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Was macht einen guten Psychotherapeuten aus?

Danke für die letzten Beiträge. Es ist interessant, dazu auch mal andere Meinungen zu hören.

Ich denke, die Therapeutin glaubt selbst wirklich an das, was sie macht, also auch an diese alternativen Angebote. Ich würde mich darauf wohl nicht einlassen (vor allem, da es vermutlich nicht gerade billig ist!), für mich kommt da eben nur die normale Gesprächstherapie in Frage.

Ich bin sicher, dass manchen Menschen auch "alternative" Methoden helfen, aber manchmal muss man wohl an etwas glauben, damit es wirklich weiterhilft. Das denke ich jedenfalls.

Nun, in zwei Tagen ist mein nächster Termin, da möchte ich auf jeden Fall noch einmal sehr auf das eingehen, was für mich momentan relevant ist, was ich gerne verändern würde. Ich hoffe, dass die Therapeutin sich in diesen 50 Minuten nur auf mich konzentrieren wird (letztes Mal gab es drei "Störungen" während der Stunde).
Sollte es sich ausgehen, frage ich sie eher gegen Ende der Stunde vielleicht noch nach ihren alternativen Zusatzangeboten, um besser nachvollziehen zu können, wie sie das mit ihrer eigentlichen Tätigkeit als Gesprächstherapeutin "vereinbart".
 
Ein Therapeut muss flexibel sein. Genau das ist das schwierige. Viele können das nicht und denken, die gleiche Schiene ist immer die Richtige.
Beim ersten Termin wird sich gegenseitig ran getastet. Da sollte der Therapeut im Grunde nur Fragen stellen, damit er weiß, wie er zu Behandeln hat und dann ruhig sein. Er sollte genau erklären, was er macht und wieso vor allem. Er soll die Fragen, die der Patient stellt, so einfach wie es geht beantworten, das es auch verstanden wird. Es bringt nichts, wenn man mit lateinischen Wörtern um sich schmeißt oder nichts erklärt, wenn der Patient das nicht versteht, wird er nicht mit machen. Lieber bei einer Sitzung wenige Übungen, damit der Patient versteht und die auch zuhause machen, als komplizierte und viele zu machen, mit denen er nichts anfangen kann.
Das sind die einen Therapeuten.

Dann gibt es natürlich die Therapeuten, die vor allem auf der Geistigen und Seelischen Basis arbeiten. Hier ist es wichtig, das der Patient das Gefühl hat, das er sich dieser Person anvertrauen kann. Das er sich wohl fühlt und auch nicht das Gefühl hat, er sitzt auf einem Fließband. Hier zählt der Patient als Nummer eins und sollte auch dem entsprechend behandelt werden. Das heißt, Sitzungen werden pünktlich angefangen. Telefonanrufe werden nicht angenommen und was noch wichtiger ist, die Probleme, mit dem man zum Therapeuten geht, sollten vor allem zur Sprache kommen.
Auch ist hier wichtig, das man die ersten Sitzungen so machen kann, damit man sich eben auch den Therapeuten raus suchen kann. Erst, wenn man drei Sitzungen hatte und das Schriftliche erledigt hat, erst dann ist man an diesen in Therapie.
 
Danke für die Antwort.

Hatte gestern also wieder eine Stunde bei meiner Therapeutin. Es war irgendwie "unbefriedigend", ich habe zwar noch mal einige für mich sehr wichtige Themen angesprochen, aber zu einem echten Dialog ist es dann doch nicht gekommen.

Teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass sie gar nicht weiß, was sie sagen bzw. fragen soll, und dann einfach irgendwelche Fragen stellte, die nichts mit dem eigentlichen Themen bzw. Problemen zu tun hatten.

Am Schluss sprach sie dann wieder von sich selbst, nicht so viel wie beim letzten Mal, aber doch...

Ich glaube inzwischen, dass sie wohl wirklich nicht die richtige Thera für mich ist. Leider scheint so eine Suche ja echt lange dauern zu können. Momentan sind es vor allem die Menschen in meinem Umfeld, welche mich aufbauen. Und, so merkwürdig es klingen mag: Literatur und Philosophie. Lesen hilft mir irgendwie oft aus einem Tief hinaus. Vor allem philosophische Texte haben auf mich eine fast schon therapeutische Wirkung... Ich bin jedenfalls froh, das erkannt zu haben, da meine eigentliche Therapie momentan ja doch nicht so wirklich gut läuft...

Möglicherweise liegt mein eigentliches Problem primär momentan eher daran, dass ich mir mit mehr Selbst-Akzeptanz begegnen sollte. Natürlich wäre eine gute therapeutische Begleitung da optimal, um mehr Selbstwertgefühl zu entwickeln. Ich möchte mich im Kontakt mit anderen nicht oft so unbeholfen fühlen.
Aber ich spüre doch, dass es mir auch hilft, mich einfach so, für mich selbst, mit mir auseinanderzusetzen. Und dass es mir gerade leichter fällt, mich so anzunehmen, wie ich eben bin.

Ich hoffe, das kommt jetzt einigermaßen verständlich rüber 😉
 
Weißt du, was für mich sogar mehr geholfen hat, als eine Therapeutin?... Ich habe mit vielen verschiedenen Leuten geredet. Ihre Sichtweise kennen gelernt und festgestellt, das ich dadurch vieles anders sehen kann.
Wenn man aber nicht in der Lage ist, dies so zu beheben, muss man leider zu einen Therapeuten gehen. Problem ist, man kann auch nicht mal empfehlen, weil jeder das anders empfindet und anders fühlt. Also wird das noch schwerer. Leider geht nur, du musst dir deinen Therapeuten suchen, bis du ihn gefunden hast.
 
Ich war ja nie bei so jemandem, aber manche sind scheinbar schon lustig: Kommen Leute mit den größten Problemen und der Therapeut meint, dass Patient doch gut aussähe, und tschüß. 🙄

Es ist ja so, im Sommer sehen die meisten gebräunt aus, Herr Doktor. 😛

Na ja, und Depressionen usw. sieht man doch nicht, dachte ich eigentlich.
 
Hallo Forum,

meine eigentliche Frage steht ja bereits oben im Titel: Ich würde gerne wissen, was eurer Meinung nach einen guten Psychotherapeuten ausmacht, kennzeichnet.
Welche Charaktereigenschaften sollte er haben? Wie sollte er sich euch als Klienten gegenüber verhalten? Mich würde auch interessieren, welche Gründe euch dazu führen könnten, eure Therapie sofort abzubrechen und nach einem neuen Psychotherapeuten zu suchen.
Ach ja, eine weitere Frage hätte ich noch: Mögt ihr es/haltet ihr es für wichtig, dass sich euer Therapeut während der Sitzung Notizen macht? In Büchern liest man manchmal, dass ein Psychotherapeut seinem Klienten "Hausaufgaben" gibt, also irgendwelche Übungen, die dieser in seinen Alltag integrieren soll. Haltet ihr das für sinnvoll bzw. macht euer Therapeut das vielleicht auch?

Ich würde mich über Antworten wirklich freuen. Ich bin in Gesprächstherapie, manchmal aber ganz schön am Zweifeln, ob es wirklich "was bringt", dabei bin ich noch ganz am Anfang der Therapie. Habe auch schon Verhaltenstherapie ausprobiert, doch dem Therapeuten konnte ich mich nicht öffnen.

Wäre sehr gespannt auf Erfahrungen gerade von jenen, die schon mal in Therapie waren bzw. es immer noch sind.

Liebe Grüße!

Hi Earthling,

ich schreibe dir hier mal ein bisschen was zusammen, ich hoffe es wird nicht ganz unstrukturiert.

Sprechen wir mal zuerst von der gleichartigen Erfahrung. Es ist logischer Weise in jede Art von Therapie so, dass der Therapeut in der Regel eines nicht haben kann - das gleich durchgemacht. Das unterscheidet die Therapie ja z.B. von Selbsthiflegruppen. Bei manchen Dingen würde ich immer in einer Gruppe aus gleichleidenden mehr Vorteile sehen, als in einer individuellen Interaktion. Es kommt dort aber sicher auf die Art des Leidens an, aber in der Tendenz wäre die Selbsthilfegruppe meine erste Wahl.

Dann kommen wir zum Thema Wirksamkeit. Keiner will es wahr haben, aber Therapien sind eben in den meisten Fällen wirkungslos. Das auch nicht ohne erklärbaren Grund. ( Wenn Du dich tiefer dafür interessierst, geh in die Bücherei und besorge dir "Rolf Degen, Lexikon der Psychoirrtümer, Warum sich der Mensch nicht therapieren, erziehen und beeinflussen lässt " - Auf das Thema Beeiflussung durch Werbung geht es nicht ein ). Die Tage hörte ich eine Radiosendung. Da sagte einer - ich denke so vom Gespräch her war er Therapeut - zum Thema Pädophilie, dass es niemals das Ziel einer Therapie sein könne, den Pädophilen von seinem Trieb zu heilen, weil dieser so tief im Charakter des Menschen drinnen ist, dass man es dort nicht mehr herausbekommt. Das einzige was Therapie versuchen könnte, wäre zu erreichen, dass der Pädophile lernt , seine Triebe zu kontrollieren.
Wir schicken aber die Menschen mit schlimmer Kindheit trotzdem zum Therapeuten. Einen sexuellen Missbrauch kann aber kein Therapeut der Welt ungeschehen machen. ( Aber er kann sehr wohl durch die ständige Beschäftigung mit dem Thema die Erinnerung wach halten, und es gibt ja auch Berichte, wonach erst die Therapie nie stattgefundede sexuelle Übergriffe ins Bewusstsein der Patienten gerückt hat !!! ). Oder um es mit dem bekannten und Buchschreibenden Psychiater zu sagen : "Man kann einen tyrannischen Chef nicht einfach wegtherapieren".

Ich möchte es wie gesagt nicht zu sehr generalisieren, bei manchen Phobien oder Süchten mag eine Therapie helfen, wenn es die richtige ist. Die kann aber genauso gut auch von jemand kommen, der sich nur "Coach", Lebensberater oder sonst wie nennt. Dass muss nicht jemand sein, der dich primär als krank sieht. ( Auch ein Punkt bei Degen. Jeder Therapeut hat sein Steckenpferd. Seine "Lieblingstherapie" wendet er für alles an. Dabei sagt der gesunde Menschenverstand, das z.B. "Klopftherapie" nicht von Depressionen über Höhenangst und Traumata bis Sozialphobie nicht alles heilen können kann ).

Ein anderer großer Kritikpunkt für mich bei den Therapeuten ist die Art und Weise der Vergütung bzw. der Leistungsbewertung. Ein Therapeut muss nichts können. Im Zweifel kann der den Patienten für untherapierbar erklären und unterstellt ihm einfach mangelnde Mitarbeit ( und kaschiert damit nur, dass man z.B. wie oben geschrieben, sollte eine Depression doch ausnahmsweise mal endogen, also vom Charakter kommen, man die ja eh nicht loswerden kann , die Unheilbarkeit, die aber von vorherein ausgeschlossen wurde um kassieren zu können ). Ein Therapeut kann dich zwei Jahre erfolglos bei voller Bezahlung therapieren. Ein Fliesenleger bekommt nur Geld, wenn er den Auftrag - Fliesen verlegen - auch ausführt. Denk mal drüber nach.

Dann will ich noch schnell auf deine - ich kanns mir nicht verkneifen - vermeintliche psychische Krankheit eingehen. Dysthymie -eine Diagnose die von einem - dadurch ? - berühmten Psychiater erfunden wurde. Da muss ich sofort an Gert Postel denken, der es als Laie zu hochdotierten Anstellungen im Psychiatrischen Bereich schaffte, alleine dadurch, dass er u.A . auch neue psychische Krankheiten erfunden hat. ( Mit leichter Depression wäre es mit der Berühmtheit halt nichts geworden ).

Was kaum ein Arzt glauben will ( Depressionen und ihre Abwandlungen sind zu "in" ), und ein Psychotherapeut unter Berücksichtigung auf seinen eigenen Geldbeutel ja nie zugeben würde, können Beschwerden wie Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen, Selbstzweifel insbesondere dann wenn sie mit ähnlichen körperlichen Symptomen wie Kraftlosigkeit, Müdigkeit u.Ä einhergehen ein klares Signal für hormonelle Störungen sein.
Wenn Du also neben dem Lesen von Rolf Degen und dem googeln nach Gert Postel noch Zeit hast, schau doch mal, ob z.B. das ein oder andere ( körperliche ) Sympom einer Schilddrüsenunterfunktion auch auf dich zutrifft. Dann kann ich dir Hoffnung machen - Schilddrüsenunterfunktionen werden immer noch sehr häufig übersehen ( auch deshalb, weil die Ärzte vorschnell an Depressionen denken ). Und als Bonusaufgabe kannst Du ich die Suchmaschine mal eingeben, den Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Hormon Thyreoliberin. Dieses Hormon kann zwar als Medikament hergestellt werden ( für einen ganz seltenen Test ), der Blutwert wird in Deutschland generell aber nicht bestimmt !!!! ( Lieber schickt man die Leute in sinnlose, jahrelange Therapie :mad: ).

So, das war jetzt lang. Diskutiere Details gerne weiter.
 
Danke für die ausführliche Antwort!

Ich denke auch, dass eine Therapie in manchen Fällen durchaus hilfreich sein kann. Manche Menschen brauchen diese professionelle Unterstützung einfach auf ihrem Weg.
Doch mir haben bisher tatsächlich Gespräche mit Menschen, welche keine therapeutische Ausbildung gemacht haben, mehr geholfen als jede Therapiestunde. Vielleicht, weil diese Menschen sich irgendwie mehr Mühe gegeben haben, mich als Menschen zu betrachten, nicht nur als Depressive. Inzwischen nervt es mich nämlich unglaublich, wie meine Therapeutin auf manches, das ich sage, reagiert - ihre Erwiderungen zeigen mir so manches Mal, dass sie überhaupt nicht weiß, wer ich bin, und dass sie nicht überlegt, bevor sie nachdenkt. Ich bekomme von ihr keine Unterstützung, was meine konkreten Ziele und Probleme betrifft. Sie kann nicht bei einem Thema bleiben und mit ihren Kommentaren liegt sie meistens vollkommen falsch...

Das mit der Vergütung ist natürlich auch ein wichtiger Punkt. Eine Therapiestunde (50 Minuten) kostet immerhin um die 70 Euro. Das ist eine Menge Geld. Meinen bisherigen Sitzungen haben schließlich nichts gebracht. Da wäre es wohl vernünftiger, das Geld in etwas anderes zu investieren. Denn wir sind nicht reich, sondern im Gegenteil haben wir eher Geldsorgen.

Körperliche Ursachen werden bestimmt noch häufig übersehen. Bei mir bin ich mir jedoch sehr sicher, dass die Ursache meiner Probleme tatsächlich psychisch bedingt ist. Nur frage ich mich, ob eine Therapie in meinem Fall tatsächlich die sinnvollste Behandlung ist, und tendiere inzwischen ganz klar zum "Nein".

Mir hilft der Austausch mit anderen Menschen, die gar keine Experten sein müssen, mir hilft es, mich mit interessanten Themen zu beschäftigen (insbesondere Philosophie), etwas zu unternehmen, zu lesen, zu schreiben, eine Runde zu laufen.

Daher denke ich momentan, dass meine nächste Therapiesitzung erst mal die letzte Sitzung sein wird. Ich möchte dies meiner Therapeutin gegenüber offen ansprechen und ihr erklären, wie ich zu diesem Schluss gekommen bin. Schließlich war der Zusammenbruch, welcher den Stein ins Rollen brachte, bereits im Dezember 2013, und weder die Verhaltens- noch die Gesprächstherapie haben mir geholfen, ich bin aber immer noch am Leben und habe mich so manches Mal selbst aus dem Sumpf negativer Gedanken gezogen.

Sollte ich eines Tages wieder das Bedürfnis haben, mit einer Fachperson zu sprechen, suche ich möglicherweise zunächst eine Beratungsstelle auf oder wende mich tatsächlich an eine Selbsthilfegruppe. Dort wird man wohl auch in einigen Fällen besser verstanden.

Ich bedanke mich nochmals bei allen, die auf meine Frage geantwortet haben.
 
Ich kann dir nur noch was zum besten geben:
Dazu muss ich noch sagen, ich bin im Kinderdorf aufgewachsen. Das heißt, um mich herum waren alle Erwachsene *profis* also Pädagogen, Therapeuten und Erzieher und sonstiges, was eben dazu gehört.
Mit 8 Jahren hat mein Vater mich missbraucht. Als ich das erzählt habe, was er gemacht hat, wurde er auch angehört. Natürlich hat er es nicht zugegeben. Trotzdem wurde also mein Erzählen als ... ich will im Mittelpunktstehenthema ... gesehen. Das heißt, es wurde auf meine Sicherheit ge**** und ich wurde wieder zu meinem Vater geschickt. Das ganze ging dann ca. 5 Jahre, bis sie endlich einverstanden waren, das ich nicht mehr zu meinem Vater wollte. Das heißt, all die sogenannten Profis haben einen Mann, der Alkoholiker, Drogenabhängig ist, mehr geglaubt, als einem Kleinen Mädchen, das davon nichts sich profitiert hat. ... Jede Therapieversuch... den die danach gestartet hatte, hab ich abgeblockt, weil sie es nicht konnten.
Ich habe es alleine geschafft. Wieso auch nicht, ich weiß, das ich damals keine Schuld hatte, ich weiß, das man sich nicht auf Erwachsene Therapeuten etc ... nicht verlassen konnte. Das ich mich auch heute nicht auf sie verlassen kann, sieht man, an meinem letzten Versuch, Hilfe zu holen. Die Therapeutin hat komplett versagt, auf ganzer Linie. Und ich lass mich von einer Therapeutin nicht für dumm und doof halten.

Jeder sollte sein Weg finden, egal wie dieser aussieht. Wenn einer Therapie braucht, dann soll er sie sich holen, wenn er es mit fremden Leuten klären möchte...die verschiedene Meinungen haben, aber gleichzeitig außen vorsteht, weil man ja kein Geld verdient dabei!! Sondern einfach dann seine Meinung, Erfahrungen kundgeben kann. Derjenige kann sich dann selber das raus suchen, was für ihm am stimmigsten ist. Was aber noch am wichtigsten ist, jeder Mensch muss an sich selber arbeiten. Das kann keiner übernehmen.
 
Literatur und Philosophie. Lesen hilft mir irgendwie oft aus einem Tief hinaus. Vor allem philosophische Texte haben auf mich eine fast schon therapeutische Wirkung... Ich bin jedenfalls froh, das erkannt zu haben, da meine eigentliche Therapie momentan ja doch nicht so wirklich gut läuft...

Das kann ich unterschreiben - ich habe sehr viel
gelesen in allen Lebensphasen, viele Bücher auch
mehrfach und immer wieder neue Sachen ent-
deckt, z.B. bei Seneca, Thoreau oder Emerson,
aber auch bei Karl Popper, Heinz von Foerster,
Paul Watzlawick und anderen Therapeuten aus
dem lösungsorientiert-systemischen Bereich.

Früher fand ich Sofies Welt ganz toll (als es heraus-
kam), aber auch ein normaler Roman, ein Gedicht-
band oder sogar ein Sonett von Shakespeare kann
Sätze enthalten, die weiterhelfen. Teilweise hörte
ich auch etwas in Filmen, das mir aus der Seele
sprach.

Entscheidend ist immer (das hat Watzlawick heraus-
gefunden), dass ein "Unterschied" entsteht - ob
der durch eine Therapie, einen neuen Menschen
oder ein altes Buch geschieht ist letztlich egal.

Gruß, Werner
 

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