Hmm... also wenn ich so darüber nachdenke: Ich finde es garnicht ungeschickt gewählt. ich weiß, ich rühre da an einem für viele sehr sensiblen Thema und ich will in keiner Weise etwas schönreden, was einige hier erleben mussten, aber ich denke, es darf auch gesagt werden, dass es nicht nur diesen EINEN Maßstab für Erleben gibt.
Ich lese: Schlagen ist das gleiche wie ein Klaps und Schlagen ist immer Gewalt.
ist das wirklich so? Dem kann ich mich nicht so "schwarz-Weiß" anschließen. ich denke, man sollte nicht kategorisch aussschließen, dass man das auch anders erleben kann.
Beispiel: Ich war als Kind oftmals sehr sehr hysterisch: wenn ich meinen "Anfall" hatte, dann tobte ich- ich litt unter mir selber, aber ich hatte auch keinen Weg, der mich da raus brachte. Meine Mutter ist eine extrem liebevolle Frau- Gewalt ist ein Fremdwort für sie. Aber wenn ich meinen Anfall hatte, dann half kein Zureden, es half keine "Auszeit" NICHTS half!
In solchen Extremfällen gab es dann schon manchmal den berühmten Klaps auf den Hintern: Und auch wenn jetzt hier manche sagen, das wäre Gewalt: Für mich war das sowas wie eine Rettung: Denn dann konnte ich einfach nur noch losheulen und mich in den Armen meiner Mutter ausweinen, bis es wieder gut war. Ohne den Klap hätte ich vielleicht noch stunden getobt.
Ich habe diese Grenze irgendwie gebraucht und ich erinnere mich heute noch gut daran. Das war keine Gewalt- ich habe mich nicht erniedrigt gefühlt. Im Gegenteil: ich musste irgendwie aus meiner Spirale raus um wieder zur ruhe zu kommen.
Klar fand ich das nicht fein, eins auf den Hintern zu bekommen, aber ich habe weder gelitten, noch einen NAchteil daraus erfahren. Und es ist auch einfach nicht damit zu vergleichen, was andere Eltern mit ihren Kindern anstellen: Da kann und darf man nicht in einen Topf werfen!
Also in sofern: Ja, meine Mutter hat mich geschlagen, ABER- nien, die hat mir nie Gewalt angetan.
ich finde nämlich, das ist ein Himmelweiter Unterschied.
Gewalt kann auch ohne körperliche Aspekte stattfinden und ein Klaps kann auch Gewaltfrei sein. Es gibt genug gewaltätige Eltern, die ihr Kind nicht ein einziges mal geschlagen haben: Worte können auch weh tun- das wissen wir alle.
Für mich ist der entscheidende Aspekt die Erniedrigung: Wendet eine Mutter Gewalt an, die ihr Kind mit voller Wucht in die Ecke haut, weil sie sieht, wie ihr Kind am heißen Topf zieht, der droht, das Kind zu verbrühen? nein, sie schützt es in dem Moment! (es gibt nunmal Momente, da ist keine zeit zu diskutieren)
Oder ist eine Mutter gewaltfrei, die ihr Kind mit Verachtung straft und nicht mit ihm redet, wenn es was angestellt hat? Es gibt genug Eltenr, die rühmen sich damit, so gewaltfrei zu sein, aber auf der anderne Seite demoralisieren und erniedrigen sie ihr Kinder mit Worten. ich meine: seelische Probleme bei Kindern nehmen immer und immer mehr zu und das obwohl Eltern immer weniger schlagen: sie sind nicht weniger gewaltlos als früher: Sie machen es nur subtiler.
ich denke, in einer herzliche Erziehung kann es durchaus mal zu einem "ehrlichen" Klaps kommen_ Besser als verlogenene Psychogewalt wie man sie immer häufiger beobachtet. (woher kommt es denn, dass Mobbing usw in Schulen immer mehr zunimmt? Früher haben sich die Kinder auf dem schulhof noch geprügelt, jetzt wird gemobbt was das Zeug hält: Wo haben sie es sich denn wohl abgeschaut???)
ich denke, Eltern, die ihr Herz am rechten Fleck haben, werden garnicht gefahr laufen, ihrem Kind Gewalt anzutun: Das verbietet sich. Aber ich denke, der Gewaltbegriff lässt sich eben nicht so eindeutig definieren.
Wie gesagt: ich will damit keine gewalt schön reden...ich denke, ihr versteht, was ich meine