Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Gewalt in der Kindheit- wie hat es euch verändert?

  • Starter*in Starter*in Lebensnah
  • Datum Start Datum Start
Ich habe sehr auf meine Bildung acht gegeben wenn es auch nur die mittlere Reife geworden ist, aber immerhin von fünf Klassenstufen den besten Abschluss.
In den Tagen meiner Kindheit wurde mir klar das man dir alles nehmen kann, aber Bildung nimmt dir niemand sie gehört nur dir.
Mit 18 wurde ich Soldat für acht Jahre, danach Landwirt.
Seitjeher lebe ich sehr isoliert und seit 2000 gänzlich ohne Kontakte bis auf die beim Einkaufen, die Menschen machen mir Angst, bis heute.
Ich habe einen Plan und ein Ziel welches ich zu erreichen gedenke, ich hoffe nur das es auch klappt und auch hier spielen Menschen keine Rolle, im Gegenteil.

In den letzen 12 Jahren habe ich alles durch von Beruf und Arbeit inkl. Mercedes Benz bis hin zur Obdachlosigkeit, bedingt durch Arbeitslosigkeit.
Seit 03/10 bis heute war ich weit über 300 Tage in der Psychiatrie und habe einen Suizidversuch hinter mir, mein leben war und ist Kampf.
Ich weiß nicht wer ich bin oder woher ich komme, auch beitze ich nichts von Wert und bin vielleicht nicht glücklich aber ich bin frei und leider Frühberentet.
Irgendwann beschloss ich das mich nie wieder jemand schlagen oder anderweitig Leid zufügen darf, das Resultat war ich wurde Soldat in einer na sagen wir mal besonderen und kleinen Einheit und ich bereue es nicht.
Dort lernte ich mich mit allen Mitteln effektiv zu verteidigen und noch vieles mehr welches mir auf meiner Tour aber auch im Leben sehr hilfreich war.
Eine Waffe aber habe ich seither nie mehr in den Händen gehalten, ich brauche und möchte es auch nicht.

Im Alter von neun Jahren hätte ich fast einen Priester getötet, er hatte es sich erlaubt mich zu Ohrfeigen, ausgerechnet ein Priester.
Müsste ich mich beschreiben würde ich sagen das ich ein sehr ruhiger und besonnener Mensch bin, einer mir seehr starken Nerven.
Ich verabscheue Gewalt in jeder Form bis heute, wurde nie straffällig oder trat sonst negativ in Erscheinung, wer mich kennt weiß das dem so ist.
Meine Heimzeit war geprägt von Gewalt in vielen Variationen, an ihren Folgen leide ich bis heute, nicht körperlich aber seelisch.

Wir hatten nichts und niemanden und wurden jeden Tag fertig gemacht, dafür das sie uns fertig machten mussten wir uns bedanken.
1972/73 kam ich durch Adoption aus dem Heim, aus der Hölle. leider schaffte ich es nur bis in ihren Vorhof.
Erst 37 Jahre später sollte ich in der Lage sein darüber zu reden, ich hatte es solange erfolgreich verdrängt bis eines Tages ein Brief kam, in ihm standen der Name und der ort des Heimes.
Seit jenem Tag sitze ich wieder im Bunker, höre ich das knarren der Türe wenn man sie hinter uns verschloss, dieser Tag ist Mitauslöser aller Beschwerden die ich heute habe, der Absender konnte nie ermittelt werden,
 
Warum sollte man nicht darüber hinweg kommen. Einfach abschließen. Man kann es nicht ändern. Nur selber besser machen
 
So einfach wie du es dir vorstellst ist es nicht.
Es gibt Dinge da ist das vergessen unmöglich und das Verdrängen klappt nur begrenzt.
 
Warum sollte man nicht darüber hinweg kommen. Einfach abschließen. Man kann es nicht ändern. Nur selber besser machen

DAS ist eben nicht immer so einfach, Schattenglanz.
Abschliessen geht für viele nicht, solange ihnen ihre Erinnerungen hochsteigen oder eben deutlich wird, dass die negativen Erfahrungen das Leben stark bestimmen.

Manches macht sich auch erst nach Jahren bemerkbar, wenn eine vielleicht sogar eben ungewöhnliche Situation im dann aktuellen Leben Altes berührt.


LG
Landkaffee
 
Warum sollte man nicht darüber hinweg kommen. Einfach abschließen. Man kann es nicht ändern. Nur selber besser machen

Ich kann mich den anderen nur anschließen. Vielen von uns würde es besser gehen, ich glaube sogar allen.
Aber jeder von uns möchte damit abschließen und ein Leben führen, dass so normal wie irgendmöglich ist.

Vielleicht, vielleicht eines Tages .... man soll ja die Hoffnung nie aufgeben.

LG guardianangel
 
Ich hatte erst kürzlich ein Erlebnis im RL,
das mich an Kindheit erinnerte.... .

Da brauchte ich dann einen etwas grösseren Anlauf, um damit zurecht zu kommen.
- Negative Erlebnisse können zunächst oder gänzlich blockieren.

Und wenn mir hier jemand erzählen würde, sein/ihre Kindheit sei ganz frei von Gewalt gewesen, dem/der glaube ich nicht oder ich wäre bestürzt, denn da ist sicher einiges verdrängt.
Was ja an sich nicht schlimm sein muss, aber kann.

Manchmal muss man ja nicht selber als Kind Opfer sein, um zu fühlen.... . Etwas ansehen zu müssen, dabei hilflos sein, kann schon reichen.


LG
Landkaffee
 
So einfach wie du es dir vorstellst ist es nicht.
Es gibt Dinge da ist das vergessen unmöglich und das Verdrängen klappt nur begrenzt.

Ich denke, es ist nicht nötig, nein, es ist auch nicht gut, zu vergessen.
Wenn ich weiss was war, kann ich mir meine Biografie besser erklären. - Nur ein Beispiel.

Bloss kann ich unter günstigen Bedingungen lernen und mit der Zeit nicht mehr so leiden.
- Ein komplexer Prozess.

Nicht jedes Trauma heisst immer: "Lebenslänglich".
Nur kann einem niemand sagen, wie lange.... .


LG
Landkaffee
 
Bei mir schon 40 Jahre natürlich nicht permanent aber doch immer präsent.

Ja das kenn ich. Ich weiß nicht genau, wann es angefangen hat und was wirklich alles passiert ist. Für mich wäre es eine imense Hilfe, wenn ich diese Fragen beantwortet bekäme und aufarbeiten könnte.
Gerade das erklären an neuen Freunden ist schlimm für mich.
Verstehen tun es nicht viele. Die meissten reagieren eben damit, das sie meinen, man solle doch damit abschließen.

Von einem Mann ist so ein Komentar dann schlimm, wenn er mir etwas bedeutet. Denn gerade bei ihm und seinem Geschlechtsteil sind die meisten Probleme. Die Dinge und Gegebenheiten, die ich damit verbinde, verstehen solche Menschen dann nicht.
 
So einfach wie du es dir vorstellst ist es nicht.
Es gibt Dinge da ist das vergessen unmöglich und das Verdrängen klappt nur begrenzt.

Ich stelle es mir nicht so einfach vor, ich weiß es. Ich glaube jetzt das viele Kinder schlimmes erlebt haben. Es gibt die einen die sich später immer noch als Opfer sehen und Threapien brauchen. Es gibt diese die Still darunter leiden, aber es gibt auch die Kämpfer, die sich sagen, ich weiß das alles scheiße war, doch dann hilft es mir nur das beste daraus zu machen.

Und ich weiß auch das es geht. Persönlich ausprobiert und ich rede nicht davon das man vielleicht mal einen Klapps bekommen hat oder mal angeschrien wurde oder so banalen...
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben