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Paranoide Persönlichkeitsstörung

@Elisa

Ja, andere hätten wohl schneller Ausreiß genommen - andererseits hatte er schon ne 6-Jährige Beziehung?
Die hatte wohl eine narzistische PS😀. Nee im Ernst, der Autor meines Buches schrieb, dass es nur Narzissten mit Histrionikern aushalten. Sie sind so in sich selbst verliebt und mit sich selbst beschäftigt, dass sie so auffällig hysterische Menschen neben sich nicht wahrnehmen.

Klar, einer der Vorzüge von Autisten ist die Unvoreingenommenheit. Hat Vor- und Nachteile. In manchen Berufen absolut sinnvoll. Im privaten Bereich manchmal nachteilig, man merkt weniger wenn man ausgenutzt wird, oder wenn einem eine Beziehung schadet. Aber merkst du nicht irgendwie unterschwellig/subliminal dass etwas nicht stimmt? Dass die Stimmung eher negativ ist, dass du dich nicht wirklich wohl fühlst, auch wenn du es nicht benennen kannst?

Ich denke auch, dass ihm gefiel, dass ich so aufmerksam war und intensiv bei der Sache, wenn er ein Problem hatte. Doch das ist bei Autisten ja besonders krass: entweder volle Zuwendung oder volle Abwesenheit und wenn eben zweiteres der Fall war, machte er mir häufig ne Szene. Dummerweise sind das dann gerade die Momente, wo ich mich AUF MICH konzentriere, mich mit einem Problem von mir außeinandersetze oder mich gerade innerlich erhole. Da war besonders unangenehm gerade dann 'den Marsch geblasen zu bekommen'.
Hast du da nicht spätestens Zweifel bekommen, ob die Beziehung gut für dich ist, du hast doch schon eine gute Vergleichsbeziehung gehabt. Die Beziehung zu deinem 1. Freund, der dich damals sehr gut unterstützt hat. Ich muss aber auch sagen, dass ich auch immer meine Freundin brauchte, um mir mal aus anderer Sicht zu sagen, wie ich meine Beziehung sehen soll.

Sie kann sich nichts vorstellen, was sie nicht gerade auch erlebt.
Bei meiner Tochter ist es sehr ausgeprägt. Menschen die so etwas nicht kennen, versuchen immer mit ihr auf "Vernuftsbasis" über Zukunftsperspektiven zu sprechen, das funktioniert nicht. Sie hat keine Vorstellung von der Zukunft.

Ich habe aber auch so ein bisschen dieses "Aus den Augen, aus dem Sinn"- Syndrom. Bei mir eher "Aus dem Gefühl, aus dem Sinn".
Ich habe immer das Gefühl, ich sprünge zwischen zwei Welten hin und her. Bin ich im Urlaub, bin ich so weit weg von zu Hause und meinem eigentlichen Leben, dass es für mich kaum noch wahrnehmbar ist. Bin ich bei der Arbeit, ist es genau anders herum. Es exestiert für mich immer nur der Augenblick. Ich kann auch schon nicht mehr die Situationen von meinem letzten EX nachempfinden. Ich dachte, es läge daran, dass ich es nicht so lange mitgemacht habe. Ach ich weiß nicht woher das bei mir kommt, denn ich kann mir Dinge in meiner Fantasie schon sehr gut vorstellen.

ich habe an anderer Stelle etwas über Paranoide gelesen diese Woche. Und zwar in dem Buch von Simon Baron-Cohen zur Male-Brain-These über Autismus. Da schrieb er darüber, was denn dann eigentlich das Gegenstück, ein extrem weibliches Gehirn sei. Er meinte, dass es da ja welche gibt, die sehr gut beobachten können, aber dann eben unangemessen reagieren - Paranoide. Allerdings sagte er, das bedeutet nicht extreme Empathie - denn Empathie ist Emotionen anderer erkennen UND entsprechend zu reagieren (auf eine Art, die das Gegenüber als angenehm auffasst).
Ich habe heute noch mal eine Dissertation gelesen. Folgendes stand da zur Schizophrenie:

Bereits 1958 erklärte Conrad in „Die beginnende Schizophrenie“, dass die Unfähigkeit,
die Perspektive eines anderen einzunehmen, ein Kernsymptom der beginnenden Schizophrenie
ist.
Das ist aber genau das, was Menschen mit PPS auch nicht können.



Ein Betroffener beschreibt sich wie folgt:

Ich denke, meine sozialen Ängste sind die Folge eines Zuviel an Eindrücken und
Sinnesreizen. Ich nehme in der Interaktion mit Menschen jede auch noch so kleine
mimische Veränderung wahr. Ich werde zum Sklaven jeder Veränderung des Tonfalls.
Das kenne ich von mir auch, ich ziehe aber andere Schlussfolgerungen, schlimmstenfalls zieht es mich einfach nur runter. Aber ich vermute keine bestimmte oder böswillige Absicht hinter Eindrücken.

Weiter beschreibt er:

Zunächst ist das nichts Negatives, im Gegenteil. Das Problem ist, dass mir Techniken
fehlen, angemessen darauf zu reagieren. Ich glaube, die Menschen spüren
diese Veränderungen an sich selbst nicht. Wenn man sie darauf anspricht, reagieren
sie unsicher und verwirrt. Ich habe das inzwischen aufgegeben. Aber wie soll ich
damit umgehen? Der Weg, den ich eingeschlagen habe, ist alles über den Verstand
zu regeln, wäre ich spontan, würde ich den Menschen vor den Kopf stoßen. Aber wie
soll man sich in einem Gespräch sicher und gelassen fühlen, wenn jegliche Spontanität
fehlt?
Genau so sieht sich jemand mit PPS auch.


Die Befundlage zu Zusammenhängen zwischen Symptomen der Schizophrenie und ToMLeistungen
ist nicht eindeutig. Doody und Mitarbeiter (1998) fanden Zusammenhänge
der ToM-Defizite sowohl mit positiven als auch mit negativen Symptomen. Demgegenüber
stehen Studien, die keine Zusammenhänge zwischen den ToM-Leistungen und paranoiden
Symptomen finden konnten (u.a. Drury et al., 1998; Langdon et al., 1997; Mitchley
et al., 1998; Sarfati & Hardy-Baylé, 1999). Eine mögliche Erklärung für den fehlenden
Zusammenhang könnte darin begründet sein, dass Patienten mit paranoiden Symptomen
nur leichte ToM-Defizite haben und dass diejenigen mit höherer Intelligenz diese Defizite
durch generelle Problemlösestrategien bewältigen (Pickup & Frith, 2001). Den Autoren
zufolge wäre eine andere Erklärung, dass die paranoiden Symptome von sogenannten
„behavioural signs“ überlagert werden und daher nur identifiziert werden können, wenn
die Subgruppen anders eingeteilt werden. Diese „beobachtbaren Symptome“ sind Symptome,
die sich nicht nur im Erleben des Betroffenen abspielen, sondern sich auch im
Verhalten zeigen und daher von außen beobachtbar sind.

http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/FleckStefan/diss.pdf
 
Die Zitate sind sehr spannend, Indryia. Ich habe gleich gedacht, dass da auch der Zusammenhang mit Autisten liegt.

Denn ihnen fehlt ja auch oft ein ToM - doch es wurde ja schon klar gestellt und auch ich kann das bestätigen, dass Gefühle sehr wohl wahrgenommen werden. Ich kann dieses Zitat nachfühlen, dass man jede kleine Änderung bemerkt und eigentlich zu viel wahrnimmt. Das Problem ist also nicht die affektive Empathie - sondern die kognitive Empathie. Dass man die richtigen Rückschlüsse aus Beobachtungen zieht, dass man adäquat reagiert.

Der Unterschied zwischen PPS und Autismus ist nun aber, dass ein Autist einfach verwirrt ist von Situationen, während der PPS-Betroffene scheinbar die Kontrolle in Situationen hat, da er Beobachtungen einfach negativ auslegt. In gewissem Rahmen kenne ich das auch - z.B. stand letztens ein Mann an der Supermarktkasse und ich war erschrocken, wie böse er schaute. Ich bezog das auf mich und dachte, er störe sich an etwas, das ich tue etc. Doch kurz danach war er unheimlich nett und wollte mir Münzen geben, da er dachte, es reiche mir vielleicht nicht. Dann lachte er auch und sah ganz anders aus. Ich kann mir aber eben oft nicht denken, dass die Mimik einer Person nicht mit der aktuellen Situation und damit auch mit mir zu tun hat, sondern dass er z.B. gerade einen unangenehmen Anruf erhalten hat, dass er Angst hat, nach Hause zu kommen, weil da Streit mit seiner Frau hat oder dass es innerliche Ursachen hat, wie eine traurige Erinnerung oder Bauchschmerzen.


Ich denke, Menschen mit Persönlichkeitsstörung sind nich nur ein wenig freakig, damit anders als normal und somit attraktiv für mich, sondern sie haben auch autistische Züge, da sie auch irgendwie in ihrer eigenen Welt leben, da sie eine ganz spezielle Wahrnehmung haben.

Das ist interessant, was der Autor sagt, dass Menschen mit HPS zu Narzissten passen. Ich denke auch, es gibt so etwas wie dysfunktionale Kompatibilität, also dass Störungen gut zueinander passen.

Das war ja so bei meinem anderen, dem PPS-Ex, ich dachte, wow, da ist jemand, der genauso feinsinnig wie ich beobachtet, doch auch noch Erklärungen liefern kann, für das, was er sieht.

Hast du da nicht spätestens Zweifel bekommen, ob die Beziehung gut für dich ist, du hast doch schon eine gute Vergleichsbeziehung gehabt. Die Beziehung zu deinem 1. Freund, der dich damals sehr gut unterstützt hat. Ich muss aber auch sagen, dass ich auch immer meine Freundin brauchte, um mir mal aus anderer Sicht zu sagen, wie ich meine Beziehung sehen soll.
Ich fühle mich ein wenig getroffen, wenn du sagst, dass ich das doch hätte merken sollen. Da ich weiß, dass es wahr ist. Ich frage mich ja auch, warum mir nicht vieles eher klar war, als jetzt. Doch ich denke (auch wenn das keine Ausrede für alles ist 😉), das lässt sich durch mein Asperger Syndrom erklären. Ich habe erst jetzt festgestellt, dass es ein Muster in seinem Verhalten gibt. Ich habe vorher alle möglichen Gründe gesucht, doch nicht, dass er einfach ein Mensch ist, der inadäquat und rücksichtslos reagiert. Und auch wenn ich Erfahrungen mit solchen Menschen habe, ich konnte das nicht verbinden, ich kann schlecht von einer Situation auf eine andere schließen, da ich zu viele Details sehe und ich nicht die abstrahierte Essenz sehe, die vielleicht einen Wiedererkennungseffekt auslösen würde.

Ich will es aber für die Zukunft verhindern! Und dazu kann ich eben lernen, mehr auf mein Gefühl zu hören. Diese Eindrücke mit anderen besprechen und vielleicht beim nächsten Mal eher die Augen geöffnet bekommen. Es gibt allerdings einen Fortschritt! =) Mit dem Narzissten war ich 2 Jahre zusammen, mit dem Paranoiden 2 Jahre und mit dem Hysteriker waren es jetzt nur 7 Monate. Immerhin. :daumen:

Mit dem ersten Freund war es übrigens auch nicht nur glorreich, sonst wäre ich ja bei ihm geblieben. Doch es war meine längste Beziehung, 4 Jahre lang. Er war sehr einengend, war oft eifersüchtig, wenn ich mit anderen etwas unternahm, er hatte einen Harmoniezwang. Es waren aber neurotische Eigenschaften, die noch in einem verträglichen Rahmen stattfanden.

Hm also nochmal zu:
Aber merkst du nicht irgendwie unterschwellig/subliminal dass etwas nicht stimmt? Dass die Stimmung eher negativ ist, dass du dich nicht wirklich wohl fühlst, auch wenn du es nicht benennen kannst
Ich denke, ich muss das lernen, auf meine Gefühle zu hören, aber sie auch überhaupt erstmal wahrzunehmen. Oft bin ich einfach so sehr kopfgesteuert. Desweiteren habe ich ja gesagt, dass ich oftmals sehr verunsichert bin und die Schuld bei mir suche. Klar merke ich dann, dass ich mich unwohl fühle, doch ich denke dann eben, ich habe etwas falsch gemacht und die beleidgt-aufgebrachte Reaktion des anderen ist berechtigt.

Dazu kommt noch meine Borderline-Mutter, die mir beigebracht hat, meine eigenen Gefühle zu unterdrücken, da ihre so viel Platz brauchen und Zuwendung. Auch hat sie mir beigebracht, mich schuldig und verantwortlich zu fühlen. Doch das zu wissen, ist ja schon einmal ein Schritt Richtung Besserung. Alles wird gut. 🙂
 
@Elisa

Bereits 1958 erklärte Conrad in „Die beginnende Schizophrenie“, dass die Unfähigkeit,
die Perspektive eines anderen einzunehmen, ein Kernsymptom der beginnenden Schizophrenie
ist.
Das ist aber genau das, was Menschen mit PPS auch nicht können.
vielmehr sollten bei allen Patientenpopulationen, bei denenToM-Defizite angenommen werden – z.B. bei depressiven Patienten (Lee et al., 2005)oder Patienten mit Persönlichkeitsstörungen (Dolan & Fullam, 2004) – Anstrengungen unternommen werden, diese Defizite differenzierter zu beschreiben.
Ah, da steht ja auch, dass Patienten mit PS dieses auch nicht können.


Da aber auch die Kontrollprobanden diese Fehler am häufigsten machten, könnte
das bedeuten, dass die „übertriebenen“ Distraktoren den richtigen Antworten am
nächsten kamen und spricht nicht unbedingt dafür, dass die AS-Patienten zu einem overmentalizing neigen. Es ist aber durchaus möglich, dass die Patienten bei Unsicherheit in
sozialen Situationen eher zu übertriebenen Antworten neigen, so wie es auch die schizophrenen Patienten in unserer Untersuchung zeigten.
Ich kann dieses Zitat nachfühlen, dass man jede kleine Änderung bemerkt und eigentlich zu viel wahrnimmt.
Wie oben beschrieben, wird ja vermutet, dass dieses in unsicheren Situationen auftritt.

Ich will es aber für die Zukunft verhindern! Und dazu kann ich eben lernen, mehr auf mein Gefühl zu hören. Diese Eindrücke mit anderen besprechen und vielleicht beim nächsten Mal eher die Augen geöffnet bekommen. Es gibt allerdings einen Fortschritt! =) Mit dem Narzissten war ich 2 Jahre zusammen, mit dem Paranoiden 2 Jahre und mit dem Hysteriker waren es jetzt nur 7 Monate. Immerhin. :daumen:
Das ist in der Tat ein Fortschritt.:blume:

Aber nochmal zurück zu Simon Baron-Cohen, ich stehe dieser Theorie mit den Hormonen eher skeptisch gegenüber. Müssten die Kinder dann nicht viele maskuline Merkmale im Aussehen haben und Paranoide eher feminin aussehen?
Interessantes habe ich aber vor 2 Tagen über Testosteron gelsen, Sportler verzeichneten nach einem Sieg einen deutlichen Testosteronanstieg, während bei Verlieren ein Testosteronabfall zu verzeichnen wären. Dies gelte auch für die zugehörigen Fangruppen.

Der Autor meines Buches schreibt tatsächlich auch über diese dysfunktionale Kompatibilität, jeder sucht halt seinen Defizitausgleich. Ist eben nicht immer gesund.

Mit dem ersten Freund war es übrigens auch nicht nur glorreich, sonst wäre ich ja bei ihm geblieben. Doch es war meine längste Beziehung, 4 Jahre lang. Er war sehr einengend, war oft eifersüchtig, wenn ich mit anderen etwas unternahm, er hatte einen Harmoniezwang. Es waren aber neurotische Eigenschaften, die noch in einem verträglichen Rahmen stattfanden.
Und ich hatte mich schon gefragt, warum du nicht mehr mit ihm zusammen bist.

Auch hat sie mir beigebracht, mich schuldig und verantwortlich zu fühlen.
Das passte dann ja wunderbar zu deinem PPS-EX-Freund, du hast dich zu viel schuldig, er hat sich gar nicht schuldig gefühlt.

Seit ein paar Tagen lese ich ein neues Buch, "Endloses Bewusstsein" von Pim van Lommel. Es hat was mit einem Erlebnis meines EX zu tun, nur finde ich mich komischerweise in den Beschreibungen wieder, nun bin ich total verwirrt.

Viele Grüße Pia
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe lange überlegt, ob ich überhaupt was Schreiben soll, denn ich kann noch nicht so recht in Worte fassen, was mir dank Eurer Beiträge, durch den Kopf geht. Ich habe wirklich jeden Beitrag wie elektrisiert gelesen, da ich aufgrund des Hinweises einer Therapeutin auf die PPS gekommen bin.
Also, ich versuche es einfach mal. Ich war bis vor 1,5 Jahren mit einem Typ zusammen, der an narzisstischer PS leidet. Besser gesagt, er hat nicht gelitten, sondern ich. Wir waren 3 3/4 Jahre zusammen und ca. 1 Jahr verheiratet. Dann wurde ich einfach durch quasi ein Double ersetzt, mit dem er jetzt verheiratet ist und bald Papa wird. Heute weiß ich, dass ich "ersetzt" wurde, weil ich seine egoistischen Ziele nicht in dem Maße mitverfolgt habe und mich zu seiner "Sklavin" habe machen lassen. Inzwischen empfinde ich tiefes Mitleid für seine neue Frau, aber auch für ihn * hat aber auch lange gedauert, bis ich da war*😉.
Anschließend bin ich eine Beziehung für ca. 1 1/4 Jahr mit jemandem eingegangen, der an PPS leidet, welche ich vor 1 Woche beendet habe. Mir war das erst gar nicht bewusst, bin dann aber durch meine Therapeutin auf beide Störungsbilder gekommen und mir hat es den Atem verschlagen, als ich das hier gelesen habe. ICH KANN ALLES NUR BESTÄTIGEN. Nach meiner zerstörerischen Ehe war ich in gewisser Weise sensibilisiert und habe recht schnell gemerkt, dass in der neuen Beziehung was nicht stimmen kann. Jetzt bin ich auch eher der "Ich muss das alles verstehen" Typ, weswegen das noch eine Zeit so weiter ging und ich mir hab viel mehr gefallen lassen, als nötig war und vor allem, als gut für mich war. Gott sei Dank hatte ich mich schon direkt nach meiner Ehe in therapeutische Behandlung begeben, um für mich zu erkennen, was ich an diesem Narzissten gefunden habe. Die Selbstreflektion, in die ich dadurch gekommen bin, hat mir persönlich sehr weitergeholfen. Mein Vater leidet beispielsweise unter der Borderline-Störung und es ist unübersehbar (auch schon rein äußerlich), dass ich sehr viel von der väterlichen Seite geerbt habe.
Also an alle, bei denen ein Elternteil (oder beide) an einer PS leidet: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Veranlagung evtl. erblich weitergegeben wurde oder man durch deren Verhaltensweisen eine schräge Welt- und Beziehungsansicht bekommen hat, da das die ersten Beziehungen sind, die man als Kind eingeht und somit das eigene Beziehungsmuster angelegt wird, ist sehr groß. Auch ich habe große Borderlineanteile, die ich in der Therapie erkenne und versuche, damit besser umzugehen. Und so erklärt es sich auch, warum ich immer wieder an so "schräge" Typen gerate. Nach 1,5 Jahren Therapie habe ich das innerliche Gefühl, es heilt irgendwas in mir. Ich habe wieder Zugang zu mir selber und meinem Instinkt, aber auch ein gesundes Selbstbewusstsein regt sich ebenso wie eine gewisse Selbstliebe. Mein Helfersyndrom hat abgenommen. Es ist ein tolles Gefühl und auch wenn es bestimmt noch ein paar schwerere Tage in der Verarbeitung meiner letzten Beziehung geben wird, fühlte ich mich schon nach den ersten Tagen sehr erleichtert. Ich fühle mich befreit und bin neugierig auf das, was noch Schönes im Leben auf mich wartet. Selbstverständlich habe ich ihm angeboten, ihm als Freundin zukünftig zur Seite zu stehen, was ganz ehrlich gemeint ist, da er ein sehr einsames Leben führt und keine Bezugspersonen hat, ihm aber auch verdeutlicht, dass er dringend therapiebedürftig ist. Sofern er die Chance, die sich hier für ihn ergibt, nicht sehen kann und seine destrutiven Beziehungsmuster (egal ob bei Freunden oder Partner) nicht ablegt, werde ich mich auch als Freundin von ihm verabschieden. Ich bin es mir wert, nicht emotional ausgebeutet zu werden und trage die Verantwortung für mein weiteres Leben. Was früher einmal war, konnte ich oft nicht beeinflussen, aber was zukünftig sein wird, darauf habe ich einen Einfluss. Ich kann nur jedem, dem es hier so super schwer fällt, sich von seinem PPS Partner zu trennen, raten: Vergesst alle Scheu und falschen Stolz und versucht es mal mit professioneller Hilfe. Der Gewinn an Lebensqualität für die Zukunft und für alle zukünftigen Beziehungen ist enorm und das Loslassen wird beschleunigt.

Fühlt Euch gedrückt

Anja
 
@ Gast1

in diesem Thread ist es seht ruhig geworden, liegt aber in der Hauptsache daran, dass wir uns ziemlich lange und intensiv mit unseren PPS-Beziehungen auseinandergesetzt haben und nun Abstand genommen haben. Aber ich bedanke mich für deine Informationen.

Pia
 
Betroffener

Hallo, hier mal die Sicht eines Betroffenen. Seit zwei Jahren lebe ich in einer Beziehung meine PPS belastet uns beide sehr. Jemand schrieb völlig richtig wie das zusammenleben mit einem Wehrwolf.Ich kann zeitweise schon recht normal sein, doch irgendwann beginnen wieder sinnlose Vorwürfe, Streitereien. Ich bin wie in einer Glaskugel gefangen und nur die Zeit hilft. Wie denkt Ihr was kann ich tun? Womit kann ich meiner Freundin helfen mich zu ertragen. Gibt es wirklich nur die Trennung als einzige Lösung?
 
Danke. Danke. Danke.
Für Eure Offenheit und Eure Mühe.

Ich bin mit einer PPSlerin verheiratet und bin so froh zu lesen, daß ich mir das nicht nur einbilde.
Ich kenne sowohl die Vorwürfe, die Verdrehungen, die Anschuldigungen, die Wachsamkeit, die Fallen, die wilden Konstrukte, den ewigen, ziellosen Streit, als auch die Emotionen, mit denen man dann zu kämpfen hat, die Unsicherheit, der Selbstzweifel, die Selbstkritik, die Unwirklichkeit, die Hoffnungslosigkeit.

Ich habe den kompletten Thread gelesen und sobald ich das alles sortiert und mich zurecht gefunden habe schreibe ich vielleicht mehr um die Sammlung hier ein bisschen zu erweitern, denn das war für mich eine sehr wertvolle Hilfe und kann vielleicht dazu beitragen eine (meine) Ehe zu retten.

Ich habe nicht vor mich zu trennen sondern zu meiner Liebe zu stehen, wie ich das versprochen habe.
Ich sitze aber auch verlgeichsweise fest im Sattel in meinem Leben und bin mit mir ausreichend im Reinen und habe genug Resourcen für die Herausforderung, die hier vor mir liegt.
 
Hallo Ilka,

aus meiner Sicht hast Du keinerlei Möglichkeiten in positiver Form auf sein Verhalten einzugreifen. Wirst Du niemals gehabt haben und würdest Du ggf. auch in Zukunft nicht haben!

Im Gegenteil...je mehr du versuchst, auf solche Menschen zuzugehen...je mehr Du Dich aufopferst-je mehr Du...versuchst zu begreifen -je mehr Du alles gibst...je mehr Du in die Beziehung investierst...desto mehr wird ein Teil auch immer von Dir zerstört werden. Denn...Du wirst es solchen Menschen niemals Recht machen können. Ihr Verhalten -ja ihre ganze Denkweise ist darauf konzentriert-wie schlecht doch die Welt ist...wie schlecht ihnen mitgespielt wird-wie sehr sie unter ihren Mitmenschen zu leiden haben. Sie erkennen nicht, dass sie es ganz alleine sind, die ihre Mitmenschen immer und immer wieder vor den Kopf stoßen. Sie erkennen nicht, wie verletzlich und erniedrigend sie sich anderen gegenüber verhalten. Sie sind sich auch nicht bewusst, dass sie es sind-die Hillfe brauchen oder bräuchten. Schließlich sind sie es ja-die permanent sich in einer Art "Opferrolle" sehen.

Im Grunde zerstören sie alles um sich herum. Geben nicht auf-bis alles in ihrem Umfeld zerstört ist. Ja...sie arbeiten geradezu drauf hin...-sich auch noch den letzten Freiraum und Entfaltungsraum zu nehmen. Wann sie aufgeben...keine Ahnung. Solange sie noch jegliche Bindung-jegliches Vertrauen-jegliches Gefühl-jeglichen Lebensraum zur Verfügung haben -kämpfen sie geradezu..sich auch diesen noch systematisch zu vernichten. Wer mit solchen Menschen zu tun hat-hat keine Möglichkeit im Guten einzugreifen. Es gibt nichts, das sie in ihrem Verfolgungswahn aufhalten könnte.
In "vernünftigen Momenten" gibt es durchaus Lichtblicke. Sie können dann auch total liebevoll sein. Aber im Grunde ist das "Täuschung" pur. Man wiegt sich dann um ihnen herum-in solchen Momenten in Sicherheit...in Wirklichkeit ist es dann nur die "Ruhe vorm Sturm"-um wieder aufs Neue zum einem "Gegen"schlag auszuholen!
Was sie erzählen...wird tatsächlich als "wahr" empfunden...auch wenn die Realität oft eine andere ist. Sie fühlen sich im Grunde so-wie sich ihre Mitmenschen um ihnen herum fühlen...unter ihnen. Ständig verfolgt-gedemüdigt, herabgesetzt....nicht gewertschätzt. Aber wie gesagt, dieses verstärkte 'Gefühl, das sie durchaus empfinden ....ist bestenfalls eine Reflektion ihres eigenen Verhaltens.
Schön wäre es durchaus, wenn solche Menschen erkennen könnten, dass sie Hilfe bräuchten. Wenn sie erkennen könnten, dass irgendwas gewaltig schief läuft...aber nur aufgrund ihres eigenen Verhaltens. Aber...egal was passiert...jede gut gemeinte Geste wird als böse empfunden...jedes Entgegenkommen wir ausgenutzt-wobei sie es nicht als "Ausnutzen" empfinden-sondern...es ist ja schließlich in ihren Augen ihr Recht...dass man für sie da zu sein hat-...dass man die Suppe-die sie sich einlöffeln auszulöffeln hat. Ihre Wahrnehmung ist mehr als fragwürdig. Sie sehen Dinge-die kein anderer sehen kann. Geht s ihnen schlecht-haben sie eine total unlogische Erklärung dafür, die wieder -wie immer, darauf abgereichtet ist, dass es die anderen sind-die ihnen böse mitspielen!
Ihr Verhalten ist niemals nachvollziehbar....es ist geradezu-verquert.
Würden sie beispielsweise einen Ladendiebstahl begehen-und würden sie dabei erwischt werden...würden sie die Verkäufer dafür verantwortlich machen...so nach dem Motto: "ist ja alles geradezu so aufgestellt, dass man es auch mitnehmen kann!"...

Ich könnte Dir unendlich viel erzählen-aus persönlcher Erfahrung...

Nach meiner Einschätzung ist es schwer-mit jemandem eine Beziehung einzugehen, der selber nicht erkennt, dass er seinem Glück im Wege steht...und andere für alles-was ihm negatives wiederfährt, verantwortlich macht!

Denn eine Beziehung ist ja auch sowas wie eine Art "sich aufeinander einstellen!"....aber solche Menschen-wie deinen Freund bzw. Ex-Freund-wird sich niemals anpassen können. Man hat sich permanent auf sie einzustellen..umgekehrt-würden sie keinen Gedanken dran verschwenden...sich überhaupt -wenn auch nur in kleinster Weise-anzupassen oder unterzuordnen. Denn-sie sind darauf aus...überall die Oberhand zu haben.Wie es anderen dabei geht-ist ihnen fremd oder interessiert sie nicht...-oder keine Ahnung!

Drum-aus meiner Sicht....wäre es schwer geworden-mit ihm glücklich zu werden. Denn wo etwas in einer Beziehung schief läuft-sollte jeder sich über sein persönliches Verhalten Gedanken machen. Du hast dies offensichtlich getan...er-sicherlich nicht!!!
Ich hoffe, meine Worte sind nicht zu hart ausgefallen...
...sicherlich gibt es überall solche und solche Menschen. Ich kenne deinen Ex-Partner ja im Grunde nicht. Konnte von daher nur meine Sicht der Dinge aufgrund persönlicher Erfahrungen versuchen rüberzubringen!

lg. Sissy

Hallo Sissy,

wie du dieses Krankheitsbild umschreibst,stimmt bis ins kleinste Detail.Ich lebe mit meinen Partner der diese Krankheit hat zusammen.Würde mich freuen wenn wir uns austauschen könnten.Nochmals vielen Dank für deinen Beitrag,der mir die Augen geöffnet hat.
L.g.Sonja
 
Auch ich habe meinen (Ex-) Partner wiedergefunden in dem was Sissy schreibt, ziemlich haargenau sogar. Es hat mir sehr geholfen mich nicht so allein damit zu fühlen, auch andere Beiträge hier (alle habe ich -noch- nicht gelesen).

Die Beziehung mit ihm (10 Jahre älter, Italiener) hat sich über fast 4 Jahre hingestreckt und ich habe es trotz so vieler Probleme und eskalierten Streitereien (ganz abgesehen mal davon das ich Psychologie studiert habe) nie wirklich erkannt. Und dann bin ich letztes Jahr auch noch zu ihm nach Rom gefahren und habe ihm gesagt, dass ich ihn zurück möchte (..dass ich ihn liebe..) und im September bin ich von ihm schwanger geworden. Er ist seit 2 Wochen wieder zurück in Italien (und ich weiss nichts von ihm seither) und ich mache mir grosse Sorgen um die Zukunft; wie kann man mit einem Menschen, der alles um sich herum zerstört einem kleinen Kind die emotionale Sicherheit bieten, die es braucht? Ich überlege die ganze Zeit ob ich nach Chile soll, dort wohnen meine Eltern, aber ich bin auch besorgt ihm so die Möglichkeiten zu nehmen ein präsenter Vater zu sein.

Ich dachte immer Liebe kann alles überbrücken und ist doch am Ende stärker als alles andere. Und: die Hoffnung stirbt zuletzt... aber jetzt wo noch ein kleiner Mensch mit im Spiel ist, weiss ich nicht so recht weiter.

Elisabeth
 
Hallo gast,

es ist traurig- aber doch leider all zu realistisch:

Einem Menschen - der eine selbstzerstörerische Ader besitzt-
zerstört am Ende nicht nur sich selber sondern auch das Leben anderer-
das, der engsten Angehörigen etc.

Solche Menschen können nicht glücklich sein-
denn sie fühlen sich dem Unglück viel näher...

...Du würdest Dich selber verlieren-
wenn Du zu ihm zurückkehrst...

...irgendwann wird es Dir so dermaßen auf die Psyche schlagen,
dass Du selber noch Gefahr läufst an Dir und Deinem Verstand zu zweifeln.

Drum- halte Abstand-
...weiterhin....

lg. Sissy
 

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