Danke für deine Antwort, lieber Gast.
Nun, eines meiner Ziele in der Therapie ist ja, dass ich meine Schüchtern- und Gehemmtheit überwinden und mich mehr trauen möchte. Das weiß die Therapeutin auch. Warum sollte ich dann einen Hund Gassi führen, wenn ich so erst recht nicht mit Menschen in Kontakt komme😕 Ich glaube, die meisten Menschen fänden es schön, Gleichgesinnte kennenzulernen. Ich hatte ihr ja schon davor erklärt, warum eine Tierrechtsorganisation und warum genau diese. Wenn ich dazu nichts gesagt hätte, okay, aber ich hatte es ihr eben schon ausführlich dargelegt, und auch wenn sie selbst lieber Hunde ausführt, muss ich ja nicht dasselbe machen wie sie... Ich empfand es ein wenig so, als würde sie mir damit sagen wollen, meine Idee sei nicht wirklich gut, weil ihr genauer Wortlaut leider darauf schließen ließ...
Die Frage nach den Demos fand ich schon sehr unsachlich gestellt, weil sie dann ja gleich loslaberte und betonte, sie selbst würde da nie hingehen. Es interessiert mich nicht wirklich, was sie in ihrer Freizeit macht. Ich fühlte mich zudem unwohl, dass sie immer alles, was sie anders macht als ich, so "hervorhebt".
Auch ihren Kommentar bezüglich des familiären Problems kann ich kaum deuten als ein "Mann muss das schlimm gewesen sein!" Sie hörte ja nicht einmal richtig zu, sondern unterbrach mich quasi gleich. Und als ich ihr von dem Problem erzählte, starrte sie mich an, als habe sie noch nie von so was gehört, obwohl es wirklich nichts Außergewöhnliches war. Ich konnte nicht mal ausreden, weil sie gleich dazwischenredete 🙁
Klar liegt es in meiner Verantwortung, worüber wir sprechen, nur lenkt sie leider ziemlich oft vom eigentlichen Thema ab, in dem sie irgendwelche Kommentare abgibt, die mehr über ihre privaten Vorlieben aussagen als mir weiterhelfen. Das ist nicht gerade angenehm. Ich habe ihr ja schon mehrmals gesagt, was meine Probleme sind. Aber wenn sie eher davon "ablenkt", als z.B. auch mal nachzufragen, dann ist es schwierig für mich, mich zu öffnen. Ich kann mich nicht öffnen, solange ich mich nicht wirklich angenommen und respektiert fühle.
Ich hätte gerne Unterstützung bei den Dingen, die ich ihr genannt habe. Ich möchte endlich weniger gehemmt sein in Kontakt mit anderen, weniger ängstlich im Alltag. Ich möchte Wege finden, besser mit meinem Leistungsdruck umgehen zu können. Und ich möchte Wege finden, wie ich es schaffe, mich weniger von meinen schlechten Stimmungen, bedingt durch meine Dysthymie sowie Versagensängsten, runtermachen zu lassen.
Naja, nächste Woche habe ich wieder eine Stunde und gehe da sicher nicht ohne meine Notizen hin, um noch einmal ganz klar zeigen zu können, woran ich arbeiten möchte und welche Themen mir ein Anliegen sind. Hoffentlich funktioniert's.
Bin für mich aber inzwischen zu dem Schluss gelangt, dass ich, sollte sie weiterhin immer wieder auf ihr Privatleben zurückkommen und meine Vorhaben alle negativ bewerten, weil diese vielleicht nicht "ihr Ding" sind, lieber einen anderen Therapeuten aufsuchen möchte. Ich möchte, dass mein Therapeut mir zuhört und nur ausnahmsweise von seinem Privatleben erzählt. Mir ist durch diese Erfahrung erst klargeworden, wie wichtig mir das ist.