Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Gesunder Umgang mit Religion = Hilfe im Leben?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Wenn Du Gott nur 'fallweise' ausschließt, glaubst Du/man doch an Gott, sonst könntest Du/man ihn (den Glauben an ihn) doch nicht ein- und ausschalten - je nach Lebenslage/Problem!?

Wenn die Frage nach der Existenz Gottes (geschweige denn nach der "Art" Gottes) eine der "prinzipiell unentscheidbaren Fragen" ist, ist dieser "Ein/Aus-Schalter" tatsächlich möglich, notwendig und vielleicht sogar angemessen.

Es gibt Dinge im Leben und Situationen, da ist es wohl am ehesten angemessen, von der Existenz Gottes auszugehen - in anderen hinderlich oder gar schädlich. Dass ich beides für möglich halte, setzt für mich nicht den "Glauben" voraus. Zwischen "ich glaube" und "ich halte für denkbar" ist für mich ein entscheidender Unterschied.

Und wenn man die Möglichkeit in Betracht zieht, ist dies dann nicht wie ein Hintertürchen??
Es könnte ja sein, also bete ich mal sicherheitshalber. Nach dem Motto: Schaden kanns nicht - auch wenn es vll. nix nutzt.

Hintertürchen ja, aber ziemlich breit und ebenso fiktiv wie der Haupteingang 🙂 ... und beten für den Fall der Fälle auf keinen Fall - wenn schon ein Gebet, dann einfach deshalb, weil "ER/SIE" nicht im Telefonbuch steht 😉

Danke für den Hinweis zu Echnaton - wusste ich nicht. Sehr lesenswert hierzu: Die Mosaische Unterscheidung von Jan Assmann.
 
Mich würde interessieren, welchen Umgang mit Religion oder Glauben ihr für euch oder bei anderen als "gesund" erlebt - also was man z.B. einem Kind als Beispiel und Vorbild empfehlen könnte?

Ich persönlich gewinne leider immer stärker den Eindruck, dass die meisten Religionen nur dann eine Hilfe für die Menschen darstellen, wenn sie von außen kontrolliert werden - z.B. durch einen säkularen Staat. Denn fast alle Religionen scheinen eine mehr oder weniger starke Tendenz zum Fundamentalismus zu haben, wenn man sie unkontrolliert sich selbst überlässt. Und dann werden Religionen eine Gefahr.

Ursprünglich bin ich katholisch aufgewachsen und erzogen worden, bin aber 2002 ausgetreten, und ich fühle mich keiner Religionsgemeinschaft mehr zugehörig. Müsste ich eine Religionsgemeinschaft wählen, dann würde ich der protestantischen Kirche beitreten, da sie meiner Ansicht nach am besten und glaubhaftesten Ideale wie Frieden, Freundschaft unter den Menschen und zwischen den Religionen, Menschlichkeit bzw. humanitäres Gedankengut vertritt. In dieser Ausprägung erscheint mir die Religion noch am ehesten vorbildhaft und "gesund".

Blinde Gott- und Bibelgläubigkeit finde ich in jedem Fall bedenklich, und sie macht mir auch Angst. Wenn man es nicht mehr schafft, die Texte der heiligen Schriften zu hinterfragen, sondern diese kritiklos herbetet und rücksichtslos im alltäglichen Leben umgesetzt haben will, dann ist meiner Ansicht nach die Grenze zwischen "Nutzen" und "Gefahr" überschritten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich persönlich gewinne leider immer stärker den Eindruck, dass die meisten Religionen nur dann eine Hilfe für die Menschen darstellen, wenn sie von außen kontrolliert werden - z.B. durch einen säkularen Staat. Denn fast alle Religionen scheinen eine mehr oder weniger starke Tendenz zum Fundamentalismus zu haben, wenn man sie unkontrolliert sich selbst überlässt. Und dann werden Religionen eine Gefahr.

Sehe ich auch so, Knuddel!

Wobei es nach meiner Beobachtung noch besser scheint, wenn (wie in vielen Ländern Europas oder in den USA) mehrere Religionen miteinander "konkurrieren" und nicht eine große, dominante Religion (wie in der Türkei oder in Ägypten) dem säkularen Staat gegenübersteht.
 
Sehe ich auch so, Knuddel!

Wobei es nach meiner Beobachtung noch besser scheint, wenn (wie in vielen Ländern Europas oder in den USA) mehrere Religionen miteinander "konkurrieren" und nicht eine große, dominante Religion (wie in der Türkei oder in Ägypten) dem säkularen Staat gegenübersteht.

Ja, das stimmt. Allerdings ist ja auch das Christentum nach wie vor die bei weitem beherrschende Religion...

Ein gut gelöstes, konfliktarmes Nebeneinander mehrerer ähnlich stark vertretener Religionen kann man übrigens in Singapur erleben. Buddhismus, Hinduismus, Islam und Christentum kommen dort erstaunlich gut miteinander aus.
 
Eines der häufigsten und am emotionalsten diskutierten Themen hier im Forum ist der Umgang mit dem Glauben bzw. der eigenen Religion. Da taucht schon die Frage auf, ob Religion eher ein Teil des Problems oder ein Teil der Lösung ist - also eher nützt, hilft oder schadet? Mich würde interessieren, welchen Umgang mit Religion oder Glauben ihr für euch oder bei anderen als "gesund" erlebt - also was man z.B. einem Kind als Beispiel und Vorbild empfehlen könnte? Ich selbst bin evangelisch-christlich aufgewachsen, dann mit meinen Eltern in eine relativ liberale Freikirche "umgezogen" und mit 18 dort ausgetreten, weil für mich zu viele theologische Fragen unbefriedigend beantwortet wurden. Inzwischen stehe ich allen Glaubenssystemen sehr kritisch und gleichzeitig offen gegenüber, würde für mich aber derzeit ausschließen, einem einzigen davon allein anzuhängen. Hilfreich ist Glaube für mich dann, wenn ich ein Stück aus einem großen "Glaubensgebäude" einzeln und zur jeweiligen Situation passend herauspicken und verwenden kann ohne gleich dort einzuziehen ...
Da ich mich momentan in einer evangelisch organisierten Hilfsgemeinschaft befinde...wäre es irgendwie eigenartig aus der ohnehin evangelischen Kirche auszutreten...aber sicherlich werde ich austreten zur spätestens ersten Steuererklärung. Kirchensteuer werde ich sicherlich niemals freiwillig bezahlen...haha...*räusper* Ich habe bisher auch noch keinen Glauben gefunden der mich packte. Judentum-nein genauso wie die Katholiken-oh gott nein 🙂D) Evangelischen Leutchen...nene ebenso NICHT Aber der Buddhismus hat mir gefallen hab mir da aber ebenso nur wenige Teile herausgepickt, dich ich bestrebt weiter verfolgen werde. Die ganzen zwiespaltigen Ideologischen Konzepte oder Glaubensrezepte kann ich nach eigenem ermessen innerhalb von 5 minuten ins KO ausarguementieren somit fallen schoneinmal hunderte geistig schwache Interpretationen von sämtlichen Glaubensrichtungen für mich ebenfalls heraus. Die Weltreligionen sind für komplizierte Menschen für mich auch mehr als unbefriedigend und starr, veraltet aber vorallem intollerant und langweilig. Somit bleibe ich bei meinem Glauben der sich wohl maximal an mich selbst richten wird.
 
Da taucht schon die Frage auf, ob Religion eher ein Teil des Problems oder ein Teil der Lösung ist - also eher nützt, hilft oder schadet?
in meinen Augen kommt es auf die Dosierung an, mit der die Religion gelebt wird.
die meisten wachsen damit auf - angefangen über Taufe, Religionsunterricht und Kommunion.
da das soziale Umfeld es ebenfalls tut, erscheint es richtig. und man hinterfragt es nicht.
ist zumindest mein persönlicher Eindruck, dass vermutlich 80% aller Christen sich in ihrem Glauben treiben lassen.

wäre also fraglich, wie viele Christen es gäbe, wenn man den Prozess später beginnen würde, bzw die Menschen sich aus eigenem Antrieb dazu entscheiden müssten, der Kirche beizutreten.
allein die Entscheidung ob katholisch oder evangelisch würde sehr viele Menschen abschrecken.

es sei aber meinerseits eingelenkt, dass Kirche nicht überall so langweilig celebriert wird wie hier in Deutschland.
wenn man in Frankreich Messen besucht, trifft man auf Bands in Kirchen mit E-Gitarren und Schlagzeug.
versucht euch das mal hier in Deutschland vorzustellen.
ist mir hier auch schon begegnet, aber ist halt die absolute Ausnahme - dort die Regel.
es entsteht ein echtes Gemeinschaftsgefühl - auch generationsübergreifend.

einerseits ist sich treiben lassen zwar weitab vom Sinn einer Religion, aber andererseits "in Ordnung". vor allem wenn man sich die Kehrseite der Medaille ankuckt.
nämlich Fanatiker, die ihren Glauben auf Teufel komm raus (wie treffend 😀 ) irgendwie in Szene setzen müssen. und sei es nur für sich selbst.
die die Bibel für ihren Lebensinhalt halten und sie dann auch noch so auslegen, wie es ihnen grade in den Gram passt.
die Gott zu etwas machen, dass .... einfach unglaublich, was Gott schon alles angedichtet wurde... da kann man echt nur den Kopf schütteln.
wer den anderen Threat kennt, auf den (unter anderem) der TE sich bezieht im Bezug auf "emotional", wird wohl wissen, was ich meine.

Mich würde interessieren, welchen Umgang mit Religion oder Glauben ihr für euch oder bei anderen als "gesund" erlebt - also was man z.B. einem Kind als Beispiel und Vorbild empfehlen könnte?
ich weiß nur, dass es meine Eltern übertrieben haben.
die haben meine Schwester und mich auf dem Weg nach Nordfrankreich durch sämtliche Kirchen geschleppt, die auf dem Weg lagen. ich war 10 Jahre alt 🙄
Ich selbst bin evangelisch-christlich aufgewachsen, dann mit meinen Eltern in eine relativ liberale Freikirche "umgezogen" und mit 18 dort ausgetreten, weil für mich zu viele theologische Fragen unbefriedigend beantwortet wurden. Inzwischen stehe ich allen Glaubenssystemen sehr kritisch und gleichzeitig offen gegenüber, würde für mich aber derzeit ausschließen, einem einzigen davon allein anzuhängen.
ich bin katholisch aufgewachsen.
obwohl ich von mir behaupte als Kind alles andere als besonders helle gewesen zu sein, wußte ich irgendwie immer, dass etwas, dass mir soooooooo unglaublich wenig Spass macht und dabei so unlogisch ist, (Osterhase, Weihnachtsmann, Wiederauferstehung Christi....ähm...ja) nix für mich ist. (die Geschenke an Weihnachten waren natürlich toll 🙄 )
als ich dann im Alter von 14-16 die Bibel tatsächlich komplett gelesen habe und es mir eher wie ein schlechter Grimms Märchenschinken vorkam und ich dann von den Kreuzrittern und den Dingen die im Namen der Kirche passiert sind erfahren habe....mit 23 bin ich dann offiziell ausgetreten.
zu etwas, das andere getötet hat, weil es an etwas anderes oder gar nichts glaubt - damit wollte ich nichts zu tun haben.
da ich obendrauf gern Romane aus dem Mittelalter lese (Marion Zimmer Bradley und co) festigt sich meine Meinung über die Kirche immer mehr.

Hilfreich ist Glaube für mich dann, wenn ich ein Stück aus einem großen "Glaubensgebäude" einzeln und zur jeweiligen Situation passend herauspicken und verwenden kann ohne gleich dort einzuziehen ...
mir gehts da ähnlich wie einem der weiter oben gepostet hat, dass er sich dabei schlecht fühlt.
denn welche Dinge sind es wert daran zu glauben und welche nicht?
wenn ich an einer Ecke anfange ist es immer leichter weiter zu machen.

das ganze geht bei mir soweit, dass ich jedes Jahr an Weihnachten einen Kampf mit mir führe, ob es in Ordnung ist, dieses Fest mit anderen zusammen zu feiern oder nicht.
wenn man erst mal anfängt sich selbst was vor zu machen...


Skynd
 
denn welche Dinge sind es wert daran zu glauben und welche nicht?

Das ist doch das praktische daran, wenn man sich frei fühlt, dass man das selbst entscheiden darf und nicht irgendwelchen Obrigkeiten überlassen muss 😉

@ der Alex: Danke für deine Antwort. Da komme ich wohl später nochmal darauf zurück.
 
Ich wurde evangelisch getauft und konfirmiert. Früher war ich in der Kinderkirche und fand die Gemeinschaft dort sehr schön. Meinen Pfarrer habe ich sehr gemocht.

Meine Familie war nicht in der Kirche engagiert. Nur bei Beerdigungen und ähnlichen Anlässen und es war einfach so, dass man an Gott glaubte.

Ich habe nie schlechte Erfahrungen mit Gott gemacht und eine meiner liebsten Erinnerungen ist, dass meine Uroma an meinem Bett abends "Guten Abend, Gute Nacht" sang.
Das alles konnte mich jedoch nie dazu bewegen in einen Glauben an einen Gott zu verfallen. Ich weiß nicht warum. Ich hielt das für vollkommen unglaubwürdig.

Als ich älter wurde und die Machenschaften der christlichen Kirchen und die Zusammenhänge von Krieg und Religion erkannte, bin ich ausgetreten.
Ich habe meinen Sohn nicht taufen lassen und wehre mich gegen jegliche Indoktrination von Kindern was religiöse Geschichten anbelangt.

Glaube an Gott ist gut, wenn er dem Einzelnen hilft sein Leben positiv zu gestalten. Ich habe andere Strategien.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Werner!

Interessante Antwort! Kannst du dir auch vorstellen, dass eine Option ist, zeitweise oder fallweise die "Möglichkeit Gottes" auszuschließen - z.B. um die Angst vor Gott zu reduzieren?

Vielleicht verstehe ich dich auch nicht korrekt - magst du ein Beispiel sagen, wie sich dieser Gedanke für dich praktisch auswirkt?
Ich will gerne später noch mehr dazu sagen.

Zu Deiner ersten Frage:
Ich halte es für einen schlechten Weg, die Möglichkeit Gottes auszuschließen, um zB Angst vor Gott zu verringern.

Eine Möglichkeit kann man grundsätzlich nicht ausschließen. Bei Angst vor Gott würde ich darauf hinweisen, dass man als Mensch, der sich mit allen Kräften dafür entscheidet, das Gute zu tun, keine Angst mehr vor Gott haben braucht.

Ich plädiere also, sich seinen Ängsten zu stellen. Vieles ist im Leben möglich. Wer aber alles gibt (im positiven Sinne), der kann nicht mehr tun und kann sich einigermaßen gelassen in sein Schicksal geben. Das soll erst einmal dazu reichen 🙂.
 
Ich gehöre hierbei wohl zu den bekehrten. Mein Vater praktiziert den Glauben rein praktisch, geht also bspw. nur bei Taufen in die Kirche, meine Mutter dagegen lehnt ihn strikt ab. Erst mit 16 fing ich so an, die Kirche näher kennen zu lernen und ihre Ideologie schlussendlich in meinem Leben zu akzeptieren.

Heutzutage bin ich überzeugter evangelischer Christ. Persönlich ist wohl Religion das, was man daraus macht. Es ist ein allgemeiner Fakt bei Ideologen, das sie sowohl gutes wie auch schlechtes bewirken können. Solange man nun eine solche nicht für schlechtes verwendet, ist es mir egal wer an was glaubt.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben