er hat gesagt das er nur mit meinen eltern sprechen würde wenn ich das auch möchte und das alles was wir in diesem raum besprechen zwischen uns bleibt. und das hat er mehrmals gesagt und ich glaube ihm das auch. sonst würde dort ja niemand mehr hingehen oder? ich weiß nicht wie ich anfangen soll. was ich zuerst sagen soll und wieviel ich sagen soll. und dann will ich nicht sehen wie er reagiert und irgendwie auch das er lacht oder so. danke.
Du könntest dir ein paar Tage vorher Zeit nehmen und vielleicht in deinem PC eine Liste machen - was willst du zuerst sagen, was danach? Du musst diese Liste ja nicht mitnehmen, aber dann weißt du vorher schon ungefähr, wie du anfangen willst, was in der Mitte kommt und was am Schluss.
Du könntest vielleicht so anfangen, dass dein Vater vor einigen Jahren konvertiert ist, sehr streng ist, dass er deiner kleinen Schwester seit einiger Zeit vorschreibt, dass sie den Hiqab tragen muss, obwohl sie nicht will; dass er in Ordnung findet, dass sie von diesem anderen Mädchen in der Schule "überwacht" wird, dass du sie kontrollieren sollst - erstmal alles über deine kleine Schwester, was du eben erzählen willst. Das fällt dir leichter.
Dann könntest du sagen, dass er dich immer wieder schlägt, dass er absoluten Gehorsam erwartet (stimmt das so?), und dann diese Beschimpfungen.
Du musst hier keine Einzelheiten nennen, aber ist es so, dass dein Vater dich beschimpft, beleidigt oder sich über dich lustig macht, dich abwertet (also mit Verachtung von dir spricht), ironisch oder sarkastisch wird?
Das könntest du so allgemein dort sagen, wenn du willst. Und dass dich das noch Wochen später aufwühlt. Dass es sehr schmerzhaft ist.
Dass ihr oft Streit habt.
Was verbietet er euch alles?
Dass er sich überhaupt nicht für dich interessiert, dass ihr nie eine gute Beziehung hattet. Dass deine Mutter immer auf seiner Seite ist.
Dass du versuchst, deine kl. Schwester zu beschützen, dass es aber jetzt teilweise nicht mehr geht.
Dass du keinen Kontakt mehr zu deinen Großeltern hast und dir das leid tut.
Überleg dir Tage vorher, was du leicht aussprechen kannst und auf jeden Fall sagen willst, was du mit ein bisschen Mühe aussprechen könntest und was du den Leuten auf keinen Fall sagen willst. Zumindest jetzt nicht.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einer Beratungsstelle jemand versuchen könnte, dich auszulachen. Wirklich nicht. Die wollen ja helfen, und glaub mir, deine Eltern sind krank und grausam, nicht ihr, und das werden diese Mitarbeiter durch deine Geschichte schnell herausfinden!
Wenn du die Reaktion des Beraters nicht sehen willst, dann schau auf den Boden oder irgendwo hin. Aber er wird vermutlich etwas sagen. Was wäre denn etwas, wo du Angst hättest, dass er dich auslacht? Dass er dir nicht glaubt?