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Was macht einen guten Psychotherapeuten aus?

ah ok, jetzt wird es klarer...
ja, das klingt wirklich alles komisch.Leider gibt es auf dem Psychomarkt einige Leute, die persönlich ungeeignet sind und/oder schlecht ausgebildet sind.
Was für eine Ausblidung hat denn deine?
Ist die Ärztin oder Psychologin?
Weöches Verfahren wendet sie an?
Oder ist sie etwa Heilpraktikerin mit so einer Mickymaus Therapieausbildung?

Sie ist Psychotherapeutin und auch Supervisorin, arbeitet auch mit tiergestützter Therapie, macht aber nebenbei auch etwas in Richtung Heilpraktikerin/Energiearbeit (z.B. Reiki), wobei ich mich damit nicht wirklich gut auskenne, sie hat das auch mir gegenüber nie erwähnt. Steht auf ihrer Homepage. Da steht auch etwas von "telepathischer Tierkommunikation", aber auch hier kenne ich mich nicht aus und weiß nicht, ob das Humbug ist oder auf irgendwelchen wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Jedenfalls dürfte sie schon eine eigentlich erfahrene Psychotherapeutin sein, die bereits recht lange praktiziert...

Also sie wirkte schon eher "alternativ" auf mich, wobei ich sie mir eigentlich alternativer vorstellte, als sie tatsächlich ist. Aber ich bin ja bei ihr in Gesprächstherapie und nutze die anderen Möglichkeiten in Richtung Energiearbeit/Ganzheitliches nicht.

Ich vermute, sie hat einfach eine sehr "eigene" Art und merkt möglicherweise gar nicht, dass einige ihrer Kommentare gar nicht in die Therapie passen - vielleicht denkt sie auch, es würde mir helfen, wenn sie immer vieles, was ich sage, mit ihrem eigenen Leben in Verbindung bringt?
 
Sie ist Psychotherapeutin und auch Supervisorin, arbeitet auch mit tiergestützter Therapie, macht aber nebenbei auch etwas in Richtung Heilpraktikerin/Energiearbeit (z.B. Reiki), (...) "telepathischer Tierkommunikation", ...

Das klingt nicht nach einer Psychotherapeutin,
die von der Krankenkasse bezahlt wird, was
jedoch nichts über ihre Qualifikation als Ge-
sprächspartnerin aussagt.

Wenn sie sich "Psychotherapeutin" nennt, hat
sie vermutlich die Erlaubnis nach dem Heil-
praktikergesetz und keine Kassenzulassung?

Die Ausbildung alleine macht bestimmt nicht
den Unterschied - auch eine lebenserfahrene
Oma kann eine gute Therapeutin sein.
 
Nun, sie hat Psychologie studiert und ist eingetragen in die Liste der Gesundheits- und Klinischen Psychologen beim Gesundheits-Bundesministerium. Sie hat zudem einen Kassavertrag für Psychotherapie. Die eher "alternativen" Ausbildungen dürfte sie erst später gemacht haben.

Du hast bestimmt Recht, Werner, dass die Ausbildung alleine noch nicht so viel aussagt. Ein Gespräch mit einer Lehrerin meines Vertrauens half mir z.B. in meiner schlimmsten Zeit einmal wirklich weiter, obwohl sie natürlich keine ausgebildete Psychotherapeutin ist.
 
Nun, sie hat Psychologie studiert und ist eingetragen in die Liste der Gesundheits- und Klinischen Psychologen beim Gesundheits-Bundesministerium. Sie hat zudem einen Kassavertrag für Psychotherapie. Die eher "alternativen" Ausbildungen dürfte sie erst später gemacht haben.

Eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren
einer Gesprächstherapie ist das Vertrauen. Mir würde
es sehr schwer fallen, zu jemand Vertrauen zu fassen,
der sich trotz wissenschaftlicher Ausbildung mit ob-
skuren Verfahren schmückt und diese für eine Psycho-
therapie verwendet. Auch wenn ein Arzt sich als Ho-
möopath outet, werde ich automatisch hellhörig und
kritisch - denn wie soll jemand mit klarem Verstand an
eine Krankheit herangehen, der völlig abwegige Heilungs-
mechanismen für denkbar hält?

Im privaten Bereich kann ich da toleranter sein, aber
wenn ich mich oder meine "Seele" jemand anvertraue,
möchte ich schon die Gewissheit haben, es mit einem
vernünftigen Zeitgenossen zu tun zu haben und nicht
mit einer europäischen Ausgabe eines "Wunderdoktors" 🙂
Es gibt ja auch Nebenwirkungen bei Psychotherapie und
die "Ansteckung" mit "verrückten" Gedanken ist eine
davon ...
 
Ich denke, dass Homoöpathie durchaus hilfreich sein kann. Meine Mutter z.B. ist chronisch krank und die Schulmedizin konnte ihr nicht helfen. Aber selbst der Nicht-Schulmediziner, zu dem sie geht, hält, wie sie mir nun erzählte, Reiki für "unwissenschaftlichen Schwachsinn", nachdem er ein Reiki-Seminar besucht hat.

Vor allem die telepathische Kommunikation mit Tieren oder Pflanzen halte ich nach einer raschen Online-Recherche für Blödsinn.

Du hast recht, lieber Werner, dass ich mich jetzt unsicher ihr gegenüber fühle, nachdem ich dies alles noch einmal nachgelesen habe. Zwar halte ich mich durchaus für einen aufgeschlossenen Menschen, aber, nun ja, irgendwie erscheint sie mir dadurch doch etwas weniger seriös und vertrauenswürdig.

Sollte ich sie vielleicht darauf ansprechen, warum sie auch auf diesen doch eher "unwissenschaftlichen" Pfaden wandelt?
 
Ich denke, dass Homoöpathie durchaus hilfreich sein kann. (...)

Sollte ich sie vielleicht darauf ansprechen, warum sie auch auf diesen doch eher "unwissenschaftlichen" Pfaden wandelt?

Versteh' mich hier nicht falsch: ich denke auch,
dass Homöopathie hilfreich sein kann. Sie hilft
dem ohne sie hilflosen Arzt oder Heilpraktiker,
der keine ausreichenden psychotherapeutische
Ausbildung hat (ich sehe H. als eine Art Psycho-
therapie). Sie hilft auch dem Apotheker und den
Herstellern der Präparate (Zucker+Nichts) und
nicht zu vergessen, den Ausbildungsinstituten
und Buchherstellern. 🙂

Was ich bezweifle, ist die von Homöopathen
mehrheitlich behauptete Ursache-Wirkungskette.
Das belegen auch zahlreiche Tests H. gegen
Placebo (beide gleich wirksam). Aber gut, das
ist hier nicht das Thema. Auch Handauflegen
wie beim Reiki kann "wirken" und dass es eine
"Lebenskraft" gibt, wird kaum jemand bezwei-
feln. Die Frage ist nur, ob ich so etwas in einer
geschäftsmäßigen therapeutischen Beziehung
als sinnvolles Werkzeug anbiete/verkaufen will.

Ich jedenfalls würde sie auf ihre Gründe für die
Auswahl dieser Methoden ansprechen und meine
Skepsis kommunizieren. Vielleicht ergibt sich
daraus dann ein wertvolles Gespräch und eine
Basis für eure Zusammenarbeit.
 
Liebe Earthling,

man kann auch Vertrauen zu einem Therapeuten haben, der in den eigenen Augen ziemlich dubiose Dinge tut. Und wenn man dann auch noch die Erfahrung macht, daß die helfen...

Ich habe ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zu meinem Therapeuten. Er ist Facharzt für Neurologie, Psychatrie und Psychotherapie.

Aber er beschäftigt sich auch sehr viel mit alternativen Methoden. Die auch durchaus umstritten sind. Psychokinesiologie, Homöapathie, Farbbrillen, Elektrozeugs, Klopftechnik, Resonanzfeldtherapie und und und...

Ich mache eine tiefenpsycholosgisch fundierte Therapie bei ihm. Die mir sehr gut hilft.

Aber dann wollte ich die Gelegenheit nutzen, mein großes Problem Zahnarztangst, daß eigentlich nicht Thema der Therapie ist mit seiner Hilfe in Angriff zu nehmen. Aber die Blockade war so groß, daß ich kaum daran denken konnte. Und Stunde für Stunde kam ich an das Thema nicht ran. Da hat er vorgeschlagen, daß wir uns über Psychokinesiologie in Verbindung mit Klopftechnik und Farbbrillen nähern. Er hat mir vermittelt, daß er fest davon überzeugt ist, daß das bei Phobien und Ängsten hilfreich ist. Ich fand das eigentlich superschräg, was wir da gemacht haben. Sein Assistent hält mein Bein, er stellt dem Assistenten Fragen und bewegt seinen Arm, ich bekomme Brillen in verschiedenen Farben, er bespricht und beklopft mich, ich muß mit den Augen seinem Finger folgen... Aber was soll ich sagen - der ganze Hokuspokus hat bewirkt, daß ich mich meiner Angst stellen konnte, sie visualisieren konnte, Terminvergabe, Wartezimmer, Zahnarztstuhl und Zahnarztbehandlung visualisieren konnte. Was jahrzehntelang undenkbar war. Der Effekt war, daß die Scham komplett wegfiel und die Angst bis auf ein Normalmaß, wie es viele Patienten haben, reduziert wurde. Und ich zusätzlich erkennen konnte woher die Angst kam. (Was nicht so schöne Erinnerungen waren). Ich bin inzwischen sehr gut beim Zahnarzt behandelbar, angstfrei, wenn ich auch trotzdem gelegentlich aufgrund der alte Auslösergeschichte manchmal panikartige Krampfanfälle bekomme. Aber die kann ich dank der weggefallenen Scham ganz souverän und selbstbewußt händeln.

Also, nur weil jemand alternativen Methoden anhängt und diese zum Wohl des Patienten auch versuchsweise einsetzt, diqualifiziert ihn das meiner Ansicht nach noch nicht als guten Psychotherapeuten.
Man kann sich auch mal auf was einlassen. Aber es gilt immer achtsam der eigenen inneren Stimme gegenüber zu bleiben. Und zu gucken, ob einem etwas gut tut oder nicht. Ob es einen weiterbringt, vom Weg abbringt oder in die Stagnation führt.
 
Ich mache eine tiefenpsycholosgisch fundierte Therapie bei ihm. Die mir sehr gut hilft.

(...)

Also, nur weil jemand alternativen Methoden anhängt und diese zum Wohl des Patienten auch versuchsweise einsetzt, diqualifiziert ihn das meiner Ansicht nach noch nicht als guten Psychotherapeuten.

Das ist ja schön für dich - das Problem ist nur,
dass er gegenüber der Krankenkasse etwas
anderes abrechnet als er tatsächlich macht - und
dass seine Standesvereinigungen alles tun, um
andere Therapeuten davon abzuhalten, mit diesen
"experimentellen Methoden" Patienten zu behan-
deln.

Das ist wie wenn mir Verhaltenstherapeuten er-
zählen, sie würden Techniken der Lösungsorien-
tierten Kurztherapie einsetzen, es aber als Ver-
haltenstherapie abrechnen. Gegen die Zulassung
der Kurztherapie wehren sich die Entscheider aber
entschieden 🙂

Verrückte Welt ...
 
Das ist ja schön für dich - das Problem ist nur,
dass er gegenüber der Krankenkasse etwas
anderes abrechnet als er tatsächlich macht

Nein, das stimmt nicht. Das hätte ich auch nicht mitgemacht.

Ich bin Privatpatientin. Ich sehe meine Rechnungen. Er hat diese Termine nicht als tiefenpsychol. Einzeltherapie berechnet, sondern genau so, wie er mich behandelt hat.

Wenn meine Krankenkasse das nicht ersetzt, was ich ncoh nciht weiß, da ich die Rechnung noch nciht eingereicht habe, bin ich gerne bereit, das selbst zu bezahlen. Er hatte das genau so im Vorfeld mit mir besprochen.

Ich halte nichts von Betrug.
 
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