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Was macht einen guten Psychotherapeuten aus?

Schön zu wissen, dass es andere gibt, die da ähnlich ticken wie ich 🙂 Ja, momentan suche ich vermehrt nach philosophischen Texten, die mir persönlich einen Halt geben und mir quasi aus der Seele sprechen... aber ich lese auch sehr gerne Gedichte und Romane, in letzteren steckt schließlich auch öfters sehr viel Weisheit.

Ich versuche auch gerade, diesen "Unterschied" entstehen zu lassen und habe das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein, auch wenn es wohl Rückschläge und Schwierigkeiten geben wird. Ich möchte schöne Momente erleben und mein Leben, so weit es mir möglich ist, nach meinen eigenen Vorstellungen gestalten, mich öfters überwinden... und ich glaube, so ganz langsam schaffe ich das auch, selbst wenn es "Babyschritte" sind.
Daher ist es für mich momentan auch sehr interessant zu erfahren, wie andere Menschen dies handhaben und wie sie es schaffen, einen "Unterschied" zu kreiren.
 
S
Daher ist es für mich momentan auch sehr interessant zu erfahren, wie andere Menschen dies handhaben und wie sie es schaffen, einen "Unterschied" zu kreiren.

Paul Watzlawick, der mit seinem Team herausgefunden
hat, dass es die Unterschiede sind, die Fortschritte (z.B.
von einem Problem zu einer Lösung) kennzeichnen, ver-
suchte danach, diese Unterschiede "zu kreieren", also
absichtlich herbei zu führen. Das war viel Arbeit und
ging oft schief (in der Psychotherapie).

Ein Familientherapeut aus Milwaukee, Steve de Shazer,
war zu bequem für solche Mühen und fand heraus, dass
die Unterschiede sehr oft bereits vorhanden sind, man
sie aber nicht genügend beachtet. Er nannte dieses
Phänomen "die Ausnahmen" und hielt seine Klienten
dazu an, zunächst alles festzuhalten, was bereits jetzt
(im Sinne des Erwünschten) in ihrem Leben vorhanden
ist und besonders auf "Ausnahmemomente" zu achten,
in denen sie selbst den Unterschied, von dem sie sich
mehr wünschen, aktiv herbeiführen. Seine Regel hieß:
Wenn etwas funktioniert, versuche mehr davon!

Oder er führte so genannte "Skalen" ein, um Fortschritte
messbarer zu machen. Also angenommen, du fühlst dich
(auf einer Skala von 1-10) derzeit auf "5", möchtest je-
doch gerne auf 8 oder 9 kommen - dann würde er dich
fragen, wie du schon auf 5 gekommen bist, also was
du bisher richtig gemacht hast. Und dann in kleinen
Schritten (wie du schreibst: Babyschritte) definieren,
was der Unterschied (z.B. zwischen 5 und 5,5) ist, wo-
ran du ihn bemerken würdest - etwa, wenn du morgen
früh aufwachst und denkst: ich bin auf 5,5 🙂

Inzwischen arbeiten viele Therapeuten auf der ganzen
Welt mit seinen Werkzeugen und erzielen gute Erfolge
in relativ kurzer Zeit - aber man kann das auch gut als
Eigentherapie benutzen.

Gruß, Werner
 
Ich würde gerne wissen, was eurer Meinung nach einen guten Psychotherapeuten ausmacht, kennzeichnet.
Er (Therapeut/in) sollte während der Sitzung mit den Gedanken beim Patienten sein und nicht schon beim Abend bei der Party oder beim Partner. Das Einfühlungsvermögen lässt sonst zu wünschen übrig und eine gewisse Ungeduld macht sich breit 😉. Also eine gewisse Professionalität ist wünschenswert. Ansonsten Engagement, Interessiertheit und ernsthafte Hilfsbereitschaft. Vor allem sollte er nicht geschauspielert selbstsicher wirken müssen und irgendwelche gestellten Verhaltensweisen aufsetzen. Denn dann ist er m.M.n zu sehr mit sich selbst beschäftigt und für die Gefühlswelt des anderen nicht mehr wirklich offen und kann auch nicht bedarfsgerecht helfen. Lieber darf er etwas unsicher sein, dann besteht noch Entwicklungspotential. Die Schreckensvorstellung wäre für mich ein "Major" mit Befehlston.

Mögt ihr es/haltet ihr es für wichtig, dass sich euer Therapeut während der Sitzung Notizen macht?
Was sollte daran verkehrt sein? Ich habs auch gerne, wenn ich Unterlagen mitbekomme und so später was zum Nachschlagen habe.

In Büchern liest man manchmal, dass ein Psychotherapeut seinem Klienten "Hausaufgaben" gibt, also irgendwelche Übungen, die dieser in seinen Alltag integrieren soll. Haltet ihr das für sinnvoll bzw. macht euer Therapeut das vielleicht auch?
Ich denke es macht auf jeden Fall Sinn auch außerhalb der Stunde darüber nachzudenken. Man kann dann neue Eindrücke bekommen und an der nächsten Stunde daran anknüpfen. Übungen sind natürlich auch sinnvoll, damit man besprechen kann, obs was bringt oder man etwas anderes versuchen möchte.


Oder ich erzählte ihr was von meiner Familie, etwas, das mich eh schon belastet hat. Ihre Reaktion war dann erstmal ein total schräger Blick und ein Kommentar in Richtung von: "Na, Gott sei Dank war das bei mir in der Familie nicht so!" In dem Moment fühlte ich mich verurteilt und habe irgendwie total dichtgemacht, auch rasch das Thema gewechselt...

(...)
Aber ist es normal, dass Therapeuten so häufig ihre persönliche Meinung kundtun und so viel über sich erzählen? Mir ist das nämlich bei meinen bisherigen Therapeuten aufgefallen: der erste laberte ewig über sein Studium, als ich kurz meine Zukunftspläne erwähnte, und schwärmte dann total von seinen tollen Noten damals, die jetzige gibt auch häufig ihre persönlichen Kommentare ab... Ist das bei euch auch so?
Das hört sich für mich an, als seinen diese Leute vor allem damit beschäftigt, sich selber in einem möglichst glanzvollem Licht darzustellen. Vielleicht sogar etwas narzisstisch. Als Patient bleibt einem kaum was anderes übrig, als sich beschämt zu fühlen. So sollte das sicher nicht laufen. Die Therapeuten sollten m.M.n. ein paar Nachhilfestunden nehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deine Antwort.

Notizen finde ich nicht verkehrt, sondern im Gegenteil sogar wünschenswert! Meine Noch-Therapeutin macht sich ja nie Notizen. Vielleicht möchte sie dadurch aufmerksamer und auf mich konzentrierter wirken, aber ich empfinde es irgendwie als schade, dass sie sich nichts aufschreibt. So fragt sie manche Dinge in der nächsten Sitzung gleich nochmals, weil sie sich natürlich nicht alles merken kann. Ich denke, wenn ein Therapeut sich Notizen macht, ist das eher ein Zeichen für ernsthaftes Interesse am Klienten, denn es fühlt sich einfach nicht gut an, dieselben Fragen wieder und wieder gestellt zu bekommen.

Übungen fände ich persönlich auch nicht schlecht, aber auch so was tut meine Noch-Therapeutin nicht, ebensowenig mein vorheriger Therapeut. Klar macht nicht jeder Therapeut so was, aber vermutlich wäre es recht hilfreich.

Stimmt, ein paar Therapeuten scheinen ein Problem damit zu haben, ihr Privatleben für sich zu behalten. Für mich ist das schon eine Grenzüberschreitung, wenn ein Therapeut ständig von sich selbst erzählt oder mir seine "Heldentaten" anvertraut. Mir stellt sich da immer die Frage, ob das an mir liegt, oder sie bei all ihren Klienten so sind.

Ich habe jedenfalls für mich selbst festgestellt, dass ich meine jetzige Therapie eher als Belastung empfinde und sie mich noch zusätzlich runterzieht, daher wird meine nächste Sitzung auch die letzte sein. Wahrscheinlich gibt es da draußen auch einige richtig gute Therapeuten, aber monatelang weiter von einem Therapeuten zum anderen zu rennen ist momentan nicht das, was ich will.

Ich bin gespannt auf mein letztes Gespräch mit der Therapeutin. Ich bin bei so was ja leider sehr zurückhaltend und gehemmt, aber ich möchte ihr auf jeden Fall persönlich sagen, dass dies meine letzte Sitzung ist und ihr dann auch erklären, warum. Leider muss ich noch ein paar Wochen warten, da die Thera momentan auf Urlaub ist.
 
Ich habe hier nicht alles mitgelesen, aber die Hauptfrage ist klar. Darf ich dich mal zitieren? Ich mache es einfach😉

Notizen finde ich nicht verkehrt, sondern im Gegenteil sogar wünschenswert! Meine Noch-Therapeutin macht sich ja nie Notizen. Vielleicht möchte sie dadurch aufmerksamer und auf mich konzentrierter wirken, aber ich empfinde es irgendwie als schade, dass sie sich nichts aufschreibt.

Meine Therapeutin macht sich jedes Mal Notizen. Ich kannte das alles nicht. Weder Therapeutin noch ihre Notizen. Aber ich habe es akzeptiert. So wußte sie jedes Mal, wo wir stehen geblieben waren.


So fragt sie manche Dinge in der nächsten Sitzung gleich nochmals, weil sie sich natürlich nicht alles merken kann. Ich denke, wenn ein Therapeut sich Notizen macht, ist das eher ein Zeichen für ernsthaftes Interesse am Klienten, denn es fühlt sich einfach nicht gut an, dieselben Fragen wieder und wieder gestellt zu bekommen.

So sehe ich das auch.

Übungen fände ich persönlich auch nicht schlecht, aber auch so was tut meine Noch-Therapeutin nicht, ebensowenig mein vorheriger Therapeut. Klar macht nicht jeder Therapeut so was, aber vermutlich wäre es recht hilfreich.

Ich würde mich noch heute freuen, wenn sie es tun würde. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, wir sind noch nicht so weit. Aber das ist ok für mich. Sie wird schon wissen, was sie tut, bzw. was sie mit mir tun kann.


Stimmt, ein paar Therapeuten scheinen ein Problem damit zu haben, ihr Privatleben für sich zu behalten. Für mich ist das schon eine Grenzüberschreitung, wenn ein Therapeut ständig von sich selbst erzählt oder mir seine "Heldentaten" anvertraut. Mir stellt sich da immer die Frage, ob das an mir liegt, oder sie bei all ihren Klienten so sind.

Eine Grenzüberschreitung ist das für mich nicht. Eher im Gegenteil. Wenn sie was über sich was erzählt, geht das genau auf meine Probleme hinaus. Sie erzählt mir von sich, was sie erlebt hat. Und ich kann das für mich übernehmen. Allerdings ist es so, dass sie (fast) genau das erlebt hat, wie ich. Nur krasser...

Wir tauschen uns aus. Sie hat es erlebt und verarbeitet. Ich noch lange nicht. Deswegen bin ich für ihre persönlichen, privat erlebten Ereignisse sehr dankbar. Sie tut es ständig, ja. Aber auch nur mir gegenüber, damit ich aus mir rauskomme.


Ich habe jedenfalls für mich selbst festgestellt, dass ich meine jetzige Therapie eher als Belastung empfinde und sie mich noch zusätzlich runterzieht, daher wird meine nächste Sitzung auch die letzte sein.

Bei mir nicht. Ich wollte aufgeben, ich mache es jedoch nicht

Wahrscheinlich gibt es da draußen auch einige richtig gute Therapeuten, aber monatelang weiter von einem Therapeuten zum anderen zu rennen ist momentan nicht das, was ich will.

Das tut mir leid für Dich. Ich habe auch lange suchen müssen... Jetzt habe ich sie finden dürfen (über Umwege und viele Stolpersteine)

Ich bin gespannt auf mein letztes Gespräch mit der Therapeutin. Ich bin bei so was ja leider sehr zurückhaltend und gehemmt, aber ich möchte ihr auf jeden Fall persönlich sagen, dass dies meine letzte Sitzung ist und ihr dann auch erklären, warum. Leider muss ich noch ein paar Wochen warten, da die Thera momentan auf Urlaub ist.

Ich schicke Dir eine große Tüte Kraft, dass Du ihr das sagen kannst, was Du möchtest. Wenn ihr nicht zusammen passt, bringt das nichts.
Ich hatte bisher das Glück, dass meine Theras irgendwie immer gepasst haben. Das wünsche ich Dir auch.

GLG,
TmoL

P.S. Ich habe offiziell noch 6 Termine bei ihr. Da ich aber nicht weiterkam aufgrund von meiner privaten Situation, haben wir die 14-tägigen Sitzungen "eingestampft". Ich kann zu ihr kommen, wenn ich Bedarf habe. Das ist ein "eingehen" auf mich.
 
Notizen finde ich nicht verkehrt, sondern im Gegenteil sogar wünschenswert! Meine Noch-Therapeutin macht sich ja nie Notizen. Vielleicht möchte sie dadurch aufmerksamer und auf mich konzentrierter wirken,
Vielleicht möchte sie sich selber für intelligenter halten, weil sie solche Gedächtnisstützen ja nicht nötig hat.

Ich denke, wenn ein Therapeut sich Notizen macht, ist das eher ein Zeichen für ernsthaftes Interesse am Klienten,
Das denke ich auch.

Übungen fände ich persönlich auch nicht schlecht, aber auch so was tut meine Noch-Therapeutin nicht, ebensowenig mein vorheriger Therapeut.
Ich weiß jetzt nicht, ob das in einer Gesprächstherapie üblich ist. Bei der Verhaltenstherapie gehört es auf alle Fälle dazu.

Ich habe jedenfalls für mich selbst festgestellt, dass ich meine jetzige Therapie eher als Belastung empfinde und sie mich noch zusätzlich runterzieht, daher wird meine nächste Sitzung auch die letzte sein.
Einen passenden Therapeuten zu finden ist leider nicht selbstverständlich. Ich weiß wie es ist, wenn es (wieder) beendet wird. Egal von welcher Seite. Mit seinen Problemen steht man ja da nach wie vor. Ich wünsch dir, dass es bei dir noch klappen wird und du den richtigen Therapeuten findest...
 
@TheMeaningOfLife?:

Immer ist es ja auch nicht verkehrt, wenn Therapeuten Persönliches erzählen - solange es im besten Interesse des Klienten ist. Ein Therapeut sollte immer hinterfragen, ob er etwas erzählt, weil er meint, es könne nützlich sein für seinen Klienten oder ob andere Gründe dahinterstecken. Deine Therapeutin scheint dir Dinge ja deshalb zu erzählen, um dir zu verdeutlichen, dass es besser werden kann, um dir zu zeigen, dass du nicht "alleine" bist, sondern auch andere Menschen - wie sie selbst - solche Erfahrungen gemacht haben. Das finde ich dann nicht per se schlecht, es kann wohl sogar sehr motivierend und erleichternd wirken.
In meinem Fall habe ich jedoch das Gefühl, dass die Thera einfach gerne über sich selbst spricht und nicht auf meine Bedürfnisse achtet. Außerdem kommt es mir fast schon so vor, als meine sie, ihre Art zu leben sei irgendwie überlegen und ganz besonders toll. Zudem gibt sie mir ständig das Gefühl, ich sei irgendwie "merkwürdig". Ich weiß schon, dass ich mich ziemlich von der Masse abhebe, aber ich bin eben anders und ihr Verhalten/ihre Kommentare kommen bei mir so an, als würde sie mich einfach nicht verstehen können.

Als "Aufgeben" betrachte ich meinen Therapieabbruch eigentlich nicht. Es ist ja nicht so, als habe ich vor, mich zuhause zu vergraben. Ich werde erst einmal andere Wege und Möglichkeiten nutzen, und vielleicht werde ich irgendwann ja doch wieder zu einem Psychotherapeuten gehen, wer weiß das schon? Nur möchte ich in den nächsten Monaten eben nicht nur von einem Therapeuten zum nächsten hetzen. Bis jetzt habe ich es ja auch so geschafft.

@MrPenguin: Ob sie sich selbst für intelligenter halten möchte, weiß ich nicht, ich denke aber, dass sie sich auf jeden Fall für eine sehr gute Therapeutin hält. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, ich weiß ja nicht, wie erfolgreich sie insgesamt ist. Möglicherweise passe nur ich einfach nicht zu ihr. Sie ist ja auch irgendwie ziemlich eigen. Anfangs fand ich das gut, aber es gibt eben sehr verschiedene Arten von "eigen" und ihre ist nicht wirklich mein Fall...

Stimmt, vermutlich sind Übungen nicht unbedingt Bestandteil einer Gesprächstherapie. Wobei auch mein Verhaltenstherapeut ja nie solche Übungen angesprochen hat. Sein Standardsatz war: Sie müssen positiv denken!
Na dann, wenn das so einfach ist... 😉


Ich danke euch für eure Worte und werde bei Bedarf möglicherweise auch erneut anfangen, nach einem für mich geeigneten Psychotherapeuten zu suchen. Momentan aber werde ich schon alleine klarkommen. Und versuchen, mich anzunehmen, wie ich bin und daran arbeiten, "Unterschiede" entstehen zu lassen. Ich glaube, ich bin am richtigen Weg. Aber man weiß ja nie, was die Zukunft bringt...
 
... und werde bei Bedarf möglicherweise auch erneut anfangen, nach einem für mich geeigneten Psychotherapeuten zu suchen. Momentan aber werde ich schon alleine klarkommen. Und versuchen, mich anzunehmen, wie ich bin und daran arbeiten, "Unterschiede" entstehen zu lassen. Ich glaube, ich bin am richtigen Weg. Aber man weiß ja nie, was die Zukunft bringt...

Bitte nicht vergessen: Du selbst bist auch eine
Psychotherapeutin für dich 😉 ... und der Vorteil
ist: du kennst dich sehr gut, deine Sprechstunden
sind 24 Stunden am Tag und es kostet nichts
(naja, Gedanken und Nerven und Zeit vielleicht).

Und du kannst dir so viel du willst aus deinem
Leben erzählen 🙂

Leider hat sich ja die Idee durchgesetzt, dass nur
Spezialisten eine Sache "richtig" erledigen können,
aber wer mal erkannt hat, dass man nicht für alles
einen Handwerker braucht, sondern Dinge auch
lernen kann, wird vielleicht zum Schluss kommen,
dass auch "Psychotherapie" in gewissem Rahmen
selbst durchgeführt werden kann. Ein gutes Buch
hierfür - wenn auch für Therapeuten geschrieben -
wäre "Lösungsorientierte Beratung" von Günter
Bamberger.

Alles Gute dir!
Werner
 
@TheMeaningOfLife?:

Immer ist es ja auch nicht verkehrt, wenn Therapeuten Persönliches erzählen - solange es im besten Interesse des Klienten ist. Ein Therapeut sollte immer hinterfragen, ob er etwas erzählt, weil er meint, es könne nützlich sein für seinen Klienten oder ob andere Gründe dahinterstecken. Deine Therapeutin scheint dir Dinge ja deshalb zu erzählen, um dir zu verdeutlichen, dass es besser werden kann, um dir zu zeigen, dass du nicht "alleine" bist, sondern auch andere Menschen - wie sie selbst - solche Erfahrungen gemacht haben. Das finde ich dann nicht per se schlecht, es kann wohl sogar sehr motivierend und erleichternd wirken.

Bevor sie etwas über sich / ihre eigenen Erfahrungen die sie gemacht hat erzählt, fragt sie mich, ob das in Ordnung ist und ich das hören möchte. Sie erzählt nicht einfach drauf los. Ein Pluspunkt für sie.

In meinem Fall habe ich jedoch das Gefühl, dass die Thera einfach gerne über sich selbst spricht und nicht auf meine Bedürfnisse achtet. Außerdem kommt es mir fast schon so vor, als meine sie, ihre Art zu leben sei irgendwie überlegen und ganz besonders toll. Zudem gibt sie mir ständig das Gefühl, ich sei irgendwie "merkwürdig". Ich weiß schon, dass ich mich ziemlich von der Masse abhebe, aber ich bin eben anders und ihr Verhalten/ihre Kommentare kommen bei mir so an, als würde sie mich einfach nicht verstehen können.

Ich bekomme immer wieder von ihr zu hören, dass ich für sie "eine Wundertüte" bin. Jedesmal was neues. Seltsame Sichtweisen von mir, anders denkend. Rätselhaft... Aber dennoch kann sie darauf eingehen.


Als "Aufgeben" betrachte ich meinen Therapieabbruch eigentlich nicht. Es ist ja nicht so, als habe ich vor, mich zuhause zu vergraben. Ich werde erst einmal andere Wege und Möglichkeiten nutzen, und vielleicht werde ich irgendwann ja doch wieder zu einem Psychotherapeuten gehen, wer weiß das schon? Nur möchte ich in den nächsten Monaten eben nicht nur von einem Therapeuten zum nächsten hetzen. Bis jetzt habe ich es ja auch so geschafft.

Ich danke euch für eure Worte und werde bei Bedarf möglicherweise auch erneut anfangen, nach einem für mich geeigneten Psychotherapeuten zu suchen. Momentan aber werde ich schon alleine klarkommen. Und versuchen, mich anzunehmen, wie ich bin und daran arbeiten, "Unterschiede" entstehen zu lassen. Ich glaube, ich bin am richtigen Weg. Aber man weiß ja nie, was die Zukunft bringt...

Ich für mich habe ja auch entschieden, die regelmäßigen Thermine aufzugeben. Aber sollte sich was bei mir wieder gravierend verändern, ich wieder umfallen, kann ich sofort (sofern ein Termin frei ist) zu ihr. Und das ist mir sehr wichtig, zu wissen, sie ist jederzeit für mich greifbar.

GLG
TmoL
 
Und das ist mir sehr wichtig, zu wissen, sie ist jederzeit für mich greifbar.

Aber genau das ist eine der Nebenwirkungen von
bezahlter Psychotherapie: zu glauben, dass der
Therapeut/die Therapeutin immer greifbar und
verfügbar wäre. Das ist aber nicht so. Denn er/
sie kann krank werden, den Beruf aufgeben, zu
viele andere Termine angenommen haben, ster-
ben ... ein "guter" Therapeut erweckt nicht den
Eindruck, immer verfügbar zu sein, würde ich
sagen.

Mir scheint, hier schlägt der kindliche Wunsch
durch, die Eltern oder andere Verwandte als
permanent greifbar zu wissen (das sich womög-
lich auch bei religiösen Menschen zeigt, die gerne
glauben wollen, es gäbe eine höhere Instanz oder
einen Schutzengel etc., zu der/dem sie immer
Zugang hätten).

"Immer" greifbar ist man nur selbst 🙂
 

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