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Gewalt in der Kindheit- wie hat es euch verändert?

  • Starter*in Starter*in Lebensnah
  • Datum Start Datum Start
Ich stelle es mir nicht so einfach vor, ich weiß es. Ich glaube jetzt das viele Kinder schlimmes erlebt haben. Es gibt die einen die sich später immer noch als Opfer sehen und Threapien brauchen. Es gibt diese die Still darunter leiden, aber es gibt auch die Kämpfer, die sich sagen, ich weiß das alles scheiße war, doch dann hilft es mir nur das beste daraus zu machen.

Und ich weiß auch das es geht. Persönlich ausprobiert und ich rede nicht davon das man vielleicht mal einen Klapps bekommen hat oder mal angeschrien wurde oder so banalen...

Sieben Jahre lang durften wir nur still leiden weil es nicht anders möglich war.
Kämpfer sind all die, die trotz aller Widrigkeiten es geschafft haben am leben zu bleiben, nicht nur überleben sondern leben.
Wären sie keine Kämpfer, wären sie tot, gestorben durch eigene Hand.

Und ich war/bin Kämpfer war ich schon immer an verschiedenen Fronten und ich lebe immer noch.

Manche Ereignisse sind in ihrer Tragweite so unfassbar das auch das Opfer sich des wahren Ausmaßes erst viele Jahre später bewußt wird, nämlich dann wenn das Ereignis vorüber und das Opfer zur augenscheinlichen Ruhe kommt.
 
Ich verstehe dich. Besonder wenn man selber Kinder hat, sieht man, was alles in seiner Kindheit falsch gelaufen ist. Schmerzvoll das alles vielleicht abwendbar gewesen wäre, wenn wie in meinem Fall, die Eltern nicht solche Versager gewesen wären. Opfer eben auch solcher Eltern.

Aber ich bin aus dem Teufelskreis ausgebrochen. Ich habe doch mein Leben jetzt in der Hand. UNd ich habe vor nichts Angst, weil es nichts mehr gibt, was mich noch erschreckend könnte. Aber ich weiß zu was ich allem bereit wäre, meinen Kindern so eine Kindheit zu ersparen.

Da gab es mal einen Spruch im Fb. Autor unbekannt: Zitat:
"Menschen die oft verletzt wurden sind gefährlich, weil sie wissen wie man überlebt!!!
Spiele nie mit mir, denn ich weiß wie gespielt wird und wenn du denkst du hast gewonnen,
dann stehe ich irgendwann hinter dir und flüster dir ins Ohr..
..Game Over"
 
Ich weiß auch wie man sich wehrt wenn nötig bis zum Ende und sollte mich jemand angreifen ist es sein Ende..
 
Ja dachte ich mir, der Spruch passt. Respekt, ich finde es gut wenn man daraus das beste macht. Nicht zulassen das die Gewalt weiter in einem ihre Wunden reißt.
 
Nur zu diesem einen Zweck habe ich eine besondere Ausbildung gemacht, um mich wehren zu können mit allen Mitteln und ohne Rücksicht, auch auf das eigene Leben.
Zum Glück habe ich meine Kenntnisse noch nie anwenden müssen, würde es aber tun wenn es die Situation verlangt und nicht nur für mich, nein auch für andere, auch mir fremde Personen.
 
Viele hier haben in Ihrer Jugend selber Gewalt erlebt, Durch Eltern, durch Umfeld, durch Fanatiker, körperliche und seelische Gewalt. Von der Ohrfeige bis zur permanenten Demütigung.
Kommt aufs Alter an, scheinbar hast du Lehrer und Erzieher vergessen. Zu meiner Zeit war die Übergangsphase: an sich durften Lehrer nicht mehr prügeln, hat die aber nicht abgehalten. Das kam dann erst später, dass die Schüler psychologisch drangsaliert werden.

Ich habe in meinem Elternhaus nie Gewalt erfahren, nur außerhalb, und das ist Normalität.
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch ich wurde realtiv früh vom 5. bis zum 16. Lebensjahr misshandelt. Wie es mich verändert hat? Schwer zu sagen, da ich nicht weiß, wie ich mich ohne Gewalt hätte entwickeln können...
Was mir aufgefallen ist, dass ich gelernt habe keine Emotionen zu zeigen. Ich habe meinstens einen ausdruckslosen Gesichtsausdruck. Erst bei engen Freunde, denen ich vertrauen kann, zeige ich Emotionen.
Auch mein Gegenüber nimmt es wahr.
Wenn ich mit Arbeitskollegen rede und denen ist etwas schlimmes passiert. Ich empfinde Mitleid mit denen aber durch meine Gestik und Mimik kann ich es jedoch nicht zeigen. Das kommt vielleicht herzlos und eiskalt rüber, weil die Kommmunikation zum größten Teil durch die Gestik und Mimik stattfindet... aber da kann ich auch nichts für.
Warum ich keine Emotionen zulassen kann... weil 1. ich von meinen Eltern emotionale Kälte erfahren habe und 2. weil mir duch meinen Vater verboten wurde Gefühle, wie z.B. Schmerz, Trauer.. zu zeigen. Tat ich es doch, wurde ich geschlagen. Somit habe ich den Schmerz hinunterschlucken...
 
Meine Eltern haben mich bis zu meinem 13ten Lebensjahr geschlagen... für teilweise Kleinigkeiten, weil ich bspw. zu müde war um (nach gefühlter ewigkeit) weiter zu lernen und ich es "gewagt" habe dies zu sagen, dass ich müde bin und nicht mehr weiter lernen möchte. Und sonst wurde ich auch wegen allem möglichem geschlagen mit Stöcken, Gürtel, flacher Hand auf Hintern, Kopf, Rücken... etc... Das ist ein so demütigendes gefühl..
aufgehört hat es, weil ich mit 13jahren aus totaler verzweiflung meiner mutter angedroht habe zum jugendamt zu gehen, wenn sie oder mein vater mich noch einmal schlägt. Daraufhin habe ich zwar wieder schläge erhalten, aber das war wirklich das letzte mal... bis heute danke ich gott jedes mal wenn ich an die zeit denke dafür, dass mir diese idee in den sinn gekommen ist. das war meiner meinung nach der beste einfall meines lebens gewesen...

Jetzt bin ich 27 und meine Vergangenheit quält mich immer noch... Die Bilder wollen einfach nicht verschwinden.

Und jetzt komm ich zu dem eigentlichen Thema..

Ich komme anderen Menschen gegenüber auch kalt und gefühllos vor, obwohl es in meinem inneren ganz anders aussieht.
Zudem habe ich ein riesen problem mit dem Trösten. Ich hab das gefühl, dass ich unfähig bin zu trösten und wenn ich in einer situation bin, in der ich glaube nun einen menschen trösten zu müssen fühle ich mich ganz hilflos und weiss eigentlich auch nicht was ich machen oder sagen soll. es fällt mir einfach so schwer. wahrscheinlich liegt es daran, dass ich selbst nie trost erhalten habe. komischerweise möchte ich selbst keinen trost haben wenn es mir schlecht geht, dadurch fühl ich mich noch schlimmer, noch erbärmlicher... und das obwohl ich weiss, dass trost gut tun sollte. aber rationales denken und fühlen sind bei mir zwei unterschiedliche dinge...

zudem kann ich im leben schlecht nein sagen. Ich hab das gefühl es immer allen recht machen zu müssen. das gefühl geht nicht weg, obwohl ich weiss, dass es normallerweise nicht so sein muss...

aber am schlimmsten ist es, dass mich jeder fehler von mir mich selbst so stark belastet, dass ich mich je nach grad des fehlers stunden bis wochenlang damit gedanklich auseinandersetze.
ein beispiel: ich war auf einer party und hab "normal" viel getrunken, so dass man einfach gut drauf ist. Dann redet man grundsätzlich mehr und vielleicht ist das ein oder andere was gesagt wurde nicht sehr sinnvoll, was durchaus passieren kann. nach der feier mach ich mir dann immer gedanken: "du hast das und das gesagt, vielleicht hat derjenige das falsch aufgefasst, was denkt derjenige jetzt von mir...etc" Das ist echt belastend... so belastend, dass ich manchmal lieber auf keine feier gehen würde, nur damit ich mich später nicht tagelang mit den gedanken belaste, was ich diesmal wohl "falsch" gemacht oder gesagt habe... ich habe grundsätzlich eine furchtbare angst davor, fehler zu machen....

ich wünschte, das würde aufhören, aber ich weiss einfach nicht, wie ich das anstellen soll..

ich weiss nicht warum, aber ich habe gerade beim schreiben angefangen zu zittern (wenn ich meine hände ausstrecke, dann zittern meine finger) deswegen höre ich jetzt lieber erstmal auf.

lg
 
Ich wurde mit 9 bis 12 sexuell missbraucht von meinen vater, und geschlagen. Dann noch von einen nachbarn mit 12 jahren. Meine mutter hat mich auch ent gerade gut behandelt, hatte selber depressionen.Mein vater war auch alkoholiker.

Ich hab mit 12 jahren zwänge entwickelt, und mit 14 jahren oder sogar schon früher, hab ich sehr oft geweint und hatte depressionen. Ich kann mich eigentlich so gut wie gar nicht an meine kindheit erinnern. Weil da noch viel im verborgenen liegt. Heute gehts mir etwas besser, ich hatte ne lange zeit psyische probleme. Ich hab borderline und ne komplexe postraumatische belastungstörung und depressionen, so wie ne zwangstörung. Ich hab mich mit 17 nur noch verletzt das ging bis zum 22 lebensjahr, bin jetzt 23 jahre alt. Und machs net mehr. Hab zwar noch manchmal druck aber ich geb dem nicht mehr nach.

Ich hab schlafstörungen, flashbacks oft und depressionen noch. Ich kann keine gefühle zeigen und jahre lang ging auch kein geschlechtsverkehr. Erst seit gut einerhalb jahren kann ich es geniesen. Ich lebe noch heute bei meinen eltern und will da eigentlich nur noch weg. Mein freund wird nach hamburg ziehen, ich paar moante hinter her dann. So lange kann ich sein zimmer in der wg übernehmen. Dann komme ich wenigstens von meinen vater weg.

Ich hab ingesamt 22 krankenhaus aufenthalte hinter mir. Ich war früher total krass drauf, hab mich jeden tag verletzt und mich oft schon versucht umzubringen. Ich bin heute ein anderer mensch. Ich wünschte ich wär normal, aber das kann ich net gerade behaupten. 🙁 Aber ich versuche aus dem ganzen raus zu kommen.
 
Hallo, ich habe vor langer Zeit diesen Tread ins Lebn gerufen und freue mich das sich doch so viele beteidigt haben.
Schade, dass keiner für mich eine Lösung hat..Manchmal kommt eine innere stimme hoch, diese sagt"wozu braucht der Mensch eine Partnerschaft".
Hallo Sternenmench, ich denke schon das ,obwohl Dein Beitrag auch ein Thema für sich sein kann, das er durchaus hierher gehört. Im Kontext der eigenen Erfahrung, auch der von seelischer Gewalt spielt die Frage : wozu braucht man eine Partnerschaft, durchaus eine Rolle.
Die Gründe wozu man sich eine Partnerschaft wünscht können für viele verschieden sein. Mnache aus einsamkeit, andere weil sie sich mehr Schwung in Ihrem Leben wünschen und wieder andere weil sie darin endlich erleben möchten wie es ist wirklich geliebt zu werden.

Was man nicht vergessen darf: Parnerschaften sollten eine ergänzung zweier Menschen sein. Man darf einen Partner oder eine Partnerin nicht asl Verhinkel benutzen um das eigene Leid erräglicher zu machen. So wie alle sich wünschen das man als Partner auch als Person gesehen wird , weil man jemand ist, weil man als der Mensch angenommen werden möchte der man ist, so gilt das für beide Seiten. Mit dem oder der richtigen Partnerin an der Seite kann man möglicherweise lernen, erleben, heilen und auch merken das man auch über sich hinauswachesen kann.
Was man nicht erwasten darf ist- das man deshalb als gegenüber auch verantwortung hat und nicht fehlerfrei ist. Das man auch m eigenen Verhalten kritik ertragen können muss und offen sein sollte an sich zu arbeiten. Liebe ist ein Geschenk. Sie komt freiwillig und wir können sie auch wieder verlieren wenn nicht bereit sind diese zuzulassen.

Gerade Gewalterfahrungen sind aber oft der Auslöser für die Mechanismen die es uns unmöglich machen genau das zu tun. Selbstschutz, Angst sich den eigenen Dämonen zu stellen, Angst vor zurückweisung , vor dem Verlassenwerden, wie oft laufen viele vor dem wegwas ihnen gut tun könnte wenn sie nur fähig währen es zuzulassen?

Ich glaube der Schlüssel zur Heilung liegt darin sich selber seine Schwächen vergeben zu können, sie nicht wie einen Anker am Beim mit sich herumzuschleppen, und auch denen zu vergeben die uns Leid zugefügt haben.
Das ist sicherlich nicht leicht, denn wie soll man vergeben was man nicht vergessen kann? Aber es geht nicht darum zu vergessen, sonder, darum zu erkennen das man auch an dem was man erlebt hat ,wachsen kann , das man gerde weil man überlebt hat , Fähigkeiten entwickelt hat die auch gut sind. Niemand kann ungeschehen machen was man erlebt hat, aber wir können versuchen damit anders umzugehen, um unserer selbt Willen.

Nieman kann als Gegnüber die Medizin sein die alte Wunden behandelt, aber man kann daran lernen und viellicht erleben das nicht das Üngück der Vergangenheit das Maß aller Dinge sein muss. Um etwas geben zu können muss mman den zugang zu sich selber haben und auch ein gegenüber diesen zumindes soweit es uns gut tut erlauben.

Beziehungen sind immer schwierig denn wir tragen die Summe unserer Erfahrungen dort mit hinein, genauso wie das gegenüber. Wir können nun das Drame unserer Kindheit dort immer wieder neu inzenieren oder versuchen unser Lben nach unseren Wünschen zu gestallten. Also müsste Deine Frage lauten: Wozu brauchst DU eine Beziehung? Es kommt ja nicht von ungefähr das viele Beziehungen heute scheitern, und nicht wenige scheitern weil die Vergangenheit immer wieder neu erlebt wird.


Wachsen tun wir an unseren Erfahrugen, und so viele davon auch schlimm gewesen sind , so haben wir immer die Möglichkeit un zu entscheiden welchen Weg wir gehen wollen.


Im Momet geht es mir persönlich gut, und ich habe eine Partnerschaft , zum ersten mal seit vielen Jahren wieder die von Liebe, Vertauen und Verlässlichkeit geprägt ist, die mir viel gibt und wo ich viel geben kann. Der Weg dahin war schwierig und auch in dieser Patrnerschaft ist nicht alles Sonnenschein. Aber ich habe wieder ein Vertrauen gewonnen das ich lange verloren hatte.
Meine Erfahungen haben mich zu dem gemacht der ich bin. Und vieles davon ist auch gut an mir, auch wenn das was mich dazu hat werden lassen , ein lange Zeit schmerzvoller Weg war. Ich weis nicht wie lange es andauern wird, vielicht wird auch diese Parnerschaft eines tages wieder zu Ende sein, und ich das heulende Elend. Solange bis ich es dann wieder schaffe aufzustehen und weiter zu machen. Aber es zeigt mir das Gewalt die man erlebt hat nicht bedeuten muss das man für immer leiden wird.

Daher möchte ich allen sagen: Gebt niemals auf
 

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