Glaube hat eben mit Gott zu tun, Aberglaube mit irgendwas anderem.
Wenn ich "glaube", daß morgen die Sonne wieder aufgeht, oder daß das Licht angeht, wenn ich den Schalter drücke, dann hat das nichts mit einem Gott zu tun, sondern mit Erfahrungswerten und Wahrscheinlichkeiten. Weil es nämlich ziemlich unwahrscheinlich ist, daß die Sonne nicht aufgeht, und das Licht gestern noch funktioniert hat und kein Grund besteht, warum es das heute nicht tun sollte.
Der Glaube an Gott/Götter, und was einem dieser Glaube persönlich bringen soll, ist auch so ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Gläubige halten die Wahrscheinlichkeit der Existenz eines Gottes für sehr hoch, und auch daß dieser Glaube ihnen etwas einbringt, Ungläubige für sehr niedrig bis nicht vorhanden, und für keines von beiden gibt es überzeugende Beweise,
allerdings sagt einem ganz simpel die persönliche Lebenserfahrung, daß die Welt kein Wunschkonzert ist und deshalb ein Glauben, der stark mit persönlichen Wunschträumen durchsetzt ist, wahrscheinlich ziemlich unrealistisch ist.
Und auf etwas, was ziemlich unrealistisch ist - wie der große Gewinn beim Glücksspiel - sollte man lieber nicht sein ganzes Geld setzen oder allzuviel Lebenszeit darauf verschwenden, denn das Risiko zu verlieren ist immens, viel höher als jede Gewinnchance.
In Kurzfassung, lieber der (reale) Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, die wohl kaum tot herunterfallen wird, nur weil ich mir das wünsche. Das Leben ist kein Wunschkonzert.