Inspiration
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" Der Urknall und die Gottesfrage" auf Youtube von Prof. Dr. Thomas Schimmel
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Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.
Hallo Inspiration,
schau mal hier: Werkzeugkoffer Religion. Hier findest du vielleicht was du suchst.
A propos, unter Werkzeugkoffer verstehe ich einfach eine Sammlung von Werkzeug, das man nach Bedarf verwendet. Übertragen auf Religionen, religiöse Versatzstücke, die man genauso nach Bedarf verwendet, oder verwirft, wenn man sie nicht brauchen kann.
Also das was insbesondere die großen Religionen heutzutage beklagen, daß sich jeder seine Religion aus Versatzstücken selber zusammenbastelt und somit der dominierende Einfluß der Kirchen samt ihrer (Priester-)Hierarchien schwindet.
Du hast Recht, ich habe geschrieben "Religion". Und in Religionen geht es normal um Gott oder Götter. (Außer Buddhismus und Taoismus vieleicht)
Mir geht es aber allgemein um Glaubenssyteme, in denen Menschen Kraft und Hilfe suchen. Das kann eben auch Esoterik sein. Oder Schamanismus.
Dann bin ich raus. Das ist mir dann zu willkürlich.
Dann bin ich raus. Das ist mir dann zu willkürlich.
Dann bin ich raus. Das ist mir dann zu willkürlich.
Religionen sind ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft. Die meisten Menschen haben irgend eine religiöse Überzeugung, auch wenn diese oft sehr wage ist („Irgendetwas gibt es...“) . Auch nicht-religiöse Menschen sind in ihrem täglichen Leben stark von Religion geprägt: Feiertage zum Beispiel. Unsere Moral ist stark von religiösen Denken durchdrungen. In Ethik-Kommissionen sitzen oft religiöse Menschen.
Religionen können viel gutes tun, sie gibt Menschen Sinn und Halt. Religionen geben vielen einen moralischen Kompass. Sie Strukturieren unser Leben durch Feste, von Geburt bis zum Tod.
Religionen bringen aber auch viel Zwist. Über vieles im Alltag kann man argumentieren. Man kann Kompromisse schließen. Aber im religiösen Bereich sind Kompromisse schwierig. „Dieses Buch ist von Gott und es ist absolut wahr.“ Wie kann man über so ein Thema Kompromisse schließen? Der Schöpfer des ganzen Universums muss es doch wissen, was gibt es da zu diskutieren?
Nun, ein anderer hat ein anderes Buch, das ist auch von Gott und auch absolut wahr. Dummerweise stehen in dem anderen Buch aber andere Sachen……
Und schon kracht's.
In diesem Thread möchte ich ein paar Ideen vorstellen, die für das Verständnis von Religionen und für den religiösen Dialog sinnvoll finde. Ich möchte euch einladen, diese Ideen zu kritisieren, wenn ihr sie nicht gut findet. Und ich möchte euch einladen, eure „Werkzeuge“ für diesen Koffer zu posten, wenn ihr welche habt.
Nachdem das Thema Religion hier im Forum immer wieder zu Streitereien führt, möchte ich für diesen Thread ein paar Regeln einführen.
1.) Verboten ist das Werben für eine bestimmte Religion. Macht eure Missionstätigkeit meinetwegen in einem anderen Thread, aber nicht hier.
2.) Verboten ist das Kritisieren und beschimpfen einer bestimmten Religion. (Wenn jemand gegen Regel 1 verstößt, bitte einfach kommentarlos stehen lassen.)
3.) Nicht erwünscht sind auch abfällige Bemerkungen über Religionen und religiöse Menschen im allgemeinen.
Es geht also so etwa um diese Fragen:
* Was ist Religion, wie kann man Religionen verstehen.
* Was ist Religion nicht? Wie grenze ich „Religion“ von anderen Begriffen ab wie „Ideologie“ oder „Spiritualität“
* Was ist ein Kriterium für eine gute oder eine schlechte Religion? Wie finde ich die für mich passende bzw. die „wahre“ Religion?
* Wie soll man interreligiösen Dialog gestalten, welche Regeln sind sinnvoll? Hier im Forum und in der Gesellschaft.
* Ist der Dialog überhaupt sinnvoll? Hier im Forum und auch sonst?
Werkzeug Nr. 1: Objektive und Subjektive Wahrheit
Objektive Wahrheit ist etwas, das für jeden Menschen wahr ist, unabhängig von Religion, Geschlecht, Alter, Kultur usw.
Klassische Domänen sind die Mathematik und die Naturwissenschaften.
Kennzeichen der objektiven Wahrheit ist, dass ich eine Methode angeben kann, um die Aussage zu verifizieren oder zu falsifizieren.
In der Mathematik ist diese Methode z.B. der Beweis. In der Naturwissenschaft ist es das Experiment.
Beispiel 1:
5*3= 15, das ist eine objektive Wahrheit.
Ich kann sagen „Schau her: Multiplikation ist wiederholte Addition. 5*3 ist also 5+5+5 und das ist 15“
Beispiel 2:
Ich sitze jetzt vor einem weißen Sony Laptop. Ich behaupte, dass das objektiv wahr ist. Ihr könntet kommen und den Laptop ansehen und anfassen. Ihr könntet die Typenbezeichnung lesen und googeln. Ich könnte ein Photo machen.
Beispiel 3:
Ich habe eine Batterie in der Hand, die hat eine Spannung von 1.5 V. Ich behaupte, das ist objektiv wahr.
Die Spannung können wir mit unseren Sinnen nicht messen.
Es gibt aber unterschiedliche Messgeräte, die auf ganz unterschiedlichen Prinzipien beruhen. Die Messergebnisse werden alle ziemlich genau 1.5 V betragen. Folglich behaupte ich, dass das objektiv wahr ist.
Die objektive Wahrheit muss also nicht sinnlich erfahrbar sein. Ich muss aber ein Kriterium angeben können, wie sich andere Menschen vom Wahrheitsgehalt überzeugen können.
Subjektive Wahrheit ist etwas, was nur für einen Menschen oder für eine Gruppe von Menschen wahr ist.
Subjektive Wahrheit ist aber nicht weniger wahr. Es ist nur nicht für jeden wahr.
Das ist etwas, das für nichtreligiöse Menschen sehr sehr schwierig zu verstehen ist.
Ich war früher Christ und darum kann ich euch sagen: Für einen Christen ist es absolut wahr dass es z.B. Gott gibt. Und zwar gleich wahr, wie ich vor diesem Laptop sitze.
Darum sterben Menschen auch für ihre Religionen. Sie sterben nicht für etwas, das sie glauben, sondern für etwas das sie wissen.
Fast habe ich das Gefühl, dass sich subjektive Wahrheiten sogar „wahrer“ anfühlen. Weil mit dem Computer kann ich mich ja täuschen. Das geht über meine Sinne. Die Gegenwart Gottes spüre ich direkt in mir. Das ist viel direkter und unmittelbarer. Jemand, der niemals die Gegenwart Gottes gespürt hat, ist ein armer Mensch. Das Gefühl ist so intensiv, viel viel intensiver als Sex zum Beispiel.
Das ist also mein Vorschlag zum interreligiösen Dialog.
* Der Atheist sagt zum Gläubigen: Für dich ist das absolut wahr, ich akzeptiere das und respektiere das und mache mich darüber nicht lustig.
* Der Gläubige sagt zum Atheisten: Für mich ist es wahr, für mich ist es das schönste der Welt, ich akzeptiere aber, dass es für dich vielleicht nicht wahr ist.
* Der Gläubige sagt zum Gläubigen einer anderen Religion: Ich akzeptiere, dass du eine andere Wahrheit hast und ich weiß, dass diese Wahrheit für dich gleich wahr und gleich wichtig ist wie meine Wahrheit für mich.
Dann haben wir eine gute Basis. Auf dieser Basis können wir einen respektvollen Dialog führen, wenn wir wollen.
Ich bin mir aber bewusst, dass es sehr, sehr schwierig ist, zu dieser Einsicht zu kommen.
Weiters gilt:
Aus allem, was objektiv feststellbar ist, sollen sich die Religionen bitte raus halten. Überlasst das den entsprechenden Wissenschaftlern. (Physiker, Kosmologen, Historiker, Geologen, Paläontologen...)
Eine „Christliche Geologie“ oder eine „Muslimische Version der Geschichte“ ist ein Widerspruch in sich selber.
Wer das nicht versteht, hat im 21 Jahrhundert nichts verloren.
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