Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Frusttagebuch: Mutter

Aber : Wer weiss was deine Mutter als Kind tatsächlich erlebte hinter der heilen Fassade der Familie, sodass sie so narzisstisch und schwierig wurde und sich als Dauer Opfer in ihrer Verdrängungswelt fühlt.
Zu sehr verwöhnt und unselbständig gehalten wurde sie bestimmt.....aber was war noch passiert..?
Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Ich weiß Einiges aus ihrer Kindheit, was mir unabhängig voneinander mehrere Personen bestätigt haben und was so auch stimmen wird. Teilweise sprichst du es ja bereits an:
  • sehr verwöhnt worden, insbesondere als kleine Schwester
  • Fehlverhalten hatte keine Konsequenzen. Verschlafen hieß: Pappa bringt sie noch rechtzeitig mit dem Auto zur Schule
  • Dominante Mutter (meine Oma), weil der Vater (mein Opa) eher passiv und ängstlich war (Granitsplitter im Bein, Kriegsverletzung, vermutlich auch traumtisiert etc.)
Früher war denke ich dieses "nach außen gut aussehen wollen" generell stärker ausgeprägt - was Narzismus sicherlich förderte. Wobei Narzismus teilweise auch erblich bedingt sein kann.

Letztlich aber ist die Ursache aber nicht relevant.
Für mich ist nicht die Frage wer Schuld hat wichtig, sondern die Frage: Kann man es ändern?
Und die Antwort beim Narzismus lautet: Nein, man kann einen solchen Menschen nicht ändern.
Ich habe teils Mitleid mit meiner Mutter, weil ich ja sehe, wie sie aus ihrer "eigenen Welt" einfach nicht raus kann. Ich glaube, dass ihr das Schmerzen bereitet. Und die Konsequenzen für sie sind bitter: Einsamkeit, emotionale Leere, ständiges Gedankenkarussel....

Meine Mutter war zweimal in einer Therapie, hat diese aber immer bereits nach dem ersten Gespräch abgebrochen. Sie meinte, dass die Therapeutinnen nach ihrer Kindheit gefragt habe und das war für sie inakzeptabel. Das Problem beim Narzismus ist, dass der Narzist eben alles abblockt, was seine heile Fantasiewelt bedroht. Meine Mutter würde nie sagen, dass sie übermäßig verwöhnt wurde oder es Konflikte in ihrer Kindheit gab. Man kann jetzt alles mögliche Schlimme vermuten, was in der Kindheit meiner Mutter passiert ist aber es hilft alles nichts, wenn sie sich ihrer Kindheit nicht stellt.

Deswegen fordert sie ja auch ständig von mir Absolution.
Sie will von mir hören "Oma war böse und hat mich dir weggenommen."
Lustigerweise will sie gleichzeitig hören "Du wolltest nur das beste für mich und hast mich deswegen absichtlich bei der Oma gelassen".
Beides sind natürlich sich komplett widersprechende Aussagen: Entweder bewusst bei der Oma gelassen ODER geklaut worden.
Was ihren Narzismus ja wirklich nochmal ganz klar unterstreicht: Die Wahrheit interessiert sie nicht. Sie interessiert nur, dass sie als die "Gute" aus der Sache rauskommt.

Lustig ist, dass sie teilweise ihre Lügen vergisst. Gleicher Job, drei Geschichten, die dazu innerhalb einiger Jahre mehrfach verändert wurden:
  • Sie hat gekündigt weil der Kollege sie sexuel belästigt habe
  • Sie hat gekündigt, weil ein Kunde sie sexuel belästigt habe
  • Sie wurde gekündigt, weil der Kollege Lügen über sie erzählt habe
Die letzte Geschichte erfand sie offenbar, weil sie sonst aufgrund Sperrfrist "Eigenkündigung" keine Sozialleistung erhalten hätte.

Ich würde mich an solche Geschichten garnicht mehr erinnern, schließlich sind sie 20 Jahre her. Aber meine Mutter erzählte sie damals meiner Oma immer und immer wieder. Und selbst als Kind erkannte ich damals "Ups, jetzt hat Mamma das Märchen umgeschrieben"

Vor vielen Jahren ist sie mal vom Sozialamt bei der Schwarzarbeit erwischt worden. Ein andermal ist sie beim Ladendiebstahl erwischt worden. Dazu gibt es juristische Schriftstücke und meine Mutter hat das meiner Oma und mir auch gestanden. Es war ein offenes Geheimnis, dass meine Mutter über viele Jahre Sozialbetrug beging.
Einige Jahre später wurde daraus, dass "eine missgünstige Ladenmitarbeiterin ihr etwas in die Handtasche gesteckt hatte". Und aus Schwarzarbeit wurde ein unfähiger Arbeitgeber, der ihren Lohn nicht richtig abgerechnet habe.

Man kann ihr wirklich beim Märchen schreiben zusehen. Ich kann nichts dran ändern und ich werde es nicht versuchen, aber egal was die Ursache ist, meine Mutter ist in ihrer Märchenwelt gefangen.
 
Ich vermute, dass man nicht mit ihr über ihr Verhalten offen und ehrlich reden kann.
Das geht mit Narzissten nicht.

Ich denke auch, dass sie in ihrem eigenen Kinofilm, in ihrer eigenen Märchenwelt lebt und dort gefangen ist.
 
So lange Du versuchst zwischen Dir und Deiner angeblichen Mutter , für mich ist sie bestenfalls Deine Erzeugerin, das wieder herzustellen, was Deine Mutter selbstständig gekappt hat - nämlich ihre Beziehung zu Dir , rennst Du einem Trugschluss hinterher.

Entweder gelingt es Deiner Mutter aus dem Lügenkonstrukt auszubrechen und reinen Tisch zu machen oder es gelingt ihr nicht.

Das sie es aber gar nicht erst versucht, zeigt doch nur eines - Du bist ihr völlig egal.

Jedes Wort ist gelogen , jedes Gefühl ist gespielt in Wirklichkeit darfst Du nur Spielplatz ihrer Lügen sein, so wie andere auch .

Je eher Du Dich von der Vorstellung emotional löst, desto eher geht es Dir bezüglich dieses Mankos in Dir wieder gut, denke ich.
 
Bist du mit deiner Mutter schon mal in den direkten Konflikt gegangen, ihr gesagt, was du nicht gut findest, was du nicht möchtest etc.?

Du schenkst ihrer Gedankenwelt sehr viel Aufmerksamkeit, ist mein Eindruck.
Es gab zu Lebzeiten meiner Großmutter mehrere Situationen, in denen meine Mutter und ich offen Konflikte hatten.
An eine Situation erinnere ich mich gut: Meine Mutter wollte, dass meine Oma ihr die Fliesen im neuen Haus verlegt. Damals war meine Oma bereits 80 und eine künstliche Herzklappe. Das Gespräch endete indem ich meine Mutter anschrie, "sie soll einmal was im Leben selber tun und ob sie wolle, dass die Oma bei der Arbeit stirbt"

Nach dem Tod meiner Großmutter gab es den ersten Konflikt bereits beim Erbe als meine Mutter behauptet ich hätte etwas aus dem Schließfach gestohlen. Damals verhielt ich mich aber beschwichtigend, weil ich keinen juristischen Erbstreit wollte und meine Mutter schließlich murrend den Mund hielt.

Es dauerte dann nochmal einige Jahre, in denen meine Mutter unseren Kontakt immer weiter forcierte. Bis zu einem Punkt, an dem sie täglich Telefonate wollte. Sie setze mich emotional unter Druck und es fielen Sätze von ihr wie "Nachher liege ich tot auf dem Küchenboden". Damals hatte ich zum Glück die Chance das mit meinem Hausarzt zu besprechen, der mir als erster neutraler Dritter bewusst machte, dass meine Mutter mich emotional erpresst. Auf Raten meines Arztes habe ich meiner Mutter das Ultimatum gestellt: Entweder einmal die Woche Kontakt oder garnicht.

Ich habe meiner Mutter über die Zeit mehrfach gesagt, dass ich mich eingeengt, unter Druck gesetzt und emotional erpresst fühle, insbesondere von ihren Suiziddrohungen. Ich habe ihr dutzende Male gesagt, dass ich normale Gespräche und keine politische Hetze will, dass ich nicht ständige Wiederholungen ihres Leides will ..... und und und.

Das Ergebnis von praktisch allen Gesprächen waren Rechtfertigungen, narzistische Schuldzuweisungen, auch mir gegenüber und am Ende Tränen meiner Mutter.

Ja, ich beschäftige mich sehr mit meiner Mutter, aber tatsächlich weniger als früher und nur selektiv. Gerade jetzt schreibe ich etwas mehr, weil ich inzwischen realisiert habe wie meine Mutter tickt. Das möchte ich für mich verarbeiten, auch damit ich die Distanz wirklich einhalte.

Konfliktgespräche haben keinen Sinn. Im Gegenteil. Sie bestärken meine Mutter in ihrer narzistischen Opferrolle. Ihr ganzes Selbstbild lebt davon, dass sie ein "schweres Leben hat" und alle Menschen böse zu ihr sind, auch ich.
 
Und du kommst nicht damit klar, dass du in den Augen deiner Mutter ein böser Mensch bist, wie alle anderen Menschen auch?
Möchtest du ihr beweisen, dass du anders bist, als all die anderen bösen Menschen?
Machst du deshalb das ganze Theater so brav mit?

Was würde es für dich bedeuten, wenn du den Kontakt komplett abbrechen würdest?
Kämst du damit klar, würde sich Erleichterung bei dir einstellen?
Oder würde dir etwas fehlen dadurch?
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben