Der Boom an den internationalen Aktienmärkten hat die Vermögen der Reichen und Superreichen im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Bei den weniger wohlhabenden Menschen sieht die Lage anders aus.
www.spiegel.de
Nicht überlesen:
Dem Bruttovermögen stehen 2,2 Billionen Dollar an Verbindlichkeiten gegenüber, zum großen Teil Kredite.
Verbindlichkeiten, also Schulden, ziehen den Gesamtwert der Bilanz nach unten, logo, sind aber normaler Teil der Wirtschaft, weil vor allem teure Objekte wie eine Eigentumswohnung oder eine teure Maschine für ein Unternehmen selten sofort komplett bezahlt werden, sondern über eine Bank zwischenfinanziert und der Kredit ist dann so lange offen, bis er in Raten oder schlagartig abbezahlt wird. Schulden sind nur dann "schlecht", wenn ihnen kein realer Gegenwert (Immobilie, Maschine, Privatvermögen, alles was sich notfalls verkaufen läßt um die Schuld abzudecken) entgegen steht.
Entgegen eines unausrottbaren Kinderglaubens schlafen Reiche nicht auf geldgefüllten Matratzen (total unhygienisch!) und haben die Kohle auch nicht im privaten Safe gebunkert (da bringt es nämlich keine Zinsen, ist aber ständige Verlockung für Einbrecher, nur Autohändler die oft in bar zahlen, oder Ganoven die ggf. mal ganz fix die Fliege machen müssen, bewahren da höhere Beträge auf), sondern der Löwenanteil des Geldes steckt dort wo es mehr Geld machen kann, nämlich in Betriebsvermögen:
https://www.iwd.de/artikel/das-meiste-vermoegen-steckt-in-den-betrieben-517433/
Nicht erwähnt weil in der Höhe vermutlich nicht abschätzbar hat man Investitionen die sich nicht sofort und vielleicht sogar nie amortisieren, weil sie insbesondere in die Wissenschaft gehen, Grundlagenforschung kostet erhebliche Geldsummen, bringt aber längst nicht immer finanziell verwertbare Ergebnisse. Weil der Staat da nicht gerade die Spendierhosen an hat, sind es meistens Reiche die investieren, und die Empfänger sind insbesondere Universitäten, wo junge und unverbrauchte Studenten vor sich hin forschen.
https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/campus/27-top-unis-produzieren-mehr-forschung-als-ganze-industrienationen-15415787.html
Aber auch Sport- und andere Vereine, Denkmalschutz, Museen, soziale Einrichtungen wie Frauenhäuser, Tierheime, sogar die Kirchen trotz immensen eigenen Vermögens kämen ohne Mäzene, also private Sponsoren, Reiche, nicht mehr so gut über die Runden.
Interessant daß die Kirchen in ihrer Eigenschaft als Reiche nicht extra angesprochen sind, die sind milliardenschwer und bis heute die größten Großgrundbesitzer in Deutschland, es gibt vermutlich keine Gemeinde in der nicht irgendwelche Grundstücke in Kirchenhand sind.
https://web.de/magazine/wirtschaft/vermoegen-verfuegt-kirche-deutschland-33621932