Ich schreibe hier mal wieder, weil ich ein wenig schriftliche Aussprache brauche und mir es öfters ganz gut tut, mir hier von der Seele zu schreiben, wie es mir geht und wie andere darüber denken.
Die letzten Wochen ging es mir total schlecht. Vielleicht haben es manche von euch mitbekommen, aber ich habe wieder familiäre Probleme (wegen meiner Oma) und allein dadurch, dass wieder etwas sehr reales passiert, hat sich dieses unglaublich große Trauma in mir breit gemacht. Es war so eine Mischung aus Nervenzusammenbruch und Panikattacke, die ich dann hatte. Überhaupt nicht schön 🙁.
Meine Panikattacken haben nachgelassen. Aber das war sehr hart umkämpft und ich musste arg runterschalten. Jetzt bekomme ich "nur" noch Herzrasen und Atemprobleme, wenn mir etwas Angst macht oder die Gedanken mich überfordern (die ich leider nicht abschalten kann).
Ich weiß auch nicht, was das manchmal mit einem gefühlt ziemlich großen Teil der Menschheit ist. Wir werden heute öfters 80, 90 Jahre alt und da soll dann schon alles oder das meiste mit Anfang 30 nachlassen? Das will ich nicht glauben!
Ich selbst bin 26 Jahre alt, werde aber immer noch nach meinen Ausweis gefragt. Ich habe nicht eine Falte, da habe ich dank meiner Eltern eine gute Veranlagung mitbekommen. Aber auch bei Leuten, die genauso alt wie ich sind, sehe ich maximal nur ein paar ausgeprägtere Mimikfalten. Aber das sehe ich auch schon oft zum Teil bei Teenagern.
Es gibt doch einen beachtlichen Unterschied zwischen "altersbedingten" Falten und Mimikfalten, die eigentlich Fältchen sind. Und die es eigentlich auch gibt, damit die Gesichtshaut sich für die Mimik verschieben kann.
Aber sogar meine Freundinnen drehen zum Teil wegen ihres Alters total am Rad. Eine sehr gute Freundin von mir hat ein halbes Jahr total rumgesponnen, nachdem sie 25 geworden ist. Da hieß es auf einmal, sie bekommt angeblich immer mehr Falten, oder "sie kann nicht mehr so, wie mit 20". Und das finde ich - sorry - etwas lächerlich. Aber wenn ich ihr gesagt habe, dass zwischen Anfang 20 und Mitte 20 nur ein paar Jahre liegen, meinte sie, dass das ein gigantischer Unterschied sein kann. Ich verstehe es nicht. Besagte Freundin ist sogar glücklich in einer Beziehung, hat einen tollen Job, tolle Hobbies, ist sehr gebildet und sieht gut aus. Und trotzdem stresst sie sich. Anfang 20 ist für sie die absolute Perfektion. Manchmal spricht sie so über Jugendliche, als würden uns schon mindestens 30 Jahre von dieser Generation trennen und als könnten wir deren Eltern sein. :/
Den Bock schießt nur eine andere Bekannte von mir ab. Die ist Ende 20 und sagt, sie ist schrecklich depressiv wegen ihres Alters. Sie merkt, wie ihre Attraktivität deutlich nachlässt und dass sie die Jugendlichen und Frauen mit Anfang 20 beneidet, weil die noch so viele Möglichkeiten haben und bei denen alles noch straff und attraktiv ist. Mit der konnte ich irgendwann nicht mehr weggehen, weil sie ständig nach jungen Frauen geschielt hat und meinte, "Ach, die sind so hübsch und haben noch alles vor sich, wie schade, dass das bei mir schon alles vorbei ist in meinem Alter" und das am laufenden Band. Ja. Wir reden hier von Ende 20.
Der Vater einer Freundin (sie ist Anfang 30) meinte mal zu ihr, als sie sich bei ihren Eltern im Garten gesonnt hat, dass man langsam wirklich sieht, dass sie keine 20 mehr ist. Er meinte das nicht mal beleidigend, einfach wie eine normale Feststellung. Und auch sie sagt, mit Anfang 30 ist der Zug abgefahren fürs Kinderkriegen und um den richtigen Mann zu finden.
Eine Frau die ich kenne (mit der bin ich weder befreundet, noch würde ich sie als Bekannte bezeichnen) meint auch immer wieder, dass es bewiesen ist, dass die besten Jahre einer Frau die 20er sind und die besten Jahre des Mannes die 30er. -.-
Eine andere gute Freundin, die auch Mitte 20 ist meinte, ihr Frauenarzt hätte gesagt, dass man schon mit Ende 20 in einer Risikoschwangerschaft ist, weil der Körper nicht mehr so mitmacht. Jetzt fühlt sie sich total verunsichert und nervös, weil sie zwar Kinder will, aber jetzt noch nicht und sie einfach vorher noch viel reisen und Berufserfahrung sammeln möchte.
Das macht mir alles schreckliche Angst und setzt mich dermaßen unter Druck, wahnsinn. Das könnt ihr euch nicht vorstellen. Weil ich doch sehr leicht zu verunsichern bin, wenn ich mir denke "26 ist doch noch richtig jung", mir aber viele etwas anderes vermitteln. Und wenn es mir scheiße geht, ich mit meinen Ängsten und Perspektiven zu kämpfen habe, ja sogar mit meiner Lebensfreude irgendwie, dann tut das richtig weh, wenn solche Sätze oder Gedankengänge kommen. Noch schlimmer finde ich, dass es von Frauen selbst kommt.
Ihr glaubt nicht, was ich in meiner riesigen Angst vor ... dem Leben? Meinem Alter? Der Meinung anderer Leute? Der Frage richtig oder falsch? gegoogelt oder getan habe. 🙁
Mir hilft es so sehr, wenn mir jemand sagt (und wenn es nur ein Kollege ist), dass man in meinem Alter noch alles vor sich hat und richtig jung ist. Und dann merke ich manchmal, wie lächerlich die ganze Kiste eigentlich ist und dass ich mich reinziehen lasse. Meine Mutter sagt, dass viele sich oft so "alt" fühlen, weil sie mit Mitte 20 oft mehr Verantwortung tragen müssen, als mit Anfang 20. Weil oft das Arbeitsleben richtig losgeht, oder das Studium zuende geht, oder in eine finale Phase. Und dass die mülligen Medien leider ihren großen Teil dazu beitragen. Ich meine, es gibt Leute, die spritzen sich mit Anfang und Mitte 20 Botox und benutzen Antifaltencremes für 50-jährige. Hallo?! Was ist das für eine Welt?