Bei meiner Mutter war es ähnlich. Sie hat sich mit einem verheirateten Mann eingelassen, weil sie dessen fromme Lügen glaubte, er würde sich ihr zuliebe von seiner Frau scheiden lassen (hat er natürlich nicht), und dann stand sie ledig mit Kind da, zu einer Zeit als das zumindest draußen auf dem Dorf noch als Schande galt. Ihr Vater (heuchlerisch katholisch) hat sie auch prompt enterbt deswegen. Außerdem hat sich meine Mutter wunder was eingebildet, Kindererziehung sei sowas wie mit Puppen spielen und wenn man keine Lust hat, die Puppe einfach weglegen. Brauche wohl nicht erwähnen, daß ich deshalb an einer Menge Erziehungsfehlern zu leiden hatte, denn was Hänschen nicht von Muttern lernt, muß er später auf die harte Tour nachlernen. Sie hat später einen anderen geheiratet und mit dem noch drei Kinder produziert, und von dessen Mutter erst gelernt wie man richtig mit Kindern umgeht (die hatte 9 Stück, von denen 7 das Kindesalter überlebt haben). Ihre eigene Mutter, meine Oma, die mit uns vorher zusammenlebte, war dazu anscheinend unwillig gewesen - vermutlich weil vom Ehemann (dem der meine Mutter enterbte) jahrelang unterdrückt, und nach seinem frühen Tod nicht mehr fähig, aus diesem psychischen Käfig herauszukommen. Familie mit sehr viel Wurm drin. :mad: Brauch hoffentlich nicht erwähnen, daß auch meiner Mutter die Hand locker saß. Zwar nicht oft, aber ihre Erziehungsunfähigkeit wurde natürlich durch mich auf sie zurückgespiegelt (obwohl ich zu den pflegeleichten, introvertierten Kindern zählte).
Kinder sind sowas wie Spiegel für die Unfähigkeiten ihrer Eltern.