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Frusttagebuch: Mutter

Wieso bekommt deine Mutter Sozialleistungen trotz Haus? Normalerweise muss Vermögen aufgebraucht werden bevor man Anspruch hat.

Ansonsten muss das Haus weg. Deine Mutter kann sich so oder so davon bald verabschieden, da nicht finanzierbar.
 
Und du kommst nicht damit klar, dass du in den Augen deiner Mutter ein böser Mensch bist, wie alle anderen Menschen auch?
Möchtest du ihr beweisen, dass du anders bist, als all die anderen bösen Menschen?
Machst du deshalb das ganze Theater so brav mit?
Was würde es für dich bedeuten, wenn du den Kontakt komplett abbrechen würdest?
Kämst du damit klar, würde sich Erleichterung bei dir einstellen?
Oder würde dir etwas fehlen dadurch?
Mir ist es relativ egal wie meine Mutter mich sieht.

Ich glaube das Theater mache ich mit, weil meine Mutter sozusagen der "Rest" meiner Familie ist und ich diese letzte Verbindung nicht vollständig kappen will. Vielleich auch aus schlechtem Gewissen meiner Oma gegenüber, die nicht gewollt hätte, dass ich mich mit meiner Mutter komplett auseinander lebe.

Würde mir was fehlen? Vermutlich nein.
Aber ich denke nicht, dass es mir besser ginge. Was mich belastet hat, war nicht der Kontakt als solcher, sondern die Intensität und der Druck. Und ich habe lange gebraucht das zu erkennen und ich arbeite immer noch an der Reduzierung des Kontaktes.
 
Wieso bekommt deine Mutter Sozialleistungen trotz Haus? Normalerweise muss Vermögen aufgebraucht werden bevor man Anspruch hat.

Ansonsten muss das Haus weg. Deine Mutter kann sich so oder so davon bald verabschieden, da nicht finanzierbar.
Meine Mutter hat rund 15 Jahre ihres Bürgergeldbezuges in einem Haus gelebt.

Ein selbst bewohntes Haus galt damals beim Bürgergeld als angemessen und gehörte zum geschützten Vermögen.
Wie sauber das ganze wirklich war, weiß ich nicht. Ich kann nur vermuten, dass meine Mutter bei der Wohnfläche des Hauses geschummelt hat.
Genauso wie sie früher schon mal geschummelt hatte als sie Barvermögen vor dem Sozialamt versteckt hat, weil sie ihre damalige Freigrenze von 10.000 € überschritt und das Vermögen hätte einsetzen müssen.
Genauso wie sie Jahre lang Einkommen verschwiegen hat. Ihre Taktik war meist einen Minijob für vielleicht 500 € anzunehmen, beim Jobcenter aber nur 200 € anzugeben.

Juristisch belegbar? Schwierig, aber es entsteht ein Gesamtbild: Die arme Frau, die soooo ein schweres Leben hat und die als Notwehr ein klein wenig schummelt..... 🙄

Weißt du, mir wäre das in anderen Fällen egal. Wenn jemand 50 Jahre lang hart gearbeitet hat und dann Angst vor dem Verlust des Hauses hat..... Meine Mutter war und ist aber der Typ, der sich Sonderrechte herausnimmt, die nur für sie gelten. Sie ist extrem giftig wenn Andere was falsch machen. Sie schimpft über Betrüger, Verbrecher, Sozialschmarotzer und über den Nachbarn wenn er auch nur 5 cm zu nah auf ihrer Seite steht. Sie schimpft über den Paketboten der sie "morgens" um 10 Uhr weckt, weil er ein Paket für den Nachbarn abgeben will.
Sie selber aber darf alles. Sie darf betrügen, lügen, selbst auf einem Schwerbehindertenparkplatz stehen. Warum? Weil sie "in Not" ist. Weil "das Andere auch machen". Weil "der Staat Steuergelder eh verschwendet". etc....

Dieses Verhalten basiert auf der narzisstischen Überzeugung, etwas Besseres zu sein und Sonderrechte zu verdienen. In der Psychologie spricht man hierbei von Anspruchsdenken (Entitlement) und Doppelmoral. Dieses Verhalten hat mich immer angek*tzt.
 
Danke für die Links. Narzismus hatte ich bei meiner Mutter früher mal ausgeschlossen, aber seit ich mich mit der Form des verdeckten Narzissmus (auch vulnerabler oder hypersensitiver Narzissmus) beschäftigt habe, passt eigentlich alles bei meiner Mutter.
Wenn deine Großeltern aber wahrscheinlich liebevolle Eltern waren, kann ich mir das persönlich auch nicht wirklich vorstellen. Ein paar Narzissten kenne ich, und die hatten alle schlimme Eltern.

Gab es denn sonst jemanden mit narzisstischen Zügen in der Familie? Weißt du das? Dann könnte natürlich auch eine genetische Veranlagung eine Rolle gespielt haben.

Ich verstehe aber auch, dass man manchmal einen Namen oder eine Bezeichnung braucht, um schwierige Menschen und ihr Verhalten besser einordnen und verstehen zu können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Heutiges Telefonat

Das heutige Telefonat war relativ gut - naja sagen wir ich habs kurz gehalten.

Anfänglich berichtete meine Mutter über einen Zahnarztbesuch und das das Wasser beim Zahnarzt zu kalt sei (ernsthaft!).

Danach über eine neue Wohnung, die sie sich angeschaut habe: 100m², riesen Penthouse Dachterasse, gute Lage, Tiefgeragenstellplatz mit Aufzug in die Wohnung, Einkaufsgelegenheit direkt um die Ecke. Sei für sie aber nicht gut genug. Also eigentlich schon, aber für ihre Meerschweinchen wäre die Wohnung eine Zumutung, weil sie in der ersten Etage liegt und das Haus von 1989 ist und im Sommer bestimmt zu warm wird. Die Tiere sterben!!!! 🙄

Ich habe meine Mutter im Gespräch mehrfach "eingefangen" als sie anfing abzuschweifen, über bisherige Wohnungen, das Aussehen des Maklers oder allgemein Über Politik zu sprechen. Nach einer halben Stunde waren wir durch und meine Mutter merkte nur an dass sie gerne mehr mit mir reden würde, außerdem kam der Nebensatz "darf ich dich niemals mehr besuchen?" weil ich sie auch dieses Woche nicht zu mir einlud. Boah, wenn ich mir vorstelle, wie das zu Höchstzeit war: 4-5 Telefonate in der Woche, jeweils 1-2 Stunden und jeden Samstag 4-5 Stunden Besuch. Nie wieder!

Morgen mache ich mir einen schönen Tag. Lecker frühstücken, einkaufen, ein bisschen zocken, eine Stunde Sport.... Ich wünsche allen ein schönes Wochenende! 🙂
 
"Darf ich dich niemals mehr besuchen?"

Wie gut kenne ich sowas - da soll man sich gaaanz schuldig fühlen und einknicken. Das muss man lernen, sich von solchen Manövern nicht kleinkriegen zu lassen, sonst geht man unter.

Bei Müttern von diesem Schlag kommt sowas immer wieder. Wenn man einknickt, wird nachgezogen.

Den Faden nicht aufnehmen! Da verstrickt man sich sonst immer tiefer. Es werden einem mehr und mehr Schuldgefühle gemacht.
 
"Darf ich dich niemals mehr besuchen?"

Wie gut kenne ich sowas - da soll man sich gaaanz schuldig fühlen und einknicken. Das muss man lernen, sich von solchen Manövern nicht kleinkriegen zu lassen, sonst geht man unter.
Danke dir.

Ich habe das früher nicht verstanden. Früher hätte ich als normale Bemerkung oder als Darstellung der Enttäuschung empfunden. Heute weiß ich es besser.

Da meine Mutter mich über viele Jahre unter Druck gesetzt hat, habe ich ihr mit der Zeit klare Grenzen gesetzt. Beispielweise, dass ich keine Gespräche über Politik will und sie nicht fragen soll, ob sie kommen darf.

Meine Mutter akzeptiert Grenzen, aber immer nur scheinbar und mit einer fiesen passiv aggressiven Art um mich klein zu machen und damit ich mich dumm und schuldig fühle. Bei Politik lässt sie dann sowas fallen wie:
  • "Hast du gehört? Die wollen den Euro kaputt machen. Habe ich auf Youtube gesehen. Aber mit dir darf ich über sowas ja nicht reden" (dadurch hat sie die Grenze aber bereits übertreten, auch wenn der Nachsatz sugerieren soll, dass sie die Grenze akzeptiere)
  • "Da könnte ich jetzt was sagen, aber das willst du ja nicht hören. So jung und naiv wie du ist sonst keiner" oder "Wenn du meine Lebenserfahrung hättest ..." (schön einen reingedrückt, dass ich nur zu dumm bin, was zu verstehen)
  • "Neulich habe ich mit X über Y[politische Thema] gesprochen. Das darf ich mit dir nicht. Du wirst schon noch sehen was du davon hast"
Die Grenzübertretungen meiner Mutter sind manchmal klein, manchmal groß. Früher als sie zu meinen Großeltern zum Mittagessen eingeladen war, hatte meine Oma um 13 Uhr gekocht. Meine Mutter kam um 13:30 Uhr, irgendwann um 14:00 Uhr und irgendwann wurde daraus 16:00 Uhr.

Deswegen, ja du hast Recht:
Bei Müttern von diesem Schlag kommt sowas immer wieder. Wenn man einknickt, wird nachgezogen.
... und zwar immer weiter und weiter. Salamitaktik. Das chronische und extreme Zu-Spät-Kommen gilt in der Psychologie als klassische Manifestation von passiver Aggression. Erst heute verstehe ich dass diese Missachtung fremder Grenzen ein aggressives narzistisches Verhalten ist.

Da ich bei meiner Grenzsetzung standhaft bleibe und meine Mutter die Grenze daher nicht einreißen kann, versucht sie, die Grenze so schmerzhaft und anstrengend wie möglich für mich zu machen, damit ich sie aufgebe. Das ist der Grund warum sich jedes Gespräch mit meiner Mutter immer nach Kampf anfühlt.

Eigentlich haben wir fast nie echte Gespräche geführt. Meist waren es

A) Themen von mir, bei denen sich meine Mutter zwar anfänglich interessiert gab, aber es auf "ihre" Schiene lenkte.
Beispiel 1: Habe ich mir eine neue Waschmaschine gekauft, antwortet sie, dass ihre Maschine so alt und schlecht sei und sie auch eine neue braucht und der gesamte "mir geht es so schlimm" Zirkus ging los
Beispiel 2: Erzähle ich von meinem Zahnarztbesuch, erzählt sie mir, dass sie so schlechte Zähne hätte, weil meine Oma damals nicht darauf geachtet hätte und ihr Zahnarzt schrecklich sei.
ODER
B) laaaange Monologe von ihr, aus denen sie Selbstwert ziehen will, weil ihr immer so viel Unrecht getan wird und („Niemand hat es so schwer wie ich“). Lösungsansätze werden dabei niemals akzeptiert sondern immer nur argumentiert, dass die jeweilige Lösung unmöglich ist.
Beispiel 1: "Ich kann mich nicht gesund ernähren, weil Oma mir nie beigebracht hat gesund zu kochen"
Beispiel 2: "Ich musste auf dem Behindertenparkplatz parken, weil sonst wäre ich zu spät zum Termin gekommen"
Beispiel 3: "Das habe ich falsch gemacht, aber ich bin halt Sternzeichen Zwilling und kann nicht anders"

Es waren keine Gespräche, es waren Kämpfe. Und so fühlte ich mich auch wenn meine Mutter mal zu Besuch war oder ich sie besuchte.

Bereits wenn ich die Tür öffnete, ging das Drama los:
"Also du wirst es nicht glauben. Dein Nachbar hat direkt vor deinem Grundstück geparkt, wie kann man so dreist sein? [Es ist öffentlicher Parkraum, ich parke in meiner Garage, meine Mutter in meiner Einfahrt. Der Nachbar stört niemanden!] Du bist mir doch nicht böse, weil ich so spät bin? [knapp eine Stunde zu spät] Ich musste noch meine Tiere versorgen. Die eine hat eine Erkältung, ich gebe ihr jede Stunde Astronautenfutter, mit der Pipette, aber jetzt musste ich dich ja besuchen. Ich hoffe sie überlebt das"
Ich habe bis zu diesem Zeitpunkt nichts gesagt, nicht mal hallo. Sie steht immer noch in der Tür, redet so laut, dass die Nachbarn es hören und ich "kämpfe" darum, dass sie überhaupt erstmal reinkommt, und sich erstmal hinsetzt.

Boah! Im Thread hier wurde ich gefragt, ob ich etwas vermisse wenn ich den Kontakt einstelle. Inzwischen denke ich: Nein, was denn?
 
Deine herzensgute Mutter lässt sogar ihre über alles geliebten, kranken Tiere alleine, nur um dich zu besuchen, wenn das kein Opfer ist! Da muss man sich aber schuldig fühlen!

Dass sie dir eine Stunde deiner Lebenszeit gestohlen hat, ist kein Thema.

Für eine narzisstische Mutter zählt das Kind nicht als Mensch. Es ist, solange es noch Kind ist, Vorführpuppe um das eigene Ego zu pushen und dann die Bühne für die eigenen Dramen.

Sie sieht dich nicht als eigenständigen Menschen. Du wirst nie als Mensch zu ihr vordringen.

Egal, was sich in deinem Leben auch immer ereignet, sie wird es instrumentalisieren, um wieder die Bühne für sich zu haben. Ich kenne dieses Spielchen mehr als gut, meine Mutter ist heute 88. Ich weiß, was das bedeutet, das das ganze Leben zu haben.

Ich wünsche dir viel Kraft, lass dich nicht kleinkriegen, Schuldgefühle sind absolut unangebracht.

Eine psychisch gesunde und wirklich liebende Mutter verhält sich nicht so. Solche Mütter habe ich auch gekannt, und deren Kinder hatten ein ganz anderes Leben.

Narzisstische Mütter fressen ungeheuer viel Kraft, das ist eine erhebliche Beeinträchtigung, so aufwachsen zu müssen. Zum Glück erwacht heute das Bewusstsein dafür. In den 70er, 80er und 90er Jahren war man mit sowas noch ganz alleine gewesen.
 

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