Hallo Supida2,
ja, da ist einiges "dumm gelaufen". Aber Du scheinst nun die Strategie "Schuld und Sühne" zu verfolgen. Du prügelst auf Dich ein, schüttest eimerweise Asche auf Dein Haupt und stellst alles in Frage. Die Folge davon ist, dass Du noch handlungsunfähiger wirst und voraussichtlich auch bleiben wirst, denn wer alles anzweifelt, kann nichts mehr entscheiden, denn wie willst Du etwas sinnvoll entscheiden, wenn alles nur Mist ist? Und dann ist Deine Vergangenheit der Beleg dafür, dass Dir Deine Zukunft nicht zusteht?
Thomas Alva Edison hat scheinbar über 1.000 Versuche machen müssen, bis er die Glühbirne erfunden hat. Ok, wir beide sind nicht wie Edison, aber hätten wir auch nur 100 Versuche "ausgehalten"? 100 mal "Versagen" ist ja nicht gerade wenig, oder? Aber heute zählt seine Glühbirne und nicht das Scheitern.
Ich habe nur einen Rat für Dich, wie manche andere auch schon geschrieben haben: hör auf, auf Dich einzuschlagen. Das tut nur weh und macht Dich nicht zu einem besseren Menschen. Schon im Mittelalter gab es Menschen, die durch die Straßen getaumelt sind und sich gegeißelt haben. Der Pest war das egal, dem Elend auch. Das bringt überhaupt und rein garnichts. Warum also nicht einfach damit aufhören?
Was schlussendlich zählt ist, dass Du nicht aufgibst und Dich auf Schritte konzentrierst, die sinnvoll sind. Ich weiß nicht, welche das für DICH sein könnten. Deine Gedanken kannst Du lenken und Deinen Ballast kannst Du weiter mit Dir rumschleppen oder ihn ablegen. Niemand nimmt ihn Dir ab, denn das kannst nur Du. Aber niemand mit Verstand und Mitgefühl zwingt ihn Dir wieder auf, auch das kannst nur Du. Fehler darfst und kannst Du hinter Dir lassen. Wenn es etwas wieder gut zu machen gibt, dann tu das und dann geh weiter.
Arbeite daran, dass Dein Perfektionismus nicht nur eine Ausrede bleibt. Sei freundlich zu Dir, wirklich freundlich und lass diesen Staub um Dich herum sich legen, damit Du wieder klarer sehen kannst. Vielleicht sind Medikamente notwendig. Kann sein. Wenn in 100 Jahren niemand mehr interessiert, was Du angestellt hast, warum sollte das dann heute wichtig sein? Denke wirklich logisch darüber nach und ergib Dich nicht Deinen Gefühlen, denn die sind nur Hinweise und keine guten Einfälle. Sie sind nur Straßenschilder, aber sie sind nicht der Weg, den Du für Dich finden kannst und darfst.
Verzeih mir, wenn ich das schreibe, aber in Deinen Zeilen kommt auch eine ziemliche Arroganz zum Vorschein, denn mit weniger als Perfektion magst Du Dich nicht abgeben. Da hilft leider nur Demut, denn 70-80% Perfektion musst Du erst einmal schaffen, aber wenn das schon unter Deiner Würde ist, was bleibt dann? Genau! Garnichts, denn Du hast nicht einmal angefangen. Das meine ich mit "logischem Denken": Du musst und kannst lernen, Schritt für Schritt vorzugehen und manchmal sind auch 60% schon verdammt viel im Vergleich zu "nix und wieder nix", oder?
Alles Gute.