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Werkzeugkoffer Religion

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Damit triffst du ziemlich das Zentrum, wo ich mit diesem Thread hin will. Wo ziehen wir die Grenze zwischen "Schwachfug", den ich offen kritisieren darf und einer ehrenwerten Religion, die man respektieren soll?
Vor allem: Wie ziehen wir diese Grenze?
Bitte bedenkt, dass das sehr subjektiv ist. Für den Eso Jünger ist das Christentum ein Schwachfug.

In der Praxis bestimmt oft die schiere Anzahl der Menschen, die daran glauben, ob etwas eine Religion ist oder Spinnerei.
Auf einer Esoterik-Messe wären wir alle Spinner, weil wir uns für die "tieferen Wahrheiten" nicht öffnen können. Wir wären eine Minderheit.
Wenn jemand am Petersplatz für "Sola fide" argumentiert, gilt er auch als Spinner.

Aber die Anzahl der Gläubigen kann ja kein vernünftiges Kriterium sein. Welches also dann?


Meine Antwort auf diese Frage:

Ich darf etwas als Unsinn benennen, wenn ich zeigen kann, dass es Unsinn ist.

Wenn jemand vor einer weiße Wand steht und sagt „diese Wand ist schwarz“, dann ist das kein spiritueller Mensch sondern in Idiot. Ich darf öffentlich sagen, dass dieser Glaube falsch ist. Weil ich zeigen kann, dass er falsch ist.

Ich könnte z.B.100 Testpersonen fragen, welche Farbe die Wand hat, Testpersonen aus unterschiedlichen Religionen und Kulturkreisen. Ich könnte ein Photo von der Wand machen und mit einem Computer analysieren. Ich kann ein Spektrometer verwenden. Ich kann Partikel von der Wand abkratzen und chemisch analysieren.

Wenn ich etwas (im Prinzip) objektiv feststellen kann, dann soll ich das objektiv feststellen.

In diese Kategorie zähle ich:
- Spiritismus, Parapsychologie
- Kornkreise
- "Die Erde ist 6000 Jahre alt"
- Therapie für Homosexuelle
- Kirlianfotographie
- Homeopathie

Alles was mit wissenschaftlichen Methoden angegangen werden kann, gehört in diesen Bereich.


Dann gibt es Dinge, die der Wissenschaft vom Prinzip nicht zugänglich sind.
- Gott / Götter (Gott is jenseits von Raum und Zeit)
- Leben nach dem Tod (Die Seele ist nichts materielles)
- Persönliche spirituelle Erfahrung (Subjektive Erfahrung ist per Definition objektiven Methoden nicht zugänglich)


Das ist der Bereich, den ich in meinem ersten Beitrag „Subjektive Wahrheit“ genannt habe.

- Ich glaube nicht an einen dreifaltigen Gott. Wenn du an ihn glaubst, dann respektiere ich deinen Glauben. Für dich ist das wahr, für mich nicht. Es ist deine subjektive Wahrheit. Ich respektiere deine persönliche Wahrheit, aber bitte zwinge sie mir nicht auf.

- Wenn du in den Wald zu einem bestimmten Felsen gehst, weil das ein „starker Platz“ ist, dann respektiere ich das. Du spürst etwas an diesem Platz. Für dich ist das wahr. Ich spüre es nicht, für mich ist es nicht wahr. Ich respektiere diene persönliche Wahrheit, aber zwinge sie mir nicht auf.

- Auch wenn du mit Jesus sprichst. Ich akzeptiere das, für dich ist das wahr. Aber dränge mir deine persönliche Wahrheit nicht auf.



Was denkt ihr von meiner Einteilung?
 
Zuletzt bearbeitet:
Was denkt ihr von meiner Einteilung?

Ich halte viel von dem gesunden Menschenverstand und man soll oft seine Meinung mit der allgemeinen öffentlichen Meinung vergleichen. Man soll sich also ruhig in Frage stellen, wenn man eine abweichende Meinung hat.

Allerdings greift der gesunde Menschenverstand nicht gut in Fragen der Religion. Und die Wissenschaft muss auch bekennen: wir kommen in der Gottesfrage nicht weiter ...

Daher halte ich Deine Unterscheidung von prüfbaren und nicht prüfbaren Sachen für richtig.

Nicht überprüfbar bedeutet aber noch lange nicht irrelevant! Wenn wir nämlich Gott aus unserem Weltbild verbannen wollen, sieht man (sofort) die unstimmigen Lücken, die diese Wegnahme verursacht. Wenn wir auch kein Wissen über Gott haben, so sind wir fast dazu verbannt, einen Glauben an ihn zu haben. Ich persönlich spreche noch lieber von einer Hoffnung.

Das ist der Bereich, den ich in meinem ersten Beitrag „Subjektive Wahrheit“ genannt habe.
Man könnte vielleicht auch sagen: eine objektive Wahrheit, die sich aber nicht beweisen läßt.

Der dreifaltige Gott läßt sich auch vernünftig interpretieren. Ich persönlich finde es aber besser, wenn man auf diese doch recht (umständliche?) Interpretation verzichten würde.

Jesus betrachtet man meines Erachtens am besten als idealen Menschen, der es uns vormacht, wie wir uns verhalten sollten. Ein erbauliches Vorbild also. Der mit ihm verbundene dogmatische Überbau schadet dem Christentum vielleicht mehr als es ihm nützt.
 
[...]

Allerdings greift der gesunde Menschenverstand nicht gut in Fragen der Religion. Und die Wissenschaft muss auch bekennen: wir kommen in der Gottesfrage nicht weiter ...

[...]

Dass der gesunde bzw. natürliche Menschenverstand und Religion bzw. Glaube nicht kongruent sind, ist schon klar. Wenn aber der gesunde Menschenverstand dem Glauben widerspricht, oder anders herum, sehe ich da ein nicht gerade geringes Problem. Nehmen wir bspw. einen Professor an einer Universität, der gleichfalls Christ ist. Je nach Ausprägung/Grad der Wissenschaft und des Glaubens, und je nach Disziplin bzw. Fach, kann das ein bisschen schwierig werden. Ich drücke es mal vereinfacht aus: "Wie kann man etwas lehren, aber etwas anderes glauben?" Das wäre aus meiner Sicht... hmm... schizophren?
 
Dagegen halte ich Widerspruchslosigkeit für ein gutes Kriterium. Religion ist nämlich einheitsstiftend. Einheitsstiftend vor allem im Hinblick auf meine Denke und mein Weltbild. Konsistenz und Stimmigkeit.

Widersprüche gibt es selbst innerhalb von Religionen jede Menge, die dann irgendwann zu Abspaltungen, Bildung von Parallelreligionen (Lutherisch aus Katholisch) und Sekten führen.
Und die "Einheit" wird sehr häufig mit Indoktrination von Kindheit an und Gewaltandrohung gegen erwachsene "Ketzer", Apostaten, Aussteiger (egal wie sie in der jeweiligen Glaubensgemeinschaft genannt werden) erzwungen. Siehe Christentum über Jahrhunderte, siehe Islam bis heute. Sekten wie Zeugen Jehovas oder Scientology sowieso.
 
Wer sich wirklich um Wahrheit bemüht, kommt meines Erachtens ziemlich weit damit. Wenn wir den Wahrheitsbegriff nicht weiter verfolgen, können wir gleich einpacken.

Aus Sicht von Ungläubigen ist es bei so ziemlich allen Religionen mit "Wahrheit" nicht weit her. Außer vielleicht dem Buddhismus, der sich auf den Menschen selber konzentriert, Übel wie Erlösung vom Menschen selbst abhängig macht und nicht von irgendwelchen Mächten (Göttern, Teufeln etc.) von außen. Daß der Buddhismus im Lauf der Zeit doch einiges an Dämonenglauben, Esoterik etc. von Nachbar- und Vorläuferreligionen aufgesammelt hat, geschenkt, das fällt dann unter die Rubrik "Brimborium/Folklore" und tastet die Kernaussagen nicht an.

Aber je bizarrer der Überbau einer Religion, egal ob Jungfrauengeburten, wunderbare Auferstehungen oder fliegende Pferde mit Menschengesichtern und Pfauenschwänzen, auf Neudeutsch gesagt: je mehr Fantasy, weil zu viele "Gläubige" ihre Phantasievorstellungen drauf projizieren, um so weiter rückt so eine Religion von der Wahrheit weg.
 
Argh, ist nur eine kleine Bitte, aber gewöhnt euch bitte an, nicht den Begriff "Ungläubige" zu verwenden, wenn ihr "Nicht-Gläubige" meint. Es mag nur ein kleiner linguistischer Unterschied sein, aber aus meiner Sicht kein unbedeutender.

Ihr Ungläubigen, ihr. 😀
 
Dass der gesunde bzw. natürliche Menschenverstand und Religion bzw. Glaube nicht kongruent sind, ist schon klar. Wenn aber der gesunde Menschenverstand dem Glauben widerspricht, oder anders herum, sehe ich da ein nicht gerade geringes Problem. Nehmen wir bspw. einen Professor an einer Universität, der gleichfalls Christ ist. Je nach Ausprägung/Grad der Wissenschaft und des Glaubens, und je nach Disziplin bzw. Fach, kann das ein bisschen schwierig werden. Ich drücke es mal vereinfacht aus: "Wie kann man etwas lehren, aber etwas anderes glauben?" Das wäre aus meiner Sicht... hmm... schizophren?

Am besten gibst Du mal ein Beispiel für so einen Widerspruch. Das mit dem Professor verstehe ich nicht.
 
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