Falls ihr in Deutschland lebt:
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Religionsmündigkeit
Deutschland
In
Deutschland ist die Religionsmündigkeit im
Gesetz über die religiöse Kindererziehung vom 15. Juli 1921 geregelt. Ab Vollendung des 10. Lebensjahres ist das Kind zu hören, wenn es in einem anderen Bekenntnis als bisher erzogen werden soll. Ab Vollendung des zwölften Lebensjahres darf ein Kind nicht mehr gegen seinen Willen in einem anderen Bekenntnis als bisher erzogen werden. Ab Vollendung des 14. Lebensjahres besteht in Deutschland eine uneingeschränkte Religionsmündigkeit.
Die Religionsmündigkeit beinhaltet sowohl das Recht, aus der bisherigen Gemeinschaft oder Konfession auszutreten, als auch das Recht zu
konvertieren. Mit Eintritt der Religionsmündigkeit kann der Jugendliche eigenverantwortlich entscheiden, ob er am
Religionsunterricht teilnehmen möchte oder nicht. In
Bayern und im
Saarland wird jedoch bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres die Zustimmung der Eltern zur Abmeldung bekenntnisangehöriger Schüler vom Religionsunterricht verlangt,
[1][2] beim Kirchenaustritt (auch ohne Zustimmung der Eltern) entfällt die Teilnahmepflicht ohne Abmeldung.
[3]
Wenn ihr nicht in Deutschland lebt, lies über euer Land und Religionsmündigkeit, wenn du magst.
Dein Vater wird das erstmal nicht hören wollen, ich weiß.
Eure Situation ist extrem schwierig.
🙁
Mir fallen nur Bruchstücke ein, kein Plan ...
Hat dein Vater den Job verloren, bevor er konvertiert ist? War er vor seiner muslimischen Zeit auch so reizbar und schlechter Laune wie jetzt? Wie lange geht das schon? Es könnte sein, dass er depressiv ist; Depressionen zeigen sich bei Männern oft anders als bei Frauen.
Ist der jetzige Job deines Vaters für ihn weniger interessant, stressiger, schwächer entlohnt als der vorige? Hat er jetzt vielleicht weniger Verantwortung als im letzten Job?
Möchtest du schreiben, welcher christlichen Konfession er vorher angehört hat?
Könnte es sein, dass er überhaupt nur deswegen konvertiert ist, um euch alle kontrollieren zu können, um (fast) uneingeschränkte Macht zu haben? Oder weil er möglicherweise jetzt im neuen Job in irgendeiner Weise schlechter dasteht als im alten?
Hat dein Vater eine Wut auf deine älteren Schwestern, weil sie freiheitlicher leben als er früher?
Im schlimmsten Fall kriegt deine kleine Schwester irgendwann Depressionen, Ängste oder psychosomatische Symptome, wenn sie jetzt nur noch zu Hause sitzen und sich total unterordnen muss. Das solltest du im Auge behalten. Und ... selbstverständlich hast du Recht, wenn du rebellierst. Aber irgendwann bist du weg von zu Hause, und du willst sicher den Kontakt zu deiner kleinen Schwester behalten. Ich nehme an, dass das auch für sie sehr wichtig wäre. Wenn du jetzt nur noch rebellierst und später weg bist, verbietet dein Vater vielleicht deiner Schwester den Kontakt zu dir. Andererseits ist es bei deinem Vater oft kaum auszuhalten ... oje. Höchstens, ihr seht euch dann später heimlich - wenn es möglich ist.
Wenn deine Schwester nicht zum Beratungstermin will, dann könntest du zu der ersten Beratungsstelle, bei der du schon warst, gehen, und vielleicht versuchen, für die nächsten Jahre mit dem Berater
mehrere mögliche Verhaltensstrategien ins Auge zu fassen - je nachdem, was deine Schwester und du zum jeweiligen Zeitpunkt wollen und was nicht. Das könnte alles sein, von gar nichts tun bis zu Jugendamt und Auszug.