Da taucht schon die Frage auf, ob Religion eher ein Teil des Problems oder ein Teil der Lösung ist - also eher nützt, hilft oder schadet?
in meinen Augen kommt es auf die Dosierung an, mit der die Religion gelebt wird.
die meisten wachsen damit auf - angefangen über Taufe, Religionsunterricht und Kommunion.
da das soziale Umfeld es ebenfalls tut, erscheint es richtig. und man hinterfragt es nicht.
ist zumindest mein persönlicher Eindruck, dass vermutlich 80% aller Christen sich in ihrem Glauben treiben lassen.
wäre also fraglich, wie viele Christen es gäbe, wenn man den Prozess später beginnen würde, bzw die Menschen sich aus eigenem Antrieb dazu entscheiden müssten, der Kirche beizutreten.
allein die Entscheidung ob katholisch oder evangelisch würde sehr viele Menschen abschrecken.
es sei aber meinerseits eingelenkt, dass Kirche nicht überall so langweilig celebriert wird wie hier in Deutschland.
wenn man in Frankreich Messen besucht, trifft man auf Bands in Kirchen mit E-Gitarren und Schlagzeug.
versucht euch das mal hier in Deutschland vorzustellen.
ist mir hier auch schon begegnet, aber ist halt die absolute Ausnahme - dort die Regel.
es entsteht ein echtes Gemeinschaftsgefühl - auch generationsübergreifend.
einerseits ist sich treiben lassen zwar weitab vom Sinn einer Religion, aber andererseits "in Ordnung". vor allem wenn man sich die Kehrseite der Medaille ankuckt.
nämlich Fanatiker, die ihren Glauben auf Teufel komm raus (wie treffend
😀 ) irgendwie in Szene setzen müssen. und sei es nur für sich selbst.
die die Bibel für ihren Lebensinhalt halten und sie dann auch noch so auslegen, wie es ihnen grade in den Gram passt.
die Gott zu etwas machen, dass .... einfach unglaublich, was Gott schon alles angedichtet wurde... da kann man echt nur den Kopf schütteln.
wer den anderen Threat kennt, auf den (unter anderem) der TE sich bezieht im Bezug auf "emotional", wird wohl wissen, was ich meine.
Mich würde interessieren, welchen Umgang mit Religion oder Glauben ihr für euch oder bei anderen als "gesund" erlebt - also was man z.B. einem Kind als Beispiel und Vorbild empfehlen könnte?
ich weiß nur, dass es meine Eltern übertrieben haben.
die haben meine Schwester und mich auf dem Weg nach Nordfrankreich durch sämtliche Kirchen geschleppt, die auf dem Weg lagen. ich war 10 Jahre alt
🙄
Ich selbst bin evangelisch-christlich aufgewachsen, dann mit meinen Eltern in eine relativ liberale Freikirche "umgezogen" und mit 18 dort ausgetreten, weil für mich zu viele theologische Fragen unbefriedigend beantwortet wurden. Inzwischen stehe ich allen Glaubenssystemen sehr kritisch und gleichzeitig offen gegenüber, würde für mich aber derzeit ausschließen, einem einzigen davon allein anzuhängen.
ich bin katholisch aufgewachsen.
obwohl ich von mir behaupte als Kind alles andere als besonders helle gewesen zu sein, wußte ich irgendwie immer, dass etwas, dass mir soooooooo unglaublich wenig Spass macht und dabei so unlogisch ist, (Osterhase, Weihnachtsmann, Wiederauferstehung Christi....ähm...ja) nix für mich ist. (die Geschenke an Weihnachten waren natürlich toll
🙄 )
als ich dann im Alter von 14-16 die Bibel tatsächlich komplett gelesen habe und es mir eher wie ein schlechter Grimms Märchenschinken vorkam und ich dann von den Kreuzrittern und den Dingen die im Namen der Kirche passiert sind erfahren habe....mit 23 bin ich dann offiziell ausgetreten.
zu etwas, das andere getötet hat, weil es an etwas anderes oder gar nichts glaubt - damit wollte ich nichts zu tun haben.
da ich obendrauf gern Romane aus dem Mittelalter lese (Marion Zimmer Bradley und co) festigt sich meine Meinung über die Kirche immer mehr.
Hilfreich ist Glaube für mich dann, wenn ich ein Stück aus einem großen "Glaubensgebäude" einzeln und zur jeweiligen Situation passend herauspicken und verwenden kann ohne gleich dort einzuziehen ...
mir gehts da ähnlich wie einem der weiter oben gepostet hat, dass er sich dabei schlecht fühlt.
denn welche Dinge sind es wert daran zu glauben und welche nicht?
wenn ich an einer Ecke anfange ist es immer leichter weiter zu machen.
das ganze geht bei mir soweit, dass ich jedes Jahr an Weihnachten einen Kampf mit mir führe, ob es in Ordnung ist, dieses Fest mit anderen zusammen zu feiern oder nicht.
wenn man erst mal anfängt sich selbst was vor zu machen...
Skynd