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Paranoide Persönlichkeitsstörung

Hallo JesRA,

also ich glaube ich muss mal etwas klarstellen. Ich brauche keine Hilfe - ich beschäftige mich hin und wieder noch mit dem Thema. Doch zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen, ginge mir zu weit. Die Trennung von meinem Ex-Freund ist 2 Jahre her. Ich denke auch nicht, dass es Selbsthilfegruppen für Angehörige von Menschen mit Paranoider Persönlichkeitsstörung in meinem Heimatort gibt.

Ich denke, wenn brauche ich einen Therapeuten, um die Geschehnisse von damals zu verarbeiten, da ich doch merke, wie es mir in meiner aktuellen ersten ernsteren Beziehung seit damals schwer fällt, Vertrauen zu fassen.

Was du erzählst...das ist schon krass, wenn jemand mit solchen verrückten Vorstellungen nicht einsieht, dass er sich etwas einbildet. Ich kenne auch jemand, der jetzt in der Klinik ist, der eine Weile alle mit einem kommenden Weltuntergang drohte oder zumindest einem Krieg : 'Wikileaks ist nur die Spitze des Eisbergs, bald geht es richtig los....'
 
Hallo Elisa und alle anderen, die sich mit der PPS befassen


Vielen Dank für den Link zur englischen Beschreibung des Krankheitsbildes der PPS, die trifft den Nagel auf den Kopf bzw. trifft das Erlebte mit meinem Ex-Freund 1🤐. Ich schaue noch ab und zu hier vorbei, aber nicht mehr oft. Mir geht es heute sehr gut, aber das Thema interessiert mich nach wie vor und vielleicht bringt ja auch der eine oder andere Gedanken von mir anderen etwas.



Nachdem ich es geschafft hatte, definitiv Distanz zwischen meinem Ex und mir zu schaffen (nachdem wir keine administrativen Dinge mehr zu regeln hatten, verweigerte ich jeden Kontakt mit ihm), schaffte ich es relativ rasch, über die böse Erfahrung, auf die ich definitiv hätte verzichten können, hinwegzukommen. Ich bin nach wir vor überzeugt, dass Distanz die einzige Lösung ist. Sofern möglich, wobei man als freier Mensch eigentlich immer die Wahl hat, auch wenn der Preis vielleicht hoch ist, aber nicht zu hoch, wenn man droht, am ausgeübten Psychoterror des anderen selbst zugrunde zu gehen. Schliesslich ist das Leben zum Leben und nicht zum Leiden da. Distanz scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, aus der irrealen Welt des anderen ausbrechen zu können. Wird man von einem Menschen mit PPS in seine verzerrte Welt eingesperrt, in der seine Psyche „zu seinen Gunsten“ waltet, kann sein Gegenüber, auf den er sie projiziert, nur „verlieren“. Es ist ein Teufelskreis, der nur immer schlimmer wird, denn je mehr man sich wehrt und seine Unschuld beteuert, desto mehr ist der Mensch mit PPS von der Boshaftigkeit des Gegenüber überzeugt bzw. desto mehr sind für ihn seine Gefühle, sein Gedachtes und seine Ängste (sie betrügt mich, sie hat mit Kriminellen zu tun, sie nutzt mich aus usw.) 200%ige Wahrheit. Das ging so weit, dass mein Ex Dinge „gesehen“ hat, die gar nie stattfanden. Er war überzeugt, dass ich ihn anlog, wenn ich es abstritt.



Seit ein paar Monaten bin ich sehr glücklich und lebe ein erfülltes Leben mit einem anderen Mann, dem Mann meines Lebens, ich weiss es einfach. Es ist wie Tag und Nacht. Ich hätte es wohl oder übel auch ohne ihn geschafft, aber hätte wohl mehr Zeit gebraucht, um mich wieder wohl in meiner Haut und mich selbst zu fühlen. Fliehen ist nicht gut (denn irgendwann kommt es wieder hoch), vergessen ist gut, aber nicht ganz. Das Erlebte kann ich nicht ändern, aber die Erfahrungen positiv auf meine Zukunft anwenden. Elisa, ich wünsche dir von Herzen, dass du loslassen, nach vorne schauen und sozusagen „ein neues Leben“ beginnen kannst.



Heute bin ich mir sicher, dass mir das nie mehr passieren könnte – aufgrund eben der gemachten Erfahrungen. Mit der Distanz zum Geschehenen frage ich mich aber schon, warum ich mich nicht früher von ihm getrennt hatte, denn schon Monate vor dem Bruch waren wir weit abgedriftet von dem, was man nach einem normalen Verständnis „Partnerschaft“, „Liebespaar“ nennen würde. Nicht einen Bruchteil der Beleidigungen, falschen Unterstellungen und Respektlosigkeit von damals würde ich heute akzeptieren … Es ist verrückt, dass man es zuerst so selbst erleben muss, um zu dieser Gewissheit zu gelangen (wobei ich zuvor auch nie gedacht hätte, dass ich so etwas jemals erdulden würde) …


Etwas vom Schlimmsten war für mich nach dem Bruch mit dem Wissen zu leben, dass er vielleicht oder sehr wahrscheinlich sogar nie erkennen wird, wie grausam er mich verletzte (aus Selbstschutz wird seine Psyche dies wohl nie zulassen, die ganze PPS baut ja darauf auf, dass man sich nicht selbst in Frage stellen kann), sondern weiterhin davon überzeugt sein wird, dass ich ein perfides Wesen bin und er das Opfer ist. Das ist nicht einfach zu akzeptieren. Aber auch da musste ich einfach einen Schlussstrich ziehen. Es ist sein Leben, er muss damit klar kommen, wie auch immer, und ich nur mit dem meinen! Da werde ich nichts verrichten können und es ist auch nicht meine Aufgabe.

Coralie
 
Hallo Coralie, also erstmal zusammengefasst: so platt das klingt, aber du sprichst mir wirklich aus der Seele! Kann jeden Absatz unterschreiben. Es tut so gut, obwohl es natürlich nicht schön ist, was dir widerfahren ist, das zu lesen, dass es jemandem geht wie einem selbst. Was du in der Beziehung erlebt hast, was du danach erlebt hast..... ich denke das tut auch so gut, weil man von nirgendwo Validierung seiner Erfahrungen bekommt. Außenstehende können sich das nicht vorstellen - außer vielleicht meine beste Freundin, der ich all seine Psychoaktionen haarklein berichtet habe. Und Leute, die ihn kennen, kennen ihn nicht SO wie ich. Ich studiere ja mit ihm, wir haben nicht alle Fächer zusammen, aber doch einige und man sieht sich auf dem Campus, auf Parties....und die Leute, die ihn kennen und ich auch ein bißchen, also seine Unifreunde, haben keine Ahnung, was zwischen uns abging, was bei ihm abging.Und das von dir zu lesen, macht das was ich erfahren habe irgendwie 'wahrer'. Es ist für mich ein Trauma, was da mit ihm passiert ist und ich denke, jetzt, langsam, nach 2 Jahren komme ich da erst ganz drüber weg, auch weil ich ihn eben ganz aus meinem Leben gestrichen habe, ganz losgelassen habe, dadurch kann ich das endlich mal verdauen.




Schliesslich ist das Leben zum Leben und nicht zum Leiden da. Distanz scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, aus der irrealen Welt des anderen ausbrechen zu können. Wird man von einem Menschen mit PPS in seine verzerrte Welt eingesperrt, in der seine Psyche „zu seinen Gunsten“ waltet, kann sein Gegenüber, auf den er sie projiziert, nur „verlieren“.


Das hast du wunderbar beschrieben, trifft den Nagel auf den Kopf, genauso kenne ich das!

Das Erlebte kann ich nicht ändern, aber die Erfahrungen positiv auf meine Zukunft anwenden. Elisa, ich wünsche dir von Herzen, dass du loslassen, nach vorne schauen und sozusagen „ein neues Leben“ beginnen kannst.
Ich danke dir für diese Worte. Ich denke schon, dass ich das jetzt endlich kann. Ich habe ne Weile ja echt krampfhaft festgehalten, was wenn er sich doch noch ändert? Die Therapie wirkt? So ne Art Stockholm-Syndrom war das wohl. Heute habe ich auch eine neue, schöne Beziehung und habe noch etwas mit Vertrauensproblemen zu kämpfen, aber ich arbeite daran... =)

Mit der Distanz zum Geschehenen frage ich mich aber schon, warum ich mich nicht früher von ihm getrennt hatte, denn schon Monate vor dem Bruch waren wir weit abgedriftet von dem, was man nach einem normalen Verständnis „Partnerschaft“, „Liebespaar“ nennen würde. Nicht einen Bruchteil der Beleidigungen, falschen Unterstellungen und Respektlosigkeit von damals würde ich heute akzeptieren … Es ist verrückt, dass man es zuerst so selbst erleben muss, um zu dieser Gewissheit zu gelangen (wobei ich zuvor auch nie gedacht hätte, dass ich so etwas jemals erdulden würde) …
Ja total, ich war auch viel zu lange! Fast 2 Jahre mit ihm zusammen. Kann es mir auch kaum erklären, was ich mit ihm mitmachte, war der Wahnsinn. Er drehte alles um und erklärte mich, sogar bei engen Freunden, für verrückt. Einmal wollte er die Polizei holen, weil es ja so 'irre' mit mir wäre, da ich ihm nicht recht gebe.

Etwas vom Schlimmsten war für mich nach dem Bruch mit dem Wissen zu leben, dass er vielleicht oder sehr wahrscheinlich sogar nie erkennen wird, wie grausam er mich verletzte (aus Selbstschutz wird seine Psyche dies wohl nie zulassen, die ganze PPS baut ja darauf auf, dass man sich nicht selbst in Frage stellen kann), sondern weiterhin davon überzeugt sein wird, dass ich ein perfides Wesen bin und er das Opfer ist. Das ist nicht einfach zu akzeptieren. Aber auch da musste ich einfach einen Schlussstrich ziehen. Es ist sein Leben, er muss damit klar kommen, wie auch immer, und ich nur mit dem meinen! Da werde ich nichts verrichten können und es ist auch nicht meine Aufgabe.
Dito - das macht es für mich auch so schwer verarbeitbar, es gibt keine Entschuldigung, kein Einsehen von seiner Seite, er ist das Opfer, und begreift nicht, was er mir angetan hat.

Und verantwortlich fühlte ich mich auch ne Weile für ihn, ich habe ihn bemitleidet, wollte ihm helfen. Ich habe z.B., sehr viel über PPS gelesen, über Ursachen.... und irgendwann habe ich es beinahe verstanden und es tat mir leid, was er wohl erlebt hatte früher. Doch ich konnte das nicht umsetzen - 'ihm beibringen', es war nutzloses Wissen irgendwie. Doch er hat mich ewig beschäftigt.

Aber das ist Unsinn, ich kann kein Teil seines Lebens sein. Also er tat mir auch leid, da er keine Freunde hat z.B. Aber ich möchte mit allem, was ihn betrifft, nichts mehr am Hut haben. In Real Life. Dieses gelegentliche Foren-Schreiben hilft mir, das ganze zu verarbeiten. Das ist wirklich schön, das Internet hat schon seine Vorteile. 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube fast, dass mich diese Sache mit dem PPS-Menschen echt traumatisiert hat. Letztens habe ich geträumt, er wäre an unserer Uni Amok gelaufen und hätte mich mit einer Schußwaffe verfolgt!

Wenn ich das so lese:

Zu einer psychischen Traumatisierung kommt es, wenn das Ereignis die psychischen Belastungsgrenzen des Individuums übersteigt und nicht adäquat verarbeitet werden kann. Derartige Erlebnisse sind dadurch gekennzeichnet, dass ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten besteht, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.
Trauma (Psychologie)

...ist das schon möglich. naja, vielleicht nicht so vollständig, aber es geht auf jeden Fall in die Richtung. Ich hoffe mal, dass ich in letzter Zeit häufig von ihm träume, ist ein Zeichen für Verarbeitung.
 
Hallo Elisa !

Ich bin Dir sehr dankbar für Deine ausführlichen Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema !
Dieses Forum hat mir bislang sehr geholfen, insofern als das ich gesehen habe das es Dir und anderen auch so oder ähnlich geht
wie mir .
Für mich ging der Horror Mitte letzten Jahres los ! Ich wurde von meiner Partnerin belogen ,betrogen , beleidigt und es tut mir heute noch extrem weh und macht mich wütend , ach es sind so viele Gefühle und das in einer Intensität wie ich es noch nie erlebt habe .
Ich fühle mich auch wie traumatisiert ohne die genaue Definition
zu kennen aber ich glaube es kommt dem ziemlich nahe.
Ich habe mich sofort getrennt , was Sie mir unausgesprochen, glaube ich, übel nimmt und sich seit dem mir gegenüber echt mies verhält .

Es freut mich zu lesen das Du einen neuen Partner gefunden hast.
Danke für all Eure Beiträge
 
Ich lese schon eine ganze Weile in diesem Thread, anfangs um zu verstehen, was ich gerade für eine Beziehung geführt habe, mittleiweile, um mir jeden Tag aufs Neue zu sagen, dass ich von dieser Beziehung Abstand nehmen muss. Obwohl mir das kognitiv nicht schwer fällt, ist es emotional ein Meilenstein den ich da gehen muss. Die Beziehung hat Gott sei Dank nur einige Monate gedauert, und seit einem Vorfall, wo ich auf die Knie fallen sollte, um meine Kränkung, die ich meinem P. angetan hatte einzusehen, ist Funkstille. Das Einzige was ich verstanden hatte, dass ich eine für mich fast neutrale Frage gestellt hatte und die als Unterstellung aufgefasst wurde. Danach folget eine Verhaltensweise, die mich an eine Hinrichtung erinnerte, ich wusste nur nicht wo es eine Begründung für ein Verbrechen gab. Ich war total geschockt, ja ich habe am ganzen Körper gezittert. Schon aus dem Grund könnte ich keinen Kontakt mehr aufnehmen, weil das echt ne Nummer zu hart war. Geschockt auch deswegen, weil einen Tag zuvor die Welt noch "in Ordnung" war. Wie ich hier in einem Beitrag gelesen habe, zuvor bekommst du noch in allen Farben beschrieben, wie schön das Leben mit dir ist, dann ganz radikal, ohne eine Vorankündigung diese übertriebene Reaktion. Du wirst von einer Minute zur nächsten der größte Feind. Ein falsches Wort, ein falscher Blick. Das was bleibt ist Lähmung bei dir durch Schock und auf der anderen Seite Lähmung durch Hass auf dich. Für mich ist es nur unverständlich dass es mir so schwer fällt, mich auch emotional zu lösen. Vielleicht, wiel ich es immer noch nicht ganz glauben kann, dass es Störungen gibt, wo Menschen innerhalb so kurzer Zeit selbst so widersprüchliche Gefühle erleben. Naja, daher ja auch die Zuordnung als Persönlichkeitsstörung, weil das Verhalten zu sehr von der Norm abweicht und soziale Interaktionen nicht ohne Probleme/Leid möglich sind. Ich habe beim Googeln ein Buch gefunden, dass sehr interessant zu sein scheint. Der Titel lautet" Liebe in Gefahr" von Walter Riso. Ich glaube, ich werde es mir kaufen. Hier mal eine Leseprobe:

Zitat:
Warum scheitern wir immerzu in der Liebe? Warum
wählen so viele Menschen den falschen Partner oder
verstricken sich in Beziehungen, die ebenso gefährlich wie
unvernünftig sind? Warum verharren wir in leidvollen Beziehungen?
Wir glauben, die Liebe sei unfehlbar, und vergessen
dabei etwas, was für das Überleben in Liebesdingen
absolut entscheidend ist: Nicht jeder emotionale Annäherungsversuch
ist gut für unser Wohlbefinden. Ob es uns
nun gefällt oder nicht – manche Spielarten der Liebe sind
selbst für Menschen, die zum Masochismus neigen und anderen
gern zu Diensten stehen, einfach nur kräftezehrend
und unerträglich.

Zitat:
Auf welche Weise liebt mein Partner?«
• »Auf welche Weise liebe ich?«
• »Wie können wir zusammenleben, ohne einander Schaden
zuzufügen?«
Wenn wir die Dinge so betrachten, wie sie sind – ohne
Hintergedanken und falsche Erwartungen –, können wir
Entscheidungen treffen, die zur Verbesserung unserer Lebensqualität
beitragen, auch wenn es manchmal wehtun
mag oder der empfohlene Weg unbequem erscheint. Ich
gehe von der simplen Annahme aus, dass Lieben nichts mit
Leiden zu tun hat und wir ein Recht darauf haben, glücklich
zu sein. Das ist das höchste Gut, das uns keiner nehmen
kann, nicht einmal im Namen der Liebe.

Zitat:
Die misstrauische Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Leben mit dem Feind. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Paranoide Beziehungen – die Gründe . . . . . . . . . . . 71
Ist eine gesunde Beziehung mit einem paranoiden
Menschen möglich? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79
Paranoide Menschen rechtzeitig erkennen . . . . . . . 86
Ratschläge für paranoid veranlagte Menschen . . . . 88

Viel Kraft wünscht Pia
 
Hallo Torben und Pia,

schön dass euch der Thread hier hilft, nicht schön, dass ihr das erleben musstet.

Das Buch könnte interessant sein, aber ich habe hier noch 3 Bücher zu Eltern mit Borderline, die ich nur angelesen habe. Sprich: für mich ist die intellektuelle Beschäftigung mit diesem Thema in dieser Ausführlichkeit abgeschlossen.

Ich kam ja durch die Beschäftigung mit meinem Ex darauf, dass meine Ma zumindest eine verwandte Störung haben muss. Vielleicht erfüllt sie die Diagnose nicht ganz, aber ihr Verhalten ist hoch manipulativ und sie löst mit ihrem ständig subtilem leidenden Ausdruck Schuldgefühle in ihrem Umfeld aus. Also für mich ist die Frage 'wie konnte das passieren?' bzgl. meines Ex-Freundes geklärt.

Ich denke, man wird gewissermaßen so geformt in der Kindheit, wenn man mit einem Elternteil aufwächst, der so tickt, dass man eine Art Schlüssel ist, für ein Schloss, das Menschen mit dieser Art Störungen sind.

DAs Gute an euren beiden Geschichten ist, dass sie nicht so lange gingen und dass sie definitiv beendet sind. Ich weiß, von diesem Horror reicht auch wenig, aber dennoch: je kürzer, desto besser!

Mir geht es was die Geschichte mit meinem Ex angeht, immer besser, seit ich den Kontakt im Novemeber endgültig und vollständig gecancelt habe. Ich hatte am Anfang meiner neuen Beziehung das Gefühl, ich kann mich nicht ganz darauf einlassen, ich bin nicht bereit. Das ist mittlerweile weg, mein Horror-Ex okkupiert nicht mehr mein Herz. Das ist so befreiend! Wirklich 1,5 Jahre hat das gedauert, mich emotional zu lösen.

Und dennoch....ich habe oft Paranoia und meine ihn irgendwo zu sehen und dann ist es doch jemand anderes....also die Nachwehen erschüttern meine Psyche manchmal noch immer.

Naja nach wie vor: es ist einfach so gemein diese Sache, niemand, der es nicht erlebt hat, kann es nachvollziehen. Wie du schreibst Pia - es kann SO schön sein und zack - ohne Ankündigung kommt dann so ein Schlag. Möglicherweise ist sogar das Schöne daran Schuld, da es einem Menschen mit PPS in Alarmzustand versetzt: so etwas Schönes kann ich nicht erleben mit jemand, da muss was faul sein. Oder eben auch, weil man ihm dadurch nahe kommt und seine Abwehr in Gefahr ist. Aber das ist die Logik der anderen Seite - in der Logik des Menschen ohne PPS ist es wie in eine Falle gelockt werden mit den miesesten Mitteln....leider. =(

Aber so bleibt nur, hoffentlich das nicht mehr erleben! Und ich erkenne nun auch jemanden mit Persönlichkeitsstörung recht schnell, das ist so etwas positives, das ich daraus ziehen kann. Ich bin nicht mehr zutiefst verwirrt, wenn man mir von so einem Menschen erzählt, sondern ich weiß genau, was da los ist.

Ich wünsche euch beiden, dass ihr, wenn dafür die Zeit gekommen ist, einen liebevollen Partner findet, mit dem...wie soll ich das ausdrücken.... die Liebe wieder gutmachen kann, was sie euch mit dieser ...wie heißt es in der Leseprobe, 'Spielart' für eine Facette menschlichem Miteinanders angetan hat.
 
Hallo Elisa,

es freut mich zu hören, dass du das ganze Erlebte inzwischen hinter dir lassen konntest. Denn so groß deine Hoffnungen anfangs auch waren, ein völlig neuer Mensch hätte dein EX nicht werden können, dazu hätte sein Charakter ausgewechselt werden müssen, und Persönlichkeitsstörungen gelten insgesamt als schwer behandelbar, vor allem, wenn noch komorbide Störungen hinzukommen.

Der Autor meines Buches schreibt hierzu ganz klar, dass eine Therapie bei PPS zwar helfen kann, sich im allgemeinen Umfeld besser zurechtzufinden, mit bestimmten Hilfsmitteln zu hinterfragen, ob dir Menschen ehrer böse oder vllt. allenfalls neutral gegenübertreten. Mehr ist aber nicht drin. Nach Meinung des Autors würde sich diese Hilfsmaßnahme aber nicht auf eine Liebesbeziehung eines PPS-Gestörten auswirken. Eine Beziehung für ihn bedeutet, seinen Feind lieben zu müssen, ist also ein Paradoxon. Seinen Feind kann man nicht lieben, (auch wenn irgendwo geschrieben steht, liebe deinen Feind...) aber nicht aus nächster Nähe, und in einer Liebesbeziehung kommt man sich für gewöhnlich ziemlich nahe.



Das Vertraute an dem Vehalten deines EX bzw. die Parallelen zu deiner Borderline-Mutter mag vielleicht sein, dass beide einen sehr hohen Anspruch an Loyalität haben und anfangs scheint es auch so, als würden sie dir diese Loyalität entgegen bringen. Denn Menschen mit PPS haben ja auf der anderen Seite die Eigenschaft sehr fürsorglich und sehr friedlich zu sein, so lange der Mechanismus des übertriebenen Misstrauens ausgeschaltet ist, soll manchmal vorkommen, so der Autor meines Buches.

Ich habe da allerdings ganz andere Erfahrungen gemacht, es gab immer jemanden zu beschützen, entweder musste ich beschützt werden, oder die Nachbarn, die Kollegen, oder manchmal auch nur er selbst. Ja insgesamt habe ich mich auch im Zusammenhang mit dieser Fürsorge gefühlt wie ein kleines Kind, das aber auch keine eigene Meinung haben darf, nur artig gehorchen musste. Kein Mensch ist so unselbstständig, dass er so etwas dauerhaft ertragen könnte. Manchmal ist es ja ganz reizend, so umsorgt zu werden, aber alles hat Grenzen.

Borderliner überidealisieren dich anfangs, bis du einen kleinen Fehler machst(den jeder Mensch mal macht), dann wirst du mit so einer Energie beschimpft. Außerdem sind sie anfangs sehr aufopfernd, selbstlos. Aber für alles was sie geben, erwarten sie noch viel mehr. Viele Ähnlichkeiten zu Menschen mit PPS. Nur viel impulsiver und die Stimmungsschwankungen sind womöglich auch häufiger. Ich kenne eine Person, die eine diagnostizierte Börderline-PS hat. Sie ist sehr chaotisch, sehr impulsiv und man bekommt bei jeder Kleinigkeit die Verlustängste zu spüren. Menschen mit PPS bleiben eher immer nüchtern, distanzieren sich, ohne dass sie dich merken lassen, dass auch sie leiden.

Dass man sich trotzdem auf so einen Menschen einlässt, liegt vielleicht an Dingen die du kompensieren musst, denn die
Charaktereigenschaftenin einer Beziehung stehen in Wechselwirkungen miteinander, sonst hätte man sich nichts zu sagen.

Viele Grüße Pia
 
Ich glaube es gibt 2 Filme, wo es um typische Boderliner geht.


"Eine verhängnisvolle Affäre" wo Alex Forrest, gespielt von Glenn Close die Borderlinerin spielt, und "Good Will Hunting" wo Matt Damen den an Borderline leidenden darstellt. Im letzteren Film wird auch deutlich, dass Borderliner sehr intelligent sind.

LG Pia
 

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