Ich sehe es durchaus als Problem, wenn eine Studentin immer eine Extrawurst bekommt, während andere, die eigentlich noch benachteiligter sind, keine derart weitreichenden Vergünstigungen bekommen.
Nachteilsausgleiche sind wie der Name schon sagt dazu da, Nachteile anderen Studenten gegenüber auszugleichen, nicht, um einem das gesamte Studium zu erleichtern. Einer Frau mit Kind ist Gruppenarbeit zuzumuten, genauso wie schriftliche Prüfungen. Im Zweifel kann man halt gar keine schriftliche Prüfung schreiben (man kann sich derweil auf andere Fächer konzentrieren, man hat ja eh nicht die Zeit für alle), dafür aber auch entsprechend länger studieren als die anderen. Wird man halt nicht nach 10 Semestern von der Uni geworfen, sondern erst nach 12 oder 15.
Dass Prüfungsleistungen umgewandelt werden, habe ich bisher jedenfalls nur bei einem körperlich Behinderten mitgekriegt, bei dem die Prüfung zu Ende gewesen wäre, ehe auch nur der erste Satz auf dem Bogen wäre. Der durfte die Fragen dann mündlich beantworten. Aber das ist ja kein übermäßiger Vorteil, denn wissen muss er das Zeug immer noch, zur Pflichtveranstaltung muss er auch kommen, daher hat er auch keine Vorteile.
Es ist einfach ungerecht, wenn andere Studenten wegen dem kleinsten Formfehler durchfallen, während einzelne sich alles erlauben dürfen. Im Zweifel würde ein Dozent sich auch keinen Zacken aus der Krone reißen, wenn er ggf. im Kurs diskutiert, wie denn ein fairer Ausgleich aussehen könnte. Normal sind die Kommilitonen ja schon hilfsbereit und drücken ein Auge zu, wenn Nachteil und Ausgleich sich die Waage halten. Wenn man vorher gefragt wird, fühlt man sich meist auch nicht so benachteiligt.