[....]Buhhh mir läuft es heut noch kalt den Rücken runter.
Das ist krass. Kenne aber auch ähnliches aus dem Zug. Da war nicht Kind überfordert, sondern die Eltern.
Deine Erzählung aus Deiner Kindheit zeigt doch, dass es Momente gibt, bei dem es keine andere Möglichkeit gibt um (D)eine Blockade zu lösen.
Ein Klabs mit Schlägen bzw. Prügel gleichzustellen, dass ist ziemlich unfär. Zumal, wenn man keinerlei Zusammenhänge kennt. Vieles passiert im Affekt. Eltern sind nun mal keine Übermenschen. Wichtig ist doch, dass man dem Geschehen kritisch nachgeht anstatt zu verurteilen. Am besten gemeinsam.
Wenn es danach ginge andere zu Verurteilen, dann wäre ich Stammgast beim Jugendamt.
Ich hatte eine Nachbarn, deren Kind war so brave und zuvorkomend höflich. Wow.... Ich dachte oft.... meine fresse...lasst doch das Kind mal endlich Kind sein! In 8 Jahren habe ich den Jungen 1x Mal gehört. Als Baby beim Zahnen. Dafür hat sich der Papa bei mir entschuldigt.
🙄
Ich hab 20 Jahre den Weihnachstmann gespielt. Beim Letzten mal für die Erstklässer in der Aula ihrer Schule. In 2010. Als ich raus ging, hielt mich ein Junge am Mantel fest und flüsterte mir ins Ohr: -
Ich solle doch dem Papa nichts schenken, er haut immer so doll.
Dann habe ich mir den nächst Lehrer geriffen und ihm sie Situation geschildert. Er meinte..., ach das ist wieder so ein Scheidungskind was Aufmerksamkeit bräuchte. lol... Nicht zu fassen. Bin dem weiter nachgegangen und siehe da, es war kein Scheidungskind (laut Klassenlehrerin). Was sie dann unternommen hat, weiß ich nicht. Sie wollte dem ebenfalls nachgehen.
---
In der ersten klasse musste ich oft in der Ecke rechts neben der Tafel stehen, wenn ich nicht brav genug war. Wenn ich Pech hatte, gleich am Anfang der Stunde. Bis zum Ende der Stunde. In der 2. Klasse musste ich immerhin nur neben meiner bank stehen bleiben. Immerhin. lol... Das war sowas von Demütigend. Aber wie man sieht, hat man längst daraus gelernt, dass das so nicht gehen darf.
Wie manche Eltern, die sich gegeseitig an den Kragen gehen, ihrem Kind/ern erklären wollen, dass Gewallt keine Lösung ist, weiß ich nicht. Das es keine Lösung ist, darin dürft wir uns einig sein.
Die psychische Gewalt, die ist für mich deutlich schwerer zu ertragen und wirkt sehr prägend. Mitunter fürs ganze Leben.
In der geschlossen Psychiatrie war einer den ich kannte. Ein Kerl wie ein Baum, Hände wie Klodeckel. Wenn der am Fenster stand, wurde es dunkel. Er war lammfromm und empathisch. Aber als ich ihn dort sah, sah ich einen gebrochenen Mann, der stundenlang ängstlich an seinem Bettlaken-Zipfel nuckelte. Keine Ahnung was man dem mann angetan hat, körperliche Gewalt kann man bei ihm ausschliessen.
Früher war Züchtigung erlaubt. Das Mittel zur Erziehung. Möchte nicht wissen, wie viele von diesen Kindern als Erwachsene selber zur Gewalt greifen.
Ich habe als Kind selber sehr viel Gewalt erlebt. Und ja, ich habe 1x jemanden eine auf die 12 geben, weil er meine Frau schlug. Grundlos. Den Reflex konnte und wollte ich nicht verhindern. Bin eben auch nur ein Mensch. Dem Mann gings aber schnell wieder gut.