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schwester will keinen hiqab tragen

du hast recht. aber sie haben sie nicht entscheiden lassen. und dann ist die situation da und ich habe die jetzt schlimmer gemacht. gab davor noch nie eine möglichkeit mit meinen eltern zu sprechen, also meine mit beiden gemeinsam. meine mutter hat sich immer raus gehalten und nichts gesagt oder geht oft in einen anderen raum. aber jetzt meinte sie ich hätte das sagen müssen und dann hätte man darüber gesprochen.
und du hast vor ein paar stunden was von manipulation geschrieben. hab ich erst nicht verstanden weil wenn das ziel war das ich mich scheisse fühle hat es geklappt, würde aber trotzdem sofort wieder lügen wenn nötig. aber dann dachte ich mir, wenn es ein gespräch gegeben hätte und hätte ich es nicht verkackt warum gibt es dann jetzt kein gespräch. nicht mit mir, die hassen mich jetzt aber mit meiner schwester.
Wenn sich alles etwas beruhigt hat, kannst du ja nochmal das Gespräch suchen. Allerdings machen deine Eltern nicht den Eindruck, als wären sie besonders Gesprächs- und Kompromissbereit. Das würde ich ihnen auch so spiegeln.
 
Du hast mit Deinen Eltern die Erfahrung gemacht, dass Du nicht mit ihnen reden kannst. So klingt das, was Du schreibst. Wieso hättest Du denn jetzt das Vertrauen haben können, dass das dieses Mal ein guter Weg wäre? Auch das finde ich manipulativ von Deinen Eltern. Sie tun so, als seien sie solchen Gesprächen ggü. aufgeschlossen und machen Dir damit ein schlechtes Gefühl und Selbstvorwürfe und vor allem haben sie jetzt jemanden, dem sie die Schuld an der angespannten Situation zuweisen können.

Zu Deiner Schwester: Sie hasst Dich nicht. Sie hat gesehen, was für eine schlechte Situation jetzt in der Familie herrscht und das "nur", weil sie den Hijab nicht tragen will. Sie ist 10 oder 11 Jahre alt und sehr von Euren Eltern abhängig. Du bist schon fast erwachsen, nabelst Dich ab und zeigst Stärke. Sie kann das noch nicht, hat Angst, auch vor Schlägen. Also macht sie, was gefordert wird, damit sie die Gunst der Eltern nicht verliert. Dass das passiert, wenn man sich auflehnt, sieht sie deutlich an dem, was Dir passiert. Sie kann nicht zu Dir halten.

Ich würde mit ihr sprechen und ihr sagen, dass ich die Reaktion verstehe und akzeptiere, dass ich immer zu ihr halten und ihr helfen werde.
So machst Du die Tür auf und sie kann vertrauen, dass sie Dich nicht auch verliert, wenn sie nicht tut, was Du von ihr erwartest.

Ruf die Beratungsstelle an und frag, ob Du auch ohne Deine Schwester kommen kannst, um Deine eigene Situation zu besprechen. Wenn das eine Beratungsstelle nur für Mädchen ist, dann frag nach einer Anlaufstelle für Dich. Denn Du brauchst auch Hilfe. Anderen kann aber gegen ihren Willen nicht geholfen werden. Es ist absolut nachvollziehbar, dass sie ohne Deine Schwester ihre Situation nicht besprechen wollen. Denn dann ist da wieder jemand, der über sie bestimmt und einfach was macht, was sie nicht will.
 
Hallo charizard,

erstmal: Ich finde es großartig, wie sehr du dich um deine Schwester kümmerst, dich um Infos bemühst, zu einer Beratung gehst!! 🙂

Und ihr tut mir so sehr leid ...

Ich habe nicht die Kompetenzen, mir so etwas wie eine Strategie, die euch möglicherweise helfen würde, zu überlegen - in Beratungsstellen wissen sie auf alle Fälle sehr viel mehr.

Dein Vater hat deine Schwester nicht gefragt, ob sie den Hiqab tragen will. Er will mehr und mehr kontrollieren - d. h. er will eben gerade nicht wissen, wie es dem Rest der Familienmitglieder geht, oder? Er will herrschen, so wie ich das verstanden hab. Gibt es irgendeinen Hinweis darauf, dass es ihn interessiert, wie es euch geht und was ihr wollt?
Wenn nein, dann hätte ein Gespräch mit ihm, bevor die Angelegenheit eskaliert ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts gebracht.

Du schreibst, ihr seid konvertiert. Aus welcher Konfession oder Religion in welche? Hatte dein Vater ein oder mehrere Probleme, bevor ihr konvertiert seid? Kann es sein, dass dein Vater das Gefühl hatte, dass er "die Kontrolle" über etwas verliert oder so, bevor er so streng geworden ist?

Es gibt oder gab in Berlin einen sehr bekannten türkischen Psychotherapeuten, Kazim Erdogan, der eine ebenso bekannte, erste türkische Männergesprächsgruppe in Deutschland gegründet hat, aber es kann sein, dass er jetzt altersbedingt nicht mehr viel in der Richtung machen kann. Er hat einen Verein gegründet, "Aufbruch Neukölln". Es soll in ein paar anderen Städten ebenfalls solche Männergesprächsgruppen für Muslime geben. Du kannst ja mal googeln und dir möglicherweise dort Tipps geben lassen; vielleicht weiß der "Aufbruch Neukölln" mehr. Ich meine, du könntest dir vielleicht Infos darüber besorgen, dass es eben nicht nur die eine muslimische Sicht auf einen Sachverhalt gibt, sondern viele, und das könntest du deinem Vater sagen, wenn er euch mit seiner engen Sichtweise konfrontiert. Und dass es männliche Muslime gibt, wahrscheinlich nur eine Handvoll, aber es gibt sie, die über ihre Probleme regelmäßig sprechen (es gibt im Netz Berichte über die Gruppe und über Erdogan), und dort werden auch die eigenen Werte und Ideale ab und zu kritisch hinterfragt. Viele Haltungen und Werte, die in vielen muslimischen Familien als "echt muslimisch" gelten, sind anscheinend einfach Traditionen eines Landes oder einer Region. Ist im Christentum ja genauso. Aber das weißt du vielleicht besser als ich.

Lass dir von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden, dass du deine Eltern nicht ehrst oder auf die Ehre nicht achtest oder deine Familie verrätst, wenn du über familiäre Probleme sprichst! Oder dass du sogar ein schlechter Mensch bist!! Die "Familienehre" ist ein uraltes Konstrukt, das vermutlich aus dem Patriarchat stammt, nicht aus dem Islam. Nehme ich an. Das Patriarchat macht Menschen im Großen und Ganzen unglücklich; was dagegen hilft, sind die Wissenschaften, in dem Fall die Psychologie. Laut Bindungstheorie (John Bowlby), mehr als 50 Jahren Bindungsforschung und bindungsorientierter Erziehung werden die Kinder dann am glücklichsten, haben das meiste Selbstvertrauen und zeigen die besten Leistungen, wenn in der Familie die Bedürnisse (nicht unbedingt alle Wünsche) aller Familienmitglieder erfüllt werden (u. a. Karl Heinz Brisch, Nicola Schmidt). Jesper Juul (Europas bekanntester Familientherapeut) schrieb, dass einer der vier Grundpfeiler einer funktionalen Familie die Gleichwürdigkeit aller Familienmitglieder ist. Nicht Gleichberechtigung, das geht natürlich nicht, aber unter Einbeziehung der Bedürfnisse von allen. Je älter, desto mehr Gleichberechtigung für die Kinder und Jugendlichen.

Die Familie meiner Mutter war vom Christentum geprägt, die meines Vaters von früher ausgeprägtem, später latentem und teils unverarbeitetem Nationalsozialismus. Beides Ideologien. Nach außen: gutbürgerliche Familien, alles da, was man haben und sein sollte. Nach innen: dysfunktionale Familien, in denen keine Liebe vorhanden war. Den Nationalsozialismus habe ich immer gehasst, seit ich 14 war. Mit dem Christentum habe ich mich lange auseinandergesetzt, habe auch profitiert davon, bin aber letztendlich aus der Kirche ausgetreten, weil ich das meiste davon nicht glauben konnte. Ich glaube heute, dass es Gott gibt, aber ich denke, dass es dazu nicht unbedingt eine Religion braucht. Jeder sollte das suchen dürfen, was zu einem passt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn sich alles etwas beruhigt hat, kannst du ja nochmal das Gespräch suchen. Allerdings machen deine Eltern nicht den Eindruck, als wären sie besonders Gesprächs- und Kompromissbereit. Das würde ich ihnen auch so spiegeln.
was meinst du mit spiegeln? ihnen sagen das es noch nie ein gespräch mit uns allen gab? das ich nie zu ende diskutieren darf, weil mein vater die diskussion schon vorher beendet wissen die ja. ich hab ihnen auch schon gesagt das ich nie was sagen kann. also können schon nur entweder regelt mein vater das dann oder meine mutter ignoriert mich und sagt es dann abends meinem vater und das ist auch nicht gut. ich habe ehrlich nicht daran gedacht das meine schwester überhaupt die möglichkeit hätte mit beiden zu reden. und jetzt sind alle so angepisst und das ist schon meine schuld weil ich älter bin. ich frag nächste woche mal ob wir reden können wenn ich ihn bis dahin nicht wieder provoziere. danke. danke echt.

Du hast mit Deinen Eltern die Erfahrung gemacht, dass Du nicht mit ihnen reden kannst. So klingt das, was Du schreibst. Wieso hättest Du denn jetzt das Vertrauen haben können, dass das dieses Mal ein guter Weg wäre? Auch das finde ich manipulativ von Deinen Eltern. Sie tun so, als seien sie solchen Gesprächen ggü. aufgeschlossen und machen Dir damit ein schlechtes Gefühl und Selbstvorwürfe und vor allem haben sie jetzt jemanden, dem sie die Schuld an der angespannten Situation zuweisen können.

Zu Deiner Schwester: Sie hasst Dich nicht. Sie hat gesehen, was für eine schlechte Situation jetzt in der Familie herrscht und das "nur", weil sie den Hijab nicht tragen will. Sie ist 10 oder 11 Jahre alt und sehr von Euren Eltern abhängig. Du bist schon fast erwachsen, nabelst Dich ab und zeigst Stärke. Sie kann das noch nicht, hat Angst, auch vor Schlägen. Also macht sie, was gefordert wird, damit sie die Gunst der Eltern nicht verliert. Dass das passiert, wenn man sich auflehnt, sieht sie deutlich an dem, was Dir passiert. Sie kann nicht zu Dir halten.

Ich würde mit ihr sprechen und ihr sagen, dass ich die Reaktion verstehe und akzeptiere, dass ich immer zu ihr halten und ihr helfen werde.
So machst Du die Tür auf und sie kann vertrauen, dass sie Dich nicht auch verliert, wenn sie nicht tut, was Du von ihr erwartest.

Ruf die Beratungsstelle an und frag, ob Du auch ohne Deine Schwester kommen kannst, um Deine eigene Situation zu besprechen. Wenn das eine Beratungsstelle nur für Mädchen ist, dann frag nach einer Anlaufstelle für Dich. Denn Du brauchst auch Hilfe. Anderen kann aber gegen ihren Willen nicht geholfen werden. Es ist absolut nachvollziehbar, dass sie ohne Deine Schwester ihre Situation nicht besprechen wollen. Denn dann ist da wieder jemand, der über sie bestimmt und einfach was macht, was sie nicht will.
danke. das is eine beratungsstelle für jugendliche. also da kann jeder hin aber ich hab dort fast nur über meine schwester gesprochen weil das wichtig war. ich würde sie auch nie überreden da mit mir hin zu gehen, hasse zwang deshalb wollte ich ja auch das sie tragen kann was sie möchte. ich habe aber auch einen kontakt für eine beratung bekommen nur für mädchen. da möchte sie aber auch nicht hin. hab da jetzt mal ne mail geschrieben ob ich trotzdem kommen darf am freitag. möchte wegen der schuld fragen erwachsene hören sonst nie zu aber der typ war ganz cool.
ja meine mutter hat gesagt das ich mit ihnen hätte reden müssen und das ich so was wissen muss weil ich älter bin. deshalb ist das meine schuld. als meine schwester sagte das es okay und sie es tragen wird war ich schon sauer, nicht weil sie ihre meinung geändert hat und nicht auf sie sondern auf mich. weil ich uns die probleme gemacht habe. ich sage ihr nachher das sie immer mit mir reden kann hoffe aber das weiß sie auch. manchmal tut das ja gut dinge zu hören oder lesen die man eigentlich schon weiß. geht mir da auch nicht anders hier. aber ist alles einfach scheisse kompliziert.
 
@charizard
Glaubst du, es würde deinen Vater langfristig zum Nachdenken bringen, wenn du ihm sagst, dass er, je mehr Zwang er anwendet, umso mehr eure Beziehung zu ihm beschädigt? Ich meine, zu euch allen. Die Reaktion deiner kleinen Schwester kann ja Gehorsam sein, also das, was dein Vater sehen will. Aber ihre Gedanken und Gefühle kriegt er nicht unbedingt zu sehen - solange sie noch bei ihm wohnt. Und nachher?
 
Zuletzt bearbeitet:
was meinst du mit spiegeln? ihnen sagen das es noch nie ein gespräch mit uns allen gab? das ich nie zu ende diskutieren darf, weil mein vater die diskussion schon vorher beendet wissen die ja. ich hab ihnen auch schon gesagt das ich nie was sagen kann. also können schon nur entweder regelt mein vater das dann oder meine mutter ignoriert mich und sagt es dann abends meinem vater und das ist auch nicht gut. ich habe ehrlich nicht daran gedacht das meine schwester überhaupt die möglichkeit hätte mit beiden zu reden. und jetzt sind alle so angepisst und das ist schon meine schuld weil ich älter bin. ich frag nächste woche mal ob wir reden können wenn ich ihn bis dahin nicht wieder provoziere. danke. danke echt.


danke. das is eine beratungsstelle für jugendliche. also da kann jeder hin aber ich hab dort fast nur über meine schwester gesprochen weil das wichtig war. ich würde sie auch nie überreden da mit mir hin zu gehen, hasse zwang deshalb wollte ich ja auch das sie tragen kann was sie möchte. ich habe aber auch einen kontakt für eine beratung bekommen nur für mädchen. da möchte sie aber auch nicht hin. hab da jetzt mal ne mail geschrieben ob ich trotzdem kommen darf am freitag. möchte wegen der schuld fragen erwachsene hören sonst nie zu aber der typ war ganz cool.
ja meine mutter hat gesagt das ich mit ihnen hätte reden müssen und das ich so was wissen muss weil ich älter bin. deshalb ist das meine schuld. als meine schwester sagte das es okay und sie es tragen wird war ich schon sauer, nicht weil sie ihre meinung geändert hat und nicht auf sie sondern auf mich. weil ich uns die probleme gemacht habe. ich sage ihr nachher das sie immer mit mir reden kann hoffe aber das weiß sie auch. manchmal tut das ja gut dinge zu hören oder lesen die man eigentlich schon weiß. geht mir da auch nicht anders hier. aber ist alles einfach scheisse kompliziert.
Ich würde nicht mit Vorwürfe starten, ich meinte eher, dass du darlegst wieso du kein Gespräch gesucht hast. Du hast nicht das Gefühl mit deinen Eltern sprechen zu können und fühlst dich auch nicht gehört.
Ich denke nicht, dass das bei deinen Eltern wirklich ankommt, aber es wäre ein Versuch. Dann müsstest du kein schlechtes Gewissen haben, dass du nicht alles versucht hast.
 
Hallo charizard,

erstmal: Ich finde es großartig, wie sehr du dich um deine Schwester kümmerst, dich um Infos bemühst, zu einer Beratung gehst!! 🙂

Und ihr tut mir so sehr leid ...

Ich habe nicht die Kompetenzen, mir so etwas wie eine Strategie, die euch möglicherweise helfen würde, zu überlegen - in Beratungsstellen wissen sie auf alle Fälle sehr viel mehr.

Dein Vater hat deine Schwester nicht gefragt, ob sie den Hiqab tragen will. Er will mehr und mehr kontrollieren - d. h. er will eben gerade nicht wissen, wie es dem Rest der Familienmitglieder geht, oder? Er will herrschen, so wie ich das verstanden hab. Gibt es irgendeinen Hinweis darauf, dass es ihn interessiert, wie es euch geht und was ihr wollt?
Wenn nein, dann hätte ein Gespräch mit ihm, bevor die Angelegenheit eskaliert ist, mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts gebracht.

Du schreibst, ihr seid konvertiert. Aus welcher Konfession oder Religion in welche? Hatte dein Vater ein oder mehrere Probleme, bevor ihr konvertiert seid? Kann es sein, dass dein Vater das Gefühl hatte, dass er "die Kontrolle" über etwas verliert oder so, bevor er so streng geworden ist?

Es gibt oder gab in Berlin einen sehr bekannten türkischen Psychotherapeuten, Kazim Erdogan, der eine ebenso bekannte, erste türkische Männergesprächsgruppe in Deutschland gegründet hat, aber es kann sein, dass er jetzt altersbedingt nicht mehr viel in der Richtung machen kann. Er hat einen Verein gegründet, "Aufbruch Neukölln". Es soll in ein paar anderen Städten ebenfalls solche Männergesprächsgruppen für Muslime geben. Du kannst ja mal googeln und dir möglicherweise dort Tipps geben lassen; vielleicht weiß der "Aufbruch Neukölln" mehr. Ich meine, du könntest dir vielleicht Infos darüber besorgen, dass es eben nicht nur die eine muslimische Sicht auf einen Sachverhalt gibt, sondern viele, und das könntest du deinem Vater sagen, wenn er euch mit seiner engen Sichtweise konfrontiert. Und dass es männliche Muslime gibt, wahrscheinlich nur eine Handvoll, aber es gibt sie, die über ihre Probleme regelmäßig sprechen (es gibt im Netz Berichte über die Gruppe und über Erdogan), und dort werden auch die eigenen Werte und Ideale ab und zu kritisch hinterfragt. Viele Haltungen und Werte, die in vielen muslimischen Familien als "echt muslimisch" gelten, sind anscheinend einfach Traditionen eines Landes oder einer Region. Ist im Christentum ja genauso. Aber das weißt du vielleicht besser als ich.

Lass dir von niemandem ein schlechtes Gewissen einreden, dass du deine Eltern nicht ehrst oder auf die Ehre nicht achtest oder deine Familie verrätst, wenn du über familiäre Probleme sprichst! Oder dass du sogar ein schlechter Mensch bist!! Die "Familienehre" ist ein uraltes Konstrukt, das vermutlich aus dem Patriarchat stammt, nicht aus dem Islam. Nehme ich an. Das Patriarchat macht Menschen im Großen und Ganzen unglücklich; was dagegen hilft, sind die Wissenschaften, in dem Fall die Psychologie. Laut Bindungstheorie (John Bowlby), mehr als 50 Jahren Bindungsforschung und bindungsorientierter Erziehung werden die Kinder dann am glücklichsten, haben das meiste Selbstvertrauen und zeigen die besten Leistungen, wenn in der Familie die Bedürnisse (nicht unbedingt alle Wünsche) aller Familienmitglieder erfüllt werden (u. a. Karl Heinz Brisch, Nicola Schmidt). Jesper Juul (Europas bekanntester Familientherapeut) schrieb, dass einer der vier Grundpfeiler einer funktionalen Familie die Gleichwürdigkeit aller Familienmitglieder ist. Nicht Gleichberechtigung, das geht natürlich nicht, aber unter Einbeziehung der Bedürfnisse von allen. Je älter, desto mehr Gleichberechtigung für die Kinder und Jugendlichen.

Die Familie meiner Mutter war vom Christentum geprägt, die meines Vaters von früher ausgeprägtem, später latentem und teils unverarbeitetem Nationalsozialismus. Beides Ideologien. Nach außen: gutbürgerliche Familien, alles da, was man haben und sein sollte. Nach innen: dysfunktionale Familien, in denen keine Liebe vorhanden war. Den Nationalsozialismus habe ich immer gehasst, seit ich 14 war. Mit dem Christentum habe ich mich lange auseinandergesetzt, habe auch profitiert davon, bin aber letztendlich aus der Kirche ausgetreten, weil ich das meiste davon nicht glauben konnte. Ich glaube heute, dass es Gott gibt, aber ich denke, dass es dazu nicht unbedingt eine Religion braucht. Jeder sollte das suchen dürfen, was zu einem passt.
hallo, aus dem christentum in den islam. das aber schon vor ein paar jahren. er war schon immer sehr religiös, aber anders. kann das schlecht beschreiben weil es gibt jetzt einfach mehr situationen in denen ich anderer meinung bin und dinge die ich nicht machen möchte oder gut finde. das war vor ein paar jahren anders. da hat er auch nie so druck gemacht und kontrolliert. jetzt muss man machen was er will und nur das. geschlagen hat er da auch ganz selten. ob er probleme hatte weiß ich nicht, er hat vor ein paar jahren seinen job verloren aber hat schnell was neues gefunden. jetzt wirkt er nicht so als ob er probleme hat. man kann ihn schnell provozieren, schlechte laune hat er oft tut mir dann auch leid und ich versuche ihn zu verstehen aber wenn er mir dann wieder eine rein haut will ich ihn nicht als mensch sehen.
verstehe was du meinst aber jetzt ist es so das wir gar nicht versucht haben mit unseren eltern zu sprechen und es könnte ja sein das man ihn überzeugen kann. ich vielleicht nicht aber meine schwester. glaube da aber immer weniger dran.
danke ich suche auf jeden fall mal ob es in der nähe etwas gibt. bei uns in der gemeinde gibt es eine gruppe in der man probleme ansprechen kann. das hab ich aber mal gemacht und man wird nur unterbrochen und dann wird immer wieder zitiert und da ist auch nichts privat. ich sollte nicht schreiben an was ich glaube oder nicht glaube aber dein letzter absatz war sehr interessant. danke.
 
hallo, aus dem christentum in den islam. das aber schon vor ein paar jahren.
Wie läuft das ab? Muss da jedes Familienmitglied ein Bekenntnis ablegen oder konnte euer Vater über euch Kinder bestimmen?

Konvertiten sind übrigens oft extremer als Leute, die mit der Religion aufgewachsen sind.

Und ehrlich gesagt, gesund klingt das nicht, was dein Vater da abzieht.
aber wenn er mir dann wieder eine rein haut
Das solltest du dir nicht mehr gefallen lassen. Bist du finanziell abhängig?
 
@charizard
Glaubst du, es würde deinen Vater langfristig zum Nachdenken bringen, wenn du ihm sagst, dass er, je mehr Zwang er anwendet, umso mehr eure Beziehung zu ihm beschädigt? Ich meine, zu euch allen. Die Reaktion deiner kleinen Schwester kann ja Gehorsam sein, also das, was dein Vater sehen will. Aber ihre Gedanken und Gefühle kriegt er nicht unbedingt zu sehen - solange sie noch bei ihm wohnt. Und nachher?
hab ihm schon einmal gesagt das ich ihn hasse. hab mich dann aber nach ein paar tagen entschuldigt weil es sowieso nicht stimmte. hasse ihn manchmal aber nicht immer. in den tagen wirkte er nicht traurig er hat sich nur über mich lustig gemacht. ich kann es nächste woche ja mal probieren wenn wir da reden können. aber ich glaube er sieht das einfach nicht so. er hat ein recht darauf das man sich um ihn kümmert und den kontakt hält. danke.

Ich würde nicht mit Vorwürfe starten, ich meinte eher, dass du darlegst wieso du kein Gespräch gesucht hast. Du hast nicht das Gefühl mit deinen Eltern sprechen zu können und fühlst dich auch nicht gehört.
Ich denke nicht, dass das bei deinen Eltern wirklich ankommt, aber es wäre ein Versuch. Dann müsstest du kein schlechtes Gewissen haben, dass du nicht alles versucht hast.
danke. aber wie kann ich das darlegen ohne das es wie ein vorwurf klingt? wenn ich sage das ich nicht mit ihnen sprechen kann ist das dann kein vorwurf? was ich gerne sagen würde wäre das mir auch erwachsene zustimmen. damit würde ich ja dann aber zugeben das ich mit anderen darüber gesprochen habe und das wäre wohl nicht so gut. aber ein gutes argument.
 

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