K
K.G.
Gast
Hallo!
Entschuldigt bitte, ich hatte in den letzten Tagen wenig Zeit.
Da bin ich ja nicht die einzige, die ob des langen Diskussionsverlaufes die Übersicht verliert ;-) Ich hatte es zwar eingangs erwähnt, aber ich liste das gern noch mal genau auf.
Also die Auffälligkeiten fingen mit 3 Jahren an - also 2009/10.
06/2011 - 07/2013 fand eine Familientherapie statt.
2014 haben wir wegen der Schule eine neue begonnen.
Also es ist nicht so, dass wir da sofort mit ner Therapie reingeprügelt haben. Wir haben es erst mal so versucht. Zudem ich kontinuierlich das Gefühl hatte, dass hier Sachen hochgespielt werden.
Noch mal für alle, die meinen, dass keine Therapie nötig sei:
Ich glaube, dass viele nicht wissen, was eine Kinder- und Jugendpsychotherapie ist.
Bei der Psychotherapie Erwachsener findet ja meist eine Gesprächstherapie statt. Patient und Therapeut sitzen 50 Minuten zusammen und besprechen die Probleme, ggf. werden Verhaltensweisen gezielt angegangen. Hier muss der Patient an sich selbst arbeiten.
Kinder- und Jugendtherapie unterscheidet sich schon mal grundlegend in der Motivation des Patienten.
Während Erwachsene einen Therapeuten aus EIGENEN Antrieb und empfundenen Leidensdruck aufsuchen, suchen hier meist die nahen Bezugspersonen des Patienten (also meist Eltern vom Kind) die Therapie auf.
Kinder haben meist noch nicht die Einsicht "hier läuft was schief". Sie empfinden den Leidensdruck, den Erwachsene empfinden nicht. Das heißt nicht, dass sie nicht leiden, nur, dass sie nie aus eigenem Antrieb einen Psychotherapeuten aufsuchen würden - schon gar nicht so kleine Kinder, wie mein Sohn.
Deswegen wird auch nciht ausschließlich mit den Kindern gearbeitet, sondern ca. zur Hälfte mit den Eltern.
Wie ihr schon treffend erkannt habt, sind Eltern die wichtigsten Einflussfaktoren auf ein Kind.
Also werden wir Etern natürlich intensiv in die Therapie einbezogen und wir müssen auch ganz schön an uns arbeiten.
Das haben wir auch getan. Immer im Rahmen unserer Möglichkeiten, aber ich denke, dass wir uns da schon ganz schön verändert haben.
Deswegen bin ich ja so sauer auf die Pädagogen, mit denen wir zusammen arbeiten. Ich habe in der Therapie so viel gelernt, so viel umgesetzt, muss täglich über meinen Schatten springen und haben "Werkzeuge" in der Hand, mein Kind stückchen für stückchen in die richtige Richtung zu schubsen und dann will ich gut gemeint diese Werkzeuge an die Pädagogen weiter geben, damit mein Sohn auch da in der Schule und im Hort voran kommt und dann werden sie ignoriert, oder verfälscht.
Ich weiß, dass das viel Arbeit macht.
Ich und ihr, wir wissen ja, dass man Menschen nicht verändern kann. Man kann nur sich selbst verändern und damit die Reaktion der anderen auf einen.
Also, warum soll nur ich ein Interesse daran haben, mich zu verändern? Lehrer und Erzieher hätten doch eigentlich auch was davon.
Klar, liegt es an mir, dass ich da nicht voran komme und die nicht überzeugen kann, so zu handeln, wie ich es für richtig halte. Ich bin schüchtern und ich stottere.
Das kann ich aber nicht von heute auf morgen ändern.
Und ich finde es ungerecht, dass mein Sohn so sehr unter meinen Unzulänglichkeiten leiden muss. Ich geb mir ja nun echt Mühe und gelohnt wirds mit nem Tritt in den A... :-(
Ich möchte nicht, dass mein Kind abgeschoben wird, weil es anstrengender ist als andere. Der soll genau so in die Gesellschaft integriert werden!
Zudem ich vergangenes Wochenende wieder mal gemerkt habe, wie toll die Schule und unser Dorf eigentlich sind. Der Zusammenhalt in der Klasse ist super! Trotz seiner sozialen Probleme ist mein Sohn im Klassenverband integriert. Es gab eine Woche lang mal das Problem, dass ihm Schimpfworte und Reime nachgerufen wurden. Hier haben die Lehrer schnell eingegriffen und das Phänomen ebbte schnell wieder ab!
Ich konnte sogar beobachten, wie die Kinder auf dem Dorffest, was am WE stattfand, ein fremdes Kind, welches ... hmm.. "ungewöhnlich" aussah, völlig selbstverständlich zum Spielen einluden. Wenn ich an meine Kindheit denke, hätte dieses Kind keine Chance gehabt. Es war auch total perplex, als die anderen riefen "du bist in unserer Mannschaft" und hat 4 Mal total verdattert nachgefragt "Echt? Ich darf mitspielen????"
Übrigens war mein Sohn da auch dabei und hat völlig problemlos mit 6 Kindern gespielt. War schön zu sehen 🙂
das ist eine geniale Idee 🙂) wird umgesetzt *gg*
ich bedanke mich sehr für deine Anregung. Auch das habe ich am Wochenende direkt mal umgesetzt. ;-) Schwer, so tatenlos rumzustehen, oder - oh gott - kindlein allein auf dem dorffest machen zu lassen, wozu es lust hat!
Die anderen Ellis haben auch gemütlich zusammen gesessen und gequatscht, während sich ihre Kiddies vertan haben, also habe ich mich das auch mal getraut ;-)
Es ging wirklich gut.
Ich habe wohl von vielen Sachen irgendwie ein zu starres "Skript" im Kopf. Mir haben auch beim Spiel von meinem Sohn mit den Kindern einige Sachen nicht gefallen, aber es hat funktioniert und von daher hab ich halt mal weggeguckt...
in der Tagesklinik wird er durchgecheckt. Es gibt so den Verdacht auf Autismus. Allerdings habe ich so das Gefühl, dass das nicht sein Problem ist. Auch wenn einige Sachen, die er so zeigt, zutreffen, einige entscheidende Dinge (insbesondere was Mitgefühl angeht) treffen nicht zu.
ich bin da ehrlich bemüht, das auch umzusetzen, weil es natürlich keinen Spaß macht, mit einem Kind Mensch-Ärgere-Dich-Nicht zu spielen, wenn es einen Wutanfall bekommt, wenn es rausgeschmissen wird.
Nur irgendie kommt meine Nachricht da nicht an...
Und jetzt noch ein paar Worte an alle:
ich bedanke mich sehr für eure Mühe und eure rege Beteiligung an der Diskussion! Mir tut es gut, so ausführlich zu reden und mir so viele Ansichten einzuholen.
Auch wenn ich manchmal recht zickig reagiert habe, wenn mir Ansichten nicht gefallen haben, so bin ich euch ALLEN dankbar für eure Vorschläge und Anregungen. Ich habe wirklich über jeden Beitrag nachgedacht und es hat auch jeder von euch Spuren hinterlassen.
LG
KG
Entschuldigt bitte, ich hatte in den letzten Tagen wenig Zeit.
Hallo wärst du so nett diese Frage zu beantworten?
Wann genau hat das angefangen? Wie war er vorher?
Da bin ich ja nicht die einzige, die ob des langen Diskussionsverlaufes die Übersicht verliert ;-) Ich hatte es zwar eingangs erwähnt, aber ich liste das gern noch mal genau auf.
Also die Auffälligkeiten fingen mit 3 Jahren an - also 2009/10.
06/2011 - 07/2013 fand eine Familientherapie statt.
2014 haben wir wegen der Schule eine neue begonnen.
Also es ist nicht so, dass wir da sofort mit ner Therapie reingeprügelt haben. Wir haben es erst mal so versucht. Zudem ich kontinuierlich das Gefühl hatte, dass hier Sachen hochgespielt werden.
Noch mal für alle, die meinen, dass keine Therapie nötig sei:
Ich glaube, dass viele nicht wissen, was eine Kinder- und Jugendpsychotherapie ist.
Bei der Psychotherapie Erwachsener findet ja meist eine Gesprächstherapie statt. Patient und Therapeut sitzen 50 Minuten zusammen und besprechen die Probleme, ggf. werden Verhaltensweisen gezielt angegangen. Hier muss der Patient an sich selbst arbeiten.
Kinder- und Jugendtherapie unterscheidet sich schon mal grundlegend in der Motivation des Patienten.
Während Erwachsene einen Therapeuten aus EIGENEN Antrieb und empfundenen Leidensdruck aufsuchen, suchen hier meist die nahen Bezugspersonen des Patienten (also meist Eltern vom Kind) die Therapie auf.
Kinder haben meist noch nicht die Einsicht "hier läuft was schief". Sie empfinden den Leidensdruck, den Erwachsene empfinden nicht. Das heißt nicht, dass sie nicht leiden, nur, dass sie nie aus eigenem Antrieb einen Psychotherapeuten aufsuchen würden - schon gar nicht so kleine Kinder, wie mein Sohn.
Deswegen wird auch nciht ausschließlich mit den Kindern gearbeitet, sondern ca. zur Hälfte mit den Eltern.
Wie ihr schon treffend erkannt habt, sind Eltern die wichtigsten Einflussfaktoren auf ein Kind.
Also werden wir Etern natürlich intensiv in die Therapie einbezogen und wir müssen auch ganz schön an uns arbeiten.
Das haben wir auch getan. Immer im Rahmen unserer Möglichkeiten, aber ich denke, dass wir uns da schon ganz schön verändert haben.
Deswegen bin ich ja so sauer auf die Pädagogen, mit denen wir zusammen arbeiten. Ich habe in der Therapie so viel gelernt, so viel umgesetzt, muss täglich über meinen Schatten springen und haben "Werkzeuge" in der Hand, mein Kind stückchen für stückchen in die richtige Richtung zu schubsen und dann will ich gut gemeint diese Werkzeuge an die Pädagogen weiter geben, damit mein Sohn auch da in der Schule und im Hort voran kommt und dann werden sie ignoriert, oder verfälscht.
Ich weiß, dass das viel Arbeit macht.
Ich und ihr, wir wissen ja, dass man Menschen nicht verändern kann. Man kann nur sich selbst verändern und damit die Reaktion der anderen auf einen.
Also, warum soll nur ich ein Interesse daran haben, mich zu verändern? Lehrer und Erzieher hätten doch eigentlich auch was davon.
Klar, liegt es an mir, dass ich da nicht voran komme und die nicht überzeugen kann, so zu handeln, wie ich es für richtig halte. Ich bin schüchtern und ich stottere.
Das kann ich aber nicht von heute auf morgen ändern.
Und ich finde es ungerecht, dass mein Sohn so sehr unter meinen Unzulänglichkeiten leiden muss. Ich geb mir ja nun echt Mühe und gelohnt wirds mit nem Tritt in den A... :-(
Ich möchte nicht, dass mein Kind abgeschoben wird, weil es anstrengender ist als andere. Der soll genau so in die Gesellschaft integriert werden!
Zudem ich vergangenes Wochenende wieder mal gemerkt habe, wie toll die Schule und unser Dorf eigentlich sind. Der Zusammenhalt in der Klasse ist super! Trotz seiner sozialen Probleme ist mein Sohn im Klassenverband integriert. Es gab eine Woche lang mal das Problem, dass ihm Schimpfworte und Reime nachgerufen wurden. Hier haben die Lehrer schnell eingegriffen und das Phänomen ebbte schnell wieder ab!
Ich konnte sogar beobachten, wie die Kinder auf dem Dorffest, was am WE stattfand, ein fremdes Kind, welches ... hmm.. "ungewöhnlich" aussah, völlig selbstverständlich zum Spielen einluden. Wenn ich an meine Kindheit denke, hätte dieses Kind keine Chance gehabt. Es war auch total perplex, als die anderen riefen "du bist in unserer Mannschaft" und hat 4 Mal total verdattert nachgefragt "Echt? Ich darf mitspielen????"
Übrigens war mein Sohn da auch dabei und hat völlig problemlos mit 6 Kindern gespielt. War schön zu sehen 🙂
Ausserdem sollte er halt auch mal lernen, das verlieren auszuhalten: Das kann man mit Kindern sehr gut üben: Also zuhause mal bei einem Gesellschaftsspiel verlieren lassen, oder ihn auch mal warten lassen. Er kann schon lernen, dass es manchmal Sinn macht "einzustecken". Also z.B. Ihr spielt zu dritt und Du "verschwörst" Dich mit ihm und sagst: "Heute lassen wir den Papa gewinnen!" Solche Dinge kann man ganz bewusst einsetzen, um ihm ein Gefühl dafür zu vermitteln, dass auch verlieren mal sinnvoll und nicht schlimm sein muss.
Kennst Du den versuch mit dem Kind, das allein in einem Raum mit einem Ü-Ei sitzt? Wenn es nach einer viertel Stunde nicht aufgemacht hat bekommt es ein zweites.
das ist eine geniale Idee 🙂) wird umgesetzt *gg*
Beim Lesen Deiner Zeilen hatte ich den Gedanken - einfach eben auch mal nicht reden. Wenn er es zulässt, dann nur nah bei ihm sein, Körperkontakt, sonst einfach nur da sein. Ihn so innerhalb Deiner Sicherheit zu sich selbst finden lassen. Und vielleicht kann er dann auch einfach wieder zu den Kindern.
ich bedanke mich sehr für deine Anregung. Auch das habe ich am Wochenende direkt mal umgesetzt. ;-) Schwer, so tatenlos rumzustehen, oder - oh gott - kindlein allein auf dem dorffest machen zu lassen, wozu es lust hat!
Die anderen Ellis haben auch gemütlich zusammen gesessen und gequatscht, während sich ihre Kiddies vertan haben, also habe ich mich das auch mal getraut ;-)
Es ging wirklich gut.
Ich habe wohl von vielen Sachen irgendwie ein zu starres "Skript" im Kopf. Mir haben auch beim Spiel von meinem Sohn mit den Kindern einige Sachen nicht gefallen, aber es hat funktioniert und von daher hab ich halt mal weggeguckt...
Vielleicht solltest du dir überlegen, dein Kind auf gesundheitliche (psychisch bedingte) Krankheiten von
Ärzten, die auf Psychosomatik und Psychiatrie spezialisiert sind, untersuchen zu lassen.
in der Tagesklinik wird er durchgecheckt. Es gibt so den Verdacht auf Autismus. Allerdings habe ich so das Gefühl, dass das nicht sein Problem ist. Auch wenn einige Sachen, die er so zeigt, zutreffen, einige entscheidende Dinge (insbesondere was Mitgefühl angeht) treffen nicht zu.
Von dieser Einstellung,dass er immer gewinnen will (und wenn er
nicht gewinnt Rachegedanken hat ) würde ich ihn dringend wegbringen..
Versuche ihm zu vermitteln ,dass man doch nicht immer gewinnen muss, zu gewinnen ist gar nicht wichtig.
ich bin da ehrlich bemüht, das auch umzusetzen, weil es natürlich keinen Spaß macht, mit einem Kind Mensch-Ärgere-Dich-Nicht zu spielen, wenn es einen Wutanfall bekommt, wenn es rausgeschmissen wird.
Nur irgendie kommt meine Nachricht da nicht an...
Und jetzt noch ein paar Worte an alle:
ich bedanke mich sehr für eure Mühe und eure rege Beteiligung an der Diskussion! Mir tut es gut, so ausführlich zu reden und mir so viele Ansichten einzuholen.
Auch wenn ich manchmal recht zickig reagiert habe, wenn mir Ansichten nicht gefallen haben, so bin ich euch ALLEN dankbar für eure Vorschläge und Anregungen. Ich habe wirklich über jeden Beitrag nachgedacht und es hat auch jeder von euch Spuren hinterlassen.
LG
KG