Hallo Coralie, also erstmal zusammengefasst: so platt das klingt, aber du sprichst mir wirklich aus der Seele! Kann jeden Absatz unterschreiben. Es tut so gut, obwohl es natürlich nicht schön ist, was dir widerfahren ist, das zu lesen, dass es jemandem geht wie einem selbst. Was du in der Beziehung erlebt hast, was du danach erlebt hast..... ich denke das tut auch so gut, weil man von nirgendwo Validierung seiner Erfahrungen bekommt. Außenstehende können sich das nicht vorstellen - außer vielleicht meine beste Freundin, der ich all seine Psychoaktionen haarklein berichtet habe. Und Leute, die ihn kennen, kennen ihn nicht SO wie ich. Ich studiere ja mit ihm, wir haben nicht alle Fächer zusammen, aber doch einige und man sieht sich auf dem Campus, auf Parties....und die Leute, die ihn kennen und ich auch ein bißchen, also seine Unifreunde, haben keine Ahnung, was zwischen uns abging, was bei ihm abging.Und das von dir zu lesen, macht das was ich erfahren habe irgendwie 'wahrer'. Es ist für mich ein Trauma, was da mit ihm passiert ist und ich denke, jetzt, langsam, nach 2 Jahren komme ich da erst ganz drüber weg, auch weil ich ihn eben ganz aus meinem Leben gestrichen habe, ganz losgelassen habe, dadurch kann ich das endlich mal verdauen.
Schliesslich ist das Leben zum Leben und nicht zum Leiden da. Distanz scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, aus der irrealen Welt des anderen ausbrechen zu können. Wird man von einem Menschen mit PPS in seine verzerrte Welt eingesperrt, in der seine Psyche „zu seinen Gunsten“ waltet, kann sein Gegenüber, auf den er sie projiziert, nur „verlieren“.
Das hast du wunderbar beschrieben, trifft den Nagel auf den Kopf, genauso kenne ich das!
Das Erlebte kann ich nicht ändern, aber die Erfahrungen positiv auf meine Zukunft anwenden. Elisa, ich wünsche dir von Herzen, dass du loslassen, nach vorne schauen und sozusagen „ein neues Leben“ beginnen kannst.
Ich danke dir für diese Worte. Ich denke schon, dass ich das jetzt endlich kann. Ich habe ne Weile ja echt krampfhaft festgehalten, was wenn er sich doch noch ändert? Die Therapie wirkt? So ne Art Stockholm-Syndrom war das wohl. Heute habe ich auch eine neue, schöne Beziehung und habe noch etwas mit Vertrauensproblemen zu kämpfen, aber ich arbeite daran... =)
Mit der Distanz zum Geschehenen frage ich mich aber schon, warum ich mich nicht früher von ihm getrennt hatte, denn schon Monate vor dem Bruch waren wir weit abgedriftet von dem, was man nach einem normalen Verständnis „Partnerschaft“, „Liebespaar“ nennen würde. Nicht einen Bruchteil der Beleidigungen, falschen Unterstellungen und Respektlosigkeit von damals würde ich heute akzeptieren … Es ist verrückt, dass man es zuerst so selbst erleben muss, um zu dieser Gewissheit zu gelangen (wobei ich zuvor auch nie gedacht hätte, dass ich so etwas jemals erdulden würde) …
Ja total, ich war auch viel zu lange! Fast 2 Jahre mit ihm zusammen. Kann es mir auch kaum erklären, was ich mit ihm mitmachte, war der Wahnsinn. Er drehte alles um und erklärte mich, sogar bei engen Freunden, für verrückt. Einmal wollte er die Polizei holen, weil es ja so 'irre' mit mir wäre, da ich ihm nicht recht gebe.
Etwas vom Schlimmsten war für mich nach dem Bruch mit dem Wissen zu leben, dass er vielleicht oder sehr wahrscheinlich sogar nie erkennen wird, wie grausam er mich verletzte (aus Selbstschutz wird seine Psyche dies wohl nie zulassen, die ganze PPS baut ja darauf auf, dass man sich nicht selbst in Frage stellen kann), sondern weiterhin davon überzeugt sein wird, dass ich ein perfides Wesen bin und er das Opfer ist. Das ist nicht einfach zu akzeptieren. Aber auch da musste ich einfach einen Schlussstrich ziehen. Es ist sein Leben, er muss damit klar kommen, wie auch immer, und ich nur mit dem meinen! Da werde ich nichts verrichten können und es ist auch nicht meine Aufgabe.
Dito - das macht es für mich auch so schwer verarbeitbar, es gibt keine Entschuldigung, kein Einsehen von seiner Seite, er ist das Opfer, und begreift nicht, was er mir angetan hat.
Und verantwortlich fühlte ich mich auch ne Weile für ihn, ich habe ihn bemitleidet, wollte ihm helfen. Ich habe z.B., sehr viel über PPS gelesen, über Ursachen.... und irgendwann habe ich es beinahe verstanden und es tat mir leid, was er wohl erlebt hatte früher. Doch ich konnte das nicht umsetzen - 'ihm beibringen', es war nutzloses Wissen irgendwie. Doch er hat mich ewig beschäftigt.
Aber das ist Unsinn, ich kann kein Teil seines Lebens sein. Also er tat mir auch leid, da er keine Freunde hat z.B. Aber ich möchte mit allem, was ihn betrifft, nichts mehr am Hut haben. In Real Life. Dieses gelegentliche Foren-Schreiben hilft mir, das ganze zu verarbeiten. Das ist wirklich schön, das Internet hat schon seine Vorteile.
🙂