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Was tun, wenn die Ängste einen ständig auffressen?

@ Mittendurch

Stimmt, ich könnte aufschreiben, was an Fetzen in mir rumschwirrt. Ich hatte heute Nacht wieder durchgehend schlimme Träume. Richtig schlimme Träume. Was mich dabei wieder etwas verstört ist, dass es wieder die gleichen Träume sind. Früher war es so, dass ich wirklich immer wieder in meinen Träumen von dem selben gleichen Mädchen geträumt habe. Es war sehr schrecklich und unheimlich. Wie aus einem Horrorfilm. Es sind wirklich furchtbare Dinge in meinen Träumen passiert. Oft habe ich mich mit Absicht wach gehalten, um nicht wieder einzuschlafen, weil die Albträume sofort wieder losgingen. Meine Therapeutin hat dann gesagt, das kleine Mädchen in meinen Träumen bin eigentlich ich. Das typische Kind, das in jedem von uns steckt. Erst dann kam raus, dass ich vieles nicht akzeptieren und annehmen kann, was mir in der Kindheit gefehlt oder mir zu schaffen gemacht hat. Aus diesem Grund zerstört mein erwachsenes Ich mein kindliches Ich immer wieder in den Träumen. Ein paar Jahre haben die Träume zum Glück aufgehört und das Mädchen ist aus meinen Träumen verschwunden. Seit ein paar Träumen ist sie aber wieder da und heute hat sie sich in meinem Albtraum selbst ertränkt. Ich bin in diesen Träumen immer eine Beobachterin. Es ist wie in einem Film, ich kann nur zusehen und nichts tun, obwohl ich mir dann immer denke "Um Himmels Willen, das ist so furchtbar!". Genauso fühlt sich diese festsitzende Emotion an. Als würde ich ertrinken und wenn man sie zeichnen müsste, wäre sie ganz festes, hartes Wasser, das in mir klemmt und mich verschlingt. So ein Ort, in dem jedes Geräusch verläuft und man nichts greifen kann, weil es ja Wasser ist.

...

Liebe Grüße

Findefuchs

Hallo Findefuchs,
ich habe etwas aufgeschrieben, was ich noch bevor ich diese Info hatte schon oft angewendet hatte bei meinen Alpträumen, schon als Kind, warum, es half.
Ich benute aber auch oft die Wörter "du" oder "wir" und manchmal einen etwas angepassten Text, probier einfach aus und passe es so an wie es für dich stimmig ist.
Da ich in ähnlich Weise schon ganz lange mit meinen Träumen umgehe, denke ich es ist ein Versuch wert. Ich habe gute Erfahrungen, mit dem Schreiben und Verändern gemacht.
LG
Mittendurch
 

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Zuletzt bearbeitet:
Hallo Findefuchs,

@ Fragende

Dein Gedankengang beruhigt mich wirklich. Es gibt mir innerlich besseren Halt, wenn ich mir sage, dass ich mit 25 noch gut 60 Jahre vor mir habe, wenn mir das Glück hold ist. Ich habe seit einem Jahr penetrant das Gefühl, "nicht mehr genügend Zeit zu haben". Es fühlt sich schrecklich an. Oft denke ich an wirklich schöne Erlebnisse und Phasen zurück und werde dann echt richtig niedergeschlagen und verzweifelt, wenn mir kommt, dass es schon z. B. 2 Jahre her ist und dass es mir eher wie ein paar Monate vorkommt 🙁. Die Zeit rast, die letzten 2 Jahre sind so furchtbar schnell vergangen und ich habe das Gefühl, dass ich dazwischen nicht mal hatte Luftholen können. So empfinde ich auch wieder seit einigen Wochen. Ich würde mir so sehr wünschen, dass das Leben einfach mal inne hält, stehen bleibt, damit ich durchatmen kann. Weil sehr viel so kompliziert geworden ist, viel zu viele angsteinflößende und einengende Entscheidungen, und ich irgendwie mehr Zeit brauche.

Ich kann diese Angst, das zu viel Zeit vergangen ist, schon auch verstehen. Da ist die Angst auf eine Art ein echt guter Kumpel 😉 und könnte dir sogar helfen.

Ich schließe jetzt mal von meinen Ängsten auf deine. Wenn es nicht passt, dann sag es einfach 🙂 Du hast wohl sehr viel Angst zu weinen. Weil du irgendwann mal gelernt hast, dass "man" (was für ein unsägliches Wort) nicht weint. Und du hast so viele Tränen zurückgehalten, dass du denkst, du kannst nie wieder aufhören zu weinen, wenn du einmal anfängst.

Das stimmt aber nicht. Also einfach so als Fakt jetzt mal. Das ist sicher nicht böse gemeint. Was hatte ich eine Angst zu weinen. Du kannst aber nicht länger als maximal 30 Minuten (das ist schon sehr hoch gegriffen) richtig weinen. Es geht 10 Minuten (maximal) lang hoch, fühlt sich immer schlimmer an, dann bleibt es 10 Minuten (maximal) auf dem Höchststand und dann flaut es 10 Minuten (maximal) wieder ab. Dann ist man mit weinen fertig.

Wenn man aber gelernt hat, dass man bloß nicht weinen soll, dann ist traurig sein eine echte Bedrohung. Und schon ist auch das eigentliche Thema weg. Es geht dann gar nicht mehr darum, warum man traurig ist. Sondern darum, dass man nicht traurig sein darf. Das ist ein total wichtiger Unterschied. Du verlierst dich, wenn das Thema so schnell wechselt.

Und insofern hat deine Angst schon auch bisschen recht. Oder ist es deine Traurigkeit? Die sagt 'och Menno, jetzt will ich aber auch mal Zeit für mich haben, ich mag auch mal gesehen und gehört werden' 🙂

Da hattse nicht ganz unrecht 😉

Wenn man lernt, dass man alle Gefühle unterdrücken muss (bei mir war das auch so) dann macht jedes Gefühl Angst. Aber man hat auch immer einen sehr gesunden Teil in sich. Und spürt so, dass das Leben aus Gefühlen besteht 🙂

@ Black-Bird,

Du scheinst wohl auch Heftiges erlebt zu haben. Machst du Therapie?

Lieben Gruß
Fragende
 
Hallo ihr Lieben! Bitte entschuldigt, dass ich euch erst jetzt antworte, aber seit letztem Wochenede habe ich wieder richtig Probleme mit dem Schlafen. Die letzten 2 Wochen ist es schleichend gekommen, jetzt schlafe ich pro Nacht 3-4 Stunden, wenn es hoch kommt und ich wache ständig auf. Ich habe schon überlegt, ob ich einfach mal 1-2 Tage und Nächte nicht schlafe, ich habe schon häufiger mitbekommen, dass das helfen soll. Aber ich arbeite eben und habe Angst, dass meine Konzentration darunter leidet und ich im schlimmsten Fall vielleicht während der Arbeit sogar einschlafen könnte! Zusätzlich macht mich meine Verdauung wahnsinnig. Gestern hatte ich so heftige Bauchschmerzen, dass ich nur mit Schmerzmittel in die Arbeit gehen konnte und mir selbst das Sitzen schwer gefallen ist 🙁.

Aber es tut mir gut, mit euch zu schreiben und eure Kommentare helfen mir wirklich sehr weiter! Ich habe gestern mit meiner Therapeutin über meinen Albtraum gesprochen und sie meinte, sie sieht das so, dass ich regelrecht in meiner Wut "ertrinke" und lieber einen Teil in mir "umbringe", als ihn auszuleben.


@ Fragende

Mal wieder stellst du viele richtige Vermutungen auf 🙂. Meine Therapeutin sagt auch manchmal, dass meine Angst mir Sicherheit gibt, weil die kennt man und auf die kann man sich verlassen. Es ist nur so traurig, wenn man bedenkt, dass viele schöne Erlebnisse und Lebensphasen dann auf einmal zwei Jahre vorbei sind. Manchmal kommt es mir vor, als wäre erst ein Jahr oder nur ein halbes Jahr vergangen und plötzlich sind es zwei oder drei Jahre. Ich habe den Tick, dass ich mich seltsamerweise an diesen "positiven Daten" festhalte und mir dann sage "Oh Gott, seit dieser tollen Zeit sind schon 14 Monate vergangen ...", usw. Erst neulich habe ich etwas in der Therapie erzählt, was schon für mich ewig lange her ist, weil das schon ca. 5 Jahre her ist. Da meinte meine Therapeutin "Oh, dann ist das ja noch gar nicht so lange her.", aber ich habe mir in diesem Moment gedacht, dass das nicht stimmt und echt viele Jahre sind und einfach nur traurig ist!

Hm, ich denke, ich habe unbewusst Angst zu weinen. Ich habe mal ganze zwei Jahre keine Träne vergossen. Ich konnte einfach nicht. Egal, ob ich mich verletzt habe und mega Schmerzen hatte oder mich meine Familiensituation fertig gemacht hat. Irgendwann hatte ich dann furchtbare Angst, nie wieder weinen zu können und habe andere beneidet, die das einfach so können. Tränen haben für mich etwas kompliziertes und ja, oft haben sie auch für mich einen manipulativen Beigeschmack, oder dass sie für mich wie emotionale Erpressung und Schuldzuweisungen wirken. So habe ich Tränen auch überwiegend in meiner Familie kennen gelernt, seit ich zurückdenken kann. Ich kann auch sehr schwer damit umgehen, wenn gute Freunde von mir weinen müssen, dann weiß ich nie richtig, was ich tun soll, um zu helfen und zu trösten.

Das letzte Mal richtig heftig habe ich geweint, als mein Hund letztes Jahr gestorben ist. Sie hat mir sehr viel bedeutet und mir irgendwie meine Familie ersetzt. Ich bin mit ihr aufgewachsen und auch wenn ich gewusst habe, dass sie eines Tages nicht mehr da ist, hat es sich in meinem Bewusstsein so angefühlt, als würde sie trotzdem ewig da sein. Als ich erfahren habe, dass sie jetzt einfach tot ist und für immer weg ist, habe ich die ganze Nacht nur geweint. Selbst, als keine Tränen mehr gekommen sind 🙁. Ich konnte einfach nicht aufhören. Irgendwann hatte ich furchtbare Kopfschmerzen davon und meine Haut war ganz rot und geschwollen unter den Augen.

Es stimmt vollkommen, schon als Kind musste ich "lernen", meine Gefühle zu unterdrücken. Es hat auch irgendwie ab einem bestimmten Zeitpunkt keinen Sinn mehr gemacht, diese auszudrücken, weil ich sowieso nicht gehört oder verstanden wurde. Es gibt Zeiten, da wünsche ich mir, dass es eine Tablette gibt, man schluckt sie und alle Gefühle sind weg. Oder zumindest eine Tablette gegen Verliebtheit :-/.

Wie hast du das überwunden, viele Gefühle zu überbrücken?


@ Mittendurch

Vielen lieben Dank für deinen Tipp und Dokument. Gerade der Sicherheitsaspekt hilft mir wirklich. Ich werde mich damit genauer beschäftigen und versuchen, damit zu arbeiten, weil ich das Gefühl habe, dass das langfristig helfen kann. Wenn ich diese Albträume habe, bin ich total verwirrt und etwas panisch. Es kommt schon häufiger vor, dass ich aus dem Bett aufspringe und rausrennen will oder um mich schlage und schreie, weil alles so echt ist und einfach nicht aufhört, bis ich wieder wach bin.

Das schlimmste ist, dass ich oft dann den nächsten Albtraum habe, wenn ich dazwischen wach war. Man sagt ja, dass man kurz runter kommen und dann weiterschlafen soll, aber bei mir klappt das gar nicht. Ich habe dann einfach den nächsten furchtbaren Albtraum. 🙁 Hast du eine Strategie, diese "Endlosschleife" zu unterbrechen? Vielleicht gar nicht mehr schlafen? Länger wach bleiben, als nur ein paar Minuten?


Liebe Grüße

Findefuchs
 
Was ich mache, wenn es mal wieder soweit ist oder was ich tat wenn ich Alpträume hatte, um wieder mehr zur Ruhe zu kommen. Das eine ist mir die Sicherheit bewusstzu machen, dann habe ich auch immer ein Heft liegen oder wenn es zu heftig ist nehme ich einen Zettel, da schreibe ich in Stichworten auf, was mich gerade aus dem Schlaf gerissen hat, wie es mir dabei geht, alles in dieses Heft oder eben wenn zu heftig auf einen Zettel. Wenn ich es auf einen Zettel schrieb, tue ich diesen in eien Briefumschlag, klebe ihn zu und schreibe den Termin auf der nächsten Therapie. oder anders ich schreibe "für Datum" notiere es in mein Heft, wo ich immer reinschreibe wohin ich für mich wichtiges geschrieben habe, dass ich immer mit zur Therapie nehme, auch diesen Umschlag, beschließe ich da mit hin zunehmen. ich sa ge es auch noch mal laut, dass es dort drinnen ist und mitgenommen wird...
Dann stehe ich oft nocheinmal auf, gehe ins Bad, gehe durch die Räume, stelle wieder laut fest, dass es überall alles zu ist und es alles sicher ist und es nun gut ist wieder zu schlafen, das schlafzimmer schließe ich oft noch einmal extra ab, auch wenn es vielleicht gar nicht Not tut, Licht, ich selbst konnte eine zeitlang besser mit Licht schlafen, nun aber gerade mag ich es lieber ganz dunkel. Dass musst du für dich selbst herausfinden. Dann habe ich selbst eine Geschichte geschrieben, sie ist ein Ministück aus dem Leben, ein Wunsch den ich hatte in diesem Moment, der in der Geschichte zur Wirklichkeit wird, in der es darum geht, dass es für alle sicher und geschützt ist.
Dann höre ich auch oft eine ganz ruhige CD, manchmal ein Hörbuch für Kinder, manchmal leise ruhige Musik oder auch eine Meditation, je nachdem was mir gerade am nächsten ist.
Ansonsten kannst du es nur ausprobieren.
 
Guten Abend Mittendurch,

meine Therapeutin hat mir schon häufiger dazu geraten, einen Block mit Stift neben mein Bett zu legen und alle Traumdetails, Gedanken und Gefühle aufzuschreiben, wenn ich nach einem Albtraum aufwache. Bisher habe ich das noch nicht gemacht, weil ich noch keinen besonders großen Nutzen darin gesehen habe. Aber nachdem du mir davon erzählt hast und es dir etwas zu bringen scheint, werde ich es auch mal versuchen, nachdem du auch betroffen warst/bist. Vielleicht kann ich auch so einen Teil meines Schreckens ablassen und tatsächlich "wegschließen". Mir fällt es oft schwer, bestimmte Bilder oder Szenen meiner Träume zu vergessen. In dieser Beziehung habe ich ein sehr gutes Gedächtnis.

Nur einmal eine Frage aus reinem Interesse: hast du auch einmal einfach nicht mehr geschlafen, wegen deinen Albträumen oder dich bewusst unter Schlafentzug gesetzt? Meine Hoffnung wäre, dadurch den Kopf frei zu kriegen, weil mein Körper sich dann der Müdigkeit wirklich bewusst wird.


Liebe Grüße

Findefuchs
 
Hallo findefuchs,

Es ist nur so traurig, wenn man bedenkt, dass viele schöne Erlebnisse und Lebensphasen dann auf einmal zwei Jahre vorbei sind. Manchmal kommt es mir vor, als wäre erst ein Jahr oder nur ein halbes Jahr vergangen und plötzlich sind es zwei oder drei Jahre. Ich habe den Tick, dass ich mich seltsamerweise an diesen "positiven Daten" festhalte und mir dann sage "Oh Gott, seit dieser tollen Zeit sind schon 14 Monate vergangen ...", usw. Erst neulich habe ich etwas in der Therapie erzählt, was schon für mich ewig lange her ist, weil das schon ca. 5 Jahre her ist. Da meinte meine Therapeutin "Oh, dann ist das ja noch gar nicht so lange her.", aber ich habe mir in diesem Moment gedacht, dass das nicht stimmt und echt viele Jahre sind und einfach nur traurig ist!

Dazu ist mir noch etwas eingefallen. Mit dieser Zeit, die viel zu schnell rum geht. Bei mir kam das vom 'Warten'. Also Kind lernt man oft, keinen Dank oder Lob 'einzufordern'. Sondern etwas Gutes zu tun und sich dann in die Ecke zu stellen und zu warten, bis man (meist vom Vater - muss aber nich so sein) vom Warten erlöst wird. Lobt er nicht, war es nicht gut genug. Lobt er (was er nicht tun wird) war es gut genug. Und dann (so lernt man das), dann dürfte man auch mal Gefühle haben. Also keine so 'zu Diensten' und 'sich aufopfern zu müssen' - Gefühle, sondern auch weinen, lachen, toben, wütend... .

Und so wartet man und wartet man auf die Erlösung. Nur kommt die leider nicht. Klar nicht. Die Eltern, die das machen, profitieren davon, dass das Kind nicht 'erlöst' wird. So leistet es mehr. Und fordert nichts.

So denken Kinder eben dann, sie müssen nur alles richtig machen, dann geht das Leben endlich los. (So wie bei den Eltern, die ihre Gefühle haben).

Jetzt weiß ich gerade nicht, wie ich das richtig weiter schreiben kann.

Stell dir vor, du sitzt in einem Zug. Du willst in eine andere Stadt fahren. Du fragst den Schaffner, woran du denn merkst, dass du da bist und der Schaffner antwortet, es kommt dann ein Signalton, dann wirst du das wissen. Nur kommt kein Signalton. Also steigst du nicht aus. Irgendwann denkst du, dass die Fahrt aber so lange gar nicht dauern kann. Aber das Signal kommt nicht. Also fährst du weiter. Und mit jeder Minute verlierst du so eine Minute. Mit der Zeit fühlen sich die Minuten natürlich endlos lang an.

Klar, du wolltest doch schon lange ausgestiegen sein. Du wolltest doch schon lange durch die Stadt rennen, was Essen gehen, Leute treffen.

Aber das Signal kommt nicht.

Du musst dir das Signal selbst geben, das ist die einzige Möglichkeit 🙂

Wie hast du das überwunden, viele Gefühle zu überbrücken?

Das war eine Mischung von vielen Dingen. Therapie, sich damit auseinander zu setzen. Aber auch üben.

Wenn man das erste Mal ein Gefühl da sein lässt, ist das schon so, als macht man die ersten Schritte. Das braucht Mut. Dieser 'Gefühle haben' - Muskel ist völlig untrainiert. Da steht man schon erst mal bisschen wackelig auf den Beinen.

Angefangen habe ich damit, Gefühle mal ein Sekunde - gut anfangs auch nur mal ne halbe 😉 - auszuhalten. Dieser Muskel muss wie jeder Andere Muskel trainiert werden.

Lieben Gruß
Fragende

Edit: Mittendurch hat recht. Das bringt sehr viel, die Träume gleich aufzuschreiben. Du wirst staunen, wieviel mehr dir dann einfällt.
 
Guten Abend Fragende,

ich glaube, ich verstehe, was du meinst. Du hast eine sehr interessante Ausführung gemacht, die mir bisher gar nicht so klar war. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr kommt mir, dass du (wie so oft 🙂) recht hast. Ich warte immer darauf, von anderen ein "Okay" oder "Gut" zu kriegen. Ich möchte von den Menschen in meinem Umfeld gemocht und akzeptiert werden. Ich passe mich auch meinen Freunden häufig an. Also, wenn es darum geht, in welchen Film wir gehen oder wo wir etwas essen wollen. Mein Standardsatz ist dann immer "Ach, mir ist das nicht so wichtig. Ich passe mich dir an." Mir war das lange nicht so klar, bis eine sehr ehrliche und direkte Freundin mal gesagt hat, dass es sie total stört, dass ich so wenig Entscheidungen treffe, was das angeht und dass sie sich dann auch oft doof fühlt, weil sie das Gefühl hat, mir was aufzudrücken. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass es anderen besser gefällt, wenn sie aussuchen dürfen, weil es sich wirklich nicht so sehr danach anfühlt, als wäre es mir jetzt wichtig, ob wir zum Italiener gehen oder zum Griechen. Aber jetzt fällt es mir sehr auf, dass ich oft eeewig brauche, mich dann zu einer Entscheidung durchzuringen und ich dann manchmal richtig unbeholfen dastehe und keine richtigen Worte finde. Aber meine Freunde lassen mir Zeit und wir arbeiten daran. 😱 Früher war das noch viel schlimmer. Da war es zu Schulzeiten ein Weltuntergang und ich war total fertig, wenn ich aufgeschnappt habe, dass jemand über mich gelästert oder was negatives gesagt hat. Ich war wirklich so "größenwahnsinnig" zu hoffen, dass mich komplett jeder total gerne mag und niemand etwas Schlechtes über mich sagen kann. Dass das sehr langweilig und oberflächlich ist, brauche ich nicht zu erwähnen^^.

Es stimmt, ich sitze symbolisch da (und manchmal auch in echt) und warte darauf, dass jemand das gut findet, was ich tue. Oder mir sagt, was "richtig" oder "falsch" ist. Damit hängt dann auch wahrscheinlich ein Teil meiner Angst, falsche Entscheidungen zu treffen oder etwas zu tun, was ein Großteil der Welt anders empfindet oder falsch findet. Egal ob es um mein Berufsleben geht, um Freundschaften, Lebensansichten, Moralvorstellungen und Emotionen. Meine Unsicherheit macht mich dann oft ganz fertig und mein Kopf ist so voller Fragen und irgendwann erdrücken mich diese ganzen Fragen und Unsicherheiten und dann fühle ich mich schlecht.

Heute ist auch wieder so ein Tag. Ich könnte nur wieder heulen, schaffe es aber nicht. Und ich weiß gar nicht, was mich so traurig macht. Ich fühle mich ganz müde und ausgelaugt und meine Nerven sind ganz dünn. Morgen treffe ich mich mit einer meiner besten Freundinnen und einer guten Bekannten, die beiden freuen sich schon sehr auf den Abend. Aber irgendwie bin ich trotzdem total down. Ich könnte mich jetzt in mein Bett legen und würde am liebsten nicht mehr aufstehen, ich will nicht zur Arbeit gehen und jede Kleinigkeit, die seit gestern nicht so läuft, wie ich das gerne hätte, zieht mich runter. Egal wie klein sie ist. Echt nervig. Ich könnte mir gerade deswegen selbst die Ohren langziehen :/.


Liebe Grüße

Findefuchs
 
hey das mit dem unsicher sein ist bei mir typisch das war bei mir auch nie anders gewesen wie du schon sagst was spielt es für eine rolle ob italiener oder grieche hauptsache ist es steht was auf dem tisch ... vlt wollen sie auch mehr über dich erfahren und eventuel sehen welches dein lieblingsessen ist ... eigentlich ist die lösung überall mal hinzugehen und daraus dann das bestschmeckende oder preisleistungs stärkere zu finden .
einfach mal aus neugierde zu schauen wo bekommt man das beste angebot und wo nen starken preis
ich hasse es wie die pest mich zu entscheiden ... spielt ja in der natur auch keine rolle zu welchem baum du gehst um deine früchte zu holen




eigeninitiative kann man wie du durchaus weißt auch in unentschlossenen situationen zeigen...


aso wegen dem richtig und dem falsch es spielt eigentlich keine rolle du weißt was für dich richtig ist.
und du fragst dich vermutlich auch nicht ob du es falsch machst du fragst dich ob dich noch jemand mag wenn du es so machst wie du willst... was ja kein falsches handeln beihaltet nur etwas was den anderen eventuel missfallen könnte und davor haben du und ich glaube angst. bsp.: du hast einen baum voller früchte auf dem einen ist eine viel leckere frucht als auf dem anderen allerdings ist auf ihm eine giftige schlange zu sehen auf dem andernen ist nix weiter ... da ist es doch ganz normal, das man vorher abschätzt wo man die prioritäten setzt kommt der genuss vor der sicherheit oder doch andersrum ? es geht nämlich nur um dich und um die angst um dein leben und dessen verlauf und da ist nix schlimmes dabei deswegen fällt mir das entscheiden auch so schwer wenn du weißt wie man schlange fängt oder etwas gefunden hast mit dem du die schlange tötest oder unschädlich machst gehst du sofort auf den baum mit den leckeren früchten (mir fällt gerade auf ich würde lieber ein größeres risiko eingehen und mein leben riskieren als die standart frucht zu essen nur im notfall würde ich auf die standart frucht zurückgreifen ) ! nur heutzutage uist die schlange dein chef oder vorgesetzter welchen du nicht so leicht aus dem weg räumen kannst oder eben auch
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo ihr Lieben,

ich dachte mir, dass es an dieser Stelle vielleicht ganz gut wäre, mal wieder etwas von mir hören zu lassen. Ich habe die Zwischenzeit dazu genutzt, über das alles, was hier geschrieben wurde, nachzudenken. Meine Albträume machen mir nicht mehr ganz so entsetzlich zu schaffen, denn ich habe es dank der tollen Tipps hinbekommen, wieder nach dem Aufwachen relativ schnell in die Realität zu finden bzw. mir immer wieder zu sagen, dass mir eigentlich nichts passieren kann.

Nun ist es aber trotzdem so, dass es mir seit ca. 3 Wochen wieder mega schlecht geht. Eigentlich schon wieder länger, aber da war es noch nicht so schlimm und es gab auch mal ein wenig bessere Zeiten. Nur ist es aktuell so, dass ich wenig schlafe, sondern eigentlich zu viel. Und das schlimmste ist, ich fühle mich jedes Mal wie gerädert und überhaupt nicht ausgeruht. Wie ein schwarzes Loch eben, das sich energietechnisch nicht ausfüllen lässt. Seit dieser Zeit habe ich auch jede Nacht wieder die verschiedensten Albträume: mal schrecklich, mal einfach nur traurig, mal verstörend ... die ganze Pallette an Möglichkeiten.

Ich brauche ewig, um zur Ruhe zu kommen und schlafe dem entsprechend nun auch lang. Noch habe ich zur Zeit Urlaub, aber wenn der vorbei ist, habe ich echt Angst davor, nach nur 1-2 Stunden Schlaf wieder aufstehen zu müssen (hatte ich alles schon mal). Trotzdem zieht es mich runter, so ewig lang nicht in die Gänge zu kommen, bis in die Puppen zu schlafen und mich dann trotzdem mies zu fühlen.

Meine Ängste stecken mir seit ein paar Tagen auch wieder ganz stark im Nacken. Nur überfallen sie mich dann wie aus dem Nichts und das haut mich dann mehr um, als wenn sie "nur" schleichend kommen würden und sich dann festkrallen.

Mir ist aufgefallenm und das habe ich wirklich aufmerksam beobachtet, dass ich mich immer so fühle und in ein derartiges Loch falle, wenn ich mich mehrmals nicht angenommen fühle. Nicht akzeptiert und nicht verstanden. Wenn ich das Gefühl habe, meine Meinung zählt nicht oder weniger. Das können schon ganz banale Erlebnisse und Kleinigkeiten auslösen, die für andere wahrscheinlich mehr als nur lächerlich sind.

Anstatt es abzuhaken oder mir zu denken, dass ich sowieso nichts oder ziemlich wenig daran ändern kann, beschäftigt es mich dann gefühlt ständig und ich kann vieles dann einfach nicht auf sich beruhen lassen oder lasse es viel zu nah an mich ran. Ich fühle mich dann unglaublich machtlos und ja, manchmal ohnmächtig.

Wegen diesen ganzen Sachen habe ich den Fehler gemacht, die Nacht heute durchzumachen. Man liest ja immer wieder, dass das helfen kann, um aus Tiefs herauszukommen oder um wieder schlaftechnisch in den Takt zu finden. Auch meine Therapeutin hat gesagt, dass sie damit bei einigen Leuten gute Erfahrungen gemacht hat.

Kurzzeitig war ich durch die Müdigkeit wirklich gepusht und habe mich wie in Watte gepackt gefühlt. Kurz bin ich dann doch eingenickt, vielleicht war das der Fehler, aber jetzt fühle ich mich wie gerädert und zu den schlechten Gefühlen kommt noch, dass ich so gut wie ausgeko... bin. Ich stehe ziemlich neben mir und habe es noch nicht mal geschafft, was zu essen. Ich habe nicht mal Hunger oder Appetit. Gar nichts.


Liebe Grüße

Findefuchs
 
Kurzzeitig war ich durch die Müdigkeit wirklich gepusht und habe mich wie in Watte gepackt gefühlt... Ich stehe ziemlich neben mir und habe es noch nicht mal geschafft, was zu essen.

Ich vermute, dass die Müdigkeit uns demütiger macht, Findefuchs, da unser Ego dadurch leiser und schwächer wird.. Vielleicht bewirkt es in deinem Fall, dass das anspruchsvolle, strenge Selbstbild, das wahrscheinlich von deinem Ego erschaffen wurde, und dem du versuchst in deinem Leben stets gerecht zu werden, auch an seiner deutlichkeit und Kraft dadurch verliert? So kann dein inneres, natürliches, lebendiges und sanfteres "Ich" durchbrechen.. Und eigentlich stehst du dann nicht neben dir, sondern kommst du bei dir an.

Vielleicht ist die Angst, die du immer wieder erlebst, deine Angst vor diesem "natürlichen Ich" in dir, dass es dein "strenges Ego-Ich", mit dem du dich so stark identifizierst, schwächen, oder in Farge stellen könnte..?

Oder umgekehrt - es ist die Angst deines "natürlichen Ich", von deinem "strengen Ich" gänzlich unterdrückt zu werden..?

Liebe Grüße,
Lenja
 

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