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Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

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Ich denke es kann bestimmt sehr hilfreich sein, an etwas zu glauben. Die Gewissheit, dass etwas da ist. Etwas beständiges, das dich unabhängig, davon wer du bist und was du tust, immer lieben wird.

Es hat ja auch irgentwie etwas beruhigendes zu "wissen", dass nach dem Tod alles besser sein wird. Dass man rundum glücklich ist, im Himmel bei Gott.

Ich halte, dass alles für eine Illusion, die sich die Menschen zusammengereimt haben..

Allein die vorstellung an einem allmächtigen Gott, der im Himmel sitzt und runterschaut... neee...
Gott ist für mich, wenn überhaupt, ein all umfassender Begriff. (Ich bin Gott, du bist Gott, wir sind Gott. Wir sind unsere eigenen Schöpfer. Wir sind nicht von dem Gutwillen eines Gottes abhängig...)
 
Aber der Buddhismus hat mir gefallen hab mir da aber ebenso nur wenige Teile herausgepickt, dich ich bestrebt weiter verfolgen werde.

... Somit bleibe ich bei meinem Glauben der sich wohl maximal an mich selbst richten wird.

@ Alex: Habe ich dich korrekt verstanden, dass du deinen eigenen Glauben aus Teilen des Buddhismus konstruiert hast? Kannst du mir Neugierigem ein Beispiel geben, welche Teile "in" und welche "out" sind?
 
I
Ich habe nie schlechte Erfahrungen mit Gott gemacht und eine meiner liebsten Erinnerungen ist, dass meine Uroma an meinem Bett abends "Guten Abend, Gute Nacht" sang.

Meine Tante sang auch abends für mich - allerdings ein Lied, in dem der Satan vorkam und gedroht wurde, mich armes Kind zu verschlingen und dann sollten die Englein singen, um das zu verhindern.

Ich war ziemlich glücklich, als ich selbst (abends unter der Bettdecke, ganz klassisch!) in der Bibel nachlesen konnte. Da hat mich zwar auch vieler erschreckt ("Offenbarung des Johannes" - sehr krass!) aber so schwarz auf weiss war es irgendwie beruhigender als wenn es ein Pfarrer oder der gläubige Vater es sagten.
 
oh ja, die Offenbarung des Johannes, die meisten Christen sind wie "besessen" von gerade diesem Buch, hat mir auch einigen Schrecken eingejagt als kleines Kind 😱
 
Mich würde interessieren, welchen Umgang mit Religion oder Glauben ihr für euch oder bei anderen als "gesund" erlebt - also was man z.B. einem Kind als Beispiel und Vorbild empfehlen könnte?

(...)
Hilfreich ist Glaube für mich dann, wenn ich ein Stück aus einem großen "Glaubensgebäude" einzeln und zur jeweiligen Situation passend herauspicken und verwenden kann ohne gleich dort einzuziehen ...
Ich selbst habe von meinen Eltern nichts von Gott erfahren, wurde auch nicht getauft. Meine auf dem Papier evangelische Mutter stand auf dem Standpunkt, sie hätte sich schließlich bei meiner 13 Jahre älteren Schwester um all diese Dinge gekümmert, und diese würde ja auch nicht mehr in die Kirche gehen.
Naja. Meine Mutter ging selbst nie in die Kirche. Ich denke, sie glaubt auch nicht.
Mein Vater glaubt wahrscheinlich auch nicht, war allerdings bis zu seinem 20. Lebensjahr Zeuge Jehovas.

Ich habe jedenfalls erst in der Grundschule im evangelischen Religionsunterricht von Gott erfahren. Und habe Ihn damals nie in Zweifel gezogen.
Ich habe mich, als es an der Zeit war, ohne das Wissen meiner Eltern eigenständig zum Konfirmationsunterricht angemeldet.
Leider war diese Zeit für mich - als damaliger Außenseiter - eine sehr schwere Zeit. Unser sog. Konfirmationsunterricht war sowieso ein Witz. Wir haben getöpfert, gespielt und ähnliches. Von Gott haben wir nichts erfahren.

Ich bin später - als einziger dieses Jahrgangs - immer noch regelmäßig zumindest einmal monatlich in den evangelischen Gottesdienst gegangen. Doch je älter ich wurde, desto mehr haben mich die Predigten des politisch äußerst linken Pfarrers geärgert. Von Gott hat man dort nichts gehört... und letztlich ging ich doch nur deshalb hin...

Mir war immer bewusst, dass Gott - vielleicht als einziger - mich auch liebt... mein Ziel war immer, in das Buch des Lebens zu gelangen und nicht im feurigen Pfuhl zu enden (Off 20, 15). Diesen Bibelvers hatte ich immer vor Augen...

Irgendwann begab ich mich auf die Suche nach "meiner" Religion...
Ich war immer offen. Habe mich von Leuten in der Fußgängerzone ansprechen lassen und bin bis heute entsetzt über die Aussagen eines freievangelischen Mannes, dass in meiner Familie alle "verloren" seien...
Durch Verwandte las ich auch in Schriften der Zeugen Jehovas, oder ich traf mich mal mit einer Mormonin oder besuchte eine "Christliche Versammlung" von irgendeiner anderen Freikirche, wo man Kopftücher tragen musste und Frauen und Männer strikt getrennt saßen...
Außerdem hatte ich eine Freundin, die neuapostolisch war, und die Gottesdienste dort haben mich immer sehr angesprochen, und ich hab später auch überlegt, ob ich neuapostolisch werden soll, aber ich konnte mit deren "Aposteln" nichts anfangen. Übrigens ist auch die NAK hierarchisch gegliedert, und nur Männer üben Ämter aus. Aber dort regt sich keine(r) drüber auf...

Jedenfalls war ich immer fasziniert, wenn ich auf Menschen traf, bei denen der Glaube ein wesentlicher Bestandteil des Lebens war... die sich offen dazu bekannten und ihn lebten, auch wenn es absolut nicht populär war... diese Menschen taten in meinen Augen etwas für Gott, sie standen für Ihn ein...
So habe ich auch immer Ordensfrauen bewundert und kann mich noch an ein schönes Gespräch mit einer katholischen Nonne erinnern (wir machten früher immer Urlaub in Bayern, und katholische Gotteshäuser haben mich schon immer angezogen).

Ich selbst ging zwar immer noch mehr oder minder regelmäßig in normale evangelische Gottesdienste, aber ein fester Bestandteil meines Lebens ist der Glaube nie gewesen.
Trotzdem habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass Gott immer für mich da war, wenn ich Ihn brauchte.
Auch wenn ich mich mal wieder wochen- oder monatelang gar nicht um Ihn gekümmert hatte, war Er bereit, mir zu helfen, wenn ich Ihn dringend um etwas bat.
Natürlich ist das alles Auslegungssache.
Aber für mich war das so.

Viel später führte mein Weg dann aufgrund meiner persönlichen Lebensgeschichte zur katholischen Kirche. Bei meiner Konversion hatte ich das Gefühl, nach "Hause" gekommen zu sein. Es schien so richtig. In meinem Herzen war ich wohl immer schon katholisch.

Da ich als Konvertit mit 32 Jahren vor versammelter Sonntagsgemeinde versprochen habe, alles anzunehmen, was die katholische Kirche lehrt, habe ich mich danach auch mit Inbrunst darum bemüht. Leider wusste ich zum Zeitpunkt meiner Konversion so manches nicht...
Ca. drei Jahre lang habe ich wohl mehr mit der katholischen Kirche erlebt als so mancher, der von Geburt an katholisch ist. Erst gestern sprach ich noch mit einer knapp 70jährigen darüber, die das dann selbst so formulierte...
Ich nahm wohl alle möglichen Phasen im Eiltempo.

Und wie das überall so ist, traf ich auf Menschen, deren Glaube mich faszinierte und ebenso auf Menschen, deren Kinder mir nur leid tun können... und ich musste außerdem feststellen, dass selbst viele, die in der Kirche aktiv sind, eigentlich gar nicht wissen, woran sie glauben, dass der Glaube keine Rolle für sie spielt, sondern es hier wohl um ganz andere Interessen geht.

Viele Dinge haben mich in den letzten Jahren auch verschreckt. Zum Beispiel auch die arrogante Selbstgerechtigkeit eines Administrators in einem (pseudo)katholischen Internetforum.

Aufgrund verschiedener Umstände weiß ich persönlich heute auch nicht mehr, woran ich eigentlich glaube. Streckenweise musste ich im letzten Jahr kämpfen, um nicht den letzten Rest an Glauben zu verlieren... und ich finde das erschreckend, denn früher hab ich doch immer geglaubt... so weit kann es also kommen...

Aber ich sage mir, das ist ausdrücklich nicht Gottes Schuld.
Für mich steht heute nicht zur Debatte, die katholische Kirche wieder zu verlassen, nein. Dafür ist mir die leibhaftige Begegnung mit Christus in der Kommunion viel zu wichtig... ich glaube immer noch daran.
Der Rest muss sich finden.
Ich bedaure heute selbst, dass die katholische Kirche so viele Dinge reglementiert hat und festlegt, was Sünde ist und was nicht... ich suche den Raum für mein eigenes Gewissen.
Ich hab vor ein paar Jahren beschlossen, endlich erwachsen zu sein und meine eigenen Entscheidungen zu treffen.
Und ich habe immer noch nicht den Weg gefunden, wie ich das kann und gleichzeitig noch katholisch sein.
Aber ich habe irgendwann angefangen, wieder an den Gott zu glauben, an den ich doch zeit meines Lebens geglaubt hatte, an den Gott, der mich LIEBT... dem ich soooo unendlich wichtig bin... der nicht möchte, dass es mir schlecht geht...

Wenn man alleine ist und sich ungeliebt fühlt, dann kann einem das Wissen, dass man sehr wohl geliebt ist, durchaus helfen. Psalm 23 gehörte immer schon zu meinen Lieblingsstellen in der Hl. Schrift.

Ich sehe viele Dinge heute wieder viel lockerer als noch vor ca. 3 Jahren... ich sag ja, ich bin durchaus einigen Menschen begegnet, die ihren Kindern alles andere als einen gesunden Glauben vorleben, auch in den Maßstäben der katholischen Kirche nicht. Wenn man Dinge ernst nimmt, ist der Weg zum Fanatismus wohl wirklich nicht weit. Ich frage mich manchmal selbst, wie wohl manches bei anderen kam, denn diese Leute waren durchaus gebildet. Wie kann ein studierter Mensch z. B. ernsthaft glauben, dass man durch das Lesen von Harry Potter Dämonen heraufbeschwört? Es ist mir ein Rätsel. Aber es gibt solche Menschen.
DAS ist für mich auf keinen Fall gesund.

Trotzdem bin ich heilfroh, dass ich keine Kinder habe, denen ich einen Glauben lehren müsste...
Ich wüsste z. B. nicht, wie ich ihnen Weihnachten nahebringen sollte... die Weihnachtsmänner haben nun mal gar nichts mit Weihnachten zu tun, die kommen wohl eher von Coca-Cola...

Wenn man sucht, findet man aber durchaus auch gute Kinderbücher. Ich fände es wichtig, dem Kind vom lieben Gott zu erzählen... der es beschützt... der wollte, dass es lebt... ich stehe auch durchaus auf dem Standpunkt, dass jedes Kind ein Geschenk Gottes ist.
Aber wenn das Kind älter wird, müsste man natürlich auch dazu kommen, ihm zu erklären, dass man für diesen Gott auch etwas tun muss...
Der sonntägliche Gottesdienst sollte kein Zwang sein. Das bringt nichts. Dann soll das Kind besser zu Hause bleiben.
Eigentlich sollte das Ziel sein - und das gilt für jeden -, dass man Gott so sehr liebt, dass es einem selbst schon ein Bedürfnis ist, Sein Haus am Sonntag zu besuchen. Das ganze nennt sich ja aber auch Gottes"dienst".
Letzten Endes ist es wie eine Freundschaft. Jede Freundschaft muss gepflegt werden. Ich muss mich doch in guten wie in schlechten Zeiten um meine Freunde kümmern, mich regelmäßig bei ihnen melden etc. Irgendwo ist es so halt auch mit Gott.
Doch wenn man es als Zwang empfindet, dann läuft wohl etwas verkehrt.
Ich gebe zu, zur Zeit selbst nicht gerne in die Kirche zu gehen, das liegt allerdings daran, dass ich z. Zt. keine Gemeinde finde, in der ich mich wohlfühle. Da spielen viele Aspekte mit hinein. Trotzdem gehe ich zur Kirche, weil ich nicht möchte, dass Gott traurig ist...

Wie gesagt, ich war immer ein Mensch, der die Menschen bewundert hat, die ihren Glauben intensiv lebten. Hier werden diese Leute im allgemeinen ausgelacht, mir stand das immer fern. Mich haben diese Leute immer fasziniert und unwahrscheinlich angezogen. Vielleicht auch, weil sie durch ihren starken Glauben so gefestigt wirkten... weil ihr Leben dadurch einen Sinn hatte...

Trotzdem halte ich es für wichtig, dass man nicht einzig und allein für dieses höhere Ziel lebt, sondern trotzdem mitten in der Welt seinen Platz hat, ohne sich selbst zum Außenseiter zu machen. Ich denke, ich muss auch aus meinem Erdendasein das beste machen, und es darf nicht nur eine Zwischenstufe sein. Deshalb halte ich die Art Glaube für ungesund, die sich zu sehr aus der heutigen Welt ausgrenzt. Natürlich sollte man nicht alles mitmachen, und ich sehe es mit Schrecken, dass unsere Welt immer gottloser wird, aber irgendwie muss man eben das gesunde Mittelmaß finden.
Aber das ist schwer.
Das sehe ich selbst.
Der Glaube an Gott auf der einen Seite... und die heutige Welt auf der anderen Seite... ich persönlich wünschte mir immer, Gott könnte direkt zu mir sprechen und mir sagen, was Er denn nun tatsächlich denkt und will... wie Er denn nun tatsächlich das ein oder andere Thema sieht... aber leider funktioniert das so halt nicht, sondern jede Antwort von Ihm ist im Prinzip Interpretation.

Ich finde es aber auf jeden Fall auch sehr tröstlich, daran zu glauben, dass nach unserem Leben noch etwas kommt...

Im übrigen würde es mich eventuell ohne diesen Glauben gar nicht mehr geben...
Schon mit 12 Jahren habe ich über Selbstmord nachgedacht, weil ich so unglücklich war und unter meinem strengen Elternhaus litt und unter der Nichtakzeptanz durch meine Eltern.
Doch es gab seinerzeit in unserer Fernsehzeitung eine Reihe, wo es um Nahtoderfahrungen ging. Und ich war bereits als kleines Kind fasziniert davon, wie sich diese Berichte glichen. Alle erzählten von dem schönen Licht, der Musik, der Blumenwiese etc... aber alle Selbstmörder erzählten von ganz anderen Dingen... von ganz schlimmen Erfahrungen...
Und so habe ich mir immer gesagt, nein, ich will mir mein jenseitiges Leben nicht auch noch kaputt machen. Ich freue mich darauf, dass irgendwann alles so viel schöner und besser wird...

Natürlich haben diese Nahtoderlebnisse nicht unbedingt etwas mit dem Jenseits der katholischen Kirche zu tun, auch so etwas ist mir heute durchaus bewusst.

Und in diesen Punkten mache ich es nun genau so, lieber Werner, wie Du oben angedeutet hast: Ich picke mir einfach das heraus, was mir gut tut... woran ich glauben möchte...
Und versuche trotzdem, es irgendwie in Einklang mit meinem persönlichen Gottesbild zu bringen...

Und nur für den Fall der Fälle, die Lehre der katholischen Kirche sollte Recht behalten, werde ich wohl später trotzdem Wert darauf legen, dass ich die Sterbesakramente erhalte...

Und es wäre mir auch wichtig, ein Kind zu taufen.
Das Problem ist doch, dass niemand mit Sicherheit weiß, was Sache ist. Nun lehrt die katholische Kirche irgendwas mit Limbus, was ich nie so recht verstanden habe. Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind nicht zu Gott kommt, bloß weil seine ungläubigen Eltern es nicht haben taufen lassen, das Kind kann doch nichts dafür... aber ich würde dieses Risiko nicht eingehen wollen. "Früher" wurden Kinder ohne das Beisein ihrer Mutter noch am Tag ihrer Geburt getauft, soooo wichtig war das.

Aber Glaube darf halt nie Zwang sein. Wie viele haben es erlebt, dass sie immer nur gezwungen wurden, und kaum waren sie volljährig, haben sie alldem den Rücken gekehrt.
Was ist da schiefgelaufen?
Was haben denn die Eltern da bloß vorgelebt?
Haben sie das allerwichtigste versäumt, ihren Kindern vorzuleben, dass Gott die LIEBE ist... dass sie Gott lieben und Gott sie wiederliebt...?!
Gott ist die Liebe, ist einer der wichtigste Sätze in der Bibel für mich. Die Liebe ist das Größte über allem anderen. Gott selbst hat aus Liebe zu uns Seinen Sohn für uns hingegeben.
Ich persönlich kann mir deshalb auch nicht vorstellen, dass Er so kleinkariert ist, wie Er im Katechismus teilweise rüberkommt...

Aber wie gesagt, meinen Weg mit der KK muss ich selbst noch finden.
Das soll aber trotzdem nicht beeinflussen, dass ich an Gott als solches immer noch glaube... dass ich immer noch glaube, dass Er mich wollte, genau SO, wie ich bin... dass Er mich liebt, egal, was ich wieder angestellt habe... und dass es wunderschön sein wird, irgendwann zu Ihm zu kommen...

Und doch möchte ich heute auch aus meinem jetzigen Leben das beste machen und es eben wirklich LEBEN. Im Gegensatz zu manch strengem fanatischen Gläubigen (sei es in oder außerhalb der katholischen Kirche). Ich denke, Gott hat mir dieses Leben geschenkt, und ich darf auch heute im Hier und Jetzt schon glücklich sein. Also möchte ich mich darum bemühen, das zu tun. Denn Sein Geschenk an mich - auch wenn ich es nicht wollte und mir manchmal wünschte, ich wäre eine Totgeburt gewesen (was fast passiert wäre) - soll doch nicht vergebens gewesen sein.
 
Mich würde interessieren, welchen Umgang mit Religion oder Glauben ihr für euch oder bei anderen als "gesund" erlebt - also was man z.B. einem Kind als Beispiel und Vorbild empfehlen könnte?

Prüfet aber alles, und das Beste behaltet - steht das nicht auch irgendwo in der Bibel ?

Auch in einem christlich-religiösen Umfeld aufgewachsen, empfinde ich Religionen als vorgefertigten Glauben. Diesbezüglich habe ich nach meiner Wahrheit gesucht, und mich nicht an irgendwelche Vordenker oder Gurus gebunden.

Für mich ist Gott keine Person, sondern ALLES WAS IST. Ich glaube nicht an Allwissenheit und/oder Allmacht, die es vor uns Menschen gegeben hätte. Sondern an eine persönliche Evolution, die für jeden, indem er Gut und Böse in mehreren Menschenleben erfährt und einschätzen lernt, zu einer Entwicklung der Reife führt.

In diesem Zusammenhang selbstverständlich an ein Jenseits, nicht an dieses Schwarz/Weiss-Bild von Himmel und Hölle, in welches wir unser Bewusstsein nach unserm Ableben als Mensch erst einmal mitnehmen.

Einem Kind als Vorbild empfehlen, Werner, ist, die Angst vor Strafe, Verlorensein (also ewiger Verdammnis) zu nehmen. Es geht auch angstfrei, und ohne Atheist zu werden mit dem Glauben.

Peter
 
@ Nohope: Einfach mal ein ganz dickes Kompliment für dein Ehrlichkeit und Respekt vor deiner Reflektionsfähigkeit. Du gehörst sicher zu den ganz wenigen Menschen, die sich in dieser Weise mit ihrem Glauben auseinandersetzen.

Inhaltlich kann ich recht gut nachvollziehen, auch wenn sich meine religiöse Entwicklung vor allem zwischen 12 und 19 Jahren vollzog und sich danach nur noch in Feinheiten veränderte. Dass man seinen Glauben "verlieren" kann zeigt, dass man einen hatte 🙂 ... ich war selbst auch schon mehrmals in den letzten 25 Jahren bass erstaunt, wie wenig und wie viel "übriggeblieben" ist. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die ganze Welt "rund" ist und alles "passt", dann wieder besteht sie aus lauter Puzzleteilen unendlicher Anzahl und kaum erkennbaren Zusammenhängen besteht. Früher meinte ich, der Glaube oder Gott sei der Zusammenhalt - das scheint mir aber nicht mehr schlüssig. Sobald man sich Gott zu sicher ist, so mein Eindruck, entgleitet er uns.

Danke nochmal für deinen Beitrag, ich freue mich, dass dich dieses Thema zu diesem Text angeregt hat! Sicher verstehen dich viele jetzt besser - ich auf jeden Fall!

Gruß, Werner
 
Für mich ist Gott keine Person, sondern ALLES WAS IST.

Das war/ist für mich eine der befreiendsten und erschreckendsten Einsichten ... und ich bin froh, auch sie ab und zu "vergessen" bzw. beiseite legen zu können. Ich habe das mit 19 während einer langen Meditation als eine Art "Erleuchtung" erlebt, auf die eine evangelischer Pfarrer uns (die Teilnehmer eines Seminars) einen Tag lang schickte: Man durfte nur an einem Ort sitzen, möglichst lange. Ich saß auf einer kleinen Holzbrücke und sah dem Wasser zu, das alles mögliche mitbrachte - und plötzlich war dieser Satz ganz klar und offensichtlich - meine Weltsicht veränderte sich radikal zum Offenen, Einschließenden und endgültig weg vom Dogmatischen. Die Worte und Sätze dazu, auch die philosophischen und theologischen Begründungen fand ich zum Teil erst viele Jahre später, aber das innere Gefühl, ein Teil von etwas enorm Großem, in sich verwobenem und einigem war so klar, dass ich es jederzeit wieder abrufen kann.

Es geht auch angstfrei, und ohne Atheist zu werden mit dem Glauben.

Aber es ist ein Tanz auf einer Spinnenwebe über unendlich tiefem Abgrund ... (kein Problem für einen Vogel, ich weiß). 🙂
 
das "Christentum" scheint den meisten tatsächlich mit Angstmache vermittelt worden zu sein, schon schockierend irgendwie.
 
das "Christentum" scheint den meisten tatsächlich mit Angstmache vermittelt worden zu sein, schon schockierend irgendwie.

Hast du eine Idee, woher das kommt? Und glaubst du, das war schon immer so oder ist das eine moderne Entwicklung (ich meine damit eine der letzten 500 Jahre seit der Reformation vielleicht?).

Der Hinduismus kennt ja z.B. auch furchtbare Gottesbilder und trotzdem wirkt es (auf mich jedenfalls) nicht so angstbesetzt.

Könnte es vielleicht sein, dass sich hier die "nordischen" Gottheiten heimlich eingeschlichen haben?
 
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