverständlichkeit, die ich bei anderen immer auch ein Stück bewundert habe, das gab es vielleicht 2 oder 3 mal nur für Sekunden, wie ein Trugbild, wie eine Einbildung.
Dann habe ich viele Jahre an mir "gefeilt" und "optimiert" und wieder bin ich nur auf meine Ecken und rundgeschliffenen Kanten gestoßen, wenn auch manchmal gut versteckt oder hübsch angemalt oder fahrlässig vernachlässigt. So viel Mühe, so viel Selbstverleugnung, so viel Selbstgeißelung sollte doch etwas wert sein? Warum ist diese Gesellschaft so "krank" und hilft mir nicht? Was muss ich denn noch tun? Nichts gab mir Recht, nichts blieb als Guthaben auf meiner Seite, nur vertane Zeit.
Nein, daran hat sich nichts geändert. Ich würde gerne berichten, dass ich irgendwann in Würde einem Moment der Erleuchtung entgegen geschritten bin, ab dem all dies Sinn gemacht hat. Hat es nicht. Der einzige Gedanke, der einigermaßen Sinn gemacht hat war: "Lass den Scheixxxx". Kein guter Moment.
Wenn ich noch heute solche Sätze höre wie: "Du musst loslassen können ...", dann kann ich "garnicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte", um den Berliner Maler Max Liebermann angesichts der Nazis zu zitieren. Nur war und ist mein Anlass dafür viel unbedeutender, viel weniger sinnhaft. Eben nur mein kleines Leben. Manche Gedanken, manche Visionen, manche Bilder in meinem Kopf will ich nicht loslassen, den sie scheinen mir das zu sein, was mich ausmacht, was mir wertvoll ist. Aber das hält diese Gedanken nicht davon ab, mir selbst im Weg zu stehen, mich in mir zusammen sacken zu lassen und wie ein kleines Kind alles zerschlagen zu wollen, was in meiner Nähe ist.
Ich wünschte, ich wäre ein Mensch, der dies und das und jenes tut, weil es seinem guten Naturell und seiner überragenden Intelligenz entspricht. Ich muss jeden Tag wieder von neuem Anlauf nehmen, muss mich um meine Sünden und Unterlassungen des Vortags kümmern, meinen Mülleimer leeren, wie Millionen andere auch. Ich muss Platz in meinem Kopf schaffen, damit ich meine Steuererklärungen zu spät, aber immerhin abgeben kann und, und, und. Ich muss mir "liebe" und "bedeutende" Gedanken "loslassen", damit diese Drecksdinger mir nicht schon morgens um 10:00 den Wind aus den Segeln nehmen.
Mein einziger Rat an Dich ist: "Lass den Scheixxxxxx!". Deine grüblerischen und durchaus etwas arroganten Gedanken sind nur Gedanken. Sie sind nicht Du. Sie kommen Dir vielleicht wie ein Teil von Dir vor, den Du gerne retten möchtest, aber das sind sie nicht. Sie sind nur Gedanken. Auch ich bin kein gläubiger Mensch mehr, dem seine Religion seine Sünden verzeiht, aber dieser Satz "... der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach ...", der ist mir wichtig geworden. Dieses Leben drückt, tut immer wieder weh und zumindest ich weiß oft nicht, wozu das gut sein soll, aber da ist auch noch der Anruf meiner Tochter, der das alles unwichtig erscheinen lässt. Da ist die Freundlichkeit von Menschen, die freundlich sein wollen, weil das mehr hilft, als anderen aufzulauern. Da gibt es die genialen Ergebnisse von kooperierenden Menschen und den für mich immer wieder verstörenden Gedanken, dass in all dem Üblen auch viel Gutes steckt und umgekehrt. Auf die Jahre und Jahrtausende besehen ist manches Leid so unwichtig, wie das Gute auch.
Nimm Dich nicht selbst so wichtig. Und dann sei nicht so arrogant, als ob gerade Du einen Plan entwickeln könntest, an dem die Welt genesen wird. Ja, vielleicht schaffst Du das irgendwann, aber jetzt und heute ist Dein Lächeln für einen anderen Menschen vielleicht das, was ihn auffängt, was ihm Kraft gibt. Und wenn Du sinnvolle Entscheidungen triffst, wie nachhaltig Einkaufen, einen schönen Stein mit nachhause bringen, oder was immer auch, dann sind das DEINE Schritte. Es interessiert diese Welt einen Dreck, ob Du Dich als "gut" oder "schlecht" ansiehst. Deine Entscheidungen und Dein Tun bestimmen über Dein Leben. Du kannst auch "verzweifeln" und doch gute Wege gehen. Und vielleicht merkst Du dann, dass so einige Gedanken in Deinem Kopf nicht gar so wichtig sein. Du kannst trotzdem leben, kannst sie "loslassen" und Dich auf ein Stück Apfelkuchen freuen. Tu, was Dir möglich ist. Mehr können wir alle nicht.
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