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schwester will keinen hiqab tragen

hatte mir ein paar dinge aufgeschrieben die ich fragen wollte aber hab mich nicht so getraut. ich weiß nicht wie ich anfangen soll, war viel einfacher als ich über meine schwester gesprochen habe. wahrscheinlich dachte er warum ich überhaupt gekommen bin wenn ich nix sage. er hat dann ein paar fragen gestellt aber war mir einfach zu viel. haben dann über basketball gesprochen. kann nächste woche nochmal kommen wenn ich mag. mache ich glaube ich auch nur wenn ich mich dann wieder nicht traue darf ich da bestimmt nicht mehr hin, also ohne grund.
Kannst du hier darüber schreiben, was dich davon abhält, in der Beratung deine Fragen zu stellen? Hast du Angst, dass die Leute dort doch deine Eltern anrufen? Oder ist es etwas anderes?
 
Nochmal zu meiner Mutter: Als wir wieder mit dem Kontakt anfingen, habe ich ihr einen sehr, sehr langen Brief geschrieben über alles, was sie in meiner Kindheit und Jugend falsch gemacht hat und worunter ich gelitten hab. Das war der erste Schritt. Der zweite Schritt war, dass wir uns ein paar Stunden lang hingesetzt haben und sie mir erklärt hat, wieso sie so gehandelt hat, wieso sie so geworden ist, wie sie war. Schon vor dem Brief hat sie verstanden, wie viel ich gelitten hab, sie hatte jahrelang Schuldgefühle deswegen, auch deswegen, weil es mir später aufgrund meiner Kindheitserfahrungen so schlecht ging. Und diese Schuldgefühle finde ich eine gewisse Zeitlang auch richtig.
Jetzt reden wir kaum noch darüber, es ist kaum noch wichtig.

Mein Vater hätte das alles - mich anhören, mit mir mitfühlen, Schuld spüren, Scham spüren - niemals mitmachen wollen. Meine beiden Eltern waren früher starke Egoisten; deine Eltern, besonders dein Vater, ist ein noch viel größerer Egoist.
Dieser Egoismus entsteht entweder dadurch, dass man einem Kind die wichtigsten seelischen Bedürfnisse nie oder fast nie erfüllt, oder durch das Gegenteil: dass man das Kind vergöttert. Ich nehme an, dass der Egoismus deines Vaters auch so entstanden ist. Im ersten Fall glaubt das Kind: Wenn die Eltern so unzufrieden mit mir sind, dann bin ich minderwertig. Ich bin nichts wert. Und später kann das dann kippen in ein unglaubliches Überheblichkeitsgefühl, um mit dieser Scham, die zeitweise verdrängt wird, irgendwie leben zu können. Scham ist bei starkem Egoismus oft der Kern des Problems. Solche Leute tun viel oder alles, um nicht wieder diese alte (und neue) Scham spüren zu müssen, deswegen wollen sie vieles nicht wahrhaben, sie wollen ihre Fehler nicht sehen, sie wollen weder Schuld noch Scham spüren, sie wollen nicht leiden. Deswegen kann man an das Herz dieser starken Egoisten kaum herankommen - sie wollen keine negativen Gefühle spüren - außer Aggression. Es gibt starke Egoisten, die dann z. B. durch Schwierigkeiten bei der Arbeit oder durch das Verlassenwerden durch Partnerin oder Partner in Depressionen und Ängste verfallen, die nehmen dann manchmal therapeutische Hilfe in Anspruch, und dann kann man unter Umständen auch an die Scham rankommen und sie langsam heilen. Aber das ist leider nur selten der Fall. 🙁 Normalerweise ist es, als wollte man eine Kokosnuss mit den Händen aufbrechen ...

Ich weiß nicht, ob dein Vater Kind von evang.-reformierten Eltern war. Aber falls er selber aus irgendeinem Grund unterdrückt und beschämt worden ist, würde es gut passen, dass er schon seit sehr langem bemüht ist, vor Gott "alles richtig" zu machen. Dazu kommt obendrauf eine strenge Religion und das Patriarchat. Und wie du schreibst, er will vermutlich nur noch eine Antwort auf eine Frage sehen. Entweder richtig oder falsch. Fertig.

In der evangelisch-reformierten Kirche sind, soviel ich weiß, gute Leistungen sehr wichtig. Zu wichtig. Vielleicht ist dein Vater schon als Kind davon geprägt worden.
Und ... ich kenne nur eine evangelisch-reformierte Familie. In der war der Vater auch ein grauenhafter Haustyrann. Was aber nichts heißen muss.

Wie die inneren Mechanismen funktionieren, wenn das Kind vergöttert worden ist, weiß ich nicht.

Deine Eltern haben sicher auch gute Seiten, sie machen nicht jeden Tag alles falsch, da hast du Recht, aber was sie mit euch machen, das ist ganz klar gesetzeswidrig.

Tja, jetzt ist es doch wieder mehr geworden. 🙂
danke. ja, war am mittag. war nicht so gut lag aber an mir. ich hab einfach probleme dinge auszusprechen. gehe aber wahrscheinlich nächste woche nochmal hin.
möchte das eigentlich nicht schreiben was er so sagt wenn er wütend ist.
so ein brief ist ja eigentlich gut weil man alles genau aufschreiben kann aber wie bekommt man jemanden dazu das zu lesen? weiß nicht ob meine mutter das lesen würde und wenn, würde sie ihn dann meinem vater zeigen? und wie konntest du dir sicher sein das sie dich ernst nimmt? wegen den schuldgefühlen die sie schon vorher hatte? wir haben schon seit jahren keinen kontakt mehr zu meinen großeltern, aber ich mochte sie und ich habe es auch so in erinnerung das meine eltern gut mit ihnen klar gekommen sind. alle in der familie sind evangelisch reformiert. beide großeltern. sind auch sehr religiös aber ob sie richtig streng waren weiß ich nicht. ich kann mir meinen vater gar nicht als kind oder teen vorstellen.
 
Das will ich dir auch nicht unterstellen.
Es wirkt nur so als hättest du ihr Wohl mehr im Blick als deins und als hättest du da ein sehr großes Verantwortungsgefühl ihr gegenüber.
Dabei bist du denke ich mal nicht viel älter als sie selber (sorry, wenn ich dein Alter überlesen habe) und brauchst eigentlich eher selber noch jemanden, der dir hilft.
Gut, dass du bei dieser Beratung warst, aber schaue auch das dir dabei geholfen wird.
Es wäre schön, wenn du dich traust nochmal hinzugehen, aber mache dir auch keinen Druck.
ja stimmt schon aber glaube das ist normal weil bin ja älter.
bin 17 in 5 monaten. denke schon das ich es nächste woche nochmal probiere. danke.

Kannst du hier darüber schreiben, was dich davon abhält, in der Beratung deine Fragen zu stellen? Hast du Angst, dass die Leute dort doch deine Eltern anrufen? Oder ist es etwas anderes?
er hat gesagt das er nur mit meinen eltern sprechen würde wenn ich das auch möchte und das alles was wir in diesem raum besprechen zwischen uns bleibt. und das hat er mehrmals gesagt und ich glaube ihm das auch. sonst würde dort ja niemand mehr hingehen oder? ich weiß nicht wie ich anfangen soll. was ich zuerst sagen soll und wieviel ich sagen soll. und dann will ich nicht sehen wie er reagiert und irgendwie auch das er lacht oder so. danke.
 
er hat gesagt das er nur mit meinen eltern sprechen würde wenn ich das auch möchte und das alles was wir in diesem raum besprechen zwischen uns bleibt. und das hat er mehrmals gesagt und ich glaube ihm das auch. sonst würde dort ja niemand mehr hingehen oder? ich weiß nicht wie ich anfangen soll. was ich zuerst sagen soll und wieviel ich sagen soll. und dann will ich nicht sehen wie er reagiert und irgendwie auch das er lacht oder so. danke.

Du könntest dir ein paar Tage vorher Zeit nehmen und vielleicht in deinem PC eine Liste machen - was willst du zuerst sagen, was danach? Du musst diese Liste ja nicht mitnehmen, aber dann weißt du vorher schon ungefähr, wie du anfangen willst, was in der Mitte kommt und was am Schluss.

Du könntest vielleicht so anfangen, dass dein Vater vor einigen Jahren konvertiert ist, sehr streng ist, dass er deiner kleinen Schwester seit einiger Zeit vorschreibt, dass sie den Hiqab tragen muss, obwohl sie nicht will; dass er in Ordnung findet, dass sie von diesem anderen Mädchen in der Schule "überwacht" wird, dass du sie kontrollieren sollst - erstmal alles über deine kleine Schwester, was du eben erzählen willst. Das fällt dir leichter.

Dann könntest du sagen, dass er dich immer wieder schlägt, dass er absoluten Gehorsam erwartet (stimmt das so?), und dann diese Beschimpfungen.
Du musst hier keine Einzelheiten nennen, aber ist es so, dass dein Vater dich beschimpft, beleidigt oder sich über dich lustig macht, dich abwertet (also mit Verachtung von dir spricht), ironisch oder sarkastisch wird?
Das könntest du so allgemein dort sagen, wenn du willst. Und dass dich das noch Wochen später aufwühlt. Dass es sehr schmerzhaft ist.
Dass ihr oft Streit habt.
Was verbietet er euch alles?

Dass er sich überhaupt nicht für dich interessiert, dass ihr nie eine gute Beziehung hattet. Dass deine Mutter immer auf seiner Seite ist.

Dass du versuchst, deine kl. Schwester zu beschützen, dass es aber jetzt teilweise nicht mehr geht.

Dass du keinen Kontakt mehr zu deinen Großeltern hast und dir das leid tut.

Überleg dir Tage vorher, was du leicht aussprechen kannst und auf jeden Fall sagen willst, was du mit ein bisschen Mühe aussprechen könntest und was du den Leuten auf keinen Fall sagen willst. Zumindest jetzt nicht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einer Beratungsstelle jemand versuchen könnte, dich auszulachen. Wirklich nicht. Die wollen ja helfen, und glaub mir, deine Eltern sind krank und grausam, nicht ihr, und das werden diese Mitarbeiter durch deine Geschichte schnell herausfinden!

Wenn du die Reaktion des Beraters nicht sehen willst, dann schau auf den Boden oder irgendwo hin. Aber er wird vermutlich etwas sagen. Was wäre denn etwas, wo du Angst hättest, dass er dich auslacht? Dass er dir nicht glaubt?
 
Zuletzt bearbeitet:
Du könntest dir ein paar Tage vorher Zeit nehmen und vielleicht in deinem PC eine Liste machen - was willst du zuerst sagen, was danach? Du musst diese Liste ja nicht mitnehmen, aber dann weißt du vorher schon ungefähr, wie du anfangen willst, was in der Mitte kommt und was am Schluss.

Du könntest vielleicht so anfangen, dass dein Vater vor einigen Jahren konvertiert ist, sehr streng ist, dass er deiner kleinen Schwester seit einiger Zeit vorschreibt, dass sie den Hiqab tragen muss, obwohl sie nicht will; dass er in Ordnung findet, dass sie von diesem anderen Mädchen in der Schule "überwacht" wird, dass du sie kontrollieren sollst - erstmal alles über deine kleine Schwester, was du eben erzählen willst. Das fällt dir leichter.

Dann könntest du sagen, dass er dich immer wieder schlägt, dass er absoluten Gehorsam erwartet (stimmt das so?), und dann diese Beschimpfungen.
Du musst hier keine Einzelheiten nennen, aber ist es so, dass dein Vater dich beschimpft, beleidigt oder sich über dich lustig macht, dich abwertet (also mit Verachtung von dir spricht), ironisch oder sarkastisch wird?
Das könntest du so allgemein dort sagen, wenn du willst. Und dass dich das noch Wochen später aufwühlt. Dass es sehr schmerzhaft ist.
Dass ihr oft Streit habt.
Was verbietet er euch alles?

Dass er sich überhaupt nicht für dich interessiert, dass ihr nie eine gute Beziehung hattet. Dass deine Mutter immer auf seiner Seite ist.

Dass du versuchst, deine kl. Schwester zu beschützen, dass es aber jetzt teilweise nicht mehr geht.

Dass du keinen Kontakt mehr zu deinen Großeltern hast und dir das leid tut.

Überleg dir Tage vorher, was du leicht aussprechen kannst und auf jeden Fall sagen willst, was du mit ein bisschen Mühe aussprechen könntest und was du den Leuten auf keinen Fall sagen willst. Zumindest jetzt nicht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass in einer Beratungsstelle jemand versuchen könnte, dich auszulachen. Wirklich nicht. Die wollen ja helfen, und glaub mir, deine Eltern sind krank und grausam, nicht ihr, und das werden diese Mitarbeiter durch deine Geschichte schnell herausfinden!

Wenn du die Reaktion des Beraters nicht sehen willst, dann schau auf den Boden oder irgendwo hin. Aber er wird vermutlich etwas sagen. Was wäre denn etwas, wo du Angst hättest, dass er dich auslacht? Dass er dir nicht glaubt?
danke. ist meistens so ein mix aus dem was du geschrieben hast, aber auch nicht immer, ich versuche das nicht zu hören kotzt ihn dann aber immer an wenn er keine antwort bekommt, weiß auch nicht was er da hören möchte. ich hatte mir ein paar dinge aufgeschrieben aber nicht so im detail und auch nicht in einer reihenfolge. ich probiere das nachher mal. er hatte ja auch ein paar fragen gestellt. fühlt sich alles nicht so gut an weil es privat ist aber wenn man nicht erzählt und fragt gibt es auch keine antworten und ich glaube ich brauche einfach immer wieder einen reality check. hab 2 freunde bei denen läuft auch nicht immer alles so gut zu hause und was die so sagen ist bestimmt auch nur die hälfte von dem was wirklich so abläuft. das mit auf dem boden schauen geht nicht weil dann denkt er ja ich lüge. vielleicht versuche ich hinter ihn zu schauen. ich möchte eigentlich nichts von der art wie mein vater das regelt sagen sondern von dem druck den er macht. und wenn ich das aber so sage weiß ich nicht ob ich nicht mehr details nennen muss oder er fragt oder ob er einfach darüber lacht und sagt das es einfach so ist in der pubertät. das macht eigentlich keinen sinn weil er echt nett war und zugehört hat ohne zu unterbrechen und gesagt hat er ist auf unserer seite aber ist mein gedanke. über sie kann ich einfach leichter reden, ich hab das auch alles so erzählt, paar sachen hab ich ausgelassen aber das er sehr streng und gläubig ist hab ich schon beim ersten gespräch gesagt. und das meine mutter nie etwas sagt. das hat sie aber jetzt. und das wollte ich eigentlich da ansprechen, hab mir das auch aufgeschrieben weil ich wissen wollte was er so sagt wegen schuld und so. der plan war ja die kommende woche mal versuchen mit meinen eltern zu sprechen und zu sagen warum ich ihnen das mit meiner schwester nicht gesagt habe. ihr habt ja geschrieben ich soll das in der ich form machen damit es nicht wie vorwürfe rüber kommt. dann hab ich mir aber überlegt das es vielleicht besser ist wenn ich es erst nur mit meiner mutter probiere, weiß aber nicht ob sie das dann meinem vater sagt und wie er darauf reagiert. und jetzt glaube ich ist es besser wenn ich es diese woche erstmal nicht mache weil ich es für meine schwester nicht wieder verkacken will. weil damit mache ich es ja wieder zum thema. denke schon das sie mich mag. sie fragt immer wie es in der schule war oder beim sport und ob ich gegessen habe und so. sie hat auch schon was fürs basketball unterschrieben ohne das vorher mit meinem vater zu besprechen. so wie ich nein, aber mit meinen älteren schwestern gab es öfters streit mit worten, mit der kleinen nie. viel zu nett dafür.
ich weiß das wirkt schlimm wenn ich es schreibe und viele eltern machen es nicht aber schläge gibt es nicht ohne grund, wenn man alles so macht wie er möchte und ihn nicht provoziert dann ist er ok. könnte das also vermeiden, so meine ich das. wenn es nicht so viel druck geben würde würde ich ihn auch weniger provozieren und dann wäre es besser. also der druck ist eigentlich das problem.
 
Ich bin jetzt dabei, mir alle deine Beiträge nochmal durchzulesen. Bin bei Seite 6, der Rest kommt später. Mein Gedächtnis ist nicht das beste. 🙂

Würdest du hier mal Dinge aufschreiben, zu denen er dich zwingt oder zwingen will, seit er konvertiert ist und was er alles kontrolliert, ganz konkret? Also sowohl bei dir als auch bei deiner Schwester? Predigt er viel darüber, was du tun und glauben solltest?
 

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