Diesen „Neid“ auf Reiche habe ich nicht. Dass die Löhne nicht gerecht ausfallen und dass da versteurungstechnisch nicht alles fair, richtig, wie auch immer läuft, da gebe ich Dir recht. Auch dass Steuern bei superreichen anders ausfallen könnte . Aber im Endeffekt ist es bei jedem, egal ob Arm oder Reich, ungerecht. Man zahlt auf jede Ausgabe und Einnahmen zigfache Steuern. Klar, die Reichen merken es kaum oder können es besser kompensieren.
Du fährst zur Arbeit mit dem Auto, Bus oder Bahn, zahlst die Fahrtkosten plus Steuern. Du kaufst ein Haus, zahlst Steuern. Zahlst den Notar, ggf.. Makler plus Steuern. Du engagierst einen Handwerker, zahlst seine Rechnung inkl. Steuern mit deinem versteuertem Gehalt. Der Lohn des Handwerkers wird separat nochmals versteuert, sein Betrieb zahlt ebenfalls für jeden Furz Steuern. Im deinem Haus zahlst du Steuern, fürs kochen, heizen, duschen, Regen, kacken, usw. Alles mit deinem schon versteuertem Gehalt. Haus wird vererbt und nochmals versteuert. Und so weiter und so fort.
Ich wäre eher für Steuererleichterungen bzw. auch dafür, dass Steuern auf bestimmte Sachen komplett wegfallen. Zum Beispiel, dass das Gehalt nicht mehr versteuert wird. Damit wäre einem Großteil schon geholfen. Ich zahle alleine für die Lohnsteuer schon 1.300 € im Monat von meinem Gehalt, plus die Pflichtversicherungen die auch versteuert werden.
Auch wäre ich dafür, dass man die Pflichtversicherungen (Kranken- Arbeitslosenversicherungen, Rente usw.) nicht in die Gemeinschaft einzahlt, sondern jeder einzelne Mensch dafür Pflichtkonten hat, wo dieses Geld, 1 zu 1 wie auf dem Lohnzettel, eingeht. Und er nur drauf zugreifen kann wenn nötig. Sprich wenn er zum Arzt geht und die angesparte Rente erst zum Renteneintritt usw.
Und für Leute die nicht arbeiten muss dann halt die Gemeinschaft aufkommen durch die zig andere Steuer die sie schon zahlt.
Für die Armut gibt es aber auch viele andere Faktoren. Der größte Faktor ist, dass die Politik nicht wirtschaften kann und selber einer der größten Geldschlucker ist. Sie erhöhen sich ihre Diäten regelmäßig und passen ihr Gehalt sofort an die Inflation an.
(Sie müssen nicht wie der öffentliche Dienst monatelang für läppische paar Euro demonstrieren und um eine Erhöhung kämpfen. Und es wird dann so dargestellt, dass der ÖD und ihre Beamten aber schon steinreich sind. Ich bin selbst Beamtin. Mir wurde das Weihnachtsgeld vor ca. 15 Jahren komplett gestrichen und Urlaubsgeld vor ca. 20 Jahren. 39 Std-Woche auf 41 hochgesetzt. Ich habe eine feste Besoldung, kann also nicht um eine Gehaltserhöhung bitten. Die erste wirklich spürbare Erhöhung habe ich erst bei den vorletzten Verhandlungen erhalten. Davor waren es immer Erhöhungen alle 2 Jahre zwischen 20 und 30 Euro oder Nullrunden. Und das ganze 20 Jahre lang! Und ja, mir geht es gut, jammern auf hohem Niveau. Aber im ÖD gibt es auch Beamte mit niedriger Besoldung und Angestellte mit noch weniger Gehalt. Und bitte die normalen Beamten hier nicht mit den EU-Beamten vergleichen. Die haben eine sehr viel höhere Besoldung und bekommen auch zusätzliche Gelder.
Und funfact für die jetzige Erhöhung im ÖD: die Angestellten des ÖD haben bis jetzt keinen Cent von der Erhöhung bekommen und die Übertragung auf die Bundesbeamte ist auch (noch?) nicht erfolgt. Man bekommt es nicht auf die Reihe, das baldmöglichst umzusetzen.)
Reisen durch die Welt mit erstklassiger Versorgung. Und bei denen geht es nicht um 50 € Erhöhung, sondern um tausende Euros. Machen Fehler (was menschlich ist und jedem passieren kann), setzen Milliarden in den Sand und es gibt keinerlei Konsequenzen. Dafür zahlt ja die Gemeinschaft. Und es sitzen zig Leute in der Politik die haufenweise Geld verdienen von denen man nie was gehört hat. Verkaufen oder behalten ihre Mac-/Apple-Ausstattung beim Bürowechsel, anstatt die 2 Jahre alten Geräte an den Nachfolger zu übergeben. Nein, es werden wieder zigtausende Steuergelder für neue Beschaffungen ausgegeben.
Ich wäre auch dafür, dass die Politiker „nur“ ein Gehalt wie Beamte bekommen. Die „kleineren“ Politiker quasi als mittlere Dienst, die größeren und ganz großen wie der gehobene bzw. höhere Dienst. Denn dann würden größtenteils Leute in die Politik gehen, die für diesen Job brennen und wirklich was zum Guten ändern wollen.
Ich glaube wir bräuchten kein bedingungsloses Grundeinkommen, oder Hass auf die Reichen, sondern bessere Wirtschaftler „da oben“. Eine Hausfrau könnte Deutschland besser wirtschaften als manch kluge Köpfe da oben mit ihren zig Beratern.
Das war mein Wort zum Sonntag.
Etwas OT: Ich habe kürzlich einen interessanten Artikel gelesen, in dem erklärt wird, dass es Kriege und Rassismus erst seit dem gibt, als der Mensch angefangen hat Eigentum anzuhäufen und an Fabelwesen wie Götter zu glauben. Davor soll der Mensch als Nomade ziemlich friedlich und sozial gelebt haben.
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