Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Leben in der Diktatur des Geldes

Grundsätzlich kann ich die Argumentation von @Amaliah nachvollziehen, ich habe es in meinem ersten Post geschrieben.
Allerdings stehe ich auch uneingeschränkt hinter den Aussagen von @kasiopaja und @Dunkle Prinzessin

In unserem „Sozialstaat“ ist einiges im Argen, das entbindet aber niemanden von der Pflicht, alles Mögliche zu tun, um seine Situation zu verbessern.

Wer krank ist und aus diesem Grund nicht arbeiten kann, muss von der Gesellschaft aufgefangen werden.
Wer nicht arbeiten möchte, hat aus meiner Sicht keinen Anspruch darauf.
Mitunter ist es schwierig, das auseinanderzuhalten, da sollte es „im Zweifel für den Angeklagten“ heißen.

Bedingungsloses Grundeinkommen ist prinzipiell, aus meiner Sicht, ein vernünftiger Gedanke.
Es wäre auch finanzierbar, wenn unser Sozialsystem umgestellt würde.
In den Genuss dürften aber nur die kommen, die im Arbeitsleben stehen oder bereit sind zu arbeiten.
Selbstverständlich, auch die, die nicht arbeiten können.

Richtig ist auch, dass der, der mehr leistet und/oder höhere Risiken eingeht mehr verdient.

Es wird keine ideale Lösung geben, da es immer Menschen geben wird, die diese torpedieren oder missbrauchen.
Ich verstehe ebenfalls die Argumentation, die diesem Thread zugrunde liegt, ich halte diese Denkweise aber für vollkommen falsch - und ironischerweise vor allem für die Menschen gefährlich, die bereits heute wenig haben.

All diese "Umverteilung, Reichtum verbieten und Grundeinkommen" Diskussionen gehen von einem statischen Verteilkuchen aus. Also einer Geldsumme X, die konstant ist und die angeblich nur ungerecht verteilt sei. Die Logik: Man muss nur den bösen Reichen etwas wegnehmen und des Armen geben, dann ist alles besser.
Diese These ist grundfalsch.

Wohlstand und Geld in einer Gesellschaft sind variable Größen. Reichtum des Einen ist nicht automatisch Armut des Anderen. Man schaue hunderte Jahre zurück, wie arm Deutschland da im Vergleich zu heute war. Seit dem ist unsere Wirtschaft massiv gewachsen, technischer Fortschritt, Wohlstand, alles ist über hunderte Jahre immer besser geworden, auch und besonders für Menschen mit niedrigem Einkommen.

Wer Wohlstand als statischen Verteilkuchen ansieht, versteht imho nicht die wirtschaftlichen Zusammenhänge und die Gründe wie Wohlstand entsteht. Er versteht nicht Giralgeldschöpfung, Kreditsystem, Wertschöpfung, Wirtschaftlichkeit etc. Er versteht nicht die Funktionsweise von Angebot und Nachfrage. Er versteht nicht die Effektivität von Märkten. Er versteht nicht, dass es Konsequenzen hat und haben muss wenn man Geld irgendwo abschöpft.

Mein Lieblingsbeispiel ist der Immobilienmarkt, wo immer wieder Eingriffe gefordert werden.
Extrembeispiele gibt es aus der Sowjetunion und der DDR. Strikte Mietpreisbindungen und staatliche Kontrolle aller Immobilien sorgten augenscheinlich für günstige Mieten, bewirkten aber in der Konsequenz Mangelwirtschaft, Wohnungsnot, schlechter Zustand der Bausubstanz und einen Niedergang der Städte.
Im kleinen sehen wir das auch bereits in Deutschland. Der Mietendeckel in Berlin sorgte sorgte für einen Rückgang der Investitionen, Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und verschärfte den Wohnraummangel.

Man kann Steuern erhöhen und umverteilen. Man kann Preise regulieren, Mindestlöhne, bedingungslose Grundeinkommen etc. schaffen, aber das alles hat immer einen Preis.
Es ist nie nur ein "Umverteilen", sondern hat immer gesamtwirtschaftliche Konsequenzen. Es kann zu schlechteren Wohnungen, schlechter Qualität von Waren, Mangel, sogar Hungersnöten führen.

All diese "Umverteilung, Reichtum verbieten und Grundeinkommen" Befürworter verstehen nicht, dass Geld erwirtschaftet werden muss. Dass der Verteilkuchen automatisch schrumpft wenn man Geld da wegnimmt, wo es etwas erwirtschaftet. Wie soll sich ein Unternehmer, der Morgen nicht mehr "reich" sein darf, dem Wettbewerb auf der Welt stellen? Wie soll er wirtschaftlich mit Amerikanern und Chinesen konkurrieren? Wie bekommt ein Unternehmen in Deutschland überhaupt noch Fachkräfte wenn man in Deutschland höhere Steuern zahlen muss als überall sonst? Welche Fachkraft, welcher Unternehmer, wer will da überhaupt noch in Deutschland sein?
Wer in in Deutschland investieren? Wer kauft, saniert und baut Wohnimmobilien?

Stand heute ist das alles ja schon problematisch und Deutschland eher auf dem absteigenden Ast.

Und wer zahlt am Ende immer den Preis? Die Armen. Die hausen dann in verfallenden Immobilien, erleben den Mangel in der Warenversorgung, Arbeitslosigkeit, Inflation und Niedergang.

Das ist die wahre Tragik: Gerade durch all diese "Umverteilung, Reichtum verbieten und Grundeinkommen" entsteht am Ende erst die Armut und Not. Jene, die naiv glauben damit Gerechtigkeit zu schaffen, sägen den Ast ab auf dem sie selber sitzen. Und am Ende sitzen sie in einer kommunistischen Armuts-Diktatur, die sich selber einredet, der Rest der Welt sei kapitalistisch und böse. Gemäß dem Motto der DDR "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!"
 
Schau nach Frankreich: Als die Sozialisten 2014 die 75% Steuer eingeführt haben, sind die Reichen derart konsequent abgehauen, dass das Steueraufkommen danach sogar niedriger war, als vorher.
Auch nach Abschaffung dieser Steuer (als man merkte, wie dumm die Idee war), sind die Reichen aber dummerweise nicht wieder gekommen. In Summe hat diese dumme Idee Frankreich Milliarden gekostet.
Schön zu wissen daß es nicht nur in unserem Land Leute gibt, die nicht weiter als von 12 Uhr bis Mittag denken können. Das bewahrt mir glatt den Glauben an die (Dummheit der) Menschheit.
Hat da echt keiner vorher über die Folgen nachgedacht? Merke: wer die Reichen abzocken will, muß zuerst mal eine ziemlich hohe Mauer bauen damit sie nicht abhauen können.

Ganz im Gegenteil, die Leute hätten mehr Geld zum ausgeben, was die Wirtschaft ankurbeln würde.

Arbeiten würden die Menschen trotzdem, aber freiwillig -für einen gewissen Lebensstandard.
"Freiwillig" nur in Schwarzarbeit, denn da die Abgaben auf Arbeitsleistung massiv in die Höhe gehen würden - das BGE muß ja irgendwie finanziert werden - würde sich für viele eine legale Beschäftigung gar nicht mehr lohnen.
 
Grenze für Reichtum...

Nun, insgesamt sollte das Niveau angeglichen werden, bei zu vielen Nullen gezwackt und umgekehrt.
Ab wie vielen Nullen denn genau?
Und aus was dürfen die Nullen den bestehen?
Wenn jemand beispielsweise ein selbstgenutztes Haus in guter Lage besitzt, bekommt er da schnell viele Nullen zusammen.
Nimmt man ihm das dann weg?
Und falls ja - wer bekommt das dann?
Und was ist mit meinen ersparten Nullen? Nimmt man mir die dann auch weg?
 
Grenze für Reichtum...

Nun, insgesamt sollte das Niveau angeglichen werden, bei zu vielen Nullen gezwackt und umgekehrt.

Ganz einfach und irgendwie natürlich- weil gerecht.

Arbeit ist doch schon jetzt ein Luxusgut und so wird es weitergehen, die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen.

Jetzt ist es noch so, dass unangenehme Arbeit Sklavenmässig für zu wenig Geld verrichtet werden muss...

Wenn die Arbeit aber freiwillig ist, weil jeder schon genug hat und es nur noch darum geht, den Lebensstandard zu erhöhen, dann müssen anstrengende Arbeit, die keiner machen will, eben anständig entlohnt werden.

Arbeitnehmer mutieren doch immer mehr zu Sklaven, zu Knechten ihrer Herren.

Nein, sollen sich die Arbeitgeber mal bemühen.

Konzernbildung sollte auch verboten werden und den kleinen Selbstständigen geholfen werden.

Wer nicht arbeiten will, lässt es eben, hat dann eben seine Wohnung nicht in der besten Lage, aber wird auch nicht angefeindet, denn jeder weiß, dass Arbeit ein Luxusgut ist und wenn keiner mehr Lust hat zu arbeiten, weil die Arbeitsbedingungen nicht gut sind und es sich nicht lohnt, müssen sich die Chefs und Politiker halt mal ein bisschen anstrengen.
Wenn Dir so ein System gefällt - warum ziehst Du nicht nach Kuba oder Venezuela?
Da ist doch schon so. Jedenfalls dem Grunde nach.
 
Grenze für Reichtum...

Nun, insgesamt sollte das Niveau angeglichen werden, bei zu vielen Nullen gezwackt und umgekehrt.

Ganz einfach und irgendwie natürlich- weil gerecht.

Arbeit ist doch schon jetzt ein Luxusgut und so wird es weitergehen, die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen.

Jetzt ist es noch so, dass unangenehme Arbeit Sklavenmässig für zu wenig Geld verrichtet werden muss...

Wenn die Arbeit aber freiwillig ist, weil jeder schon genug hat und es nur noch darum geht, den Lebensstandard zu erhöhen, dann müssen anstrengende Arbeit, die keiner machen will, eben anständig entlohnt werden.

Arbeitnehmer mutieren doch immer mehr zu Sklaven, zu Knechten ihrer Herren.

Nein, sollen sich die Arbeitgeber mal bemühen.

Konzernbildung sollte auch verboten werden und den kleinen Selbstständigen geholfen werden.

Wer nicht arbeiten will, lässt es eben, hat dann eben seine Wohnung nicht in der besten Lage, aber wird auch nicht angefeindet, denn jeder weiß, dass Arbeit ein Luxusgut ist und wenn keiner mehr Lust hat zu arbeiten, weil die Arbeitsbedingungen nicht gut sind und es sich nicht lohnt, müssen sich die Chefs und Politiker halt mal ein bisschen anstrengen.
Sorry, aber was Du hier schreibst, ist für mich absolut nicht haltbar.
Natürlich kann man darüber diskutieren, ob viele Berufe nicht unterbezahlt sind. Finde ich zum Teil auch. Aber hier von Sklaverei und Knechtschaft zu sprechen, ist völlig überzogen. Ist Dir eigentlich klar, wie stark die Löhne zum Teil gestiegen sind? Wie viele Unternehmen händeringend nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern suchen? Wir leben aktuell in einer "Arbeitnehmerwelt". Früher war das anders, da konnten sich die Unternehmen die Leute aussuchen. Heute ist es sehr häufig umgekehrt. Arbeitgeber locken heute mit Bonusprogrammen, Starterprämien und so weiter. Und das nicht nur im Bereich der hochqualifizierten Fachkräfte.
Du siehst Umverteilung als gerecht an? Wie wäre die Reaktion wenn ich sage: Ich muss jeden Morgen um halb 5 aufstehen und arbeiten gehen, während andere im Bett bleiben und trotzdem Geld (von meinem Geld) bekommen.....? Nicht falsch verstehen, ich behaupte das nicht, denn ich bin der Meinung, dass wir in einem Sozialstaat leben, auch wenn der nicht perfekt ist und jeder seinen Teil dazu beitragen muss. Aber letztendlich wäre das genau das selbe.
Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, dass Leute dann freiwillig arbeiten würden um eben mehr zu haben als das BGE und dafür "anständig" entlohnt werden würden. Das ist wirtschaftlich wohl schwer hinzubekommen. Nehmen wir mal die nette Frau beim Bäcker, die Dir die Brötchen und das Brot verkauft. Wäre sicher einer von den Jobs, die nach Deiner Meinung nach dann super entlohnt werden, weil ihn ja sonst keiner machen würde (könnten auch den Mann bei der Müllabfuhr nehmen). Was würde jetzt passieren? Der Bäcker würde die höheren Kosten für die Mitarbeiter auf seine Produkte umlegen. Und schwupps kostet das Brot das doppelte (fiktiv). Und schon würde es heißen: Wir müssen das BGE erhöhen, es ist alles so teuer geworden....
Denke nicht, dass das der Weisheit letzter Schluss ist.
 
Wir zahlen 15 Euro für jemanden, der die Straße reinigt
Dann reinige du doch ab jetzt die Straße 😉
Das sind wahrlich verrückte Zustände, in die wir uns manövriert haben.
Du bedenkst die steigende Arbeitslosigkeit dabei nicht.

Verrückt ja und warum nicht gleich in der Müllabfuhr arbeiten?

Ich bekomme sogar nur 13€ brutto die Stunde und trotzdem nervt mich meine Chefin, dass ich schneller arbeiten soll...

Aber ich habe auch einen tollen Job.
 
Fast mein gesamtes Berufsleben habe ich lohnabhängig gearbeitet, ein dreiviertel Jahr war ich in einer Pseudoselbstständigkeit als Ausbilder.
In diesem Jahr habe ich keinen Pfennig Steuern gezahlt (waren noch DM-Zeiten), ich habe wirklich alles, was ich gezahlt habe, wiederbekommen.
Darin sehe ich das Problem, es gibt in bestimmten Berufen oder Beschäftigungen mehr als genug Möglichkeiten, gesetzliche Schlupflöcher zu nutzen.
Menschen in nicht wertschöpfenden Beschäftigungen haben häufig im Verhältnis zu hohe Einkommen, oder wertschöpfende Tätigkeiten werden nicht gerecht entlohnt.
Das gesamte Vermögen eines Landes wird durch wertschöpfende Arbeit erzeugt.

Reiche hat und wird es immer geben, ebenfalls arme.
Wenn man ein gewisses Vermögen besitzt, muss man schon vollkommen blöd sein, wenn es nicht stetig nach oben geht.
Bill Gates hat mal sein halbes Vermögen gespendet, wenn ich mich recht entsinne, war er ein Jahr später schon wieder der weltweit vermögendste Mann.
Lässt man sein Geld für sich arbeiten, vermehrt es sich gewissermaßen von allein.

Es ist, wie es ist, gut empfinden muss man es nicht.
Wirklich dauerhaft ändern kann man es nicht, alle Versuche sind krachend gescheitert.
Die Menschheit ist zu selbstsüchtig/egoistisch, um damit Erfolg zu haben.

Besser als aktuell hier in Deutschland geht es aber allemal.
 
Differenzieren wäre schon schön. Weder Reiche noch Arme sind eine homogene Masse. Nicht jeder Reiche ist ein arroganter Pinsel, der auf seinen Geldbergrn sitzt und nicht jeder Arme ein verschwenderischer Faulpelz.
Richtig.
Aber . . . . . . . .
Du bist doch auch nicht erst seit gestern hier. ;-)
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben