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Frusttagebuch: Mutter

Über die Zeit kann ich mich an viele Sätze meiner Mutter erinnern und es tut mir gut darüber zu schreiben, denn ich habe das schließlich über 10 Jahre in mich hineingefressen und wusste nicht damit umzugehen oder zweifelte an mir selber.
  • "Schließlich bist du mein Sohn" -> wenn ich irgendwo Erfolg hatte. Generell bezog sie meine Erfolge gerne auf meine Gene und sprach mir Eigenleistung ab
  • "Wenn ich sterbe, wärst du alleine" -> als subtile Drohung. Suizuddrohungen gab es immer mal wieder aller "Willst du mich etwa tot auf dem Küchenboden finden?" oder "Am liebsten will ich garnicht mehr sein, mich würde ja auch niemand vermissen" wenn ich den Kontakt einschränken wollte. Später stritt sie diese Drohungen ab und "erinnerte" sich nicht mehr daran oder sie habe es "nicht so gemeint"
  • "Ich erwarte ja garnichts" -> Im Gespräch stellten sich dann ihre Erwartungshaltungen heraus. Eine Wohnung sollte z.B. schon 100m² haben, gute Lage, Neubau, etc. Generell tat sie immer sehr bescheiden, war aber dann nie mit dem was sie hatte zufrieden. Sie hat dieses narzistische "ich habe was besseres als alle Anderen verdient" gefühl. Als sie viele Jahre lang Bürgergeld bezog, waren ihre Leistungen "viel zu wenig zum leben". Heute wo sie Rente erhält, bekommen Bürgergeldempfänger ihrer Meinung nach viel zu viel. Gespielte Bescheidenheit in Kombination mit narzistischer Erwartungshaltung.
  • "Du bist zu empfindlich" -> Klassische Schuldumkehr wenn ich sie z.B. auf ihre Suiziddrohungen oder ein anderes Verhalten ansprach
  • "Ich bin halt zu gut für diese Welt" -> Wenn sie sich betrogen/verraten fühlt (Beispiel: Während ihres Bürgergeldbezug hat sie Einkommen verschwiegen indem sie in Absprache mit Arbeitgebern dem Amt ein zu niedriges Einkommen angegeben hat. Ein Arbeitgeber war aber irgendwann ehrlich und gab ihr korrektes Einkommen an. Damit flog die Schwarzarbeit meiner Mutter auf und ihr wurden die Bürgergeldzahlungen gesperrt. Der Schuldige, der böse, klar: Ihr Arbeitgeber!
  • "Ich will doch nur dein Bestes" -> Ein extrem wertloser Satz, der meist darauf folgt dass meine Mutter vorher etwas gemacht hat, von dem sie weiß dass ich es nicht will
  • "Dir fehlt meine Lebenserfahrung" -> Wie ich dieses Totschlagargument hasse wenn jemand keine Argumente mehr hat und dich ad hominem angreift, gerne auch mit dem Lieblingssatz meiner Mutter "Ich habe so viel im Leben durchgemacht"
  • "Du weißt schon, dass ...." -> Als Darstellung ihrer moralischen Überlegenheit, egal ob es um Gesundheit, Fleischkonsum, Sport oder sonstwas geht. Und sie wiederholt das immer wieder. Jedes Mal wenn es um Sport geht, kritisiert sie es dass ich jogge: "Du weißt schon wie gefährlich das ist?"
  • "Das machen die Anderen auch" -> Als Rechtfertigung für falsches Verhalten. Klassischer Whataboutism, der die Diskussion weglenken soll von ihrem eigenen Fehlverhalten
Zwischenzeitlich hatte meine Mutter eine Freundin gefunden, der sie jeden Abend eine Sprachnachricht per Whatsapp sendet. Allerdings scheint dieses Freundin bereits nach kurzer Zeit auf Abstand zu gehen. Meine Mutter klagt, dass sie nicht mehr zu Besuch kommt und auch am Telefon weniger Zeit habe.

Dieses Muster kenne ich. Meine Mutter hatte in ihren Leben unzählige Bekanntschaften, auch unzählige Romanzen, aber nie hielt was länger als vielleicht ein halbes Jahr.
1. Große Liebe oder seelenverwandte Freunde
2. Enger Kontakt, täglich, lange Gespräche
3. Äußerungen mir gegenüber, dass meine Mutter jetzt jemanden gefunden hätte, der sie versteht (im Gegensatz zu mir...)
4. Beginnendes Meckern über die Person, meist ohne dass die Person aktiv was falsch gemacht hat (z.B. meckert sie aktuell immer wieder darüber dass ihre Freundin eine Witwenpension erhält und die höher sei als die Rente meiner Mutter)
5. Verringerung des Kontaktes.
6. Trennung im Streit mit Jahre langem Nachtragen

Mein absoluter Lieblingssatz ist übrigens:
"Aber das willst du ja nicht hören" -> Meist NACHDEM sie bereits angeteasert hat, was ich nicht hören will. Teasern mit anschließender Opferrolle und passive Aggression. Ein emotionaler Hinterhalt. Mindestens einmal in jedem Gespräch macht sie das.
Klar habe ich ihr gesagt, dass ich auch das nicht will. Ich will keine stundenlangen politischen und gesellschaftlichen Diskussion mit meiner Mutter, die alles nur aus ihrer narzistischen Opfermentalität heraus missbraucht und eigentlich nur hören will wie gut sie ist und wie gemein die Welt ist.

Wobei die zeitliche Begrenzung der Gespräche ihr immer weniger Raum für solche Sätze lassen und jeder von euch, der mir geraten hat den Kontakt zu verringern, absolut Recht hatte.
 
"Ich erwarte ja schon gar keinen Dank" im vorwurfsvollen Ton ist ein typischer Double Bind.

https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelbotschaft

Der Inhalt der Aussage und die Körpersprache, der Tonfall widersprechen einander völlig. Man hat keine Chance, richtig zu reagieren, wie man es macht, es ist falsch. Für Menschen mit einem narzisstischen Störungsbild sind diese Double Binds typisch.

"Geh du spielen, ich mache die Arbeit schon alleine!"

Für ein Kind ist das eine seelische Folter: Es kann das Spielen nicht genießen, weil es der Mutter ja nicht hilft, Hilfe ist aber andererseits ausdrücklich unerwünscht. Die Opfer dieser Methoden leiden unter einer immensen psychischen Belastung, die ihre Gesundheit und ihr Leben erheblich beeinträchtigt. Als Kind durchschaut man das noch nicht und sucht die Schuld bei sich selber.

Die Verantwortung lag aber nicht beim Kind. Sie liegt grundsätzlich nicht bei der Umwelt. Alle Ursachen liegen im komplexen Störungsbild der betreffenden Person.

"Du bist zu empfindlich!" "Ja, DAS ist aber nicht wahr!" Es gibt keine Leidenden, keine Opfer auf dieser Welt außer der narzisstischen Person selber. Alles Leid der Mitmenschen wird automatisch zum Angriff auf die eigene Person gedreht. Hat das Kind Kummer, ist die narzisstische Mutter das Opfer. Jeder Versuch, Einsicht zu erwecken, wird alles noch schlimmer machen. Man verliert sich völlig.

Wenn man so eine Kindheit überlebt hat, kann man stolz auf sich sein, das ist eine immense Leistung!

Man trägt an den Folgen ein Leben lang, aber heute kann man zum Glück offen darüber reden. Man beginnt, zu verstehen, was das bedeutet und mit einem Menschen macht.
 
Ich hab die letzten Tage einige Narzismus Tagebücher gelesen bzw. gehört, teils auf Youtube während ich nebenbei was anderes gemacht habe. Ich habe meine Situation so deutlich wiedererkannt.

Verdeckter Narzismus heißt so, weil er oft so schwer zu entdecken ist. Es sind Unmengen von kleinen Dingen, die für sich genommen ok wären. Wie sich vielleicht auch andere mal Verhalten, aber die Summe ergibt das Bild. Ein Bild, welches man aber immer wieder selbstkritisch hinterfragt: Verstehe ich das nur falsch? Bin ich zu streng? Bin ich der Fehler? Erinnere ich mich falsch?
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Eine kleine Geschichte

Ich habe meiner Mutter damals extrem geholfen, als sie ihr Haus verkaufen und das Geld anlegen wollte. Ich habe extra einen Makler besorgt, den ich gut kenne, weil er im Bekanntenkreis einen super Ruf hatte und total nett war. Aber schon die Hinfahrt zum ersten Termin war der pure Horror: 15 Minuten lang nur Gemecker. Die Musik war falsch, ich fuhr angeblich zu schnell – mit 50 auf der Landstraße, weil ja ein Wildtier kommen könnte – und der Makler sei unverschämt, weil er uns um 11 Uhr vormittags bestellt hat.
Beim Termin selbst bin ich vor Scham fast im Boden versunken. Schon im Wartebereich hat sie in Hörweite der Sekretärin laut über deren Nationalität spekuliert und über sie hergezogen. Weil wir zehn Minuten zu früh waren, fing sie nach fünf Minuten an zu wettern, dass sie warten muss. Als wir dann beim Makler saßen, ging es überhaupt nicht ums Haus. Sie hat eine halbe Stunde lang nur über ihr angeblich so schweres Leben gejammert. Der Makler und ich haben verzweifelt versucht, sie irgendwie auf das Thema Immobilie zurückzuholen. Nebenbei hat sie über den Kaffee gelästert, weil es dort nur Dosenmilch gab – das musste sie natürlich noch dreimal erwähnen. Mich hat sie in dem Gespräch zwar direkt gelobt, aber eigentlich nur, um sich selbst aufzuwerten: „Mein Sohn arbeitet bei der Stadt, mein Sohn kennt sich total mit Finanzen aus...“ Alles komplett ohne Bezug zum Termin. Am Ende kannte der Makler unsere ganze Lebensgeschichte, aber die Wohnfläche des Hauses wusste er immer noch nicht.

Der Makler hat sich danach wirklich den Hintern aufgerissen, ein Exposé erstellt und sie zu Hause besucht, wo ich auch wieder dabei war. Aber sie fand sofort neue Haare in der Suppe: Er rede zu laut, habe keine Zeit und die Courtage sei zu hoch – obwohl das die ganz normalen Sätze waren. Sie hat den Vertrag dann zwar unterschrieben, aber nach einem Monat rief mich der Makler völlig aufgelöst an. Meine Mutter hatte ihn weinend angerufen, behauptet, sie könne sich die Provision nicht leisten und wolle doch nicht verkaufen. Der Makler war zum Glück so kulant, dass er gar nichts in Rechnung gestellt hat.

Das Absurde ist: Auf exakt dieselbe Weise hat sie danach noch vier weitere Makler verschlissen! Erst Nummer sechs hat das Haus schließlich verkauft. Warum? Weil er ihr extrem viel Honig ums Maul geschmiert hat. Er hat sich komplett für sie aufgerieben, hat ihr parallel beim Umzug geholfen, ist mit ihr ins Möbelhaus gefahren, hat Möbel ausgesucht und sie in der neuen Wohnung aufgebaut. Erst durch diese extreme Sonderbehandlung war sie zufrieden.

Auch danach habe ich ihr noch bei allem Möglichen geholfen – von der Geldanlage bis hin zum Einrichten von Router und Fernseher.
Und was ist heute ihre Version der Geschichte? Sie behauptet felsenfest, ich hätte ihr überhaupt nicht geholfen. Mein Makler sei unmöglich gewesen und sie habe das alles ganz alleine durchstehen müssen. Das schmierte sie mir auch Monate später immer wieder aufs Brot. Das Verrückte ist: Sie vergisst „zufällig“ alles, was ich für sie getan habe, aber an die Hautfarbe der Sekretärin beim ersten Makler kann sie sich heute noch bis ins kleinste Detail erinnern.
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Warum diese Geschichte das Narzisstische unterstreicht
  • Der Kontrast zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung: Egal wie viel man hilft, durch "gezieltes Vergessen" (Gaslighting) wird es verdreht und sie stellt sich als Heldin hin
  • Die Sucht nach dem "perfekten" Diener: An Makler Nummer sechs sieht man perfekt, dass es ihr nie um professionelle Arbeit ging, sondern um maximale emotionale Zufuhr und Unterwerfung. Erst als jemand seine beruflichen Grenzen komplett aufgegeben hat, fühlte sie sich ausreichend gewürdigt.
  • Das "MEIN Sohn"-Phänomen: Es wird klar, dass ihr Lob an mich im Büro reines Namedropping war. Ich war in dem Moment kein eigenständiger Mensch, den sie schätzt, sondern ein Accessoire, mit dem sie vor dem Makler angeben konnte.
  • Das schwere Leben: Allen Beteiligten gegenüber hat sie immer wieder ihr angeblich "schweres Leben" geschildert. Dieses „schwere Leben“ ist ihr Identitätskern. Sie will gar keine Lösungen für ihre Probleme (deshalb hat sie wahrscheinlich auch die ersten fünf Makler verschlissen, die das Ganze rein geschäftlich und lösungsorientiert angehen wollten). Sie will das Problem behalten, weil das Problem ihr die Aufmerksamkeit sichert. Sie will im Grunde nur emotionales Futter - jemand, der ihr sagt wie schwer sie es hat, jemand der ihr Ego pusht.
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Gleichzeitig sind solche Erkenntnis für mich Gold wert, weil ich dadurch erkannt habe, dass ein sachlicher Umgang mit meiner Mutter sinnlos ist.

Und ich interessiere sie auch nicht aufrichtig. Sie freut sich wenn ich beruflich Erfolg habe, ja. Dann hört sie auch zu. Und später erzählt sie Dritten, wie erfolgreich IHR Sohn ist.
Aber wenn ich über ein Hobby erzähle, driftet ihre Aufmerksamkeit ab. Sie schlürft laut Kaffee in den Hörer, die Verbindung reißt ab oder sie unterbricht mich mit ihren Themen.

Meine Mutter benutzt Lovebombing, Gaslighting bis hin zu Suiziddrohungen. Aus den Tagebüchern Anderer weiß ich wie schwer sich auch Andere mit solchen Menschen tun. Es ist ein schleichendes Gift, von dem man stets denkt, dass es nicht soooo schlimm sei. Aber auf gewisse Weise ist es das schlimmste Gift, da man es nicht ändern kann. Ein Narzist ist für dich im Grunde tot. Eine Narzist will sein Ego gestreichelt haben, mehr nicht. Und das verhindert jede ehrlich, tiefere emotionale Beziehung zu so einem Menschen.
 
... und zwar immer weiter und weiter. Salamitaktik. Das chronische und extreme Zu-Spät-Kommen gilt in der Psychologie als klassische Manifestation von passiver Aggression. Erst heute verstehe ich dass diese Missachtung fremder Grenzen ein aggressives narzistisches Verhalten ist.
Ich wollte dir für diesen Satz noch danken. Wurde mir doch jahrelang eingetrichtert, dass ich zu penibel sei, dass ich das Zuspätkommen zu eng sehe, dass ich diejenige bin, die damit nicht umgehen kann (ich bin ein sehr pünktlicher Mensch, weil ich es respektlos finde, andere warten zu lassen). Und ja, ich habe es geglaubt, dass ich diejenige bin, die mit Unpünktlichkeit nicht umgehen kann.
 
Weder du, @Andreas900, noch sonstjemand interessieren Menschen wie deine Mutter wirklich. Andere Menschen und alles andere werden nur für die narzisstische Zufuhr instrumentalisiert. Das ist unabänderlich, da ist keine Einsicht zu erwarten.

Das sagt die KI zur narzisstischen Zufuhr:

"Narzisstische Zufuhr (englisch narcissistic supply) ist die ständige, lebenswichtige Aufmerksamkeit, Bewunderung und Bestätigung, die ein Mensch mit starkem Narzissmus von anderen braucht. Ohne diese Zufuhr fühlt er sich innerlich leer und wertlos."
 
Heutiges Telefonat: 21 Minuten - Nervig wars dennoch.

Das fing bereits mit dem Zusammenkommen an. Sie ging bei mir nicht ans Telefon, rief darauf die Stunde aber 10(!) mal an. Ich war aber halt unterwegs und rief erst danach wieder zurück. Zurückblickend ist das eigentlich immer so. Sie geht NIE dran wenn ich das erste Mal anrufe.

Sie scheint inzwischen meine zunehmende Grenzsetzung zu riechen und fragte mich "sag mal, ist was?" weil wir so wenig miteinander sprechen. Ich antwortet nur kurz mit "nein". Natürlich war sie mit dem nein nicht zufrieden, aber es gab dazu keine weiteren Erklärungen von mir.
Dieses Gespräch war aber auch von ihrer Seite kurz gehalten, weil sie noch unbedingt Tierfutter kaufen wollte und das Geschäft bald schloss....

Einziges größeres Thema war diesmal der Verkauf ihrer alten Wohnung vor 2 Jahren. Ihre Bankberaterin habe meine Mutter darauf aufmerksam gemacht, dass sie den Verkauf hätte steuerlich anzeigen müssen und angedeutet, dass meine Mutter möglicherweise Steuern hinterzogen habe.

Ich erinnere mich nicht an die genauen Summen aber es war ungefähr so:
Kauf der Wohnung für 110.000 €
Sanierung für 20.000 €
Verkauf der Wohnung für 125.000

Also eigentlich nach Abzug der Sanierung kein Gewinn, ABER die Sanierung wurde komplett schwarz gemacht. Und wenn man eine Wohnung auf dem Papier nach einem Jahr für 15.000 € mehr verkauft als man sie gekauft hat, ist nach meinem Verständnis der Gewinn zu versteuern.

Klar polterte meine Mutter am Telefon los, schimpfe gegen den Staat und dagegen, dass sie vielleicht Steuern zahlen muss. Eine Narzistin eben in ihrer Sonderrolle, dass für sie andere Regeln gelten sollten als für alle Anderen. Dass ich ihr damals geraten hatte den Verkauf der Wohnung steuerlich anzuzeigen, hatte sie dabei natürlich "vergessen". Ein Unrechtbewustsein für die Schwarzarbeit hat sie erst recht nicht. Sie ist das arme Opfer, dem der Staat alles wegnehmen will 🙄

Ob ich einen guten Steuerberater kenne. Meine Antwort: nein. Und mit "schönes Wochenende" habe ich das Gespräch dann beendet.
 
Nochmal eine Woche und ein Telefonat später:

Unsere Telefonate sind deutlich kürzer als früher und ich habe meine Mutter jetzt auch seit 2 Monaten nicht mehr in Person gesehen. Funktioniert gut, mir fehlt nichts.

Spricht meine Mutter bestimmte Themen an, sage ich nur kurz, darüber spreche ich nicht. Egal was dann von ihr kommt, ich schweige. Heute wollte sie wissen "ob ihr nächstes Jahr die EU all ihr Geld wegnimmt". Das Thema habe ich komplett abgeblockt. Ich weiß, dass sowas in der Vergangenheit immer in Politikdiskussionen auf Stammtischniveau abgedriftet ist und meine Mutter sich da von sehr radikalen Youtubern beeinflussen lässt. Mache ich nicht mehr mit.

Auch ihr üblichen Jammern kommentiere ich nur mit einem "ja" und "hm". Heute jammerte sie wieder über die Hitze, immer das gleiche (sie wohnt in einem gut gedämmten Neubau und wenn Andere 30 Grad haben, hat sie 25 aber beklagt sich darüber). Nach 10 Minuten habe ich es abgebrochen "Ich habs verstanden. Beenden wir das Thema".

Natürlich reagiert meine Mutter eingeschnappt. Eingeschnappt, dass
  • ich sie nicht für "höllische" 25 Grad Zimmertemperatur bemitleide
  • generell nicht für diverses bemitleide
  • ich nicht ihren politischen Radikalismus widme
  • Telefonate kürzer sind
  • keine stundenlangen Treffen mehr stattfinden
Inzwischen fragt sie auch ganz direkt "ist was?" oder "früher haben wir doch mehr gesprochen".
Ich kenne die Taktik aus der Vergangenheit. Früher habe ich dann argumentiert warum ich z.B. keine stundenlangen Gespräche will, aber alleine mit der Diskussion darüber hatte sie mich dann natürlich wieder im Gespräch und setzte mich emotional unter Druck.

Hier im Thread wurde mir oft geraten Grenzen zu setzen. Aber jede Grenze wurde von meiner Mutter auf passiv aggressive Weise eingerissen. Wenn ich ihr sagte "Ich habe heute bis 18 Uhr Zeit, dann ging sie nicht von selbst, ich musste sie mehrfach aktiv auffordern und um 18:05 fiel ihr noch ein wichtiges Thema ein, um 18:20 musste sie unbedingt nochmal aufs Klo und um 18:30 rannte sie vollkommen gehetzt in meiner Wohnung rum, weil sie ihren Schlüssel suchte. Zum Schuhe anziehen brauchte sie locker nochmal 10 Minuten und DANN brach sie eine Diskussion los was ich eigentlich vor hätte weswegen sie gehen muss. So dass ich meiner Mutter gegen 19 Uhr praktisch die Tür vor der Nase zuschlagen musste damit sie endlich geht.

NEIN, KEINE DISKUSSIONEN MEHR!

Ich habe das jetzt auch oft genug in diversen Quellen gelesen: Diskussionen mit Narzisten machen keinen Sinn, schon garnicht wenn man versucht sich zu rechtfertigen.
Egal welche Begründungen ich in der Vergangenheit geliefert habe (z.B. dafür dass ich nur bis 18 Uhr Zeit habe), endeten dies immer im Gaslighting.

Und wenn meine Mutter das nicht akzeptiert, dann verabschiede ich mich freundlich, wünsche ein schönes Wochenende und lege auf. Das sage ich zwar dreimal, bis ich dann wirklich auflege, aber ja, ich lege auf.
 

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