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Wurdet ihr als Kind von euren Eltern geschlagen?

Wurdet ihr als Kind von euren Eltern geschlagen?

  • nicht einmal

    Teilnahmen: 35 10,3%
  • äusserst selten, nicht der Rede wert

    Teilnahmen: 81 23,8%
  • ab und zu

    Teilnahmen: 110 32,4%
  • das war Normalität (oft)

    Teilnahmen: 114 33,5%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    340
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Geschlagen? Verprügelt wurde ich regelmäßig, mit allem was zur Verfügung stand. Gürtel, Kochlöffeln, Seilen, Brettern oder einfach mit Hand und Faust. Dazu psychischer Druck bis hin zu Essen- und Trinkentzug, was mich letztendlich aus der Kloschüssel trinken lies. Es gibt wenige Knochen in meinem Körper, die noch nicht gebrochen waren.
Selbst als ich dann mit 7 Jahren in eine Pflegefamilie kam, hatte das ganze kein Ende. Zwar bei Weitem nicht mehr so sehr körperlich, aber dafür seelisch. Wochenlang Zimmerarrest, ich lief weg, schlief im Wald, stahl Lebensmittel. Im Alter von unter zehn. Irgendwie hab ich die damals wohl überfordert. Daraus resultierend ständige Wechsel in andere Pflegefamilien. Bis heute bin ich- so glaube ich selbst, nirgendwo angekommen und bin selbst nicht in der Lage, dieses Gefühl zu vermitteln, obwohl mein Inneres quasi nur dafür lebt. Ich komm damit einfach nicht aus mir raus.

Entgegen aller Mutmaßungen habe ich diese Gewalt niemals selbst praktiziert. Wobei, einmal packte ich einen meiner Söhne, drückte ihn an die Wand und warf ihn aufs Bett. Die Angst in seinen Augen werde ich NIEMALS vergessen und ich schäme mich bis heute dafür :wein:

Heute könnte ich bei jeder Ungerechtigkeit sofort an die Decke gehen. Ich werde wütend, zittere am ganzen Körper und möchte jeden Peiniger- egal von wem, all seine eigens zugefügte Schmerzen, sei es physischer uoder psychischer Natur, selbst zufügen mit dem Faktor². Aber dafür bin ich zu sehr geprägt. Ich schaffe es nicht mal, meine Suizidgedanken in die Tat umzusetzen, weil ich auf keinen Fall Dritte damit belasten möchte. Ob das nun gut ist, vermag ich nicht zu beantworten. Insgesamt nimmt man mich heute als "harten Hund" wahr, was irgendwo sicherlich stimmt, aber eigentlich auch nicht. I dont know.

Im Ergebnis bin ich inzwischen wohl eine Person, die absolut niemandem mehr traut, der andere für schwach hält, sofern der zugefügte Schmerz dem eigenen "nicht das Wasser" reichen kann, krankhaft Autonom- und damit einsam, versucht zu leben. Sollte wohl klar sein, dass dies nur bis zu einem gewissen Maß funktioniert. Dabei fühle ich mich oftmals selbst in mir gefangen. Ich will, kann aber nicht. Dazu unglaublich perfektionistisch, womit ich mir unheimlich oft selbst im Wege stehe und kein Verständnis für Menschen habe, die auch mal fünf gerade sein lassen können. Im Beruf aber ist diese Eigenschaft ein Segen für meinen Chef.

Doch das Schlimmste ist, dass ich heute glaube, es niemals wirklich geschafft zu haben, eine innige Beziehung zu meinen eigenen Kinder aufgebaut zu haben. Sogar meine Ex-Frau, mit der ich mehr als 23 Jahre zusammen war sagte am Schluss, dass sie nicht wisse, wer ich wirklich bin und was ich denke oder fühle.

Ob Menschen wissen was sie anrichten, wenn sie Gewalt- egal welcher Form, ausüben. Ich hoffe nicht. Das würde es nur noch unerträglicher machen. Ja, ich glaube diese Menschen waren einfach schwach und damit kann ich ihnen eigentlich nicht böse sein. Krankhaft?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es gleichzeitig verwirrend, unpassend, nicht angemessen und schlimm, wenn Eltern ihre eigenen Kinder schlagen oder generell Gewalt gegenüber ihren Kindern anwenden.
Zwar sind Grenzen und Konsequenzen wichtig, aber diese gehen auch ohne Gewalt.

Seit dem Jahr 2000 ist es zurecht illegal und die Jahrzehnte davor war im Grunde auch das Bewusstsein dafür da, dass soetwas gar nicht geht.

Ich bin nicht sonderlich oft oder hart "geschlagen" worden, aber ich relativiere da nicht.
Für mich ist auch ein leichtes Hauen und eine erhobene Stimme im unpassenden Moment und auch eine unpassende Wortwahl etc bereits Gewalt gegenüber eines Kindes.
Soetwas gehört nicht ins Elternhaus und fertig.

Entweder man liebt ein Kind oder man wendet Gewalt an. Beides geht nicht.
Regeln ja, Grenzen ja, Konsequenzen ja. Gewalt: Nein.

Wenn ich "frech" war, dann wurde ich manchmal gehauen.
Das, was verniedlichend "Klaps" genannt wird. Manchmal etwas mehr als der "Klaps".
Manchmal auch Ohrfeigen. Vor allem als ich älter war und ein "Klaps" nicht mehr fruchtete.
Dieses kam wie gesagt nicht so wahnsinnig oft vor und war auch nicht wahnsinnig hart oder grausam.
Körperlich empfand ich es nicht als sonderlich schlimm oder schmerzend.
Seelisch hat es mich aber schockiert und verwirrt, warum Erwachsene, die einen doch lieben, manchmal weh tun und dann sagen: "Weil ich dich lieb habe! Mir tut das mehr weh!".
Was für eine kranke Verwirrung.
Ich war auch ein sehr sensibles Kind.
Mir hat dieses "Prinzip" nicht gefallen und zu viel Autorität/Strenge (vor allem im falschen Moment) lässt mich oft nur noch trotziger und rebellischer werden.
Und oft fand ich die Gründe auch unsinnig.

Ich kreide das noch heute an und erwähne, dass ich das nicht in Ordnung fand, dass das so als Teil der Erziehung vorkam.
Ich wuchs in den 90ern auf und es gab durchaus noch Ohrfeigen nach dem Jahr 2000, als dieses illegal war.
Das war auch einfach nicht mehr zeitgemäß.
Ich kannte mehrere in meinem Alter, die das gar nicht mehr als Erziehungsmittel kannten und hörte regelmäßig, wie im Fernsehen oder in Zeitschriften erwähnt wurde, dass man Kinder nicht schlägt und Gewalt nicht in eine Erziehung gehört.
Ich fragte mich dann: "Warum wird das bei mir noch praktiziert als wäre es normal? Wir stecken doch nicht mehr in den 80ern!"

Wenn ich dieses allerdings bei meiner Mutter kritisiere, dann versteht sie es nicht oder streitet es ab.

"Bitte! Tu jetzt blos nicht so als wurdest du geschlagen. Du wurdest nie geschlagen!"

Mir geht es aber generell um körperliche Gewalt. Die fand ab und zu einmal statt und das fand ich prinzipiell nicht gut.
Richtig - Ich wurde nicht misshandelt oder geprügelt und all dieses kam nicht so oft vor, aber es fand statt.

"Du hast einmal einen Klaps gekriegt und das war alles und hat niemandem geschadet!"

Wie gesagt. Mich hat das wahnsinnig verwirrt. Ich habe als Kleinkind auch irgendwann masturbiert und mir dabei vorgestellt man würde mich versohlen.
Vielleicht hat das auch mit dieser Assoziation: "Hey, das machen wir nur weil wir dich lieb haben! Das ist nicht schlimm!" zu tun.

Ich finde bereits einen "Klapps", eine "Ohrfeige" und "mal was auf die Finger" bereits Gewalt, die einem Kind nicht zugemutet gehört und wenn man kritisiert, dass man das als kleines Kind erlebt hat, dann finde ich auch nicht in Ordnung, wenn man als "überempfindlich" und "jammerig" dargestellt wird und man nicht ernstgenommen wird nach dem Motto:
"Du weiß gar nicht was Schläge sind! Man hätte dich vielleicht mal schlagen müssen!" etc

kA aber ich fand's grausam, wenn man geheult hat und dann hat man welche runtergehauen bekommen mit den tollen Worten: "Ich geb dir jetzt mal einen Grund zum Heulen!" usw.

Ich kann das nicht zur Sprache bringen. Dann wird sich darüber aufgeregt, wie ich solche "Falschbehauptungen" dass ich geschlagen worden wäre in die Welt streue.
Ich bekam ja nur mal einen "Klaps" und das würden Kinder ja brauchen.
 
Ich wage es nicht, hier zu schreiben, vermutlich würde ich die Speicherkapazität der Servers überlasten.
 
Ich hätte gerne jemanden, der diese düsteren Gedanken hin zu Positiverem zu formulieren weiß. Ich zähl auf euch.
Oweh. Vielleicht kommt noch jemand.

Du und viele andere (mich inbegriffen) fühlen uns nur /hauptsächlich geliebt, wenn wir geschlagen werden (auch im übertragenen Sinne).

Und wer nur diese "Zuneigung" kennt, sucht sie eben in dieser Form immer wieder. Ich werde gerade ganz traurig, während ich das schreibe.
Sowie auch bei verbaler Gewalt. Wenn man so aufgewachsen ist, dass man täglich und immer wieder gehört hat, dass man dumm ist und zu nichts zu gebrauchen und minderwertig usw., dann wird man auch im Umgang mit anderen Menschen das als ganz normal finden, dass diese einen als Deppen sehen und über einen lachen. Man kennt es ja nicht anderes und hat es so verinnerlicht, blöd zu sein. Man wird sich nicht mehr darüber aufregen oder sauer werden, wenn einem andere abwertend und demütigend begegnen. Es ist so selbstverständlich. Man lässt anderen grundsätzlich den Vortritt und wird jede Gelegenheit auslassen, die das Leben reicher machen könnte.
 
Ich kann nur jedem Geschlagenen raten, sich so weit unter Kontrolle zu bekommen, um das in seiner eigenen Erziehung nicht fortzusetzen. Das ist in einer Zeit des Zeitmangels und Stress durch Doppelt- und Dreifachbelastungen sehr schwer. Denn wo soll man Geduld und Selbstbeherrschung hernehmen, wenn man in einer schwierigen Zeit nicht aus noch ein weiß? Und in Zeiten, wo es vermehrt Alleinerziehende gibt, die ständig in der Überbelastung feststecken?
Dann wird diese Gewalt oft ungewollt tradiert.
Ich hätte gerne jemanden, der diese düsteren Gedanken hin zu Positiverem zu formulieren weiß. Ich zähl auf euch.

Ich bin zwar kein Elternteil und weiß auch nicht ob es positiv rüberkommt, aber man sagt ja auch oft dass schwere Zeiten die Zeiten sind, in denen man die Gelegenheit hat, dem Verhalten zu widerstehen zu dem man eigentlich tendiert.

Kontrolle über sich zu behalten und sich nicht so zu verhalten wie es die eigentliche Impulsivität fordert, ist leicht; schwierig wird es in Situationen, in denen man belastet wird, man unter Stress steht, usw.
Da kommt es dann eben drauf an...

...inne zu halten, möglichst ruhig zu atmen, notfalls die Situation kurz zu verlassen (kurz vor die Tür gehen oder sowas) um nach einigen Sekunden / Minuten wieder ruhig und bewusst handeln zu können; mit Worten, anstatt mit Gewalt.

Ich hoffe mein Beitrag kommt so an, wie es von mir beabsichtigt ist, nämlich positiv.
 
was ich äußerst komisch finde, ist die Entwicklung der Kinder, die


Viele Kinder werden Narzissten


Wie sich Eltern kleine Narzissten züchten - bild der wissenschaft

Überempfindliche und unglückliche Kinder: Generation selbstverliebt: Eltern züchten Scharen von kleinen Narzissten heran - Video - FOCUS Online

ganz im Gegenteil zur Gewalterfahrung hoffiert werden.

Klar ist es leicht, alles auf eine ach so schlimme Kindheit zu schieben, aber ob es richtig ist, sich der Eingenverantwortung nicht zu stellen, nur weil man es nicht vermittelt bekam ?
Unselbstständigkeit als genetisch gegeben zu betrachten, nur weil man es indoktrinierterweise glaubt ?

Vielleicht mal die ganze Sache so sehen, wie sie ist. der mishandelte Mensch ist sicher nichts erstrebenswertes, aber der mißhandelnde genausowenig , egal ob auf körperlicher oder psychischer Ebene.

Der harmonische Mensch ist mir da schon lieber, desonders dann , wenn er authentisch ist, was aber bedeutet sich Stück für Stück der Eigenverantwortung zu stellen, sie wahrzunehmen und sich notwendigerweise Hilfe zu suchen, anstatt im Jammern und Schimpfen zu verharren.

Die Widerspenstigkeit des eigenen Selbst besiegen, der Realität geschuldete Prioritäten finden, der Gerechtgkeit, der Wahrheit, der Sinnlichkeit die Authentizität entgegen bringen, die sie erfordert, um Standpunkte zu finden, die man vor sich selbst und vor anderen bedenkenlos vertreten kann. Die eigene Würde erkennen, notfalls mit Hilfe und Schulung , die Ungerechtigkeit nicht ständig wiederholen, indem man sich dem Dogma des "Es ist aber so" unterordnet, sondern versteht, das Veränderung manchmal notwendiger ist, als an falschen Standpunkten festzuhalten.

Reflexion betreiben, aus der Erkenntnis folgt und den Prozeß der Zielfindung nicht auf Kosten anderer oder durch Rache bewerkstelligen, sondern Friedens chaffen, mit der Vergangenheit, den Gründen, die man klar erkennt, der Ungerechtigkeit die man erfuhr und die Liebe geben, nach der man sich wirklich sehnt.
Die Harmonie glücklich zu leben und wieder aufzustehen dem Märtyrium vorziehen im freien Fall kotzend zu Grunde zu gehen.
Das Nein mit dem Ja ersticken und das Ja mit dem Nein ersticken, wo es notwendig ist und nicht wahllos und willkürlich, nur weil es grade gefällt.

Sie selbst den Raum geben, aber ihn nicht anderen nehmen, sorum wird ein Schuh draus.

Viele wurden geschlagen , es war falsch, viele wurden hoffiert, es war falsch, viele wurden alleingelassen, es war falsch.

Aber Liebe läßt niemanden alleine, Vertrauen ist wie ein Geschenk an andere und Friede ist bekanntlich kein Krieg.

Den Krieg haben die Eltern schon mit sich geführt, den Frieden haben sie nie geschafft, aber jammern können sie alle super.

Ehre wem Ehre gebührt , aber innere Qual, als Aushängeschild für eigene Unzulänglichkeit der Eigenverantwortung gegenüber ???
 
Hofiert werden und geschlagen werden sind übrigens keine Widersprüche.

Ich wurde sehr verwöhnt und hofiert, habe fast alles bekommen was ich mir gewünscht habe und habe generell wenig Grenzen gesetzt bekommen (Durfte so viel Fernsehen, Süßigkeiten essen oder am PC sein wie ich wollte. Ich fand es immer merkwürdig, wenn andere Kinder da Regeln oder Grenzen bekamen oder sogar im Haushalt helfen "mussten" oder anderes).
Es gab Grenzen, Regeln und Konsequenz eigentlich gar nicht.
Fairerweise muss man auch sagen, dass ich allgemein ein relativ braves, ruhiges und sensibles Kind war.
Ich machte keine Streiche, ging nie raus und war in der Schule gut.
Sogesehen machte ich keinen "Unsinn".
Das Einzige war eben, dass mein Alltag aus Fernsehen und Süßigkeiten bestand, aber das war meinen Eltern recht.
Hausaufgaben oder für Klausuren lernen habe ich auch nie gemacht, aber solange meine Noten passabel waren, war's ok und alle Noten bis 4 sind "in Ordnung" und "Du bist ja auf dem Gymnasium, da ist es sowieso schwerer!"
und "Du bist sowieso unsere Kluge!" und meine Noten waren meist ohne Lernen gut. Außer in Mathe und Sport, aber das war auch nicht schlimm: "Och, wir waren auch nicht gut in Mathe und Sport ist nicht wichtig. Du bist ja in den Sprachen gut, das kannst du ja ausgleichen!" - Es war mir ehrlich gesagt oft zu wenig Druck und Motivation, denn ich habe erst später bemerkt, dass der Notendurchschnitt wichtig ist und so. Wenn ich höre, was andere Kinder da für einen Druck bekommen. Meinen Eltern war das egal. Hieß immer nur: "Hauptsache man schafft seinen Schulabschluss!". War bei mir natürlich kein Problem. Aber mit etwas Anstrengung oder Hilfe wäre es wohl ein sehr hoher Einserschnitt gewesen. Daher schade, dass meinen Eltern so viel "egal" ist.
Ich musste mich daher nie anstrengen oder meine comfort zone verlassen.
Ich durfte nicht wirklich die Wohnung verlassen und hatte auch keine Freunde und dergleichen, aber solange ich ruhig war, war alles in Ordnung.
Also ich wurde schon sehr verwöhnt und hofiert. Noch heute ehrlich gesagt. Bin fast 30 und meine Eltern fahren mich durch die Gegend, erledigen meinen Umzug und bezahlen und besorgen mir Sachen für meine erste WG.

Aber das ist es: Es ist im Grunde ein enges, aber zu enges Verhältnis. Ich bin das Prinzesschen, aber das ist halt ein gruseliger, goldener Käfig.
Aber trotzdem durfte ich meist alles machen, was ich wollte.
Ich musste nur mal "Bitte, bitte" sagen oder schmollen und schon habe ich meinen Willen bekommen meist.

Ich bekam keine Strafen. Stubenarrest wäre sowieso unsinnig gewesen, da ich nie draußen war (Wenn man's so sieht, dann hatte ich ständigen Stubenarrest) und sonstigen Entzug von Privilegien oder dergleichen war auch nicht der Fall.

Die einzige Art der Strafe/Konsequenz, die es mal gab, war wie gesagt, dass ich dann manchmal eine "runtergehauen" bekommen habe oder einen "Klaps".
Die Gründe waren mMn auch oft unsinnig und wären oft Ding gewesen, die man mir hätte erklären können.
Ich war ja kein dummes Kind.

Entweder war's wirklich so Kram wie: Teller fallengelassen, irgendetwas sehr dreckig gemacht, Wand bemalt usw oder eben, dass es Auseinandersetzungen gab, weil man so eng aufeinander hockte.
Und dann streckte ich die Zunge raus oder sagte: "Blöde Mama!" oder so.
Ich weiß noch, dass ich mal einen gehauen bekommen habe, weil ich als Kleinkind mal auf eine korpulente Frau zeigte und laut sagte: "Boah Mama, die ist aber dick!". Da hat sie mich gehauen und mir Kleinkind gesagt, dass man Leute nicht als "dick" bezeichnet, sondern als "korpulent".
Ich meinte das eben eher so feststellend. Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt selbst dick und erzählte später davon, dass sie das schlimm fand, als einmal ein kleines Kind das zu ihr sagte und die Mutter dem Kind sagte: "Ja, da hast du recht!" anstatt das Kind zu rügen, dass man soetwas nicht sagt.
Habe ich voll gelernt Zuhause, dass man dicke Menschen nicht auf ihre Figur anspricht und dann wurde ich eingeschult und die in der Schule haben mich dann sogar "fett" genannt 🙁
Ich bekam ja auch erst mit 8 mein eigenes Zimmer. Davor schlief ich mit meiner Mutter im Doppelbett (mein Vater schlief allein in einem Einzelbett).
Ansonsten gab es immer einmal etwas wenn ich bockig war, dass ich schlafen gehen musste.
Gab ja ab und zu doch einmal Situationen, wo ich nicht meinen Willen bekam und bockig wurde.
Endete dann aber meist in Streit und Gehauenwerden. Das hat nichts gebessert.

Ich erinnere, dass ich mal gezählt hatte wie oft ich welche gehauen kriege. So um die Häufigkeit festzustellen.
Das Thema hat mich fasziniert und verwirrt. Ich weiß noch, dass ich so mit 6 oder 7 festgestellt habe, dass es kaum eine Woche gibt in der ich nicht gehauen werde. Ich habe das mal einen Monat oder so beobachtet.
Ich wurde statistisch jede Woche einmal gehauen. Ich glaube in einer Woche nicht, aber in der darauf zwei Mal.
Ja, es war dann zwar meist nur "hauen"/Klaps usw, aber ich fand es nicht gut.
Waren oft Problemsituationen, die man anders hätte lösen können.
Und viele Trotz- und Bockigkeitssituationen kommen ja durchs Hofieren und abhängig machen von Dingen.
Bekam mit 8 einen Fernseher in mein Zimmer vor das Bett und durfte viel Fernsehen gucken.
Und dann gab's Ärger weil ich die Sendung noch zuende sehen und noch nicht ins Bett wollte. Und dann rastet man als Kind aus und wird sehr bockig, weil man da sehr süchtig von gemacht wird.
Und dann gibt's auf den Hintern :/ Das beruhigt die Situation nicht gerade. Und löst den Konflikt auch nicht.
Dann darf es eben keinen Fernseher vor dem Bett geben oder muss Regeln geben oder andere Rituale.
Aber das Kind alles machen lassen und es abhängig davon machen und dann willkürlich es dem Kind verbieten und es hauen, wenn es damit nicht klar kommt...irgendwie sinnentleert.
Genauso wie es *jedes Mal* beim Einkaufen für mich ein Spielzeug und Süßigkeiten gab.
Und das wurde mir dann mit einer Emotion gegeben. Einem Lächeln im Gesicht.
Man macht die Mutter oder Oma glücklich, wenn man sich ganz doll darüber freut.
Und oft mit Worten: "Weil du so brav warst/ruhig warst!" aber im Grunde gab es das immer.
Und dann gibt es soetwas das eine Mal nicht, obwohl man auch sehr brav und ruhig war.
Man denkt sich: Wow, fand man mich jetzt nicht brav? Hat man mich jetzt nicht mehr lieb? Wo sind die freuenden Gesichter meiner Familienmitglieder, die sich ganz doll freuen, wenn sie mir etwas schenken? Warum gibt es jetzt nichts?
Und es heißt: "Nein, heute nicht!" ohne Begründung. Natürlich heult man da als kleines Kind und wird bockig oder rastet aus, weil man es verdammt noch mal jedes Mal kriegt und es mit positiven Gefühlen/Liebe etc verbindet.
Das ist ein Frust, den man spürt. Weil man damit nicht klar kommt und es nicht versteht.
Und wenn man Zuhause weiterhin frustriert ist und heult, denn es geht einem schlecht und man fühlt sich wertlos, dann wird man zudem noch gehauen mit "Ich gebe dir jetzt mal einen Grund zum Heulen!".
Wtf?

Und wenn man dann als Erwachsene erwähnt, dass man diesen Erziehungsstil nicht gut fand und einem das Hauen und vor allem die Begründungen und das Nicht-Eingehen auf Gefühle usw seelisch verletzt hat, dann wird man als überempfindlich dargestellt.
"Ach bitte! Du wurdest verwöhnt von vorne bis hinten! Du wurdest ganz bestimmt nicht geschlagen!"

- Ja, ich wurde nicht geprügelt oder misshandelt, aber auch Klapse und Povoll und Ohrfeigen sind für mich "Schläge" und gehören nicht in eine Kindeserziehung, selbst dann nicht, wenn sie leicht sind.

Dann erzählen meine Eltern von ihrer Jugend und dass sie damals noch mit Rohrstöcken und Gürteln geschlagen worden sind und *das* wären Schläge gewesen und ich hätte ja keine Ahnung von Schlägen und wurde ja nur in Watte gepackt.
Und Kinder würden nun einmal Grenzen brauchen und ein Klaps nicht schaden etc

Doch: ICH sehe eben selbst leichte Kläpse als schadend und seelisch verwirrend an und als Armutszeugnis, dass man nicht anders mit Konflikten umgehen kann.

Und dann bin ich wieder die überempfindliche Jammerin 🙁
 
Ich wurde als Kleinkind oft geschlagen von beiden Eltern. Ich denke, dass dies der Grund ist wieso ich nie Vertrauen zu Menschen aufbauen konnte, auch heute nicht. Ich denke da werden mir Psychoanalytiker und Co recht geben. Das ist wie bei einem Welpen, was der in der Prägephase verpasst kann man später nur noch schwer richten.

Beim Menschen dürfte das nicht viel anders sein, auch da dürften die ersten Lebensjahre entscheiden sein.
 
Um die gewaltfreie Statistik etwas zu stärken: Meine Eltern haben mich nie geschlagen.
Wenn ich mich als Kind daneben benahm, wurde ich aufs Zimmer geschickt (oder ich lief schon freiwillig heulend nach oben) und man sprach mit mir sobald ich mich etwas beruhigt hatte unter vier Augen ein ernstes Wort. Seltener haben meine Eltern auch mal die Stimme erhoben, ich erinnere mich aber überwiegend daran, dass man mir Fehler immer in aller Ruhe aufgezeigt hat.
Man könnte behaupten meine Strafe war eher psychischer Natur. Für mich stand als Kind immer im Raum, dass meine Eltern mich nicht mehr lieb haben könnten, wenn sie mit mir schimpfen.

Ich empfinde gewaltsame Erziehung in welcher Form auch immer als falsch und verwerflich. Wie kann man etwas, das man lieb hat schlagen? Das passt in meinem Kopf einfach nicht zusammen. Schlagen ist für mich ein schlimmer Vertrauensbruch zwischen Kind und Eltern.

Vielen Eltern fehlt es meiner Meinung nur an innerer Stärke, Ruhe und Geduld. Wer das nicht mitbringt erwirkt sich seine Autorität leichter mal durch Gewalt.
 
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